» 08. November 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Neues von der Kreditfront (September '06) -- inkl. ein bißchen was zur USA« •

 

Neues vomblack01_next.gifBig Brother!

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Neues von der Kreditfront (September '06) -- inkl. ein bißchen was zur USA


Vorab 1:  

Vorab 2: Zu dieser ganzen Thematik nochmals ein paar erklärende Auszüge aus black01_next.gif"DAS ist unser heutiges Kredit und Kreditgeldsystem (in 59 Punkten)" :

    .....
    55. Ein Kredit- bzw. Kreditgeldsystem scheitert unausweichlich, sobald die immer neue und immer zusätzliche Kreditvergabe und Kreditnahme stockt bzw. gar abnimmt. 
    56. Wie hoch sich Kredite/Schulden bereits aufgetürmt haben, ist als solches zunächst unerheblich. 
    57. Entscheidend bleibt immer, ob diese Kredite/Schulden durch zusätzliche Kredite/Schulden am Leben erhalten werden.
    58. Kommt es wegen der bereits existenten Höhe der Kredit- bzw. Schuldensummen zu einer Stockung bzw. einem Rückgang bei der Schaffung neuer Kredit- bzw. Schuldverhältnisse, ist der kritische Punkt des gesamten Systems erreicht (sog. "Überschuldung"). 
    59. Wird die Überschuldung allgemein, stürzen sämtliche bereits existenten Kredit- bzw. Schuldverhältnisse in sich zusammen.....
     
     

Vorab 3: Für grundsätzliche Erklärungen zu diesem Thema, bitteblack01_next.gifHIER kurz reinschauen.

 

1.) Kredite deutscher Banken an Nichtbanken (Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Haushalte, z.T. auch Euro-Raum)

1Nichtbanken (Nicht-MFIs) (>>) =
In- und Ausländer:
• Unternehmen und Privatpersonen (einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck)
Öffentliche Haushalte (inkl. Sozialversicherungen)

BRD-Tilgung Wertpapiere in Mrd.€

 

Nov 04

81,8

0,51

Dez 04

82,8

-1,00

Jan 05

84,6

0,97

Feb 05

70,0

-0,08

März 05

68,8

0,00

April 05

44,3

2,36

Mai 05

72,7

-0,79

Juni 05

85,4

-1,11

Juli 05

68,8

0,24

Aug 05

68,3

0,14

Sep 05

69,6

0,16

Okt 05

65,5

0,31

 Nov 05

61,2

0,48

 Dez 05

88,3

-0,56

 Jan 06

72,9

1,80

 Feb 06

79,7

-0,36

 März 06

72,9

0,07

 April 06

63,1

1,34

 Mai 06

46,1

-0,21

 Juni 06

75,1

-0,82

 Juli 06

50,9

-0,03

 Aug. 06

63,8

+0,07

 Sep. 06

78,7

+0,71

( >> ,Emissionsstatistiken Rentenmarkt)

 

 

Für den September können wir ein deutliches Anziehen der Neukreditvergabe bei den Nichtbanken1 festhalten. Ein sattes Plus von 26,72 Mrd. Euro, oder 0,71 Prozent. Nach vier Monaten mit nur geringfügigen, oder gar negativen Steigerungen, tatsächlich mal wieder ein Anstieg, der den Namen auch verdient! Zu etwas mehr als zwei Drittel geht der Zuwachs auf das Konto der Buchkredite, das fehlende Drittel fällt den Wertpapieren zu.

Emissionsstatistik für Wertpapiere (Buba >>):
Die Statistik eine Tilgung von 78,7 Mrd.€ aus (Tabelle links). Der Netto-Absatz resultierte dabei mit +5,1 Mrd.€  in einem eher niedrigen, aber immerhin positiven Bereich.
»Die größte Emittentengruppe im September waren die Kreditinstitute, welche Schuldverschreibungen für netto 4,4 Mrd € absetzten. [...] Die öffentliche Hand hat ihre Kapitalmarktverschuldung bei wiederum hohen Brutto-Tilgungen um 2,3 Mrd € verringert. [...] Die nicht-finanziellen Kapitalgesellschaften setzten per saldo Industrieobligationen für 3,0 Mrd € ab,...«

Für das Gesamtjahr ergibt sich somit für den Moment ein Plus von 95,15 Mrd.€, oder +2,57%.
Ich mag es kaum aussprechen , aber durch die Zahlen des September gleitet das Jahr 2006 langsam in einen durchaus annehmbaren Bereich hinüber. Noch immer ist der langfristige Vergleich nicht sonderlich erquicklich, aber ehrlich gesagt, habe ich jahresanfänglich beiweitem nicht mal mit derlei Ergebnissen gerechnet! Es gibt schlimmere Überraschungen!! Was auch immer schlußendlich der "Auslöser" sein sollte (MwSt-Erhöhung 2007 z.B.?), das Bild hat sich -- aus Sicht der Neukreditvergabe und für den Augenblick -- in der Tat nennenswert aufgehellt.

Da oben auch die öffentliche Hand teilweise enthalten ist, schauen wir direkt bei den "Unternehmen und Privatpersonen" vorbei. 

 

2.) Kredite an inländische Nichtbanken (nur Unternehmen und Privatpersonen, ohne Wertpapiere)

 

Kredite an inländische Unternehmen und Privatpersonen
(INKLUSIVE Wertpapiere, gestrichelte Linien)

1999

2265,40

+6,94

2000

2387,01

+5,37

2001

2425,99

+1,63

2002

2411,07

-0,62

2003

2409,93

-0,05

2004

2397,64

-0,51

2005

2414,80

+0,72

 Jan 06

2451,38

+1,51

 Feb 06

2453,27

+0,08

 März 06

2460,01

+0,27

 April 06

2496,11

+1,47

 Mai 06

2489,28

-0,27

 Juni 06

2466,19

-0,93

 Juli 06

2460,55

-0,23

 Aug. 06

2463,94

+0,14

 Sep. 06

2484,76

+0,84

Nur die Buchkredite betrachtend, ging es im September '06 bei den Unternehmen und Privatpersonen ebenfalls kräftig nach oben!! Eine Zunahme der Neukreditaufnahme um 17,6 Mrd. Euro, oder +0,78 Prozent!

Inklusive der Wertpapiere (nebenstehende Tabelle), konnte der September mit einer noch etwas besseren Steigerung von 20,82 Mrd.€, oder +0,84% aufwaten.
Obige Einschätzung findet sich bestätigt. Sieht ganz gut aus!

Für das Gesamtjahr liegen wir demnach bei den Buchkrediten bis jetzt bei einem Plus von 54,6 Mrd.€, oder +2,45%. Inklusive der Wertpapiere sieht das Bild wie folgt aus: +69,96 Mrd.€, oder +2,89%.

Das Saldo der deutschen Leistungsbilanz lag in den ersten acht Monaten 2006 bei +57,7 Mrd.€. (>>). Rechnen wir diese "Transfers" noch zu den dargestellten Kreditdaten hinzu, ergibt sich ein geradezu schlaraffenlandähnlicher black01_next.gifZustand, der es dem Bund doch wirklich ermöglicht »statt 38,2 Milliarden nur noch 30 Milliarden Euro neue Schulden aufzunehmen.« (>>). Quasi ein Nichts, bin ich versucht zu sagen .

Wie dem auch sei, gegenwärtig und abgesehen von den grundsätzlichen Mechanismen, können wir -- zumindest gemessen an den jüngeren Vorjahren -- eine einigermaßen passable Entwicklung attestieren. Wir werden es wohl oder übel miterleben, wie lange noch!

3.) "Bankstatistische Gesamtrechnungen in der Europäischen Währungsunion, Konsolidierte Bilanz der Monetären Finanzinstitute (MFIs)"

Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen" 2005/2006 (Mrd. €) (>>)

FRANCE
black01_next.gifHousehold Credit Repayment Incidents

 
Number of people
Number of incidents
Number of work-out measures
1991
633 686
756 176
96 278
1992
1 073 942
1 424 261
167 702
1993
1 346 106
1 901 972
214 256
1994
1 273 245
1 806 955
227 015
1995
1 198 318
1 679 190
227 331
1996
1 180 162
1 534 827
286 225
1997
1 184 447
1 368 216
376 782
1998
1 215 230
1 320 180
421 611
1999
1 376 520
1 562 683
434 580
2000
1 658 649
2 043 353
479 612
2001
1 829 648
2 359 760
518 198
2002
1 914 421
2 552 419
532 853
2003
2 057 390
2 769 547
567 184
2004
2 199 801
2 929 123
646 847
2005
2 273 294
2 961 853
717 860

Europäischen Währungsunion, Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen"

 

Mrd. €

%

Dez 05

9555,7

+0,88

Jan 06

9661,2

+1,10

Feb 06

9778,5

+1,21

März 06

9909,0

+1,33

April 06

10060,5

+1,52

Mai 06

10124,9

+1,00

Juni 06

10173,0

+0,47

Juli 06

10262,5

+0,88

Aug.06

10274,0

+0,11

Sep.06

10402,8

+1,25

Differenz von August '06 auf September '06 = +128,8 Mrd.€, oder +1,25% (Vormonat, siehe Tabelle links). Teile ich die +128,8 Mrd.€ auf die zwölf Länder der Währungunion auf, dann ergibt sich pro Land eine Zunahme von im Schnitt +10,73 Mrd.€ (ist natürlich nur ein Mittelwert und deshalb nur begrenzt aussagefähig).

Rund 82 Prozent der zusätzlichen Kreditvergabe wurde durch die Buchkredite generiert, weitere 15 Mrd. Euro durch die Aktien und sonstige Dividendenwerte. Spricht meines Erachtens für eine "normale, gesunde" Verschuldung.

Nach wie vor ein "schickes" Wachstum und im Großen und Ganzen reiht sich die BRD für diesmal recht akkurat in diese Daten ein.

So positiv wir das Kreditwachstum auch ansehen müssen, so negativ folgenreich ist es mitunter. Diesmaliges Beispiel ist Frankreich (Tabelle rechts), wo die »Personal Debt Problems« der Haushalte ebenfalls kräftig zulegen.
Ohne Detailierteres gefunden zu haben, heißt es black01_next.gifhier zusätzlich noch: »During 2005 households continued to acquire debt whilst accumulating financial assets, bringing debt to its highest ever level. Non-financial organisations have set a three-year period for debt clearance and doubled their new utilisations net of bank credits.« 
Für mich schwerlich einzuschätzen, in wie weit das wirklich als besorgniserregend zu betrachten ist, hingegen umgekehrt eine längerfristig gegenteilige -- oder wenigstens überwiegend gleichbleibende -- Entwicklung sicherlich eher als "Entwarnung" zu deuten wäre. Folgenlos wird dergleichen jedenfalls kaum bleiben können!

Schauen wir uns noch die Kreditvergabedaten etwas differenzierter an:  

Nachstehend eine Tabelle, die die länderspezifische Entwicklung der EU zeigt. Zwar stimmt diese Statistik nicht exakt mit obiger überein (differierende Erfassungsmethoden- und subjekte), aber eine Tendenz können wir, so meine ich, doch deutlich ablesen.

Bilanzstatistik der MFIs (Monetären Finanzinstitute): Bestandsangaben (>>)
Kredite an Ansässige im Euro-Währungsgebiet [Mrd.€]
Hier:
Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften + Private Haushalte + Sonstige Private

Land

Belgien

BRD

Griechen-
land

Spanien

Frank-
reich

Irland

Italien

Luxem-
burg

Nieder-
lande

Öster-
reich

Portugal

Finn-
land

Ø

April '06

250,3

2.348,9

144,5

1.315,7

1.501,9

287,5

1.252,2

96,0

861,4

260,3

204,4

114,5

719,8

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Zuwachs [%]

1,48

-0,12

0,62

1,45

0,67

2,57

0,79

1,15

0,96

0,77

1,52

0,96

1,07

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Zuwachs [%]

1,10

0,06

1,93

2,72

0,53

1,76

1,34

2,68

-0,18

1,07

3,52

1,21

1,48

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

Zuwachs [%]

0,47

-0,32

1,15

2,30

1,01

1,33

0,74

3,41

0,85

1,41

1,16

0,77

1,11

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

August '06

260,0

2.344,8

149,9

1.407,6

1.534,0

307,5

1.286,8

103,6

876,0

267,2

218,8

118,6

739,57

Zuwachs [%]

0,78

0,12

0,00

0,36

-0,08

1,12

-0,13

0,48

0,06

0,38

0,69

0,59

0,36

August'06

260,0

2.344,8

149,9

1.407,6

1.534,0

307,5

1.286,8

103,6

876,0

267,2

218,8

118,6

739,57

September '06

265,0

2.367,7

152,6

1.440,8

1.548,6

312,9

1.299,1

105,8

877,5

270,3

219,2

119,8

748,28

Zuwachs[Mrd.€]

5,00

22,90

2,70

33,20

14,60

5,40

12,30

2,20

1,50

3,10

0,40

0,40

8,71

Zuwachs [%]

1,92

0,98

1,80

2,36

0,95

1,76

0,96

2,12

0,17

1,16

0,18

1,01

1,28

Die graphische Umsetzung:

Alles in allem und wie schon gesagt, im Allgemeinen durchaus positiv und ausnahmsweise auch mal im "BRD-Besonderen". DAS ist der Aufschwung, der hierzulande in aller Munde ist. Wie die Graphik aber verdeutlicht, lag Deutschland in vergangener Zeit regelmäßig weit unterhalb des EU-Durchschnitts, der seinerseits meist weit über Null lag.

Hoffen wir, daß sich die BRD auch zukünftig dem Schnitt annähern kann und nicht umgekehrt, und daß dieser gleichzeitig ungefähr da bleibt, wo er ist. Andernfalls müssen wir weiterhin darauf zählen, daß diesen "Job" stellvertretend andere für uns übernehmen.

Andere, wie die...

USA

...zum Beispiel. Betrachten wir uns also mal wieder kurz Fragmente des Geschehens auf der anderen Seite des Teiches.

black01_next.gifDebt Outstanding by Sector

 Datenveröffentlichung vom 19.10.06

Jahr

Summe [Bill. $]
Zuwachs1 [%]

1997

21.154,0

+6,98

1998

23.266,7

+9,99

1999

25.309,7

+8,78

2000

27.028,1

+6,79

2001

29.266,5

+8,28

2002

31.724,1

+8,40

2003

34.611,6

+9,10

2004

37.695,2

+8,91

2005

40.032,1

+8,85

Q1-2006

41.962,1

+2,27

Q2-2006

42.760,4

+1,90

1Jahresangaben gegenüber Vorjahr, Quartalsangaben gegenüber Vorquartal

Zunächst mal das "ganz große Bild", die Entwicklung der Gesamtverschuldung von "Corporate America" (Revisionen und dergleichen mehr mal unberücksichtigt). Die Tabelle links zeigt die Daten, welche wir wohl ohne Übertreibung als "fulminant" bezeichnen können.

Um die Sache ein klein wenig aufzusplitten und zu erweitern, folgend einige Ergänzungen:

• Die allseits bekannte US-staatliche black01_next.gif»Dept to the Penny-Statistik« und deren rasendes Wachstum, könnte beispielsweise durch nachstehendes Zitat aus black01_next.gif»Sanfte Landung oder Rezession« "erweitert" werden: »Diese 7,9 Billionen Staatsschulden umfassen lediglich den Haushalt der Bundesregierung. Die anderen öffentlichen Haushalte sitzen auch noch auf 1,7 Billionen Dollar Schulden. Und die staatlichen Zahlungsverpflichtungen für die beiden Sozialsysteme "Social Security" und "Medicare" werden mit 7 Bio. bzw. mit 37 Bio. Dollar angesetzt. Insgesamt ergibt sich daraus ein Schuldenberg von 53,6 Bio. Dollar. Doch aus diese Berechung ist noch nicht komplett. Beispielsweise berücksichtigt sie nicht die Pensionszusagen der Staatsbediensteten.«
Ohne weitere Worte!!

• Des weiteren ist eine Sichtung der privaten Schuldner -- hier der black01_next.gif»Consumer Credit« -- nicht ganz uninteressant. Auch dort sind die Steigerungsraten in der Tat nach wie vor "beeindruckend". Zwar gab es Anfang 2006 einen größeren Rückgang, der aber seit dem wieder mehr als "wett gemacht" wurde (im Bedarfsfall black01_next.gifHIER -- Graphik -- nachzushauen) .

Kurz und gut (soweit ich das beurteilen kann): Weiterhin steigt die Neuverschuldung in den USA mit Raten, wie sie bei uns -- grob gesagt -- nur bis Ende der siebziger Jahre vorkamen. Oben angesprochener, "stellvertretend" für die BRD erledigter  "JOB", wird beispielsweise von der USA demnach zufriedenstellenden erledigt. Man stelle sich vor, daß es tatsächlich einen nennenswerten Einbruch der zusätzlichen Kreditvergabe gäbe -- das ganze schöne, positive Milliarden-Ausfuhrsaldo (Jan/Jul '06 = +16,4 Mrd.€, 2005 = rd. +28 Mrd.€ >>) würde sich in Wohlgefallen auflösen. Nicht auszudenken!!

Wie dem auch sei, das "Schwungrad" (Neu)Verschuldung ist ständig potentiellen "Beschleunigungsbremsen" ausgesetzt. An dieser Stelle schauen wir uns deshalb mal wieder eine mögliche "Bremse" an.
 

"Household debt service payments and financial obligations as a percentage of disposable personal income" (der Schuldendienst der US-Konsumenten/Haushalte (2. Quartal 2006)

Im Grunde geben die Graphiken (>>) ja schon ausreichend Auskunft.

DSR

Kurz sei angerissen, daß die übliche Datenrevision der black01_next.gif»Household Debt Service and Financial Obligations Ratios« die aktuellen Werte diesmal recht kräftig nach OBEN korrigiert hat (wer hätte das gedacht und wer soll daß noch irgendwie nachvollziehen können). Als Beispiel nur kurz der Vergleich des Vorquartals:

Aktuelle Veröffentlichung (12.10.06):

Quarter

DSR

FOR


Total

Renter

Homeowner


Total

Mortgage

Consumer

06q1 14.31 19.15 25.19 17.96 11.47 6.49

 

Vormalige Veröffentlichung:

06q1

13.93

18.70

24.33

17.59

11.41

6.18


1.) The household debt service ratio (DSR) is an estimate of the ratio of debt payments to disposable personal income. Debt payments consist of the estimated required payments on outstanding mortgage and consumer debt

 

FOR

2.) The financial obligations ratio (FOR) adds automobile lease payments, rental payments on tenant-occupied property, homeowners' insurance, and property tax payments to the debt service ratio.

Beides auf Allzeithoch! Ein immer größer werdender Anteil des Einkommens geht direkt in den Schuldendienst, des durch vorangegangene Verschuldung vorgezogenen Konsums! Nun bedeutet dies nicht unmittelbar und notwendigerweise den "Untergang des Abendlandes". Jedoch zeigt es, daß die Haushalte, durch die bereits vorhandene Verschuldung, immer weiter "in die Ecke" getrieben werden. Überspitzt formuliert: Wer schon bis unters Dach verschuldet ist, fällt dadurch irgendwann als zukünftiger Neuschuldner aus -- wenn nicht in Gänze, so doch zumindest im bisher vorhandenen Maße.

Nehmen wir nun noch den negativen black01_next.gifSparbetrag und die ebenso negative black01_next.gifSparrate der Haushalte hinzu, ergibt sich hieraus zumindest ein Bild, daß das Risikopotential -- vorsichtig umschrieben -- nicht gerade verringert. Im übertragenen Sinne, läuft angesprochenes "Schwungrad" seiner Höchstdrehzahl zu, ab der dann keine Beschleunigung mehr, sondern lediglich ein "Auslaufen" eintritt.
Der vermalledeite, verflixte Punkt dabei ist, eben diese "Drehzahlwende" irgendwie im Voraus erkennen zu können. Dazu können Daten und Graphiken Hinweise etc. liefern, aber leider keine definitive Aussage. Schlußendlich wird es wohl schlicht unmöglich sein. Gleichwohl scheint meiner Meinung nach eins dennoch klar zu sein: wir liegen ungleich näher an der "Drehzahlwende", als an einer weiteren, langfristigen Beschleunigung. Auf der Hut sein, sollte die Grundeinstellung sein! Ich trau dem "Frieden" nicht !

Auch wenn hier bereits mehrfach auf den US-Immobilienmarkt eingangen wurde (inkl. des folgenden Charts), will ich -- weil ungeheuer wichtig -- trotzdem ein weiteres Mal einen Bericht vorstellen.

black01_next.gifCan the economy survive the housing bust?

Tucked away in the briefcase of Liz Ann Sonders, chief investment strategist at Charles Schwab & Co., is a chart so scary she's hesitant to show it to investors. It plots the National Association of Home Builders' Housing Market index - a monthly measure of builder confidence - against the Standard & Poor's 500 stock market index, with a one-year lag.

It turns out that the mood of builders is a terrific stock market bellwether: The correlation between current builder confidence and future stock market returns over the past ten years is downright unnerving.

right_black.gifright_black.gif [...] Another big concern is what happens if consumers can't keep using their homes as cash machines. By Gordon's estimate, U.S. homeowners pulled more than $450 billion in equity out of their homes last year and are on pace for a similar bonanza in 2006.

But with home values falling, homeowners may lose that source of ready spending money. Should cash-out refinancings fall back to 2001 levels, he estimates, it would drain $300 billion from the economy - which would have roughly the same impact as a $60 jump in the price of a barrel of oil.

Kurzes, grundsätzliches (Erklärung und Daten) zum "Cash-out refinanzieren" findet ihr black01_next.gifHIER und black01_next.gifHIER (ab Seite 31)!!

And that doesn't include the added bite when homeowners who took out adjustable-rate mortgages a couple of years ago face rate resets that raise their payments.

It's hard to overstate the damage of losing so much potential buying power. Merrill Lynch economist David Rosenberg has argued that cash-out refis were the only reason the economy weathered the gas-price hikes this year and last. Gordon is so worried about the disappearance of cash-out refi money that he's predicting a recession in 2007 or 2008. [...]

Ohne zu wissen, wie genau -- und ob in der Höhe richtig -- die dargestellten Zahlen zustande kommen, die Dimensionen sind in jedem Fall beeindruckend. Kurz gesagt: sackt der Immobilienmarkt ab (plus evtl. weiter steigende Zinsen und/oder gerade deshalb), fällt erstens ein Teil der Beleihungsbasis für neue, "normale" Kredite weg und, zweitens, sinkt das "Cash-out Volumen" der Refinanzierungen. Beides wäre (??) in der Tat als bedrohlich zu bewerten und absolute "Schwungradbremsen".

 

 Mehr war nicht zu holen! Auch bei mir wirkt der Aufschwung . Deshalb zu guter Letzt nur noch ein bißchen was zum Schmunzeln:

black01_next.gif»Lords of the Logistics«

 

 » 29. Oktober 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Der Markt für öffentliche Anleihen: aktuelle Entwicklungen und strukturelle Veränderungen« •

• »"Gold und die Militärische Abenteuer des Bushkriegers" + "Eskalation mit Ansage: Nordkorea und die US-Ziele in Ostasien"« (>>) • 

• »Military spending in 2005« (>>)

POLITIK

 

• »!!Wirtschaftsinstitute!! Unabhängig??« (>>) • 

 • »Öffentliche Petition zur GENTECHNIK« (>>) • 

 

! HUMORIGES !

Kurzes neues vomblack01_next.gif Big Brother!

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Der Markt für öffentliche Anleihen:...


...aktuelle Entwicklungen und strukturelle Veränderungen

Zur Info -- nur mit Kurzkommentaren meinerseits -- ein paar Passagen aus dem neuesten black01_next.gifBuBa-Monatsbericht (10/06), die ich für Wert empfand, zitiert zu werden.

Der Markt für Staatsanleihen stellt international gesehen ein wichtiges Segment des Rentenmarkts dar. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) entfallen knapp 39% der umlaufenden fest- und variabel verzinslichen Schuldverschreibungen in den sieben größten Industrieländern (G7) auf öffentliche Emittenten. Lediglich Anleihen von Finanzinstituten sind vom Betrag her noch bedeutender.[...]

Sapperlot!! Wohl denen, die an den 39% teilhaben können. Bei, im deutschen Falle der letzten Jahre, ca. black01_next.gif65 - 70 Mrd. € Zinsen per Anno gibt's da 'ne Menge zu holen.

Betrachtet man die jüngere Entwicklung, so zeigt sich, dass der Umlauf von Staatsanleihen der G7-Länder in den letzten Jahren – vor allem seit 2001 – in einem Umfeld insgesamt lebhaft wachsender Rentenmärkte besonders stark zugenommen hat. Zum Jahresende 2005 betrug er 17 780 Mrd US-$; er war damit um 64% oder fast 7 000 Mrd US-$ höher als Ende 1998. Das durchschnittliche jährliche Wachstum der ausstehenden öffentlichen Schuldtitel hat sich damit gegenüber den Jahren 1994 bis 1998 auf 7½% mehr als verdoppelt.[...]

Herrje, und da wird immer gejammert, daß die Wachstumsraten zu gering wären. Kommt nur drauf an, was man betrachtet. Zudem kein Wunder, daß die Aktienmärkte wie's Lottchen laufen. Nur blöd, das "Aktienkörbe" nicht im Berechnungskorb zur Inflation enthalten sind, wo die doch unablässig "teurer" werden.

Für die Marktentwicklung in Deutschland ergibt sich im Wesentlichen ein ähnliches Bild. [...]

Wer hätte das gedacht ??

Die Verschuldungsdynamik Deutschlands spiegelt sich auch in einer lebhaften Primärmarktaktivität wider. So lag der Brutto-Absatz öffentlicher Anleihen 2005 bei 273 Mrd €; er war damit mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 1998. Dabei haben neben den hohen Defiziten der öffentlichen Haushalte auch gestiegene Tilgungsverpflichtungen den Finanzierungsbedarf der öffentlichen Hand beträchtlich erhöht.[...]

273 Mrd.€? Nur in der BRD und in einem Jahr! Mein lieber Mann, daß muß ein Markt erst mal verdauen. Wenn daß mal kein heftiger Eingriff seitens des Staates ist, dann weiß ich auch nicht.

Die Bedeutung öffentlicher Anleihen – insbesondere von Bundesanleihen – für das Marktgeschehen geht aber weit über diese quantitativen Kennziffern hinaus. So hat sich auf der Grundlage der Renditen von Bundesanleihen eine Benchmark-Zinsstruktur etabliert. Damit wurde ein Maßstab für die Bewertung anderer Vermögenswerte geschaffen, der sich im In- und Ausland durchgesetzt hat. Vor diesem Hintergrund haben Entwicklungen am Markt für deutsche Staatsanleihen einen großen Einfluss auf die europäischen Finanzmärkte.[...]

Aha, danke für die Bestätigung. Bundesanleihen -- die Verschuldung des Staates -- sind also die Benchmark, der Maßstab, das Fundament, die Richtschnur, die Peilmarke, die Norm, der Richtwert, der Standard für alles andere!! Sollten wir im Oberstübchen behalten!!

Zudem hat das Wachstum verwandter Märkte das Halten von Staatsanleihen attraktiver gemacht und insofern auch die Marktentwicklung begünstigt. Dies gilt beispielsweise für die Verwendung von öffentlichen Anleihen als Sicherheiten bei Offenmarktgeschäften und ihre Veräußerbarkeit auf entwickelten Repomärkten. Diese bieten den Inhabern von Anleihen kostengünstige und flexible Kreditmöglichkeiten, indem öffentliche Anleihen dort bei gleichzeitiger Rückkaufsvereinbarung befristet veräußert werden können.[...]

    Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Zentralnotenbank zugelassen sind
    [Mill. €]

     

    Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen

    Wechsel

    Deutsche Bank (>>)

    56.122

    310

    Dresdner Bank (>>)

    23

    132

    Bayerische Hypo- und Vereinsbank (>>)

    22

    151

    Commerzbank (>>)

    2.761

    402

    DZ Bank (>>)

    92

    -

    Landesbank Baden-Württemberg (>>)

    -

    64

    Bayerische Landesbank (>>)

    259

    0,48

    KFW (>>)

    2.623*

    14.187**

    West LB (>>)

    2.636

    0,16

    Eurohypo AG (>>)

    19.650*

    6.515**

    Summe [Mill€]:

    84.188

    21.762

    Verteilung:

    79,46%

    20,54%

!!! Wichtiger Punkt !!!

Diesbezüglich hatte ich vor einem halben Jahr mal eine kleine Ausarbeitung gemacht, die da hieß:

 »Zentralbankgeld, refinanzierungsfähige Sicherheiten und der Staat«

An dieser Stelle nur mal die dort enthaltene Tabelle (rechts). Ihr solltet in der Tat einen kurzen Blick dort rein werfen!!!
Konntet ihr euch tatsächlich nicht zurückhalten, wird möglicherweise noch nachstehende Meldung non Interesse sein: black01_next.gif»Ratingagenturen stufen Italien herab«

Seit Anfang 1999 wurden im Ergebnis gut 90% des Netto-Absatzes öffentlicher Schuldverschreibungen (Anleihen und Geldmarktpapiere) von Anlegern aus dem Ausland übernommen. In den Jahren 1990 bis 1998 waren es knapp zwei Drittel gewesen.[...]

Sehr interessant!! Daß war mir jetzt auch neu. Leider steht im BuBa-Monatsbericht nichts näheres darüber, wer genau "das Ausland" ist und wie die Verteilung im Einzelnen aussieht. Es steht zu vermuten, daß das Gros nach Europa und USA geht. Jedenfalls wenn wir aufgrund der black01_next.gifBietergruppe Bundesemissionen Rückschlüsse ziehen dürfen. Wie auch immer, "nett" zu sehen, daß dieser Teil (Zinsen) unser aller Steuergelder, ins Ausland "verschoben" wird. "Entwicklungshilfe" mal ganz anders!! Andererseits würde ohne diese "Investitionen" des Ausland, hierzulande wahrscheinlich nicht mehr allzu viel laufen.

Zeitweise haben Bundesanleihen in der Vergangenheit für internationale Marktteilnehmer auch eine Rolle als „sicherer Hafen“ für Wertpapieranlagen gespielt. Diese Funktion kommt den Staatsanleihen der wichtigsten Industrieländer in Phasen großer Unsicherheit aufgrund ihrer Eigenschaft als „quasi ausfallfreie“ Wertpapiere zu. [...]

Ich meine mich erinnern zu können, daß der "sichere Hafen" hier und da überflutet wurde. Seisdrum, bis dahin übernimmt der Staat "die Leichtigkeit des Seins", indem er die Risiken einfach auf """sich""" überträgt. Und da dies auch jeder weiß, entwickelt(e) sich, wie bei jeder x-beliebigen anderen Versicherung auch, eine "Vollkaskomentalität". Alles wird guuut...!!!

 
Angesichts der ungeheueren Wichtigkeit der Staatsverschuldung für den "freien Markt", die wir soeben feststellen durften -- und allem, was ich ansonsten beständig versuche zu erläutern (auch immer wieder mir selbst) --, entbehren folgende Aussagen nicht einer gewissen Ironie! Wer sich hinreissen ließe, könnte auch auf die Idee kommen, es geradezu lächerlich zu nennen.

"Der Staat muss endlich einmal Überschüsse erwirtschaften und seine Schulden tilgen, damit wir aufhören, die Interessen unserer Kinder mit den Füßen zu treten." (>>)

Und das nicht von irgendwem!! Nein, nein!! Der ifo-Chef Hans-Werner Sinn höchstpersönlich, konnte sich da nicht zurückhalten. Nicht zu Glauben!!! Genauso gut könnte ich fordern, Vulkanausbrüche zu verbieten. Okay, okay, genug der Ironie, immerhin ist der Mann nur Wirtschaftswissenschaftler . Richtig ernst wird die Sache aber, wenn dergleichen auch bei kompetenteren Gesellschaftsmitgliedern um sich greift: den Bundestagsparteien. Im vorliegenden, konkreten und aktuellen Falle, bei der FDP-Fraktion. Die fordern völlig unverblümt -- in einem black01_next.gifBundestagsantrag -- doch glatt...

II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der

    – eine umfassende Reform des nationalen Haushaltsrechts zum Zweck einer wirkungsvollen Begrenzung der Staatsverschuldung und
    – einen engeren Investitionsbegriff, eine Konkretisierung und Verschärfung der Ausnahmeregelung des Artikels 115 GG sowie die Einführung sanktionsbewehrter Verschuldungsgrenzen

zum Inhalt hat.

...was zwar nicht vollends Hr. Sinns Anliegen entspricht, aber immerhin grob in die gleiche Richtung läuft -- wenn auch freilich in abgeschwächter Form. Wir können gespannt sein, wie die FDP die praktische Umsetzung gestaltet will. Wer zum Geier wählt denn eine Partei,...

...die den Rentnern und Pensionären heftige Kürzungen zumuten muß/wird,
...die den Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes die Gehälter zusammenschnurrt,
...die den Wehretat kürzt (EADS wird sich freuen),
...die die ganzen liebgewonnen Subventionen streicht (AMD? Und tschüss!! Atom- und Windmühlenstrom verteuern? Bei den schon jetzt kaum zu bezahlenden Priesen? Never!),
...die die Bargeldversorgung verteuert und somit den Banken in die Parade fährt,
...die die öffentlichen Schwimmbäder verteuert,
...die ganz allgemein den "Vermögensstand" der Bevölkerung reduzieren will,
...die die gesamte staatliche "Fürsorge" heftigst reduzieren wird,
...die...............................etc. etc. etc.

1Stimmenkauf:
Offenbar sehe nicht nur ich das so:
In Massendemokratien wird das Geld vor allem benötigt, um Wählerstimmen durch Wohltaten regelrecht zu kaufen. Wechselwähler werden durch Wahlgeschenke angelockt, während wichtige Wählergruppen durch lieb gewonnene Zuwendungen aus dem Staatshaushalt bei der Stange gehalten werden. Das ist die Logik moderner Massendemokratien, die deshalb allesamt zu ausgeprägten Wohlfahrtsstaaten umgebaut wurden
.(»Sanfte Landung oder Rezession«)
Ich möchte dringend noch hinzufügen, daß zu jedem Käufer auch ein Verkäufer gehört: die Wähler selbst!!

So etwas wird nicht gern gesehen, wie die vergangenen Jahrzehnte bewiesen haben. Im Übrigen unter gütiger Mithilfe der FDP selbst! Demokratie bedeutet Stimmenkauf1. Stimmenkauf ohne Staatsverschuldung?? Undenkbar! Wir werden also aller Wahrscheinlichkeit nach niemals beurteilen dürfen, wie Westerwelle & Co., im Falle der Regierungsbeteiligung, ihren eigenen Antrag in die Tat umsetzen. DAS wäre doch wirklich mal eine interesasante Studie!!!

P.S.: Verzeiht meinen da und dort auftretenden Sarkasmus. Oder ist es Galgenhumor? Egal!! Jedenfalls ist jetzt dieses komische, magengeschwürfördende Druckgefühl in der Magengegend beinahe verschwunden. <== Die kleinen Freuden des "kleinen Mannes"

 

 


                                Gold und die Militärische Abenteuer des Bushkriegers


Nebst der leider traurigen Inhalte, ist der Artikel einfach wundervoll "locker" geschrieben und somit allemal den Aufwand wert, gelesen zu werden! Ich will aber auch voranstellen, daß ich mir bei seinen Schlußfolgerungen Gold betreffend, nicht ganz so sicher bin, wie der Autor selbst (kurzes Beispiel sofort unten). Wie dem auch sei, erstens kann sich dazu jeder seine eigene Meinung bilden, zweitens soll das durchaus nicht heißen, daß nicht "die ein oder andere" Münze vielleicht doch Sinn macht. Man weiß ja nie !!

black01_next.gifHier lang zum Artikel...

right_black.gif Kurzes Beispiel! Er schreibt folgendes:

Sollte es aber wirklich ernst werden, dürften Öl schnell in die Nähe des von Bin Laden geforderten Preisminimums von 144 $ je Fass geraten. Gehen aber Ölpreise in die ballistische Umlaufbahn und kommt es zum offenen Konflikt, fällt der Dollar, stossen die Asiaten Dollarberge ab und schwillt die Finanzierung des Feldzuges mit Güterzügen voll frisch gedruckter Dollarscheinchen ruckartig an, erfahren die Edelmetallkurse eine Jungfernfahrt in einer Saturn-Rakete. Die gefürchtete Trilogie: Steigendes Öl mit Rationierungen, wachsende Schuldenberge und fallender Dollar nebst aussteigenden Asiaten liebt niemand mehr als das Geschwisterpaar Gold und Silber. Käme eine wirklich ernste Krisensituation hinzu, in der die 1,5 Milliarden Muslime langsam ungehalten oder gar bösartig werden und auch Russland und China Partei ergriffen, dann fiele ein Unzenpreis von 1.500 $ oder mehr für Gold rasch in die Schnäppchenkategorie. 45 $ oder mehr für Silber entsprächen dann dem günstigen Erwerb eines kostenlosen Tellerchens in einer Suppenküche der staatlichen Wohlfahrt.

 

»Güterzüge voll frisch gedruckter Dollarscheine« bedeuten nichts anderes als eine exorbitant (?) hohe Inflation. Da Gold, wie er ja selbst schreibt, in Dollar ausgepreist wird, wären selbst angesprochene Höhen von 1.500$ und mehr kein echter, realer Gewinn -- bei einem Dollar, der dann nur noch einen Bruchteil seines jetzigen Selbst  "Wert" wäre. Zur bildlichen Verdeutlichung sei der inflationbereinigte Goldpreis gezeigt (Bild rechts, zum Vergleich black01_next.gifhier der "normale" Goldpreis). 
Natürlich heißt daß jetzt wiederum nicht, daß dies zwangsläufig in einem Schuß in den Ofen münden muß (wie ja auch die Graphik zeigt, z.B. 1980, 1981), doch es relativiert derlei "unumstößliche, standfeste" Aussagen eben doch auf ein konjuktives »könnte« -- schon gar bei ganzen »Güterzügen« voll...!

Nichtsdestotrotz, ein Augenschmeichler ist so ein güldenes Etwas allemal und/oder mindestens .








 
 

 

Wo obiger Link nun mal schon bei Nordkorea war, möchte ich, obwohl daß eigentlich in die Kategorie »POLITIK« gehört, an dieser Stelle daran anknüpfen und auf einen weiteren Bericht hinweisen!


                                Eskalation mit Ansage: Nordkorea...


...und die US-Ziele in Ostasien

 

Vor allem aber erklärt sich hieraus nicht, weshalb Nordkorea gezielt suggeriert wurde, ein Angriff stehe kurz bevor, obwohl allen US-Offiziellen klar war, dass die hierfür notwendigen Kapazitäten im Irak und Afghanistan gebunden waren - zumal der Iran ohnehin das offensichtlich präferierte Ziel darstellt. Denn gerade mit dem militärischen Säbelrasseln, das bspws. durch OPLAN 5030 auch substanziell untermauert wurde, drängte man Pjöngjang förmlich zur Beschleunigung seines Atomprogramm: "Ende Mai 2003 hatte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die Ausarbeitung einer neue Strategie für einen Konflikt mit Nord Korea in Auftrag gegeben: 'Operational Plan 5030'. [...] Durch nicht angekündigte, grenznahe US-Manöver soll Nord Korea immer wieder in Alarmzustand gesetzt werden, in der Hoffnung, auf diese Weise wichtige nachrichtendienstliche Erkenntnisse über die Lage der Kommunikationsknotenpunkte, der militärischen Kommandozentralen und deren Zusammenspiel im Ernstfall zu bekommen. 'Einige der Sachen, die von Fargo (Admiral Fargo, US-Oberkommandierender für den Pazifik) verlangt werden, sind – wie soll ich das sagen – ziemlich provokant', beurteilt ein US-Regierungsbeamter den Plan."[12] Es war absolut vorhersehbar, dass Nordkorea hierauf mit eine Beschleunigung seines Atomwaffenprogramms reagieren würde. Handelte es sich also bei der US-amerikanischen Nordkorea-Politik um politstrategischen Dilettantismus großen Stils oder verfolgen die USA andere, nicht ganz so offensichtliche, aber weniger widersprüchliche und in sich logische Ziele?

black01_next.gifLinks längs...

Und was bekommen unsere Kinder von all dem zu hören? NICHTS!! Nein, nein, unsere Kinder werden "politisch korrekt" mit Infos gefüttert. Das klingt dann schon beinahe "rührend", wenn das ZDF in der Kindersendung »logo!« black01_next.giferklärt, was da in Nordkorea los ist:

Das Land Nordkorea ist vor etwa 13 Jahren vom Atomwaffensperrvertrag zurück getreten. Die Politiker haben damals also einfach gesagt, dass die Regeln aus diesem Vertrag für sie ab sofort nicht mehr gelten. [...]
Nordkorea will mehr Macht: Auch der Herrscher in Nordkorea, Kim Jong Il Bild links), hätte gerne mehr Macht. Wahrscheinlich behauptet er deshalb, dass er Atomwaffen hat. Die anderen Ländern sollen Angst vor ihm haben, damit sie sich nicht in seine Politik einmischen und er in Nordkorea machen kann, was er will.
Mit seinen Behauptungen bringt der koreanische Herrscher sein Land in eine schwierige Situation. Viele Länder, vor allem die USA, sind wütend und besorgt über die nordkoreanischen Atomwaffenpläne. Es könnte sein, dass Nordkorea deshalb bald ganz alleine da steht. Das wäre sehr schlimm, weil es den Menschen in Nordkorea sehr schlecht geht. Sie sind sehr arm, haben nicht genug zu Essen und können ohne die Hilfe aus anderen Ländern kaum überleben.

 Tja ja, so einfach ist das alles. Und schon ist der  BILD -Nachwuchs gesichert!!

Und weil wir gerade beim Thema Waffen sind (auch das gehört eigentlich nach unten zu »POLITIK«, ist alles ein bißchen durcheinander heute ), ein kleiner Ausschnitt eines Tabellchen zur Verdeutlichung der Dimensionen (aus black01_next.gifHigh Military Expenditure in Some Places):

Military spending in 2005 ($ Billions, and percent of total)
 

Country

Dollars (billions)

% of total

Rank

United States

 

 420,7

 43%

1

China

 62,5

 

 6%

2

Russia

 61,9

 

 6%

3

United Kingdom

51,1

 

 5%

4

Japan

44,7

 

 4%

5

France

41,6

 

 4%

6

Germany

30,2

 

 3%

7

Was könnte die "Friedensnation" USA mit 420,7 Mrd.$ (für 2006 sind sogar 441,6 Mrd.$ geplant) sonst so alles anfangen? Was könnten die Länder dieser Welt mit ingesamt 950 Mrd.$ sonst so alles anfangen? Wenn Staatsverschuldung schon sein muß, warum zum Teufel dann ausgerechnet für so einen Schei.. und in diesen Ausmaßen? Bruchteile davon umgeleitet, und die "Notwendigkeit" derlei überdimensionierter Militärausgaben würde sich von selbst in Luft auflösen!!

Franz Oppenheimer hat schon recht, wenn er in seinem, meiner Meinung nach, Standardwerk über Staatenenstehung, black01_next.gif»Der Staat«, schreibt:

Das ist »das Gesetz, nach dem er angetreten«, und das ist der Staat geblieben. Er ist seiner Entstehung nach ganz und seinem Wesen nach auf seinen ersten Daseinsstufen fast ganz eine gesellschaftliche Einrichtung, die von einer siegreichen Menschengruppe einer besiegten Menschengruppe aufgezwungen wurde mit dem einzigen Zwecke, die Herrschaft der ersten über die letzte zu regeln und gegen innere Aufstände und äußere Angriffe zu sichern. Und die Herrschaft hatte keinerlei andere Endabsicht als die ökonomische Ausbeutung der Besiegten durch die Sieger.

Bis heute hat sich daran nichts geändert!! Und trotzdem scheint "der Staat" im Allgemeinen als der einzig mögliche Problemlöser angesehen zu werden -- von Probleme, die er selbst verursacht hat! Aber auch das heutige Weltimperium wird untergehen! Und daß gewiss nicht aufgrund einer militärischen Niederlage, sondern....>>.....und das nächste wartet schon irgendwo!!

 

  POLITIK

 


                                !! Wirtschaftsinstitute !! Unabhängig ??


Ist mir zufällig "über den Weg gelaufen", und ich fand es interessant genug, ein paar Worte darüber zu verlieren. Es geht um die Wirtschaftsinstitute, die ja unablässig in den Medien auftauchen und alle nach eigenem Dafürhalten unabhängig, überparteiich, gemeinnützig usw. bla bla bla sind.

Fangen wir mit dem black01_next.gif»ifo« an  (jawoll ja, das mit dem black01_next.gifGeschäftsklimaindex).
In dessen Verwaltungsrat sitzen -- unter anderem -- zwei Herren namens Prof. Dr. Wilhelm Simson und Dr. Dr. h.c. Albrecht Schmidt. Das wäre kaum der Rede wert, wenn nicht ersterer, unter black01_next.gifvielen anderer, Mitglied des Aufsichtsrats der E.ON AG und letzterer, ebenfalls neben black01_next.gifunzähligen anderen Mitgliedschaften, Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo- und Vereinsbank wäre.

Und tatsächlich, es »IST« auch kaum der Rede wert!!! Jedenfalls nicht beim ifo selbst. Denn gerade genannte Einzelheiten können wir leider nicht auf der normalen Homepage-Standartseite black01_next.gif»Verwaltungsrat« des ifo erkennen. Bei allen anderen Personen sind dessen sonstige Tätigkeiten aufgeführt, nur ausgerechnet bei diesen Beiden fehlt dies!! Um das "herauszufinden", muß man schon den black01_next.gifGeschäftsbericht bemühen. Eine merkwürdig passende "Schlammperei"!

Aber auch die restlichen Verwaltungsratsmitglieder finde ich erwähnenswert. Oder genauer, deren Tätigkeiten. Der ganze Rat ist gespickt mit Ministerialdirektoren der verschiedensten Ministerien und außerdem noch mit dem Direktoriumsmitglied der europäischen Zentralbank Prof. Dr. Jürgen Stark (Staatssekretär a.D.). Es wird noch besser!!
Im black01_next.gifKuratorium -- »Es unterstützt den Vorstand bei der Erfüllung seiner Aufgaben« -- treiben sich "Vertreter" der Linde AG, EADS, Allianz, BDA, BMW, diverser Banken und dergleichen mehr herum. Des weiteren finden wir dort haufenweise Bundes- bzw. Landtagsmitglieder, Staatssekretäre, Ministerialdirektoren, Verbandsvertreter und ich weiß nicht was noch. Beinahe jede/r davon durchaus bekannt und Mitglied in diversen, anderen "Institutionen". Beispielhaft möchte ich zwei Namen herausgreifen:

  1. Marie Bernard-Meunier (zu der dort  im Übrigen keine weitere Angaben zu sehen sind).
    Bei black01_next.gifwikipedia finden wir u.A. Beziehungen (=Vorstand) zur kanadischen Seite der black01_next.gifAtlantik-Brücke e.V und zur Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) aufgelistet, zu der ich mich ja schonmal kurz ausgelassen habe (siehe black01_next.gifhier).
  2. Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Weidenfeld (black01_next.gifListe sonstiger Gremien und Funktionen)
    Bloß ein kurzes Zitat: »Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Weidenfeld, Herrscher über die „unabhängige Denkfabrik“ CAP (Centrum für angewandte Politikforschung, München), ist in den Augen politischer Entscheider der Orientierungsgeber schlechthin. Als „Vordenker und graue Eminenz“ kooperiert er eng mit der Bertelsmann Stiftung, die sein Institut mit „Forschungsaufträgen“, sprich Geld, ausstattet.« (>>)
    Das CAP wiederum »verleiht das C·A·P Fellowships für langjährige und herausragende Partner.« (>>) Einer dieser herausragenden Partner ist/war Lord Weidenfeld, über den ich mich ja schonmal im Zusammenhang mit dem Karikaturen-Streit black01_next.gifgeäußert habe. Was für ein "Früchtchen"!! Solltet ihr wirklich einen Blick hinwerfen!!!

Da brat mir doch einer 'nen Storch -- das sind also die Persönlichkeiten, die »den Vorstand bei der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützen«!!

Und nicht das ihr auf den Trichter kommt, daß das bei den anderen Wirtschaftsinstituten entscheidenend unterschiedlich wäre, folgend eine inform_white.gif Kurzabhandlung der wichtigsten "Namen" bei ein paar weiteren WI.

  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW-Berlin)
    black01_next.gifKuratorium: Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Stock, Vorstandsmitglied Schering AG; Wolfgang Roth, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank Luxemburg (der sitzt außerdem auch im Kuratorium des ifo); Dr. Thilo Sarrazin, Senator für Finanzen, Berlin; ...'zig Staatssekretäre und Verbansbosse usw. usf...
    Zudem "lohnt" sich ein Blick in die black01_next.gifMitgliederversammlung.
  • Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) (Gesellschafter des ZEW ist das Land Baden-Württemberg)
    black01_next.gifAufsichtsrat: Vorsitzender: Gerhard Stratthaus MdL, Finanzminister des Landes Baden-Württemberg; Stellvertretender Vorsitzender: Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Strube, Vorsitzender des Aufsichtsrats BASF Aktiengesellschaft
    black01_next.gifWissenschaftlicher Beirat: Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Berlin; Dr. h.c. Eggert Voscherau, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Arbeitsdirektor der BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen; ..'zig Staatssekretäre und Verbansbosse usw. usf...; black01_next.gifFörderkreis
  • Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA)
    black01_next.gifKuratorium: Prof. Dr. Rolf Eggert, Präsident der Deutschen Bundesbank, Hauptverwaltung Hamburg; Dr. Albert Peters, Ministerialdirektor im Bundesministerium der Finanzen, Berlin
    black01_next.gifGesellschaft der Freunde und Förderer des HWWA: Vorstand: Dr. Doris André, ehem. Mitglied des Vorstands der BAT Cigarettenfabriken GmbH, Hamburg; Kuratorium: Dr. Dieter Ahrens, Rechtsanwalt, ehem. Deutsche Shell AG, Hamburg; Dr. Eckart van Hooven Deutsche Bank AG, Hamburg; ..'zig Staatssekretäre und Verbansbosse usw. usf...

1Korruption: Im November 2001 meldete die E.ON AG beim Bundeskartellamt die Übernahme einer Mehrheit der Ruhrgas AG, Essen, an. Nach der Ablehnung durch das Kartellamt erteilte Staatssekretär Alfred Tacke im Auftrag des damaligen Bundeswirtschaftsministers Werner Müller eine Ministererlaubnis. Kurz danach wechselte Alfred Tacke zur Steag, einer 37%-igen Tochter von E.ON und Werner Müller als Chef zur RAG, die mit E.ON eng verbunden ist.(>>)

Nochmal kurz zurück zu Prof. Dr. Wilhelm Simson (E.ON) und dem ifo!! Jener Herr ist erst seit 2001 dortiges Mitglied des Verwaltungsrates (dafür müßt ihr die black01_next.gifJahresberichte wälzen). Nun ergab es sich, daß 2001/2002 die Fusion E.ON/Ruhrgas anstand, zu der, abgesehen von der Korruption1, schon vorher durchaus berechtigte Bedenken angemeldet wurden. Beispiel: »Diese Fusion würde den ohnehin stattfindenden Prozess der Re-Monopolisierung im Energiemarkt massiv verstärken und sich negativ auf Verbrauchpreise für Strom und Gas auswirken.« (>>). Und was macht das ifo -- rein zufällig (??) -- am 09.07.02 unter der Überschrift »Durch die Fusion von Eon und Ruhrgas entsteht eine geschlossene Lieferkette in der Gasbranche. Die deutschen Verbraucher werden von niedrigeren Preisen profitieren« daraus??

Die Verbraucherschutzverbände sehen dies anders und haben bereits Klage gegen die Entscheidung angekündigt. Sie wissen aber nicht, was sie tun, denn sie unterstellen, dass der Zusammenschluss zu höheren Preisen und insofern zu einer Übervorteilung der Verbraucher führen wird. Abgesehen davon, dass der Zusammenschluss schon aus den erwähnten Gründen mehr Investitionen in die Gasversorgung, höhere Absatzmengen und trendmäßig niedrigere Preise bringen wird, übersehen die Verbraucherschutzverbände einen grundlegenden Unterschied zwischen vertikalen und horizontalen Unternehmenszusammenschlüssen. Während letztere in der Tat regelmäßig zu oligopolistischen Preiserhöhungen zu Lasten der Verbraucher führen, haben vertikale Zusammenschlüsse genauso regelmäßig die gegenteilige Implikation. [...] Die Verbraucherverbände sollte sich noch einmal genau überlegen, was sie tun. Big Business ist für sie nicht immer ein Nachteil. (>>)

Da wird -- neben dem höchst arroganten Hinstellen der Verbraucherschützer als Vollidioten -- mit viel pseudowissenschaftlichem Blabla die Sache völlig kritiklos schlicht schön geredet. Man könnte grad meinen, Herr Simson hätte den Artikel selbst geschrieben, wenn als Autor nicht explizit Hans-Werner Sinn (ifo-Vorstand) persönlich genannt wäre.

Mehrerlei ist zu bemerken und/oder zu verurteilen

right_black.gif Zunächst mal schon die bloße Tatsache, daß sich in den angehängten, zum alltäglichen Betrieb wichtigen Gremien, der  "unabhängigen" Wirtschaftsinstituten, überhaupt allerlei "Persönlichkeiten" tummeln, die allein ob ihrer Positionen wohl kaum als wirklich unabhängig bezeichnet werden können. Ganz egal, wer genau diese Personen letztlich sind, allein der Fakt, »daß« sie dort vorzufinden sind, ist schon für sich genommen äußerst bedenklich!!

right_black.gif Auffällig ist, daß die überwiegende Mehrzahl der "privaten" (=nichtstaatlichen) Mitglieder dieser Gremien, von Seiten diverser, wichtiger »Unternehmen« und/oder »Unternehmensverbänden« stammen. Theoretisch könnten es ja auch einfach irgendwelche "stinknormalen" Profs und Doktores sein. Sind es aber nicht!! Warum??

right_black.gif Das die Institute durchgängig und durchaus intensiv mit staatlichen Vertretern durchsetzt sind, finde ich ganz genau so fragwürdig!! Immerhin sind das genau die Institute, auf die Politiker gerne Bezug nehmen, wenn mal wieder was ansteht.

right_black.gifright_black.gif Vorgenannte Punkte ergeben -- leider -- wieder mal die "üblichen", undurchsichtigen Verquickungen von eigentlich staatlichen und privaten Entscheidungsträgern (und da sind wirklich ein paar "Hausnummern" dabei). Diesmal unter dem Deckmäntelchen "unabhängiger und gemeinnütziger" Wirtschaftsinstitute.

Keine Frage, es ist sinnvoll, wenn nicht sogar geboten, z.B. bei staatlichen Entscheidungsfindungen Rat bei ausgewiesenen Fachleuten einzuholen. Wenn also bei staatlichen Institutionen z.B. unabhängige Wirtschafswissenschaftler und Firmenbosse am Tisch sitzen, ist dies nicht per se zu kritisieren. Wenn umgekehrt aber staatliche Institutionen und Firmenbosse an den Tischen von unabhängigen Wirtschaftswissenschaftlern und deren Instituten sitzen, ist das zu kritisieren. Was zum Teufel hat ein Herr Simson von E.ON, oder ein Herr Dr. Thilo Sarrazin, Senator für Finanzen, Berlin, in den Kuratorien solcher Einrichtungen zu suchen?? -- zumal viele dieser "Durchlauchten" ihre Tentakeln gleichzeitig auch noch in einer Vielzahl, z.T. durchaus recht einschlägiger, anderer Institutionen drin haben.

Ich meine, wenn meinethalben Microsoft Institut für Wirtschaft auf der Tür steht, dann weiß sofort jeder das richtig einzuschätzen. Wenn aber unabhängig und gemeinnützig an der Tür steht, und erstens die Auftraggeber auch noch selbst mit am Tisch sitzen, und dann, zweitens, auch noch einer dieser Auftraggebergruppe, nämlich der Gesetzgeber, der sich oft genug nach den Richtlinien und Vorgaben dieser Institute richtet, zusammen mit einer ausgewählten Gruppe am Tisch sitzt, die diesen Gesetzen folge leisten soll -- den Unternehmen --, was ist dann davon zu halten?? Wissen wir, was die da aushecken?? Rechenschaft??
Das Allermindeste was zu sagen wäre, drückt ein Volksstamm im Süden der BRD recht nett aus: "Das hat ein Gschmäkle!!" (andere würde sich möglicherweise etwas heftiger ausdrücken, verständlicherweise!!).

Zu guter letzt, sei ergänzend noch ein zum Thema passender Artikel angefügt: black01_next.gif»Die Strippenzieher«

P.S.: Freilich sollten wir nicht zwangsläufig in den "Umkehrschluß" verfallen, nämlich das nun alles Verschwörung und/oder grober Unfug oder Schwachsinn ist, was an Informationen und Stellungnahmen aus diesen Häusern kommt. Ich glaube schon, daß dies nicht so ist. Trotzdem ist es wichtig darüber Bescheid zu wissen, wer da evtl. so alles seine Griffel mit drin hat!!

  
 


                                Öffentliche Petition /  


   Gentechnische Behandlung von Lebens- und Genussmitteln: Kennzeichnung sowie Strafmaß

Anbetracht des Berichtes, den ich beim Vorletztenmal vorstellte und den ich gleich unten nochmals verlinke, mag es den ein oder anderen interessieren, daß bzgl. »Auszeichnung von Gentechnik behandelter Waren« eine öffentliche Petition eingereicht wurde.

right_black.gif Der angesprochene Berichtblack01_next.gif»"Terminator-Technologie" -- Gentechnisches Verfahren gefährdet weltweite Ernährungssicherheit«

right_black.gif Petition einsehbar (inkl. Unterzeichnungsformular)black01_next.gifHIER!
 

 

  HUMORIGES

 
NEW EVENING CLASSES FOR MEN!!!

ALL ARE WELCOME
OPEN TO MEN ONLY
Note: due to the complexity and level of difficulty,
each course will accept a maximum of eight participants

The course covers two days, and topics covered in this course include:

DAY ONE

HOW TO FILL ICE CUBE TRAYS
Step by step guide with slide presentation

TOILET ROLLS- DO THEY GROW ON THE HOLDERS?
Roundtable discussion

DIFFERENCES BETWEEN LAUNDRY BASKET & FLOOR
Practicing with hamper (Pictures and graphics)

DISHES & SILVERWARE; DO THEY LEVITATE/FLY TO KITCHEN SINK OR DISHWASHER BY THEMSELVES?
Debate among a panel of experts.

LOSS OF VIRILITY
Losing the remote control to your significant other - Help line and support groups

LEARNING HOW TO FIND THINGS
Starting with looking in the right place instead of turning the house upside down while screaming - Open forum


DAY TWO

EMPTY MILK CARTONS; DO THEY BELONG IN THE FRIDGE OR THE BIN?
Group discussion and role play

HEALTH WATCH; BRINGING HER FLOWERS IS NOT HARMFUL TO YOUR HEALTH
PowerPoint presentation

REAL MEN ASK FOR DIRECTIONS WHEN LOST
Real life testimonial from the only man who ever did

IS IT GENETICALLY IMPOSSIBLE TO SIT QUIETLY AS SHE PARALLEL PARKS?
Driving simulation

LIVING WITH ADULTS; BASIC DIFFERENCES BETWEEN YOUR MOTHER AND YOUR PARTNER
Online class and role playing

HOW TO BE THE IDEAL SHOPPING COMPANION
Relaxation exercises, meditation and breathing techniques

REMEMBERING IMPORTANT DATES & CALLING WHEN YOU'RE GOING TO BE LATE
Bring your calendar or PDA to class

GETTING OVER IT; LEARNING HOW TO LIVE WITH BEING WRONG ALL THE TIME
Individual counselors

 

 » 21. Oktober 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Was versteht man unter Globalisierung? / www.anti-globalisierung.de/« •

 

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Was versteht man unter Globalisierung? / www.anti-globalisierung.de/


Kurze Anmerkung zu Beginn:
Warum der ganze Sermon im Folgenden?? Nun, ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß derartige Seiten und Artikel etc. im Netz spriessen, wie Unkraut im Garten. Grundsätzlich ja keine schlechte Entwicklung, wenn sich die Leute Gedanken machen. Allerdings scheint mir allzu oft der vielzitierte "fahrende Zug, auf den 'sie' aufspringen", die Intention zu sein. Schließlich kann man damit eventuell auch gutes Geld verdienen. Beispielsweise in dem Bücher angeboten werden. Und wenn ich mir vergegenwertige, daß die BILD nach wie vor millionenfach über den Tresen geht, scheint es mir angebracht hier und da mal etwas genauer hinzuschauen.

In diesem Fall geht es um die Seiten black01_next.gif http://www.anti-globalisierung.de/, eines gewissen Herren mit Namen Manfred J. Müller, bei der eine Unterseite (black01_next.gif http://www.anti-globalisierung.de/globalisierung.html) mit bohrenden Fragen aufwatet, um die Politiker und Medien einen weiten Bogen schlagen!!.  Warum bloß? (Was ich im Übrigen überhaupt nicht finde. Tagtäglich wird sich darüber ausgelassen. Meist nicht sondelrich zielführend, aber das ist ein anderes Thema)

An jenen Fragen, die so schön plakativ, groß und fett dargestellt sind, bin ich zunächst mal hängen geblieben, weshalb sie auch erstmal das Thema sind (inform_white.gif >>). Mehr dann im Nachgang!!

 

Bohrende Fragen, um die...

 

1.

Wie kann es sein, dass vor der Globalisierung (vor 1980) die Reallöhne im Durchschnitt um 5 % pro Jahr stiegen, seit Beginn der eigentlichen Globalisierung (Abbau der Zollgrenzen) die Reallöhne sinken?

right_black.gif Damit wir auch wissen, wovon in der  ersten "bohrenden Frage" überhaupt die Rede ist, zunächst mal die nicht ganz unerhebliche Frage: Was genau sind die »Reallöhne«?
Wie wir bei Gesamtmetall (Graphik rechts) schön anschaulich verdeutlicht bekommen, ergeben sich die Reallöhne wie folgt:

    Bruttolöhne - Abzüge = Nettolöhne (=Nominallöhne) ==>  Nettolöhne - Inflation = Reallöhne

Ich bitte darum, diese Definition vorläufig nur mal im Gedächtnis zu behalten. Ich komme gleich darauf zurück! Vorher wollen wir uns die angegebenen Zahlen zu Gemüte führen. Behauptet wird: Reallöhne bis 1980 = Steigerung um 5% / Jahr, ab inform_white.gif 1980 sinkende Reallöhne! Nun gut, schauen wir diesbezüglich mal nach: 

    Deutschland [Durchschnitt in %] (>>)

     

    1961-70

    1971-80

    1981-90

    1991-00

    2000-05

    Nominallöhne

    +8,6

    +8,3

    +3,6

    +4,1

    --

    Reallöhne

    +4,6

    +2,9

    +0,8

    +1,4

    +0,31

    1Als Beispiel die Entwicklung des "Reallohnindex  der Arbeiter im Produzierenden Gewerbe" (>>)

Weder das Eine (=Steigerung bis 1980 im Durchschnitt von 5%), noch das Andere (=sinkende Reallöhne seit 1980) können die Daten der Tabelle bestätigen. Ich habe natürlich keinen blassen Dunst, welche Quellen der Frage zu Grunde liegen, aber nach allem was ich selbst eruieren konnte (z.B. auch noch black01_next.gif hier), ist daß jedenfalls mindestens mit absoluter Vorsicht zu genießen, wenn nicht sogar schlicht falsch (als kleine, zusätzliche Info zeigt hier ein Bild die Reallohnentwicklung der Schweiz von 1891-1995)! Die argumentative Einordnung (Seriös?? etc) überlasse ich euch!!

right_black.gif Aber selbst wenn wir für einen Augenblick die Zahlen des Hr. Müller als korrekt ansehen (wie gesagt, wer weiß was für Quellen vorlagen usw.), kommen wir -- oder besser er -- in die Bredouille. Denn wie wir oben gesehen haben, spielen  -- durch Subtrahierung -- bei der Reallohnberechnung zwei Komonenten eine wichtige Rolle: Erstens die »Abzüge« vom Bruttolohn, um auf die Nettolöhne zu kommen!! Zweitens die »Inflation«, um von den Nettolöhnen auf die Reallöhne zu kommen!!
Für beides ist aber der Staat (die Rentenkasse etc. können wir schlußendlich auch als staatlich ansehen) die maßgebliche Einflußgröße (zur Inflation abermals ein erklärender Link zu weiter unten!!!).

Sprich, in dieser Art der Argumentation (=das Abheben auf die sinkenden Reallöhne) liegt -- zwar wohl eher ungewollt, ändert jedoch nichts -- eine ganz klare Kritik an der Verschuldung des Staates, am Sozialsystem (Renten, Kranken- und Arbeitlosenkassen etc.) und im Endeffekt am Staat an sich. Er ist es, der durch seine Abgaben und seine Verschuldung (=Inflation | und damit wiederum steigende Abgaben) für -- ich erinnere, wir unterstellen dies immer noch -- sinkende Reallöhne sorgt!! **Zu den sonstigen Lohnkomponenten (Tarif, Bruttolöhne etc.)solltet ihr euch black01_next.gif hier umtun. Ich denke, die können wir getrost abhaken! Stetig am steigen...**

Eine solche Kritik -- mal ganz abgesehen von den "dubiosen" Daten -- ist ja nun alles andere als illegitim. Ganz im Gegenteil sogar, sie ist vom Grundsatz her mehr als angebracht. Nur, sie wird hier eigentlich gar nicht ausgesprochen!!! Reihenweise (auch im black01_next.gifHauptteil der Seite) können wir Sätze wie "Die inform_white.gif Euro-Hochlohnländer sitzen jetzt in der Kostenfalle und versuchen mit panikartigem Sozialabbau einen Staatsbankrott zu verhindern." zur Kenntnis nehmen, jedoch kein Wort darüber, wie und wodurch die "Hochlöhne" zu Stande kamen und kommen. Sie werden einfach als der Maßstab angesehen, an dem sich alle und alles anderen zu orientieren haben. Zudem sei an dieser Stelle die ketzerische Frage erlaubt, warum denn Löhne überhaupt unablässig steigen müssen?? Gibt es dafür irgendeinen natürlichen Zwangsmechanismus, oder gar ein natürliches Recht??

Ich denke, die erste "bohrende Frage" ist, vorsichtig ausgedrückt, schon äußerst löchrig gestellt und die Beantwortung derselben hat weniger mit der Globalisierung zu tun, als vielmehr mit der Tatsache der Existenz des Staates und dessen Folgen.

 

2.

Wie kann es sein, dass wir vor der Globalisierung und vor der EU in der BRD meistens eine Vollbeschäftigung hatten, es danach aber zur unüberwindbaren Massenarbeitslosigkeit kam?

Diesbetreffende Gründe sind reichlich gesät. Ich versuche mich halbwegs kurz zu fassen und nur mal die wichtigsten zu nennen.

right_black.gif Die Kurzfassung:
Vor allem korrupte, machtgeile Politiker; dann noch Firmen- und Gewerkschaftsbosse mit den selben Attributen; eine Bevölkerung, die sich immer wieder mit den Versprechen -- und der dahinterstehenden, schönen, einfachen und süßen  Welt der Staatsverschuldung -- der korrupten und machtgeilen Politikern usw. kaufen ließ und läßt.

right_black.gif Die Langfassung:
Zur Verdeutlichung der Kurzfassung, sollte sich -- exemplarisch -- die Durchsicht einiger Auszügen aus black01_next.gif "Die D-Mark", von Wolfram Bickerich unbedingt lohnen!! Wobei auf die Zeitachse geachtet werden sollte, in denen sich diese Passagen abspielen und was dann bis heute daraus geworden ist. Wider besseren Wissens, wird seit jahrzehnten Schindluder getrieben. Auch und gerade beim "Klops" Wiedervereinigung, zu der es black01_next.gif hier von Roland Leuschel ein kurzes, aber interessantes Detail zu "bewundern" gibt! »Sie« zeitigt nach meiner Einschätzung ungleich höhere Auswirkungen, als die Globalisierung. Vor allem, weil sie völlig falsch "bewältigt" wurde!

right_black.gif Der "normale", "debitistische" Durchlauf (!!), der mit obigen Voraussetzungen durchaus nochmals beschleunigt wird.

Das Resultat all dieser Faktoren, ist, die von mir unaufhörlich präsentierte Entwicklung der Neukreditvergabe (»Neues von der Kreditfront«, sieheblack01_next.gif Vortag), die seit dem "Witschaftswunder" tendenziell im Fallen begriffen ist. Und DAS ist dann der "Zwangstrigger", sowohl für eine steigende Arbeitslosigkeit, als auch für eine Expansion nach "draußen" (=Globalisierung etc.)

Eine derartige simple  "Schuldzuweisungsfragestellung" muß dringend ergänzt werden. Da ich mich ja nun schon öfter über ähnliches ausgelassen habe, sollten an dieser Stelle nur mal zwei Links ausreichend sein:

    1.) Erklärungen zur Globalisierungskritik des NPD-"Aktionsprogramms" black01_next.gif weiter unten (vor allem direkt der erste Punkt!!)
    2.) Ein black01_next.gif Erklärungsversuch zur Kreditvergabe und deren Abfolge (wer (!!) ist der erste in der Kette usw.)

Die "bohrende Frage" zwei scheint mir doch etwas sehr vereinfachend gestrickt. Das mag zur Pointierung der Sachverhalte -- als Blickfang -- manchmal sogar durchaus angebracht sein, aber dann sollten die Ausarbeitungen dazu wenigstens derlei Hintergründe mit einbeziehen. Auch wenn der gute Mann letztlich sein Buch verkaufen will, etwas mehr müßten die Seiten schon hergeben! Das gleicht dem BILD-Niveau! Weiter im Text:

 

3.

Wie kann es sein, dass nicht eine einzige der vielen Gesetzesänderungen und neoliberalen Reformen seit 1980 wirklich gegriffen hat?

Laut eigener Aussage des Autors definiert sich "neoliberal" wie folgt: »Neoliberal steht als Abwendung von der sozialen Marktwirtschaft. Der Staat gibt dem Kapitalismus wieder die Zügel in die Hand, er betreibt und propagiert Lohn- und Sozialabbau.« (>>). Damit gehen wir die Frage an!

right_black.gif Allein schon die Begrifflichkeit "soziale Marktwirtschaft", zu der der Autor die "neoliberale Abwendung" sieht, ist ein überaus schwammiges Schlagwort. Wer definiert da was? Was ist sozial und was nicht? So etwas klingt immer gut, ist aber ungeheuer schwer zu definieren. Das aber mehr am Rande!

right_black.gif Können wir tatsächlich überhaupt noch von einer »Markt«wirtschaft reden, wenn die Staatsquote aktuell knapp inform_white.gif 50% beträgt? -- also knapp 50% ALLER Ausgaben in der BRD über den Staat laufen? Eine echte, freie Preisfindung findet mit 50% der Gelder gar nicht statt -- was hat das noch mit »Markt«, oder Markt»wirtschaft« zu tun? Das betreffend, kann auch und gerade das aktuelle Palaver über die Gesundheitsreform nicht für bessere Laune sorgen. Auch das unsägliche Gehampel im Zusammenhang mit
black01_next.gif Glücksspielen, ist wahrlich kaum noch zu inform_white.gif überbieten. Im Übrigen lag die Staatsquote, in den vom Autor  so geschätzten vorachtziger-Jahren, weit darunter (>>). Womit der Schreiber, meines Erachtens, allerdings wirklich Recht hat, ist die Formulierung der "Der Staat gibt...". ==> a) Geben kann man nur etwas, was man vorher auch selbst in der Hand hat. Und der Staat hat es vermehrt seit 1975 in der Hand (>>). Ein Fakt, der zu der Argumentation des Schreibers im Widerspruch steht. b) Wie gesagt, geben setzt vorheriges nehmen voraus. Gemeinhin wird so etwas als Umverteilung beschrieben. Bei einem Apparat der Größe des Staates, kann das aber nicht ohne grobe "Reibungsverluste" und black01_next.gif Ungerechtigkeiten von Statten gehen. Schon gar nicht aus der jetzigen Verschuldungszwangssituation heraus, die fehlerhafte Notentscheidungen geradezu provoziert. Insofern hat der Autor natürlich nicht gänzlich unrecht, nur scheint mir der Auslöser zum Gutteil ein anderer, als er unterstellt!

right_black.gif Die "Abwendung" -- durch die Gesetzesänderungen und neoliberalen Reformen -- sehen so aus:

    Das Sozialbudget der BRD (Sozialleistungen insgesamt) (>>)

     

    1960-1979

    1980-1990

    1991-2005

    1} Durchschnittliches, jährliches Wachstum [%]1

    10,37

    4,49

    3,60

    2} Quote in % des BIP (Durchschnitt der Jahre)

    25,65

    29,11

    30,92

     1in 60% der einzelnen Jahre lag dieses Wachstum über dem des BIP -- zum Teil sogar recht weit darüber!!

In Spalte 1} kann keine Rede von Sozialabbau sein. Allenfalls handelt es sich um ein Abschwächung (die nichtsdestotrotz immer noch positive Werte aufweist) der exorbitanten Steigerungen der Jahrzehnte zuvor (ich erinnere nochmal an Bickerich's black01_next.gif "Die D-Mark"). Spalte 2} bläst ins selbe Horn. Der Anteil am BIP steigt sogar noch.
Was allerdings auch klar ist, ist die Tatsache, daß sich diese Mittel auf immer mehr Empfänger verteilen, und so dem Einzelnen folglich immer weniger zur Verfügung steht. Wobei die "Begünstigten" nicht ausschließlich Arbeitslose, Immigranten, Behinderte; Rentner oder Sozialhilfeempfänger usw. sind. Denn hierunter fällt natürlich auch das überaus große Problem -- ein ausschließlich selbst erzeugtes Problem -- der »Versorgungsempfänger« des Staates (siehe abermals black01_next.gif weiter unten).

right_black.gif Setzen wir genannte "neoliberale Reformen" als gegeben voraus, dann frage ich mich, ob nicht genau diese Reformen möglicherweise noch Schlimmeres verhindert haben? Eine zumindest berechtigte Frage, wie ich meine, denn man könnte sie auch als Korrektur vorher gemachter Übertreibungen ansehen.

right_black.gif Meines Wissens hat der Staat bei der "normalen", eigentlichen Lohnfindung der Arbeiter gar kein Mitspracherecht, das ist ausschließlich Sache der Tarifpartner. Was anderes sind selbstredend "seinen" Beamten und Angestellten. Haben die nicht neulich Lohnerhöhungen durchgesetzt? Ansonsten guckst du z.B. Tabelleblack01_next.gif Dienstbezüge der Bundesbeamten.

 

4.

Wie kann es sein, dass der immense technische Fortschritt seit 1980 nicht mehr zur Verbesserung des Lebensstandards beitrug?

Dazu einige Fakten aus meiner frühesten Kindheit. Zeitraum: Ende der sechziger bis MItte der siebziger Jahre. Gebiet: Hunsrück.

Familie: Zwei Erwachsenen, zwei Kinder.
Verdienst des Vaters zu dieser Zeit: schätzungsweise in etwa Durchschnitt.
Behausung: Mietwohnung, drei Zimmer, Küche, Bad. Beheizt mit einem zentralen Kohleofen, um den herum im Prinzip die Zimmer lagen.
Wohnbedingungen: ~Bis zu meinem sechsten Lebensjahr (dann Umzug) haben sich mein Bruder (der war da zehn) und ich ein Zimmer geteilt. ~Durch den Kohleofen waren regelmäßige Gänge -- zum Kohle schaufeln -- in den dunklen Kokskeller völlig normal. Und daß das Scheißding genau so regelmäßig nicht richtig feuerte, war auch normal . Und wenn doch, dann des öfteren unter heftiger Entwicklung von Rauchschwaden, die sich dann vollständig in der Wohnung verteilt haben. Zudem waren Mülltonnen mit der Aufschrift "Bitte keine heiße Asche einfüllen" und zusätzlich Mülltonnen für eben diese heiße Asche Standard (Das war's allerdings an Mülltonnen. War noch schön überschaubar damals ). ~Transportmittel für die komplette vierköpfige Familie war jahrelang ein Käfer. Bis wir dann, nach dem Umzug, auf den überaus "üppigen" Golf I "aufgerüstet" haben. Kindersitze und Knautschzone waren nicht existent. ~Telefon? Fehlanzeige! ~Urlaub? Balkonien! ~Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Ihr wißt was ich meine!

Und wie sieht das diesbezüglich heute bei einer Durchschnittsfamilie aus?
Ich jedenfalls, weiß die Vorzüge einer Zentralheizung durchaus zu schätzen und möchte sie nicht mehr missen.

Allerdings -- das nur als Beipiel -- konnten wir damals noch auf der Straße und im Feld spielen. Heute ist die Straße die Hauptzufahrt zu einem Neubaugebiet. Ein Neubaugebiet, daß just auf dem Feld errichtet wurde, wo wir früher die Gegend unsicher gemacht haben. Das aber hat meiner Meinung nach direkt wenig bis nichts mit der Globalisierung zu tun, sondern zunächst mal mit dem "höher-schneller-weiter-Zwang" (Bedienung der Schulden) des laufenden Kreditgeldzyklus der ohne Globalisierung auch vorhanden wäre und dem Gegenteil von Bickerich's Beschreibung der "Anfänge" (wobei sich die Sehnsucht nach Konsum mitnichten geändert hat).

Es war eine Mischung aus glücklichen Umständen und Fleiß. Aufbäumen und Sehnsucht nach Konsum, Konsenswillen der Tarifpartner und Verzichtbereitschaft der Bürger. Natürlich hätten übertriebene Lohnforderungen der Gewerkschaft den Erfolg gefährden können; es gab keinen Aufschrei benachteiligter Gruppen, kein Verlangen nach Privilegien.

Ein weiteres Mal ist die Frage um die "Politiker und Medien einen weiten Bogen schlagen" erstens mehr eine Feststellung, und zweitens, noch dazu, in dieser eindeutigen Bestimmtheit schlicht nicht beleg- und haltbar!

 

5.

Wie kann es sein, dass die etwa 70prozentige Produktivitätssteigerung seit 1980 für die Bevölkerung unseres Landes keine positiven Auswirkungen hatte?

right_black.gif Eine Quelle wäre nicht schlecht (gilt im Übrigen für die gesamten Seiten). Sonderlich vertrauenserweckend sind solche Behauptungen ohne Datengrundlage nicht gerade!!

right_black.gif Umgekehrt wird ein Schuh draus!! Die Frage müßte vielmehr lauten, warum stetige Produktivitätssteigerungen überhaupt von Nöten sind? Selbstverständlich kann man das platt auf die Globalisierung schieben. Möglicherweise hat es aber auch damit zu tun, daß der Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste im Produzierenden Gewerbe für Arbeiter (>>) von 1950 bis 2005 im Durchschnitt um +5,6% pro Jahr angestiegen ist. Von 1980 bis 2005 beträgt der gleiche Wert immer noch +3,2 Prozent! Und selbst in den Krisenjahren seit 1999 (bis 2005) liegen wir immer noch bei +2,0% pro Jahr.

right_black.gif Keine positiven Auswirkungen? Ja wer sagt das denn? Zumindest für die, die noch Arbeit haben, können wir durchaus von positiven Auswirkungen sprechen, denn die müssen immer weniger arbeiten. Von 1980 bis 2005 ist das Arbeitsvolumen je Erwerbstätigen um rd. 22%, von 1750 auf 1437 Stunden pro Jahr, gefallen (>> & Graphik). Ist das etwa nichts?

right_black.gif Außerdem zweifel ich die unterschwellig suggerierte Aussage an, daß die Sache vor 1980 wesentlich anders --besser -- war. Die Produktivität hat sich von 1950 - 1980 ver' 5½ 'facht (>>), im gleichen Zeitraum stieg die Arbeitslosenquote in etwa um das Vierfache (>>). Und noch am Rande und nur zur Info: Ab 1971 wurde black01_next.gifBretton-Woods von Seiten der USA gecancelt. Ölkrisen 1973 und 1979/80!!

Zusammenfassend frage ich mich, was genau Hr. Müller eigentlich meint. Ich nehme aber an, dafür müssten wir das angepriesene Buch lesen.

 

6.

Falls es in Deutschland am 1. 1. 2005 immer noch über vier Millionen Arbeitslose gibt, wenn der Staat bis dato die Verschuldung nicht in den Griff bekommt und wenn die Reallöhne auch weiterhin nicht steigen - darf dann der Wähler vielleicht hoffen, dass endlich einmal über den Nutzen der EU, über den Euro, die Globalisierung und die Folgen des grenzenlosen Freihandels nachgedacht wird? Oder stehen diese Themen erst bei sechs oder acht Millionen Arbeitslosen und völligem Staatsbankrott an?

Dieser Fragestellung kann ich freilich voll und ganz zustimmen!! Vielleicht mit der kleinen Einschränkung, daß der Wähler nicht darauf hoffen darf, daß »irgendwer« nachdenkt, sondern daß der Wähler anfangen sollte, »selbst« nachzudenken!!
 

Ergänzende und allgemeine bzw. prinzipielle Bemerkungen

Um nicht Mißverstanden zu werden (!!!)...: Ich will gar nicht alle Aussagen und Folgerungen usw. dieser Homepage als unsinnig hinstellen. Einige Sachverhalte und Beschreibungen etc. würde ich durchaus unterschreiben, mit vielem gehe ich konform. Genau so wenig will ich so tun, als ob "die Globalisierung" keine Auswirkungen hätte, oder daß da nicht auch Sauereien durchgezogen werden (siehe z.B. Stiglitz, "Die Schatten der Globalisierung"). Aber regelmäßig fallen bei mir bei solchen Seiten grundsätzliche Dinge auf, die zu kritisieren sind und die immer und immer wieder auftauchen. Diese Seiten sind eben ein bezeichnendes Beispiel dafür!!

right_black.gif Schutzzölle / Dumping: Geradezu manisch hebt Hr. Müller als Lösung für die Globalisierungsprobleme auf Schutzzölle ab. Die Artikel sind gespickt mit Sätzen wie »In einer völlig ungerechten Welt kann ein Staat bzw. eine Marktwirtschaft ohne einen Schutz vor irrationalen Billigimporten nicht auskommen.«, oder auch »Die Bevölkerungen des Westens werden also wie gehabt mit vagen Hoffnungen geködert und hingehalten. Und alles nur, weil es zu dem einen grundsätzlichen Eingeständnis nicht langt: Dass nämlich das globale Dumpingsystem [Löhne] nur durch Zölle, Mehrwertsteuern oder ähnlichem aufgebrochen werden kann.«

Mal abgesehen davon, daß ein »globales« "Dumping"system ein inform_white.gif Widerspruch in sich darstellt, stellt sich mir die Frage, was wohl mit "Dumping" gemeint sein kann. Denn Dumping bezeichnet den »Verkauf von Waren im Ausland unter Herstellungskosten« (>>). Wie das aber auf Lohnhöhen übertragbar sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Löhne können (zu) hoch oder (zu) niedrig, berechtigt oder unberechtigt etc. sein, sie können aber nicht unter...ja unter was eigentlich?...dafür gibt es einfach keine sinnvolle Definition, die das Wort "Dumping" rechtfertigen würde.
Okay, das klingt wie Wortklauberei und ich weiß natürlich wie es gemeint ist. Aber Löhne können niemals an sich -- also absolut gesehen -- zu hoch oder zu niedrig sein, sondern immer nur im Verhältnis. Und damit wird "Dumping" in diesem Zusammenhang zu einem vielleicht aufmerksamkeitserregenden, aber irreführenden Schlagwort. Denn welche Seite des Verhältnis ist die "richtige"? Welche ist die Konstante, an der nicht gerüttelt werden "darf"? Warum sollte das zwangsläufig "seine/unsere" sein? Was haben niedrige Löhne automatisch mit "Dumping" zu tun?

Hr. Müller schreibt: »Gleicher Lohn in aller Welt; Der Kampf gegen das internationale Lohndumping; Warum soll jemand, der in Polen eine Waschmaschine zusammenbaut, nur ein Zehntel von dem verdienen wie sein Kollege in Deutschland?«
Gute Frage! Laßt also den deutschen Kollegen nur noch ein Zehntel verdienen und schon sind die Verhältnisse gleich!!

Ich frage: Warum sollte sich die Unternehmerschaft um das Zehnfache für einen deutschen Arbeitnehmer verschulden, wenn er selbiges auch für ein Zehntel haben kann?

Das ist nämlich das Problem, was immer und immer wieder nicht realisiert wird und in beinahe jeder Problemanalyse und jedem Lösungsansatz einfach nicht berücksichtigt wird!! Wir leben in einem Kreditgeldstandard, in dem ALLES mittels Verschuldung vorfinanziert werden muß! (Und nochmal, ich bitte black01_next.gif hier meine diesbezüglichen Erklärungsversuche nachzulesen). Löhne müssen durch vorangegangene »NEU«verschuldung überhaupt erst realisierbar gemacht werden. Jede Diskussion bei uns, über die einschlägigen Themen, wäre (!!) überflüssig, wenn es einen Zauberstab gäbe, der eine grenzenlose, zusätzliche Verschuldung bewirken könnte. Einen solchen gibt es aber nicht, und trotzdem müßte die vorgeschlagene Lohnanhebung in den "Billiglohnländern" unmittelbar mit einer zusätzlichen Kreditaufnahme in gleicher Höhe einhergehen. Das ist meiner Meinung nach schlicht unmöglich.

Unser Problem -- Hr. Müller beschreibt es so: »Eine Volkswirtschaft ohne einen intakten Binnenmarkt kann nicht existieren.« -- sind im Ursprung nicht irgendwelche Länder mit niedrigerem Lohnniveau, sondern (ohne jetzt näher auf das Warum einzugehen) in etwa zunächst mal, daß wir eine Investions- und Kaufzurückhaltung haben (=keine, oder nur zu geringe zusätzliche Verschuldung), weil diejenigen, die schon alles haben, nichts mehr wollen und diejenigen, die noch was wollen, sich nicht weiter verschulden können. Und da dies so ist, die laufende Verschuldung aber nichtsdestotrotz weiterhin bedient werden muß, bleibt nichts übrig, als sich woanders umzuschauen!
Womit wir auch schon beim nächsten Punkt des Hr. Müller sind.

Seine "Hauptlösung" Schutzzölle -- »In einer völlig ungerechten Welt kann ein Staat bzw. eine Marktwirtschaft ohne einen Schutz vor irrationalen Billigimporten nicht auskommen.« -- fallen prinzipiell in den selben Problembereich.

Ich hole erstmal etwas aus (aus Platzgründen ohne dabei näher auf die Rolle des Staates einzugehen), und gebe auf's Neue meine Überlegungen zum black01_next.gif NPD-Aktionsprogramm wieder:

Jedes Wirtschaftssystem [auch China und Indien usw.] ist in absehbarer Zeit zum "Kollaps" verdammt. Allein schon deshalb, weil die beleihbaren "Ressourcen" nicht unendlich zur Verfügung stehen (= mögliche Kredit / Schuldkontrakte = zusätzliche Verschuldung!!).

"Absehbare Zeit" bedeutet natürlich nicht sofort und kann sich, je nach Ausbildung des Staates, durchaus hinziehen. Deshalb kann im Frühstadium eine Art Protektionismus (z.B. auch Zölle) unter Umständen tatsächlich erst mal von gewissem Nutzen sein. Weshalb Hr. Müller's Einwurf »Einige Entwicklungsländer haben längst den Zoll als Wunderwaffe entdeckt und unterstützen den Aufbau einer eigenen Industrie durch rigorose Abschottung.« nicht notwendigerweise ins Leere läuft. Das kann gut sein!! Aber es geht weiter:

Je abgeschotteter das System ist, je früher schlägt diese Grenze zu. (Ich ergänze:..auf DAUER ist...)

Vor diesem Problem steht früher oder später jedes Wirtschaftssystem (beispielsweise auch ein einzelner Staat).
Kurz gesagt: Für Kredite braucht's Sicherheiten! Irgendwann sind aber alle möglichen Sicherheiten bereits beliehen. Was nun? Es kann noch "gestretcht" werden.
~ Anstatt 50% Beleihungswert, gelten dann 100%. Will sagen, daß z.B. Immobilien nicht mehr nur zur Hälfte finanziert werden, sondern eben hundertprozentig (wie in den USA und ich glaube auch bei uns mittlerweile usus).
~ Als Sicherheiten werden mehr und mehr Staatsanleihen herangezogen. Der Staat ist ja immer solvent . Auch das passiert in den Industrieländern bereits ohne Unterlaß! Was, ganz nebenbei, auch bedeutet, daß der Staat sein Neuverschuldung gar nicht mehr herunterfahren kann, da ansonsten die Basis für weitere Kredite wegbricht.
~ Dergleichen mehr!!

Schlußendlich geht aber auch das nicht bis ins Unendliche! Zusätzliche Schulden und/oder Schuldner sind einfach nicht mehr in Sicht. Dann...

Das System läuft quasi in sich selbst tot = immer wieder Staatsbankrott.

Es müssen um jeden Preis neue Schuldner gefunden werden, damit die alten Kredittürme weiterhin bedient werden können.

Der Ausweg -- resultierend aus diesem Zwang --, zur zeitlichen Dehnung, war schon immer -- und ist nach wie vor -- eine Erweiterung (Externalisierung) des Systems. Entweder halbwegs friedlich, durch Gründung von Wirtschaftsgemeinschaften (siehe historisches Beispiel black01_next.gif hier, heute die EU usw), in dem ich den Nachbarn kriegerisch "eingliedere", oder ein Mix aus allem Möglichen.

Und ob uns das nun passt oder nicht, die dringend benötigten frischen Schuldner bzw. Schulden können nun entweder -- vereinfacht gesagt -- von inform_white.gif außerhalb  ins Land geholt werden, oder, je nach Einschätzung, geht "man" eben selbst ins Ausland! Beides funktioniert unter Beibehaltung von etwaig vorhandenen Schutzzöllen aber wesentlich schwieriger, oder gar nicht.

~ Zölle können also bis zu einem gewissen "Punkt" -- nämlich bis zu dem  inform_white.gif "Punkt", zu dem noch ausreichend »eigene« Schuldner / Schulden aktiviert werden können1 -- unter Umständen die gewünschte Wirkung zeigen. Niemals aber auf Dauer.
Die sogenannten Industrienationen haben diesen "Punkt" leider entweder schon überschritten, oder sind nahe dran.
Jedenfalls werden schon seit längerem alle Register gezogen (siehe z.B. "Stretching" oben) um noch den letzten "Rest" rauszukitzeln. Ohne neue "Subjekte" aber, wird es nicht gehen ~

1wichtig ist noch kurz zu erwähnen (wie sollte es anders sein), daß sich als »eigener« Schuldner unablässig der Staat zeigt. Erstens wird dadurch das Problem aber nur vertagt, und schlägt dafür später um so heftiger zu. Zweitens wird durch dieses "leichte Geld" nach und nach der eigentliche kapitalistische Druck weggenommen. Klingt zunächst mal gut, hat aber unschöne Auswirkungen und Verwerfungen. Es ist eben viel angenehmer sein Geld mit Staatsanleihen zu verdienen, als mit Menschen und Maschinen. Warum also investieren (=sich selbst verschulden)? Ansonsten habe ich mich dazu (Umverteilungsproblem, Inflation etc.) ausgiebig ausgelassen! Deshalb nur noch ein kurzes Zitat:
»Sobald der STAAT auf den Plan tritt, verändert sich das Bild schlagartig. Zunächst perpetuierte der Staat die natürlicherweise immer nur vorübergehenden Monopole durch Interventionen aller Art (Patente bis Schutzzölle). Damit war der freie Kapitalismus bereits erledigt und als dann noch Staatsnachfrage in großem Stil dazu kam (Rüstung!) waren die entsprechenden Unternehmer durch diese Marktverwerfungen (kein Privatmann kauft sich ein Schlachtschiff) im Vorteil. So wurden z.B. die Krupps zu den reichsten Deutschen, ähnliches gilt für Boden (schatz)-Monopole, wie das der oberschlesischen Magnaten oder im Ruhrgebiet. Heute wird das per OPEC z.B. gleich sozusagen staatsdirekt erledigt.« (
>>)

Zudem, um damit zum Ausgangspunkt zurück zu kommen, »jede« Erhöhung von Steuern, Zöllen, Preisen oder Löhnen etc. usw. erhöht auch die nötige, zusätzliche Neuverschuldung. Und sei es auch nur »Eine behutsame Einführung des Anti-Dumping-Zolls...«.

An diesen prinzipiellen Mechanismen läßt sich einfach nichts inform_white.gif ändern, wir sollten uns darauf einstellen!! Wobei allerdings gesagt werden muß, das selbst die komplette Welt nicht mehr als ein Wirtschaftssystem darstellt, für welches, im großen Maßstab, alle genannten Mechanismen ganz genau so gelten. Nur der Zeitfaktor ist die offene Variable!!

 !! Soweit zum Grundsätzlichen !!

 Hr. Müller schreibt:

Im ersten Moment klingt es recht einleuchtend: "Der Dritten Welt kann nur durch weiteren Zollabbau geholfen werden"! Hintergrund dieser Empfehlung ist die Behauptung, der Westen behindere die Wareneinfuhr aus Entwicklungsländern durch Zollbarrieren und Einfuhrbeschränkungen, während er im Gegenzug die armen Länder mit westlichen Produkten überschwemmt. Eine derartige Argumentation ist an Hinterlist kaum zu überbieten. Denn natürlich verhält es sich ganz anders. Der allgemeine Zollabbau soll geadelt werden, und deshalb bedient man sich solcher Schauermärchen. Die Einfuhrzölle für Dritte-Welt-Produkte sind extrem niedrig, daran scheitert es bestimmt nicht.

Wie ich eben zu den Löhnen schrieb, "extrem niedrig" für sich genommen ist völlig nichtssagend. Ein Sinn ergibt sich erst, wenn ich einen Bezug habe und das Verhältnis betrachten kann. Und, mit Verlaub, diesbezüglich vertraue ich eher Quellen wie beispielsweise black01_next.gif OXFAM. Exemplarisch ein Auszug aus black01_next.gif »Oxfam warnt vor Rückfall der Industrieländer in Protektionismus«:

Insbesondere die EU und die USA versuchen in einer protektionistischen Gegenoffensive, den durch das Auslaufen des MFA bedingten Machtverlust auszugleichen, indem sie hohe und diskriminierende Zölle auf Textilimporte erheben. Zum Beispiel zahlt Kambodscha für seine Exporte in die USA - hauptsächlich Bekleidungsgüter - Zölle in Höhe von 152 Millionen US Dollar. Norwegen dagegen zahlt nur 24 Millionen US Dollar, obwohl sein Exportvolumen in die USA fünfmal größer ist als das Kambodschas. Außerdem missbrauchen die EU und die USA die so genannten Herkunftsregeln und Anti-Dumpingmaßnahmen, um konkurrierende Importe aus Entwicklungsländern abzuwehren.

Einen noch, aus black01_next.gif »MARKTÖFFNUNG MIT DER BRECHSTANGE«:

Entwicklungsländer stehen seit langem unter dem Druck internationaler Finanzinstitutionen und großer Agrarexporteure wie den USA, ihre Märkte für Reis und andere Grundnahrungsmittel zu öffnen. Seit den frühen 1980er Jahren zwingen der IWF und die Weltbank Entwicklungsländer, als Bedingung für die Vergabe von Krediten, ihre Agrarmärkte zu deregulieren und zu liberalisieren. In der Zeit von 1990 bis 2000 haben die Entwicklungsländer ihre angewandten Einfuhrzölle von durchschnittlich 30% auf 18% reduziert. So setzte der IWF 1995 Haiti unter Druck, seine Importzölle für Reis von 35% auf 3% zu senken; dies hatte zur Folge, dass die Importe von 1994 bis 2003 um mehr als 150% anstiegen. Heute kommen drei von vier Reismahlzeiten, die in Haiti gegessen werden, aus den USA. Das sind gute Nachrichten für „Riceland Foods“ in Arkansas, die größte Reismühle der Welt. Ricelands Gewinne stiegen von 2002 bis 2003 schlagartig um 123 Mio. US$, was größtenteils dem 50-prozentigen Exportanstieg, hauptsächlich nach Haiti und Kuba, zu verdanken war.  

Nun, diesbezüglich scheinen mir Hr. Müllers Thesen nicht stichhaltig. DA sehe ich DAS Problem, die "westlichen" Länder gehen einseitig vor!! Hätten wir -- rein hypothetisch -- wirklich vollkommen freie Märkte ohne Zölle, könnten große Teile der "Entwicklungsländer", in bestimmten Bereichen, ohne weiteres konkurrieren und abhängig machende "Entwicklungshilfe" usw. wäre kaum noch nötig. Das aber scheint mir mitnichten das Ziel, von WTO, GATT und wie sie alle heißen, zu sein. Läuft die Choose aber mal in die andere Richtung, wird sofort von "Dumping" gesprochen.  

Ganz aktuelles Beispiel:

Vietnam befürchtet den Verlust zehntausender Jobs wegen der Schuh-Strafzölle durch die EU. Europas größter Schuhhändler Deichmann sagt einen Preisanstieg voraus. Nach der Verhängung von EU-Strafzöllen gegen Schuhe aus Vietnam fürchtet das Land den Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen. Es sei bereits sicher, dass zwischen 60.000 und 70.000 Jobs in der Branche verloren gehen würden...
black01_next.gif Komplett...

Zweierlei dazu: Erstens gibt es so etwa wie einen "Anti-Dumping-Zoll" in der EU schon längst (siehe unter black01_next.gif www.zoll.de). Zweitens halte ich den enthaltenen Satz »China ist verärgert / Peking droht der EU mit Vergeltungsmaßnahmen« für wichtig, weil das die typische Reaktion in solchen Fällen ist. "Wie du mir, so ich dir". Und zumindest laut dieser Quelle (black01_next.gif Mises.de), sollte dergleichen nach meiner Interpretation besser verhindert werden.

Im Juni 1930 wurde der Hawley-Smoot Tariff Act verabschiedet, mit dem die höchsten Einfuhrzölle in der Geschichte der USA in Kraft traten. Die anderen Staaten erhöhten daraufhin ebenfalls die Zölle und brachen damit dem Welthandel endgültig das Genick.

All das bis hierhin gezeigte, rechtfertigt allerdings trotzdem, in keinster Weise schreiende Ungerechtigkeiten wie z.B. black01_next.gif »Gefahren bei der Schiffsabwrackung / Verschrottung von Hochseeschiffen - Ein globales Umwelt- und Gesundheitsproblem«. Schei..egal in was für einem System wir leben, derartiges ist zu ächten und es ist dagegen vorzugehen. Nur führen da Zölle oder vergleichbares meiner Meinung nach nicht zum Ziel. Solange die eigenen Regierungen und die restliche Bevölkerung dieser Länder (u.A. Indien) nicht mitspielen, bringt das alles nichts. Zumal auch in diesem Zusammenhang annähernd ein "debitistischer" Aspekt durchaus eine Rolle spielt. Früher konnten sich diese Arbeiter zum größten Teil selbst versorgen, nämlich als Landbevölkerung. Heute, mitten im Umbruch vom "Agrar- zum Industriestaat", müssen sie auf Teufel komm raus zusehen wie sie sich "Geld" besorgen!!

    Ihrem Auftrag [der indischen Regierung] entsprechend hat die im Jahr 2002 gebildete Kelkar- Kommission weitreichende Steuerreformen vorgeschlagen. Diese zielten insbesondere darauf ab, das Steueraufkommen zu erweitern, Steuerbefreiungen abzuschaffen, die Besteuerung im Handelsbereich zu rationalisieren und landesweit eine Mehrwertsteuer einzuführen.

Ohne Kohle geht also urplötzlich nichts mehr (wer noch kann und dabei ist sollte black01_next.gif hier in die Details hineinschauen)! Wenn jetzt Zölle und/oder Ähnliches eingerichtet würden -- egal wie das im Detail aussehen soll -- ändert sich an diesem "Tatbestand" nichts. Anstatt Schiffswracks zu demontieren, müßten sie dann unter vergeichbaren Bedingungen Hochhäuser bauen, oder was weiß ich sonst noch. Ohne eingreifen der Regierungen vor Ort, ist da wenig zu machen.

Ansonsten denke ich, daß die inform_white.gif Konsumenten, mehr Macht haben, als wir vermutlich denken. Der Konsument hat mit seiner Kaufentscheidung durchaus MACHT über die Konzerne. Wenn keiner den diverstesten "Billigmüll" kauft, dann können sie den Billigmüll nicht verkaufen, und gehen ein. Nicht das dies vollumfänglich möglich wäre (wer kann schon noch überprüfen, wo die Einzelteile eines PC herkommen und, vor allem, unter welchen Umständen sie hergestellt wurden), aber es wäre weit mehr möglich, als momentan. Die Prioritäten müssen sich verschieben!

right_black.gif Kaufkraft, Geld etc.: Wieder zurück zu black01_next.gif http://www.anti-globalisierung.de/. Nochmal ein wenig was zur "monetären" Seite. Dort steht geschrieben: 

Im Übrigen glaube ich nicht, dass das Hauptproblem der Globalisierung im Finanzsystem zu suchen ist. Entscheidend für das Aufbrechen des weltweiten Dumpingsystems scheint mir, wie bereits angedeutet, die Zähmung des ungezügelten Freihandels.

Okay, möglicherweis ist das Hauptproblem der Globalisierung nicht das Finanzsystem, aber es ist ganz sicher die Hauptursache für Globalisierung!! Zumindest sehe ich das so. Und wer die Hintergründe dazu (Schuldgeld usw usf) übergeht, kommt meines Erachtens zu falschen Schlußfolgerungen. Deutlicher als im nächsten Zitat läßt sich das kaum noch zeigen.

Man muss sich nur einmal vergegenwärtigen, dass auch die Chinesen gerne einen westlichen Lebensstandard hätten. China wäre auf seinen Export als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme also gar nicht angewiesen, wenn im eigenen Lande genug Kaufkraft vorhanden wäre. Würde der chinesische Arbeitnehmer einen durchschnittlichen Monatsverdienst von 1000 Euro erhalten, so würde er das Geld auch weitgehend ausgeben, also wieder in Umlauf bringen. Das heißt: Nur durch die künstliche Verknappung des inländischen Geldes - dadurch, dass Produktionskraft und inländische Kaufkraft sich nicht im Gleichklang befinden, sind die Chinesen im Übermaß auf den Export angewiesen. Um ein Land mit genügend Geldmitteln bzw. Kaufkraft auszustatten, bedarf es aber keiner Globalisierung.

Da ist es wieder, das Nettogeld, daß nur ausgegeben werden und dann nur wieder in Umlauf gebracht werden muß -- und schon ist alles gut! Und künstlich verknappt ist es auch noch. Na dann...! Wenn es »künstlich« verknappt ist (von wem oder was wohl?), sollte es doch auch kein Problem sein, es »künstlich« zu vermehren!! Was hält irgendeine Regierung (vor allem die, der armen Länder) der Welt davon ab, genau das zu tun? Die sind vielleicht arm, aber bestimmt nicht blöd!! Warum also drücken sie nicht jedem Arbeiter 1000 Euro in die Hand -- oder wahlweise werden die Unternehmen dazu gezwungen --, wenn damit die Probleme gelöst werden könnten?

Um es mal bewußt hart zu formulieren: Es ist doch immer wieder das Gleiche, ein totales und gänzliches Unwissen um das reale "Geldwesen" und allem was damit zu tun hat.

Drum sei mal ganz saublöd gefragt. Wenn gilt (womit er ja zunächst mal vollkommen unrecht hat), »Um ein Land mit genügend Geldmitteln bzw. Kaufkraft auszustatten, bedarf es aber keiner Globalisierung.«, dann würde ich doch zu gerne mal hören, was es ansonsten bedarf?????!!! Und so jemand schreibt Bücher, die auch noch mit fünf Sternenblack01_next.gif bewertet werden.

 right_black.gif Quellen: Immer wieder taucht das Datum 1980 als markanter "Wendepunkt" auf. Abgeblich weil...  »Der Beginn der Globalisierung lässt sich natürlich nicht genau definieren, weil es sich dabei um einen schleichenden Prozess handelt. Maßgebliche Weichenstellungen erfolgten bereits Anfang der 70iger Jahre, andere erst 10 oder 20 Jahre später. Das Jahr 1980 gilt als Durchschnittswert und ist als Wendepunkt anerkannt.« Nun, das mag vielleicht ja sogar so sein (obwohl ich mich in der Tat frage, wie bei einer solchen Thematik ein "Durchschnittswert" gebildet werden kann). Woher weiß ich das aber? Was ich sehe, ist eine durch nichts belegte Behauptung, die ganz und gar ohne Quellenangabe daher kommt (und auch nach eigenen Recherchen nicht zu verifizieren ist) . Gleiches gilt für die kompletten black01_next.gif Seiten. Unentwegt wird etwas in den Raum gestellt, ohne irgendwelche Belege zu benennen. Ein paar Links zu etwaigen Artikeln oder sonstwas sollten schon sein. Denn ich gehe zwar mit vielem konform, aber anderes halte ich schlicht für falsch. Leider kann ich das aufgrund fehlender Angaben nicht überprüfen. Offensichtlich scheint das auch für das vorgestellte Buch zu gelten, wie eine black01_next.gif Rezension uns mitteilt (dieBewertung). Allein schon dieser Umstand, disqualifiziert den Autor und seine Bücher beinahe vollständig! So geht das einfach nicht!! Das ist selbstverständlich allgemeingültig. Immer ganz vorsichtig, wenn dergleichen auffällt!!

right_black.gif Fleiß: Zum Schluß kommt noch ein ziemlicher Hammer, der allerdings wirklich nicht zu verallgemeinern, sondern tatsächlich "Hr.Müller-spezifisch" ist. So inkonsequent er mit Quellenangaben vorgeht, so wenig er auch über die monetären Hintergründe bescheid zu wissen scheint, so fleißig ist er, wenn es um die Veröffentlichung seiner Thesen geht.

Ich konnte es kaum Glauben, aber im Laufe meiner "Recherchen" bin ich über sage und schreibe ACHT verschiedene Domains gestolpert, die Hr. Müller betreibt!!

http://www.kapitalismuskritiker.de  |  http://www.antinationalismus.de/  |  http://www.anti-globalisierung.de/
http://www.neo-liberalismus.de  |  http://www.sozialdumping.de/  |  http://www.eu-gegner.de
http://www.globalisierungsdebatte.de/  |  http://www.protektionismus.de/

Kurze Schußbemerkungen

Ich meine schon, daß die besprochenen Seiten ins Bild passen. Globalisierungskritik -- und alles was so dazu gehört -- ist en vogue und es läßt sich ordentlich Geld damit verdienen; oder gar, wie im Falle der NPD, ein Gutteill eines politischen Programmes stützt sich darauf. Mit "der Globalisierung" läßt sich eben wunderbar einfach ein "Schuldiger" ausmachen. So einfach ist es aber leider nicht. Im Gegenteil, die Sache ist teuflisch vertrackt.

Und was mir besonders unangenehm aufstößt, ist die Tatsache, daß dabei fast nirgends die...wie soll ich's nennen?...die "monetären" Aspekte (ihr versteht was ich meine) halbwegs korrekt beleuchtet werden. Wobei ich auch noch betonen will, daß man, im Falle daß dies doch mal so ist, durchaus zu anderen Schlußfolgerungen als ich kommen kann. Das ist okay und überhaupt kein Problem. Aber wenn die fundamentalen Grundlagen schon verfälscht sind, dann läßt sich dies möglicherweise gut verkaufen (nicht nur im Sinne von "Geldmachen"), bringt aber ansonsten letztendlich recht wenig.

Genaues hinschauen ist also angesagt.

P.S.: Wie heißt es in Neusprech? Just my 2 Cents!!

 

 » 08. Oktober 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Neues von der Kreditfront (August '06)« •

• »Rätsel Geldschöpfung« >> • 

 

 Ergänzt am 14. Oktober 2006

 • »Rätsel Geldschöpfung« (>>) • 

 • »Alternate CPI Measeures« (>>) • 

 

Ergänzt am 14. Oktober 2006

• »"Stop Termnator Technologie" (Betreff Saatgut!)« • 

 • »"Im Auge des Zyklon" (über Korruption)« (>>) • 

 • »Wie der Wohlfahrtsstaat Schweden korrumpiert hat« (>>) • 

Kurzes neues vomblack01_next.gif Big Brother!

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Neues von der Kreditfront (August '06)


Vorab 1:  

Vorab 2: Zu dieser ganzen Thematik nochmals ein paar erklärende Auszüge aus black01_next.gif "DAS ist unser heutiges Kredit und Kreditgeldsystem (in 59 Punkten)" :

    .....
    55. Ein Kredit- bzw. Kreditgeldsystem scheitert unausweichlich, sobald die immer neue und immer zusätzliche Kreditvergabe und Kreditnahme stockt bzw. gar abnimmt. 
    56. Wie hoch sich Kredite/Schulden bereits aufgetürmt haben, ist als solches zunächst unerheblich. 
    57. Entscheidend bleibt immer, ob diese Kredite/Schulden durch zusätzliche Kredite/Schulden am Leben erhalten werden.
    58. Kommt es wegen der bereits existenten Höhe der Kredit- bzw. Schuldensummen zu einer Stockung bzw. einem Rückgang bei der Schaffung neuer Kredit- bzw. Schuldverhältnisse, ist der kritische Punkt des gesamten Systems erreicht (sog. "Überschuldung"). 
    59. Wird die Überschuldung allgemein, stürzen sämtliche bereits existenten Kredit- bzw. Schuldverhältnisse in sich zusammen.....
     
     

Vorab 3: Für grundsätzliche Erklärungen zu diesem Thema, bitteblack01_next.gif HIER kurz reinschauen.

 

1.) Kredite deutscher Banken an Nichtbanken (Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Haushalte, z.T. auch Euro-Raum)

BRD-Tilgung Wertpapiere in Mrd.€

 

Nov 04

81,8

0,51

Dez 04

82,8

-1,00

Jan 05

84,6

0,97

Feb 05

70,0

-0,08

März 05

68,8

0,00

April 05

44,3

2,36

Mai 05

72,7

-0,79

Juni 05

85,4

-1,11

Juli 05

68,8

0,24

Aug 05

68,3

0,14

Sep 05

69,6

0,16

Okt 05

65,5

0,31

 Nov 05

61,2

0,48

 Dez 05

88,3

-0,56

 Jan 06

72,9

1,80

 Feb 06

79,7

-0,36

 März 06

72,9

0,07

 April 06

63,1

1,34

 Mai 06

46,1

-0,21

 Juni 06

75,1

-0,82

 Juli 06

50,9

-0,03

 Aug. 06

63,8

+0,07

( >> ,Emissionsstatistiken Rentenmarkt)

 

 

Kurze (?) "Auszeit" der letztmaligen, negativen Daten zur zusätzlichen Neuverschuldung! Im August '06 stieg sie erst mal wieder an: +2,52 Mrd.€, oder +0,07%. Wobei von einem »nennenswerten« Anstieg natürlich keine Rede sein kein, ist er doch kaum sichtbar zu machen. Das war also nix - mal wieder!

Emissionsstatistik für Wertpapiere (Buba >>):
Diesmal weist die Statistik eine Tilgung von 63,8 Mrd.€ aus (Tabelle links). Der Netto-Absatz resultierte dabei mit -0,4 Mrd.€  im negativen Terrain.
Hauptsächlich ging dies heuer auf das Konto der öffentlichen Haushalte, die
"ihre Marktverschuldung im August auf Grund hoher Tilgungen (23,0 Mrd €) um netto 5,1 Mrd € verringert." Noch zu erwähnen wäre, daß "die Kreditinstitute im August ihre Rentenmarktverschuldung ebenfalls verringert haben, und zwar um netto 1,7 Mrd €", hingegen "die nicht-finanziellen Kapitalgesellschaften  Industrieobligationen für per saldo 6,4 Mrd € absetzten, verglichen mit Netto-Tilgungen in Höhe von 1,4 Mrd € im Juli."
Sprich, die »privaten« Nichtbanken haben sogar zugelegt - wenn auch nicht übermäßig, so doch immerhin "merkbar" (siehe auch 2.) unten).

Tja, was soll ich sagen?, die Neuverschuldung kommt einfach nicht richtig und regelmäßig aus den Puschen. Einzig und allein die Monate Januar und April retten bis dato das Jahresergebnis.

Für das Gesamtjahr liegen wir bis jetzt zwar immer noch bei einem Plus von 68,43 Mrd.€, oder +1,84%, im langfristigen Vergleich aber, ist das nach wie vor ausnehmend dürftig und wird kaum für eine echte Trendwende sorgen können.

Da oben auch die öffentliche Hand teilweise mit drin ist, schauen wir direkt bei den "Unternehmen und Privatpersonen" vorbei.

    ---------------------

     1

    In- und Ausländer:

    • Unternehmen und Privatpersonen (einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck)

    Öffentliche Haushalte (inkl. Sozialversicherungen)

    } = Nichtbanken (Nicht-MFIs) ( >> )

 

 

2.) Kredite an inländische Nichtbanken (nur Unternehmen und Privatpersonen, ohne Wertpapiere)

Kredite an inländische Unternehmen und Privatpersonen
(INKLUSIVE Wertpapiere, gestrichelte Linien)

1999

2265,40

+6,94

2000

2387,01

+5,37

2001

2425,99

+1,63

2002

2411,07

-0,62

2003

2409,93

-0,05

2004

2397,64

-0,51

2005

2414,80

+0,72

 Jan 06

2451,38

+1,51

 Feb 06

2453,27

+0,08

 März 06

2460,01

+0,27

 April 06

2496,11

+1,47

 Mai 06

2489,28

-0,27

 Juni 06

2466,19

-0,93

 Juli 06

2460,55

-0,23

 Aug. 06

2463,94

+0,14

 

Nur die Buchkredite betrachtend, ging es im August '06 bei den Unternehmen und Privatpersonen ebenfalls leicht nach oben!! Eine Zunahme der Neukreditaufnahme um 1,91 Mrd.€, oder +0,08% ist zu notieren! Nicht gerade begeisternd!

Inklusive der Wertpapiere (nebenstehende Tabelle) allerdings, konnte der August mit einer Steigerung von "immerhin" 3,39 Mrd.€, oder +0,14% aufwaten. Wie gesagt, "immerhin", mehr aber auch nicht!!

Für das Gesamtjahr liegen wir demnach bei den Buchkrediten bis jetzt bei einem Plus von 37,0 Mrd.€, oder +1,66%. Inklusive der Wertpapiere sieht das Bild wie folgt aus: +49,14 Mrd.€, oder +2,03%.
Zeigen  wir uns damit zufrieden? Nun ja, es ist zwar nicht gerade umwerfend, aber es könnte in der Tat durchaus schlimmer aussehen.

Nichtsdestotrotz, eine Abhängigkeit Deutschlands vom Ausland ist natürlich definitiv gegeben. Das Saldo der Leistungsbilanz lag in den ersten sieben Monaten 2006 bei +55,4 Mrd.€. (>>) Ohne diese Zuflüsse wäre - im wahrsten Sinne des Wortes - kein Staat zu machen.

 

3.) "Bankstatistische Gesamtrechnungen in der Europäischen Währungsunion, Konsolidierte Bilanz der Monetären Finanzinstitute (MFIs)"

Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen" 2005/2006 (Mrd. €) (>>)

Europäischen Währungsunion, Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen"

 

Mrd. €

%

Dez 05

9555,7

+0,88

Jan 06

9661,2

+1,10

Feb 06

9778,5

+1,21

März 06

9909,0

+1,33

April 06

10060,5

+1,52

Mai 06

10124,9

+1,00

Juni 06

10173,0

+0,47

Juli 06

10262,5

+0,88

Aug.06

10274,0

+0,11

 

Differenz von Juli '06 auf August '06 = +11,5 Mrd.€, oder +0,11 (Vormonat, siehe Tabelle links). Teile ich die +11,5 Mrd.€ auf die zwölf Länder der Währungunion auf, dann ergibt sich pro Land eine Zunahme von im Schnitt +0,96 Mrd.€ (das ist natürlich nur ein Mittelwert und deshalb nur begrenzt aussagefähig).

Grob gesagt, kam dieser Wert der zusätzlichen Kreditvergabe auschließlich durch die Buchkredite zustande. Aktien und sonstige Dividendenwerte blieben mit 787,0 Mrd.€ nahezu unverändert.

Wo der Rest Europas ansonsten beinahe immer besser da steht als Deutschland, so reihen sich unsere "Nachbarn" diesmal nahtlos in die eher bescheidenen Daten ein.

 Schauen wir etwas differenzierter nach:  

Nachstehend eine Tabelle, die die länderspezifische Entwicklung der EU zeigt. Zwar stimmt diese Statistik nicht exakt mit obiger überein (differierende Erfassungsmethoden- und subjekte), aber eine Tendenz können wir, so meine ich, doch deutlich ablesen.

Bilanzstatistik der MFIs (Monetären Finanzinstitute): Bestandsangaben (>>)
Kredite an Ansässige im Euro-Währungsgebiet [Mrd.€]
Hier:
Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften + Private Haushalte + Sonstige Private

Land

Belgien

BRD

Griechen-
land

Spanien

Frank-
reich

Irland

Italien

Luxem-
burg

Nieder-
lande

Öster-
reich

Portugal

Finn-
land

Ø

April '06

250,3

2.348,9

144,5

1.315,7

1.501,9

287,5

1.252,2

96,0

861,4

260,3

204,4

114,5

719,8

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Zuwachs [%]

1,48

-0,12

0,62

1,45

0,67

2,57

0,79

1,15

0,96

0,77

1,52

0,96

1,07

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Zuwachs [%]

1,10

0,06

1,93

2,72

0,53

1,76

1,34

2,68

-0,18

1,07

3,52

1,21

1,48

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

Zuwachs [%]

0,47

-0,32

1,15

2,30

1,01

1,33

0,74

3,41

0,85

1,41

1,16

0,77

1,11

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

August '06

260,0

2344,8

149,9

1407,6

1534,0

307,5

1286,8

103,6

876,0

267,2

218,8

118,6

739,57

Zuwachs[Mrd.€]

2,00

2,80

0,00

5,00

-1,30

3,40

-1,70

0,50

0,50

1,00

1,50

0,70

1,20

Zuwachs [%]

0,78

0,12

0,00

0,36

-0,08

1,12

-0,13

0,48

0,06

0,38

0,69

0,59

0,36

Da schau her! Frankreich und Italien waren im August die  "Buhmänner"; auch Griechenland und die Niederlande ließen die Flügel weitgehend hängen. Selbst Spanien und Portugal, in den Vormonaten meist die Highflyer, schwächelten ein wenig. Einzig Irland war wieder mal nicht zu bremsen!

Dazu habe ich mal hurtig eine kleine Graphik zusammengebastelt.

Abgesehen davon, daß alles reichlich verwirrend bunt ist , erkennen wir doch dreierlei:

  1. Bis auf vereinzelte Ausreißer nach unten - Italien, Belgien und Frankreich sind hierbei vor allem die Kandidaten - liegt der BRD-Chart (rot und fett) stets unter den Einzelcharts der anderen Länder. Teilweise sogar mit recht großen Abständen (in erster Linie zu Irland, Spanien und Griechenland) und oftmals sogar unter der Null-Prozent Linie (um genau zu sein, in 21 von 43 dargestellten Monaten)!!
  2. "Schön" verdeutlicht wird dies dann im Vergleich zum Durchschnitt der anderen Staaten (schwarz und fett). Regelmäßig liegt Deutschland rd. 0,5 bis ein Prozent darunter!
  3. Nebenbei noch: Der August scheint des öfteren zur Schwäche zu neigen. Zumnindest war dies auch 2005 und 2004 so.

Solange sich dieser Linienverlauf nicht weitgehend angleicht (nach oben wohlgemerkt), wird das nichts. Jede BRD-Politik - von wem auch immer - müßte darauf eigentlich Rücksicht nehmen. »Die Privaten« müssen dazu gebracht werden, sich wieder und weiter zu verschulden. »Eine« Überlegung dazu steht weiter unten: (black01_next.gif "Was aber offensichtlich niemand kapiert..." etc. pp)!

Nun könnte man mutmaßen, daß die privaten Haushalte der anderen Länder, in ihrem Verschuldungsgrundniveau einfach noch nicht so weit sind, wie die Privaten in Deutschland, und von daher noch "Nachhohlbedarf" besteht. Dem ist jedoch keineswegs so, wie die, leider nicht mehr ganz taufrische, Graphik rechts zeigt. Berücksichtigen wir nun noch, daß beispielsweise für Irland gilt: "Household debt as a share of household disposable income rose to about 130 percent in 2005..." (>>), so müssen wohl andere Gründe für das regelmäßig hohe Wachstum, der Neukreditaufnahme der anderen Länder (=ex BRD), verantwortlich sein.
Nun, schaue ich mir das allgemeine Politik-Gehampel (jedweder Colouer) bei uns so an, fallen mir da schon ein paar Dinge ein.  |  Kredit: lat. credere, Vertrauen

 
 


                                Rätsel Geldschöpfung


Ein wirklich nicht so schlechter Artikel!! Mindestens für diejenigen, die sich noch nicht allzu intensiv mit der Materie beschäftigt haben.black01_next.gif  "Rätsel Geldschöpfung"

Zwei Passagen möchte ich geschwind kommentieren:

Wenn man versteht, dass Geld ein Paar aus Forderungen und Verbindlichkeiten repräsentiert, ist es vielleicht einfacher, auch zu verstehen, dass Banken Geld "aus dem Nichts" schöpfen können, wie es oft heißt. Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, wie ein Vertrag zwischen zwei Parteien zustande kommt: Die Rechte und Pflichten beider Seiten werden festgehalten - man braucht gerade mal ein Stück Papier und oft nicht einmal das, es geht auch mündlich - und ab diesem Moment sind diese Rechte und Pflichten, die vorher nicht existiert haben, völlig real und durchsetzbar (ein entsprechendes Rechtssystem vorausgesetzt natürlich).

• Weil es wichtig ist und diese Unsauberkeit immer wieder zu lesen ist - auch wenn es dem ein oder anderen aus den Ohren raus kommt -, es ist nicht Geld was da aus dem Nichts geschöpft wird, sondern Kredite!! Nochmals der Verweis zur Erläuterung: black01_next.gif  "Geschaeftsbanken schoepfen kein Geld "

• Der entscheidende Satz: "ein entsprechendes Rechtssystem vorausgesetzt natürlich". Da wird das Rechtssystem wieder mal natürlich (!!) vorausgesetzt. Recht hat er zwar, nur...!! Wie bereits mehrfach erläutert: Das bedeutet nichts anderes, als daß das Rechtssystem (in letzter Konsequenz eben »der Staat«) vor (!!) privaten Interaktion vorhanden sein muß - in diesem Fall Kreditkontrakte betreffend. Wenn er aber schon vor privatem Umtreiben sein Dasein fristet, wie kann er sich dann finanzieren (??), da doch die Einnahmen (Stueren) erst nach eben jenem Umtreiben der Privaten fließen können??
black01_next.gif  "Macht, der Staat und Eigentum"

Wenn alles Geld Schulden repräsentiert, bliebe übrigens - rein theoretisch - kein Geld übrig, wenn alle derartigen Verpflichtungen eingelöst, also alle "Schulden" bezahlt würden. Nur ist eine Gesellschaft a priori ein System wechselseitiger Verpflichtungen zwischen ihren Mitgliedern; gibt es keine derartigen Verpflichtungen, haben wir es nicht mit einer Gesellschaft, sondern nur mit einer Ansammlung voneinander isolierter Einzelpersonen zu tun.

Jepp, just das ist es!! Jedoch, was bedeutet das?
Diese "wechselseitigen Verpflichtungen" (=Verträge!!) kann nur die Institution Staat/Macht ermöglichen. Denn nur er kann sie mit "Gewalt" rechtlich »absichern«. Und das ist die unbedingte Voraussetzung zum "Wirtschaften". Gleichzeitig sind wir damit aber wieder an gerade angesprochenem "vorher-nachher"-Punkt und dem Phänomen der Abgabenschuld aus dem Nichts.

Heute besteuertes Steuerzahlungsmittel - Als Antwort auf: Was ist Geld ?

Geld heute gesetzliches Zahlungsmittel (GZ, legal tender), als Münzen (Münzgewinn = Steuer) und Banknoten (ZB-"Zins" = Banknotensteuer) existent.

Herstellung von Geld als Münzen und Banknoten vom Staat monopolisiert (Form, Ausssehen, Merkmale, Nominal usw.). Gegensatz: Silber- bzw. Goldstandard, wo das Material (Silber, Gold) privat erstellt werden konnte (Bergbau, Stichwort dazu: Berg- und Münzregale).

Historisch:

1. Geld = Waffenmetallabgabe (Cu, Zinn).

2. Geld in diversen Formen als one-way-money (wurde von der empfangenden bzw. einfordernden Stelle thesauriert, vgl. Gerloff, vgl. Herodot).

3. Start der Geldzirkulation (multi-way-money) durch a) Tribut und b) Wiederausgabe des Tributs durch Herrscher, die sich Söldner kauften, um Herrschaft (Macht) zu erhalten bzw. zu expandieren. Daher Münzhorte (Gotland, keltische Gebiete, usw.) in Gegenden, aus denen nicht Waren, sondern Krieger (Dienstleistungen) exportiert wurden.

4. Geldbeschaffungszwang ex Abgabenzwang (staatlich gesetzter Termin!) führt zum Zwang, es gegen andere Güter oder Leistungen einzutauschen. Beginn des Handels. Beginn dieses niemals Gattungs-, sondern Einzelkäufe.

5. Geld ohne Termin (zunächst staatlich, dann staatlich besicherte private ex Kontrakten) ist wertlos (bei Metallen bleibt individuell eingeschätzter Gebrauchs- oder Schmuckwert). Preisbildung startet: Wieviel Ware(n) muss ich abgeben, um an das Abgabenmittel selbst zu kommen?

6. Aktuell erscheinen Banknoten fast nur noch gegen Staatstitel (Bonds), die von den ZBs angekauft bzw. als Pfand genommen werden. Banknoten (currency) daher vorgezogene Quittung auf noch zu leistende Steuern (Staatstitel sind Steuerzession des Staates an Private).

7. Steuerzahlungsmittel kann gehortet bzw. an andere Private zediert werden (Bankensystem). Über alle Fälligkeiten saldiert (Fälligkeit gegen Fälligkeit) saldiert sich der Nichtstaatssektor auf Null.

8. Was bliebe? a) Der Staat als Nettoschuldner gegenüber dem Nichtstaatssektor. b) Der Nichtstaatssektor als Eventualschuldner (Steuerzahler) gegenüber dem Staat. c) Die jeweils ausgegebenen Banknoten mit Rückgabeverpflichtung (Termin) gegen Verpflichtung Herausgabe von Staatstiteln ex ZB (mit jeweils späterem Termin).

Heißt: Ohne Steuern (allgemeine und ZB-Steuer ex staatlichem Abgaben- und Geldmonopol) entfällt Geld als GZ und demnach als "Zahlungsmittel". Geld ist demnach Macht-Derivat und hat mit privaten Interaktionen nichts zu tun (wiewohl derzeit die gesetzliche [!] Verpflichtung, da Geld = GZ, besteht, auch private Interaktionen mit seiner Hilfe (tägliche Fälligkeit, also wieder GZ mit Termin Null) zu regulieren.

Verschwindet das GZ-Monopol können die Privaten, falls sie Interaktionen wollen, jeweils interaktiv (einer mit einem anderen) Ware und Leistung gegen Gegenware und Gegenleistung vollziehen - oder es bleiben lassen.

Ein "allgemein" gültiges (= geltendes, d.h. zu konstantem Kurs in sich) Geld ist dann nicht mehr vorstellbar. "Noten" (= Notierungen wie Kerbhölzer) können in eng begrenzten Arealen vorkommen. Auf welchen "Standard" sie sich dann beziehen, müsste ermittelt werden. Da ein macht-basiertes GZ fehlt, das einen Standard liefert, liefe es auf minimalen Tauschverkehr, sich wiederum auf Stückkäufe zurückentwckelnd hinaus.

Am Ende stünde wieder die Eigen-, Familien- oder Stammeswirtschaft. "Tauschringe" versuchen dies zu simulieren. Je größer der Tauschring, desto stärker die Notwendigkeit wieder mit Termin, Zwang, Sanktion usw. zu arbeiten.

Die Vorstellung, es könne jemals ein "für alle" (wie viele auch immer) geltendes Geld ohne Macht geben ist irrig und die Suche danach zwecklos. Und sobald mit privatem Eigentum und privaten Kontrakten gearbeitet wird, stellt sich wieder die Besicherungs- bzw. Vollstreckungsproblematik, d.h. die Machtfrage erscheint erneut.

Aus: black01_next.gif  "DEBITISMUS (Macht, Staat, Zins, Wirtschaften, Geld, uvm.)"
 

----- Ergänzung 14. Oktober 2006 -----

Noch einen ungeheuer wichtigen Aspekt -- auf dem ich ja auch ständig rumreite, z.B. mit obigem "Neues von der Kreditfront" --, der in black01_next.gif "Rätsel Geldschöpfung" recht anschaulich erläutert wird, will ich hier noch explizit aufführen. Nämlich den, der zusätzlichen Neuverschuldung!! Darum geht es, und nur darum !!

Das Prinzip kann anhand eines vereinfachten Beispiels, der Kreditvergabe an eine Privatperson für den Erwerb einer neu errichteten Eigentumswohnung, veranschaulicht werden.

Ein Bauträger könnte diese Eigentumswohnung durchaus mit vorhandenen, bereits in die Geldökonomie integrierten (d.h., in Geld bewerteten) Produkten errichten und die Investitionskosten inkl. Arbeitsleistungen mit vorhandenen "Ersparnissen" (z.B. Bankeinlagen) bezahlen. Erfolgreich im Sinne eines Wachstums der Wirtschaft wird diese Leistung aber erst unter der Voraussetzung, dass die neu errichtete Wohnung mit Gewinn verkauft werden kann, also wenn der Marktwert der Wohnung über den für ihre Errichtung notwendigen Kosten liegt.

Gewährt nun eine Bank einer Privatperson einen Hypothekarkredit zum Erwerb dieser Wohnung in Höhe des aktuellen Marktwerts, ohne Eigenmittel zu verlangen (der Einfachheit halber angenommen; zuletzt in den USA durchaus üblich), erstreckt sich die "Geldschöpfung aus dem Nichts" [sollte, wie gesagt, richtigerweise eigentlich »Kredite« aus dem Nichts heißen] maximal auf die Differenz zwischen Errichtungskosten der Wohnung und Marktwert (= Bruttogewinn des Bauträgers), nicht jedoch auf den Gesamtkreditbetrag. Gleichsam erzeugt die Bank lediglich einen Gegenwert in Form von Geld für den "Mehrwert", den der neu geschaffene physische Gegenstand "Wohnung" im Vergleich zu den für seine Errichtung notwendigen Geldaufwendungen repräsentiert. Der erzielbare "Mehrwert" ergibt sich im konkreten Fall aus Angebot und Nachfrage am Markt für Eigentumswohnungen.

Damit wird auch die letztlich ziemlich "virtuelle" Natur des Wachstums einer Geldökonomie deutlich: Genauso wie die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, bestimmen die Präferenzen der potenziellen KäuferInnen darüber, ob "Wachstum" vorliegt oder das Gegenteil. Fehlt die entsprechende Nachfrage und lässt sich die Wohnung nicht zumindest zu ihren Errichtungskosten verkaufen, gibt es zwar rein physisch mehr Wohnraum (mehr Gebrauchswert). Monetär gesehen jedoch wurde "Wert" vernichtet, und im Ausmaß dieser Wertvernichtung schrumpft die Wirtschaft (ceteris paribus).

Wollte ich nur nochmal herausheben, um die Fundamentalität dieses Punktes zu unterstreichen!!


                                Alternate CPI Measures


Auch nicht wirklich neu, aber immerhin mit Daten im Graph bis heute.

Have you ever wondered why the CPI, GDP and employment numbers run counter to your personal and business experiences? The problem lies in biased and often-manipulated government reporting. (>>)

    Erklärung sieheblack01_next.gif HIER.

Kein Wunder das Inflation nur als "Nebenkriegsschauplatz" angesehen wird und der Verursacher (black01_next.gif The Debt To the Penny) irgendwie keine Rolle spielt <==> Wunderbare black01_next.gif Statistikwelt!! Hauptsache der DOW steigt...Entschuldigung...inflationiert weiter!!

----- Ergänzung 14. Oktober 2006 -----

  POLITIK

Beim black01_next.gif letzten Mal hatte ich ein wundervolles Zitat aus »Matrix«. Anbetracht der "üblichen" Geschehnisse -- mehr als das "Übliche" ist gar nicht von Nöten, das reicht völlig --, möchte ich ein weiteres zeigen:

Agent Smith
Ich kam zu einer interessanten Entdeckung, seit ich in der Matrix bin. Es fiel mir auf, als ich versuchte, Eure Spezies zu klassifizieren. Ihr seid im eigentlichen Sinne keine richtigen Säugetiere. Jedwede Art von Säuger auf diesem Planeten entwickelt instinktiv ein natürliches Gleichgewicht mit ihrer Umgebung. Ihr Menschen aber tut dies nicht. Ihr zieht in ein bestimmtes Gebiet, und vermehrt Euch und vermehrt Euch, bis als natürlichen Ressourcen erschöpft sind. Und die einzige Möglichkeit zu überleben ist die Ausbreitung auf ein anderes Gebiet. Es gibt noch einen Organismus auf diesem Planeten, der genauso verfährt. Wissen Sie, welcher? Das Virus! Der Mensch ist eine Krankheit! Das Geschwür dieses Planeten! Ihr seid wie die Pest, und wir sind die Heilung! (>>)

Wer könnte da ernsthaft widersprechen?!?!?!?!?! Richten sich Viren eigentlich »auch« selbst hin?? Nun gut, ab zu den "üblichen" Sauereien:


                                Stopp Terminator Technologie


Mit diesem neuen gentechnischen Verfahren wollen Saatgutkonzerne Pflanzen unfruchtbar machen und damit verhindern, dass Landwirte einen Teil ihrer Ernte aufbewahren und im folgenden Jahr als Saatgut verwenden. Bisher wird die Anwendung dieser Technik durch ein Moratorium der Biodiversitätskonvention verhindert, doch dieses ist in Gefahr.

black01_next.gif Komplett...

Ungeheuerlich!! Da denke ich doch oft "schlimmer geht's nimmer", und immer wieder wird trotzdem noch einer draufgesetzt! Nicht zu glauben! Besonders "apart" ist die Begründung der Gen-Fritzen:

Die Industrie versucht seit einiger Zeit, gentechnisch veränderte Terminator-Pflanzen als Lösung des Problems der Verunreinigung konventionell und ökologisch bewirtschafteter Felder durch genmanipulierte Gewächse zu verkaufen. Mit anderen Worten: Eine von der Gentech-Industrie selbst herbeigeführt Situation -- die Verunreinigung anderer Felder durch transgene Pflanzen -- dient nun als Vorwand, die neue Terminator-Technologie als Schutz zu propagieren. Der Bock macht sich selbst zum Gärtner.

Wie war das? "Mit einem Computer lassen sich Probleme lösen, die ohne ihn gar nicht vorhanden wären!". Ich krieg die Krätze!!
Abgesehen von Bayer, darf bei dieser Thematik ein Name selbstredend nicht fehlen: »Monsanto«! Ich hoffe, die Konzernführer fressen ihr Zeugs selbst.

Monsanto will weltweites Schweine-Monopol -- Gefährliche Machtkonzentration in der Lebensmittelproduktion.

[...] Die beiden Schweine-Patente müssen vor dem Hintergrund der Monsanto-Strategie gesehen werden, die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auf allen Ebenen zu kontrollieren und monopolisieren. Ursprünglich machte Monsanto seinen Umsatz mit Pestiziden und anderen Produkten im Bereich der Agrochemie.

In den letzten zehn Jahren hat der Konzern weltweit etwa zehn Milliarden US-Dollar investiert, um Saatguterzeuger und andere Unternehmen im Bereich landwirtschaftlicher Produktion aufzukaufen. 2005 übernahm Monsanto unter anderem den weltgrößten Produzent für Gemüse-Saatgut, Seminis, für eine Milliarde US-Dollar.

 black01_next.gif Komplett...

  


                                "Im Auge des Zyklons"


Als Au-pair ging die Norwegerin Eva Joly nach Frankreich. Als Richterin enttarnte sie Jahrzehnte später ein Netz von Wirtschaftskriminellen – Manager und Politiker der obersten Etagen. Ihre Erkenntnis: Abzockerei, Kickbacks und Korruption sind nicht Ausnahmen, sondern Teil des Systems.
[...]
In Ihrem Buch veröffentlichen Sie eine Liste von 25 Richtern, Staatsanwälten und Journalisten, die ermordet wurden. Bisher hielten wir das für ein sizilianisches oder russisches Phänomen…

Es sind alles Leute, die ihre Weigerung, sich korrumpieren zu lassen, mit dem Leben bezahlten. Man glaubt ja, das passiere irgendwo sonst, nur nicht bei uns.

black01_next.gif Komplett...

Da brat mir doch einer 'nen Storch!! Und das mitten in der "Musterdemokratie" Europa. Das kann nicht sein!! In Russland, klar, da schon! Bei uns? Ach was!! Lasst uns also mit dem Finger auf Russland zeigen, haufenweise black01_next.gif Artikel schreiben und ein
black01_next.gif Sonderprogramm »Anna Politkowskaja« einrichten. Denn "Ihr Tod wirft ein bezeichnendes Licht auf den Stellenwert der Meinungsfreiheit in Russland. In den letzten Jahren wurden zahlreiche russische Journalisten ermordet, so etwa der Chef des "Forbes" Magazins. Die Hintergründe wurden nur selten bekannt. Dadurch ist ein Klima der Angst und Selbstzensur entstanden, in dem die Freiheit des Wortes und das Aufdecken von Missständen stark an Bedeutung verloren haben." (>>).
Wie gut daß das bei uns gänzlich anders ist und wir mit Sonderprogrammen und investigativem inform_white.gif "Breitbandjournalismus" nur so überschüttet werden.
Nicht das nicht etwa über den Tod russischer Journalisten berichtet werden sollte, ganz gewiss schon. Nur fehlt meiner Ansicht nach beim überwiegenden Teil des Mainstream und der überwiegenden Menge an Infos ein gerüttelt Maß an Ausgewogenheit. Nun, wer im Glashaus sitzt, schmeißt halt nicht mit Steinen!

 

 


                                Wie der Wohlfahrtsstaat Schweden korrumpiert hat


[...] Was wir aktuell in Schweden erkennen, ist die völlig logische Konsequenz des Wohlfahrtsstaates: Wenn durch erhaltene Vergünstigungen die individuelle Verantwortung für das eigene Leben delegiert wird, schafft man damit eine neue Art Mensch – unreif, verantwortungslos und abhängig. Was der Wohlfahrtsstaat tatsächlich geschaffen hat, ist eine Bevölkerung von psychologischen und moralischen Kindern – wie Eltern, die ihre Kinder vor jedem Problem abschirmen, sie nie Verantwortung übernehmen, nie eigene Lösungswege finden lassen und damit ihre Kinder bedürftig, verwöhnt und immer fordernder werden lassen.

 black01_next.gif Komplett...

Hat was für sich, wie ich finde. Zwar kann ich die schwedischen Verhältnisse kaum beurteilen, aber einiges der Grundaussagen aus diesem Artikel, meine ich durchaus auch in Deutschland wiederfinden zu können.

 

 # 02.10.06 # 

 

 !! WIRTSCHAFT !! 

 

• »Rentenkasse + Schwankungsreserve + völlig meschugge« •

• »"Warum ein fallender Ölpreis keine Auswirkung auf die Inflationsrate hat" + Inflationerklärungen« >> • 

• »Staatsbankrotte – Erfahrungen aus der Geschichte« >> • 

 !! POLITIK !! 

 

»Die U-Boote für den Krieg / Israel-Libanon / UN-Resolutionen« >>
»Steuerzahler-Raub von 14 Milliarden + Die Kirchen und das liebe Geld« >>

 !! SONSTIGES !! 

 

»Der Großteil unseres Lebens ist eine Illusion / die Matrix« >>

 

 

Rentenkasse + Schwankungsreserve + völlig meschugge

Habe mal wieder die Daten aktualisiert (August '06)!! Bei Bedarf bitte HIER nachschauen! Schaut rein zahlenmäßig erstmal ganz gut aus. Ein paar Punkte möchte ich dazu jedoch noch anbringen.

• Für 2006 gilt:

"Leider lassen die Zahlen über die Beitragseingänge in den ersten Monaten des laufenden Jahres aber keine verlässlichen Rückschlüsse auf die tatsächliche Höhe der monatlichen Beitragseinnahmen zu. Dies ist eine Folge der Neuregelungen zur Fälligkeit des Gesamtsozialversicherungsbeitrags, die zu Beginn dieses Jahres in Kraft getreten sind. Danach sind die Sozialversicherungsbeiträge von den Unternehmen stets bereits in dem Monat abzuführen, für den die Arbeitsleistung erbracht worden ist. Die Sozialversicherungen erhalten dadurch von den meisten Unternehmen in diesem Jahr 13 Monatsbeiträge." (>>)

• Trotzdem scheint sich die Einnahemseite für den Augenblick wirklich verbessert zu haben.
Was ich dann aber unter www.bundesregierung.de lesen durfte, können wir getrost unter Public Relations und/oder "Wortklauberei" abhaken.
Bevor ich allerings fortfahre noch der Hinweis, daß ich keine Ahnung habe wie die folgenden Zahlen mit denen zusammenpassen, aus denen ich die Tabellen in obigem Link erstelle und die hiervon stammen. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ganz offizielle Zahlen des "Forschungsportals der deutschen Rentenversicherung".
Jedenfalls, unter besagter www.bundesregierung.de-Seite steht:

Bundeszuschuss für Rente wird reduziert
Die Verbesserung der Einnahmen in der Rentenversicherung ermöglicht es der Bundesregierung, den Bundeszuschuss, der 2004 fast ein Drittel der Rentenzahlungen ausmachte, zu reduzieren. In den letzten Jahren waren die Rentenzuschüsse stets gestiegen.

Also, Bundeszuschuss und Rentenzahlungen, das sind zunächst mal die Größen. In dieser Tabelle 241.00 können wir, nach ein bißchen Rechnerei, feststellen, daß die Bundeszuschüsse (allgemeiner+zusätzlicher Bundeszuschuss) von Jan.-Aug. '06 insgesamt 36,64 Mrd.€ ausmachten. Hier (Tabelle 211.00, erste Zeile der Ausgaben) wiederum sehen wir, daß die "Renten und Zusatzleistungen" im gleichen Zeitraum insgesamt 133,36 Mrd.€ betragen.
Somit ergibt sich ein Prozentsatz der Bundeszuschüsse an den Rentenzahlungen von 27,5%.
Ich weiß nicht was "»fast« ein Drittel" heißen soll, aber selbst ohne dieses "fast" ist eine nennnenswerte Reduzierung nur mit reichlich gutem Willen zu erkennen.
Das ist aber noch nicht alles! Wir können durchaus noch ein bißchen weiter rechnen. Nämlich dann, wenn wir die "Begriffe" erweitern (alles noch Jan.-Aug. '06). Erweitern auf "Zuschüsse, Beiträge und Erstattungen aus öffentlichen Mitteln insgesamt" (=47,61 Mrd.€: Tab. 241.00) auf der einen und "Ausgaben insgesamt" (=154,37 Mrd€; Tab. 211.00) auf der anderen Seite.
Hierbei beträgt der Wert 30,9 Prozent und liegt damit sogar noch höher als oben der!
Wer ob dieser marginalen Rückgänge von "reduzieren" spricht - vor allem wenn er noch ein »fast« für 2004 davor setzt -, ist entweder ein Erbsenzähler, oder Politiker! Oder natürlich beides !!

Was eigentlich aber noch interessanter ist, ist ein Blick auf die "Positionen der Schwankungsreserve", quasi das "Vermögen" der Rentenkassen. Kumulieren wir dort die dargestellten, aufschlußreichsten Zahlen, ergibt sich folgendes:

Positionen der Schwankungsreserve

Monatliches Rechnungsergebnis Januar-August 2006, kumuliert
[Mrd.€]

Termin- und Spareinlagen, Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen

76,82 *

Schwankungsreserve

75,89 *

* Von hiesiger Zeile eins werden in der Originaltabelle noch ein paar Posten abgezogen, weswegen sich die "Termin- und Spareinlagen, Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen" hier größer darstellt, als die Schwankungsreserve

Im Grunde heißt das, daß sich das Vermögen der Rentenkassen auschließlich aus "Termin- und Spareinlagen, Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen" zusammensetzt. Leider, leider gibt es keine detailiertere Auflistung, wie ganz genau diese Positionen aussehen. Aber einen Hinweis finden wir im Paragraph 217, im für die Schwankungsreserve zuständigen "Sozialgesetzbuch". Liest man sich das dort durch, kommen meines Erachtens, neben Bargeld (=Spareinlagen), im Grunde nur noch Staatspapiere in betracht ("Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen" sind ja eh schon oben genannt). Staatspapiere sind aber nichts anderes als die Verschuldung des Staates!! Wir können also durchaus unterstellen, daß das "Vermögen" der Rentenkassen zu einem Großteil aus Staatsverschuldung stammt. Das ist doch total pervers!! Erst gibt der Staat den Rentenkassen zig Milliarden "Zuschüsse" im Jahr, die selbst schon nicht ohne Neuverschuldung des Staates zu schultern wären, und die Rentenkassen legen dann ihr "Vermögen" in genau diesen Schulden an. Da wird man ja völlig meschugge!

Bedeutet das nicht in letzter Konsequenz - Staatsschulden sind ja auch nichts anderes als zeitlich nach vorne geholte, zukünftige Steuereinnahmen -, daß wir das auch noch zu den Bundeszuschüssen - die ja selbst schon Steuergelder oder Verschuldung sind - hinzuzählen müssen und die "Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln" eigentlich noch sehr viel höher sind? Wie gesagt, man (ich) wird (werde) da völlig meschugge!

Apropos meschugge (um die Verwirrung komplett zu machen)!!
Mittelschwer meschugge muß auch der Autor des bereits oben erwähnten Artikels (www.bundesregierung.de) beim Niederschreiben gewesen sein. Im letzten Absatz äußert er sich dergestalt:

Wenn in Zukunft weniger Bundeszuschüsse zu leisten sind, können bei gleichbleibendem Haushaltsvolumen diese Mittel für Investitionsförderungen vorgesehen werden. Die daraus erwachsende sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kann dann wiederum mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

1.) Wenn der Bund durch "Mittel der Investitionsförderung" Beschäftigung "schafft", wer zahlt dann letztlich in die Rentenversicherung ein?
2.) Wenn ein Angestellter des Bundes oder ein Bundesbeamter "Steuern" bezahlt, wer bezahlt dann letztlich diese Steuern?
3.) Wenn zu erstens und zweitens die Antwort »der Bund« lauten sollte , wer bezahlt dann letztlich beides?
4.) Wenn zu drittens die Antwort »der Abgabenleistende« lauten sollte und die gesamtstaatlichen Schulden trotzdem rd. 1,5 Billionen Euro betragen, was passt dann da nicht zusammen?

    Richtig! Die Denkweise in den Hirnen der meisten Deutschen!!

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"Warum ein fallender Ölpreis keine Auswirkung auf die Inflationsrate hat" + Inflationerklärungen

Laut vielen Beobachtern sollte der jüngste Rückgang des Ölpreises den Anstieg der Kerninflationsrate, d.h. des Verbraucherpreisindex (VPI) abzüglich Lebensmittel und Energie, abmildern. (Der Ölpreis ist auf rund $63 pro Barrel von $74,50 Ende Juli gefallen – eine Reduktion von 15,4%). Diese Beobachter glauben, daß der Preis des Erdöls eine wichtige Rolle in der Preisentwicklung der Güter und Dienstleistungen in Nicht-Energie-Sektoren spielt.

Komplett...

Der Artikel ist aus zwei Gründen sehr wohl beachtenswert:
    Erstens weil er durchaus andeutet daß Inflation ausschließlich ein monetäres - und damit schlußendlich und »vor allem« ein kreditäres - Phänomen ist. Sooo oft bekommen wir das nicht zu hören.
    Zweitens weil er - vermutlich ungewollt und auch "nur" indirekt - auf den Umstand aufmerksam macht, daß eine "echte" Inflation - sozusagen die, die wir tagtäglich "spüren" - das unmittelbare Ergebnis von Staatsverschuldung ist.
Wobei erstens und zweitens natürlich miteinander zusammenhängen.

Zu erstens:
Hierzu folgen gleich zwei ganz brauchbare Links (bis auf ein paar Details, aber das würde an diese Stelle zu weit führen), für grundsätzliche Erklärungen zur Inflation. Zuvor aber noch ein paar - so hoffe ich jedenfalls - hilfreiche und richtigstellende Definitionen, die dann, nach Durchsicht der Texte, im Besten Falle sogar Sinn ergeben .

a) »Kaufen« und »Bezahlen« ist nicht das Selbe! »Kaufen« kann ich mit Kredit, »Bezahlen« kann ich nur mit Geld!!

b) Was da aus dem "Nichts" erzeugt wird, ist nicht etwa Geld!! Es sind Kredite!!

Zu beidem - a) und b) - hier eine kurze (wirklich kurze!) Erläuterung: "Geschaeftsbanken schoepfen kein Geld"

So, die Links zur Inflation:

"Deflation und Inflation"

"Der Trick mit Inflation und Deflation"

Zu zweitens:
Die hierfür relevanten Absätze sind diese:

Wenn der Preis von Öl steigt und wenn die Konsumenten weiterhin genauso viel Öl verbrauchen, müssen die Konsumenten nun mehr Geld für Öl aufwenden. Wenn die Geldmenge konstant bleibt, ist daher weniger Geld für andere Güter und Dienstleistungen zur Verfügung. Das bedeutet natürlich, daß der durchschnittliche Preis der sonstigen Güter und Dienstleistungen sinken muß.
Es sollte betont werden, daß sich die Gesamtausgaben für Güter nicht verändert; nur die Aufteilung hat sich verändert, wobei mehr Geld für Öl und weniger Geld für andere Güter ausgegeben wird. Daher bleibt der durchschnittliche Preis der Güter unverändert. Gleichermaßen wird der Anstieg der Güterpreise im Allgemeinen vom Anstieg der Geldmenge begrenzt und nicht vom Anstieg des Ölpreises.

Ganz genau so würde (!!) es sich verhalten, wenn es - rein theoretisch - tatsächlich eine "freie", "autarke" Wirtschaft geben würde. Wobei eine Änderung der "Geldmenge" - die in dieser Beschreibung ja als konstant angenommen wird - im Grunde keine Rolle spielt!! Denn mit ihr würde sich auch gleichzeitig die "Warenmenge" entsprechend ändern!
Eine tatsächlich "freie" und "autarke" Wirtschaft gibt es deshalb nicht, weil sich mittendrin noch einen Teilnehmer zeigt, der diese Mechanismen unterläuft: »Der Staat«!

Die Inflation

[...]

Die freie, die kapitalistische, unter debitistischem Druck stehende Wirtschaft ist tendenziell inflationär, weil die neu geschaffene Schuld, alias Geld, alias Kaufkraft, alias Nachfrage auf das vorhandene Leistungs- bzw. Produktionsvolumen trifft und ergo die gute alte Vorstellung greift, daß »zuviel Geld« »zuwenig Waren« gegenübersteht, ergo die Preise dieser Waren (ausgedrückt in diesem »Geld« eben) steigen müssen.

Aber: Während die Schuld läuft, ist der Schuldner seinerseits unter Druck und muß anfangen zu leisten. Sobald seine Leistung auf den Markt trifft, gilt natürlich umgekehrt: »Zuviel Waren« treffen auf »zu wenig Geld«. Das heißt: das Verhältnis hat sich jetzt wieder zugunsten der Waren verschoben, die ihrerseits »billiger« werden.

Ein einfaches Beispiel:

PhaseA (inflationär): Jemand kauft 1000 Porsches auf Kredit. Damit er die Autos kriegt, bietet er höhere Preise, das allgemeine Preisniveau steigt.

Phase B (defiationär): Um den Kredit zum Kauf der 1000 Porsches abzulösen, produziert der Schuldner eine Million Skateboards. Die wirft er auf den Markt, die Skateboard-Preise und damit das allgemeine Preisniveau fallen.

Kurzum: Der Kapitalismus ist nichts als eine endlose Kette von Millionen kleiner Inflationen und Millionen kleiner Deflationen.

Denn das Porsche/Skateboard-Beispiel ist jeden Tag auf jedem nur denkbaren Markt millionenfach zu sehen.

Der Normalzustand der freien Wirtschaft ist daher das stabile Preisniveau. Denn die Inflationen und Deflationen heben sich letztlich gegenseitig auf. Und wie könnten auch die Preise dauerhaft steigen oder dauerhaft fallen? Denn die Schulden, die gemacht wurden, um an einem Markt Nachfrage zu entfalten, treiben dort die Preise hinauf und führen automatisch an einem anderen Markt zu fallenden Preisen, da dort wenig später die mit Hilfe der Schulden vorfinanzierte Produktion, also »mehr Menge« eintrifft.

Insofern haben die Wirtschaftspolitiker absolut recht, wenn sie als ihr Ideal das »stabile Preisniveau« bezeichnen. Ein so eminent kluger Kopf, wie der ehemalige Mitherausgeber der »Frankfur­ter Allgemeinen Zeitung« Jürgen Eick hat diesen absolut erstre­benswerten und einer freien Wirtschaft angemessenen Zustand einst als »Nonflation« bezeichnet. Kapitalismus und Nonflation. Das ist es! 

Nur leider: So einen schönen Zustand kann es nur geben, wenn wir alle mit ehrlichen Karten spielen. Wenn wir als Schuldner auch alle zur (deflationären), Leistung zu zwingen sind. Sobald ein Falschspieler am Tisch Platz nimmt, ist es aus.

Dieser Falschspieler ist der Staat. Der Staat als infallibler Schuldner.

Denn ein Schuldner, der zwar Schulden machen darf, der aber anschließend nicht zur Leistung zu zwingen ist, muß das Preisniveau inflationieren. Daher kann es in einer freien Wirtschaft immer nur eine Inflationsquelle geben: den Staat.

Da der Staat die Schulden, mit deren Hilfe er inflationiert hat, nicht durch zusätzliche Leistung abgetragen hat bzw. durch seine Steuerzahler hat abtragen »lassen«, sind diese Schulden übriggeblieben. Daher endet auch jede Inflation nicht etwa mit einer allgemeinen »Entschuldung«, sondern damit, daß die Schulden auf Höchststand liegen und anschließend die Schuldner reihenweise krachen.

Vor allem die Vorstellung, daß sich der Staat durch Inflation »entschulden« könne, ist albern. Denn Inflation ist bekanntlich nur durch immer mehr und immer höhere Schulden möglich. Also müßte der Staat immer mehr Schulden machen, um (»Entschuldung durch Inflation«) schließlich immer weniger Schulden zu haben. Auf diesen Denkfehler, der immer wieder aufgetischt wird, habe ich bereits im CRASH-Buch hingewiesen.

Der Staat muß nicht »selbst« leisten, nachdem er Schulden gemacht hat. Er kann selbstverständlich »seine« Bürger dafür heranziehen. Nur: Er muß es tun!

Kommt es nach staatlichem Schuldenmachen nicht zu zusätzlicher Leistung (durch den Staat oder diejenigen, die steilvertretend für ihn leisten, die »Steuerzahler«), dann entfällt der sofortige deflationäre Effekt, der jedem Schuldenmachen zwangsläufig innewohnt. Die Inflation startet, wird durch begleitendes privates Schuldenmachen noch verschärft, bis dann die unausweichliche Deflation doch kommt, je später um so gnadenloser!
[...]

a) Inflation ist nur möglich, wenn Schulden nicht durch Leistung zum Erlöschen gebracht werden.

b) Diesen Prozeß kann über längere Zeit nur ein »infallibler Schuldner«, der »Staat« also, bewerkstelligen.

c) Der Staat leistet nicht, zwingt aber auch seine Bürger nicht zur (stellvertretenden) Leistung, etwa durch Abforderung höherer Steuern.

d) Dies macht der Staat nicht, weil die Bürger dann schnell merken würden, daß sie alle »Segnungen«, die sie angeblich per staatlichem »Kredit« finanziert bekommen haben, nunmehr mit Zins und Zinseszins zurückzahlen müssen.

Beispiel:
Der Staat hat das Straßen-Monopol. Er baut die Straße, finanziert das Ganze mit Geld seiner Bürger. Die haben dann beides: einmal die Straße zur kostenlosen Benützung, dann noch die Titel in ihrem Portefeuille, die sich mit Zins und Zinseszins vermehren, weil die Straßenbau-Gelder nicht über Steuern abgefordert werden. Der Bürger ist ja nur scheinbar doppelt reich (Straße und Guthaben in Höhe der Straßenbau-Kosten).
Nach ein paar Jahren ist die Straße kaputt. Eine neue wird gebaut, die alte aber steht noch voll als Guthaben in den Büchern der Bürger, die sich entsprechend »reich« vorkommen, wiewohl der »Gegenwert« ihres Reichtums, die alte Straße nämlich, längst unter einer neuen Straße verschwunden ist, die sie nun erneut »finanzieren« dürfen, woraufhin ihre Guthaben weiter steigen und wieder per Zinseszins hochgebucht werden und so weiter und so fort.

e) Inflationäre Prozesse (Schuldenmachen ohne Leistung) führen zu Inflationen auf breiter Front. Wenn das Preisniveau dauernd steigt, ruft dies nicht nur die bekannten Spekulanten auf den Plan, die Immobilien-»Haie« und die Gold-»Gurus«, sondern es führt ganz allgemein in der Wirtschaft zu einem Klima des Sich-schnell-und-leicht-Verschuldens.

[...]

Aus: "Der Kapitalismus - EIn System, daß funktioniert"

 ******************************************************************************

Staatsbankrotte – Erfahrungen aus der Geschichte

Ein nicht ganz uninteressanter Bericht. Ist jedenfalls eine Durchsicht wert: KlickKlack.... Auch wenn ich einigen Aussagen nicht uneingeschränkt zustimmen möchte. Als da beispielsweise wäre:

Nur um Missverständnisse zu vermeiden, sei daran erinnert, dass Staatsverschuldung als solche noch kein Skandal ist, sondern sogar notwendig und verdienstvoll sein kann. Wie in der Wirtschaft, so werden auch im Staat große, auf Dauer angelegte Investitionen am vernünftigsten über öffentliche Anleihen finanziert. Sie sind in jedem Fall der Finanzierung durch Zwangssparen vorzuziehen und das ideale Mittel, anlagebereitem Kapital eine sichere und ertragreiche Unterkunft zu gewähren. Von Staatsverschuldungen dieser Art profitieren der Bürger wie sein Staat.

Wie dem auch sei, trotzdem finden sich dort ein paar durchaus lesenswerte Passagen.

Im Jahre 1979 schrieb Ernst Friesenhahn einen Satz nieder, der damals anscheinend nur theoretischer Natur zu sein schien, in den aber die Warnungen eines besorgten Wissenschaftlers eingegangen waren – um ungehört zu verhallen: "Im übrigen steht die Bewährungsprobe noch aus, wie sich das Parteienspektrum halten und wie die Regierung und das Parlament mit verfassungsmäßigen Mitteln der Lage Herr werden würden, wenn einmal die wirtschaftliche Prosperität stagnieren sollte und die Bundesrepublik wie die Weimarer Republik mit einem Arbeitslosenheer von 6 Millionen konfrontiert würde."
[...]
Hier sei eine Definition des Begriffs „Staatsbankrott“ verwendet, die dem Fachman zwar ungenügend erscheinen mag, dem Bedarf dieser Überlegungen aber genügen dürfte:

„Ein Staatsbankrott findet statt, wenn ein Staat nicht mehr in der Lage ist, seinem Personal die Gehälter pünktlich zu zahlen und den Zinsendienst der Staatsanleihen zu bedienen und nicht mehr fähig ist und wenn diese Lage nicht mehr durch die klassischen Entschuldungstechniken zu beheben ist.“

Ob und gegebenenfalls inwieweit sie die Bundesrepublik – im Bund wie in den Ländern und Kommunen – diesem Punkt genähert hat, kann der Rechtshistoriker nicht ermitteln...

Nun, Hinweise gibt es immerhin. Einer davon wäre z.B jener hier:

Bund und Länder können Pensionen nicht mehr zahlen
Das Verbrauchermagazin OPTIMAL VERSICHERT hat erstmals die Versorgungslücke für die rund 1,7 Millionen Beamten berechnet. Wie die Zeitschrift aus dem VOXPOP-Verlag in seiner Oktober-Ausgabe (Erscheinungstag: 27. September 2006) berichtet, müssen Staatsdiener unter 40 Jahren später mit bis zu 30 % weniger Alterseinkommen leben.

Komplett... <==> (Detailierteres zu "Versorgunsempfängern" findet ihr HIER)

Einen doch noch!

Aber, wie gesagt, Staatsbankrotte sind nicht unvermeidlich und können bei beherztem Zugriff selbst in verzweifelten Lagen noch abgewendet werden.

Na ja, in diesem Statement liegt für meinen Geschmack zu viel Interpretationsspielraum. Klar, streicht der Staat z.B. 50% der Pensionen und/oder Renten, dann könnte durchaus von einer Vermeidung des Staatsbankrottes die Rede sein. Andererseits könnte man eben genau das bereits als Staatsbankrott ansehen. Zudem, ich komme zum dbzgl. Hauptproblem, werden solche Maßnahmen ganz sicher nicht ohne heftigste "Gegenwehr" ablaufen.
Selbstverständlich, es gibt immer irgendwelche Möglichkeiten - auf jeden Fall in der Theorie. Liegt alles bereits auf dem Tisch (auch wenn sich niemand rantraut, weil "sie" ja wiedergewählt werden wollen: siehe NPD unten). Doch das ist gar nicht der Punkt!! Der Punkt ist, wie die daraus entstehenden Konsequenzen aussehen, und, vor allem, ob sie ohne größere Verwerfungen, Tumulte, ja vielleicht sogar Kriege (??) - eben ohne großes "Leid" - ablaufen.

 

!! P O L I T I K !!

Die U-Boote für den Krieg / Israel-Libanon / UN-Resolutionen

Setzt Israel - wie jüngst im Libanon – Streitkräfte ein, so kommt meist auch deutsche Wehrtechnik zum Einsatz. Neben den USA, die in großem Umfang Militärhilfe bereitstellen und der eigenen, leistungsfähigen Rüstungsindustrie ist Deutschland für Israel ein wichtiger Lieferant. Die deutsch-israelische Rüstungskooperation hat Tradition.

Komplett...

Der ganze Artikel ist "nicht schlecht". In Hinsicht auf die "Iran-Krise", will ich aber ein Detail mal herausziehen.

Neben sechs 533mm-Torpedorohren für die genannten Aufgaben, verfügen die Boote über vier größere Rohre vom Kaliber 650mm. Als bekannt wurde, dass Israel im Jahr 2000 vor Sri Lanka einen Flugkörper mit einer Reichweite von 1.000-1.500 km Reichweite getestet haben soll, gingen Fachleute davon aus, dass Israel die U-Boote als äußerst sichere Waffenplattform für nuklear bestückte Flugkörper nutzen will.[...] Trotzdem sagte Deutschland Israel im Oktober 2005 zwei weitere, Dolphin-U-Boote zu. Diese haben einen Brennstoffzellenantrieb und können deshalb länger tauchen und deutlich weiter fahren.

Abgesehen von dem "normalen", seit mehreren Jahrzehnten vorhandenen, atomaren Waffenpotential Israels - daß offensichtlich kein Schwein interessiert -, mit den Dingern kann die israelische Armee quasi unmittelbar vor die Haustür fahren - z.B. Irans Haustür -, ohne daß das auch nur  irgendeiner mitbekommt. Irgendwie unangenehm!!

Man stelle sich vor, die BRD würde sich tatsächlich um friedensbringende Maßnahmen kümmern, die am End auch noch erfolgreich wären, was für Geschäfte dann flöten gehen würden. Nicht auszudenken! »So gesehen« ist Miss Mörkel, unser aller demokratisch gewählte "Volksvertreterin" , nichts anderes als konsequent, wenn sie sich in Bezug zu Israel so äußert: "Ja, wir sind nicht neutral und wir wollen auch gar nicht neutral sein. Deutschlands Außen- und Sicherheitspolitik seit 1949 war nie neutral. Sie war, ist und bleibt wertegebunden. Wertegebunden ist das Gegenteil von Neutralität." (>>).

Nun ja, ich Frage mich zwar, welche "Werte" sie für wert hält, gebunden zu werden, aber was weiß ich schon! Vielleicht, etwas abschweifend, meint sie ja so etwas hier: "BÜCHER-GIFTSCHRANK - Was US-Schüler nicht lesen sollen". »Bush's« USA ist selbstredend geradezu der Inbegriff bindenswerter Werte: "USA: Bekenntnis zur Folter" + "Die Foltermethoden der CIA"

Zurück zu Israel! Es ist es durchaus "Wert", in dieser Richtung nochmal etwas genauer hinzuschauen. Beispielsweise mehrereabsolut bemerkenswertes Detail zur UN-Resolution 1701 zum Libanon. Israels Außenministerin Liwni gibt dazu höchstpersönlich in einem Interview  folgendes von sich:

Die Resolution 1701 (die ein Waffenembargo und eine Friedenstruppe vorsieht, Anm. d. Red.) wurde in meinem Ministerium zwei Tage nach Beginn der Operation entworfen.

    Erstens dachte ich - naiv wie ich nun mal bin - bis dato noch, daß dafür die UNO zuständig sei. Oder doch zumindest nicht eine der kriegsführenden Parteien selbst. Anscheinend lag ich damit falsch!
    Zweitens, der Libanon-Krieg dauerte insgesamt 33 Tage! (>>). Hallo??? Nach nur zwei Tagen gab's bereits einen Entwurf für eine Resolution? Und das auch noch unter der Prämisse von "erstens"? Wir basteln uns also in Eigenregie erst die Resolution, und führen dann, nach diesen Vorgaben, den Krieg? Das stinkt zum Himmel!!!

Im Übrigen wurde das Interview von einem gewissen Josef Joffe geführt, weshalb es auch so überaus "kritisch" ausfällt. . Zu Joffe siehe kurz HIER und weiter unten.

Und als ob derlei "Ungereimtheiten" noch nicht genug wären, finden wir noch weitere "Seltsamkeiten".

Ausdrücklich besagt, erst jüngst verabschiedete Resolution 1701,
"Der Sicherheitsrat.....18. betont, wie wichtig und notwendig die Herbeiführung eines umfassenden, gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen Osten auf der Grundlage aller seiner einschlägigen Resolutionen ist, namentlich seiner Resolutionen 242 (1967) vom 22. November 1967, 338 (1973) vom 22. Oktober 1973..."

Der entscheidende Satz widerum, findet sich in Resolution 242 aus 1967 (>>)...

a) Rückzug der israelischen Streitkräfte aus den während des jüngsten Konflikts besetzten Gebieten,

...welche durch R. 338 nochmals bekräftigt wird

Der Sicherheitsrat...fordert alle betreffenden Parteien auf, unmittelbar nach der Einstellung des Feuers mit der Verwirklichung der Resolution 242 (1967) des Sicherheitsrates in allen ihren Teilen zu beginnen;

Dieses winzige, völlig unbedeutende, kaum nennenswerte Detail (das war Ironie!) scheint keiner Erwähnung wert! . Der Rest (Truppenstationierungen, Blaue Linie, Waffenlieferung/embargo etc) allerdings, wird dermaßen breitgetreten, daß es uns wieder zu den Ohren rauskommt.
Die Formulierung »betont« ist möglicherweise der Aufhänger. Scheint so, als ob diese (bewußt gewählte?) Wortwahl keine echte Handlungen zu "erzwingen" vermag. Denn die anderen, wichtigen Absätze fangen mit »beschließt« und »fordert« an. Offensichtlich besitzen die Formulierungen verschiedenen "Wertigkeiten".
Wie auch immer, das Resultat ist jedenfalls, daß nur einzelne Passagen umgesetzt werden, andere hingegen nicht. Was aber sind - im Sinne von "Gerechtigkeit" - Resolutionen wert , wo sich einzelne Parteien die Rosinen rauspicken können? Bis auf den Nachweis von gelungener PR, gar nichts!!
Na ja, was reg ich mich eigentlich auf?, ist es doch im Grunde kein Wunder, schließlich kümmert das seit Jahrzehnten kein Schwein. Insbesondere nicht Israel und die USA (Seit 1982 verhinderte Washington 32 Israel-kritische Resolutionen im UN-Sicherheitsrat. "Das sind mehr Vetos als von allen anderen Sicherheitsratsmitgliedern zusammen"... >>)

Um nicht zuuuu einseitig zu wirken: Es gibt durchaus auch noch andere "Spieler" am globalen Schachbrett. Auch diese verstehen es, Stellvertreter-Kriege zu führen.

Irgendein Mitglied findet sich immer, das blockiert. Im Fall des Sudan verhindern Russen und Chinesen jede drastische Maßnahme gegenüber dem Schurkenstaat: die einen verkaufen den Sudanesen ihre Mig-Kampfflugzeuge, die anderen beziehen viel Öl aus dem afrikanischen Land.
Aus: "Darfur ist Ruanda in Zeitlupe"

 


Sudan: Oil concessions

Nicht daß die USA & GB nicht auch dort ihre Griffel am Brett hätten - oder zumindest hatten: "Hinter den Gräueltaten im Sudan - der Kampf um Öl". Aber es gibt eben doch auch andere!

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Nur nochmal kurz angeschnitten!! Kommentare erspare ich euch. Spricht ja auch für sich!!

Steuerzahler-Raub von 14 Milliarden

Überall müsse gespart werden, tönt es uns aus Zeitungen, Fernsehen und von Politikern entgegen. Man könne nicht mehr aus dem Vollen schöpfen wie früher. Dinge wie soziale Preise für öffentliche Verkehrsmittel könne man sich einfach nicht mehr leisten, heißt es. Wie läßt sich das damit in Übereinstimmung bringen, daß von Geldern der Steuerzahler jährlich 33 Milliarden Euro an die Christlichen Kirchen in Deutschland gehen?

Komplett...

 Für Interessierte: Nochmal der Link, auf durchaus recht aufschlußreiche Einzelheiten: "Die Kirchen und das liebe Geld" 

 

!! SONSTIGES !!

Der Großteil unseres Lebens ist eine Illusion / die Matrix

Fand ich nicht schlecht:

»Ich bin mir nicht sicher, ob so etwas wie Realität überhaupt existiert«, sagte sie.
Er verstand nicht, was sie meinte, und runzelte die Stirn.
»Ist nicht fast unser gesamtes Leben eine einzige Illusion?«, fuhr sie fort.
»Wie das?«
»Tja, alles Vergangene ist Erinnerung, nicht wahr?«
»Stimmt.«
»Und alles Zukünftige ist Vorstellung. Beides sind Illusionen
unser Gedächtnis ist unzuverlässig, und was die Zukunft anbelangt, so spekulieren wir nur. Vollkommen real ist einzig und allein der jeweils gegenwärtige Moment — und der verwandelt sich ständig von einer Vorstellung in eine Erinnerung. Sehen Sie? Der Großteil unseres Lebens ist eine Illusion.«

Tja ja, unsere "Totale Erinnerung".... Noch besser (kennt ihr sicher alle):

Cypher: Hören Sie, ich weiß, dass dieses Steak nicht existiert, ich weiß, dass wenn ich es in meinen Mund stecke die Matrix meinem Gehirn sagt, dass es saftig ist und ganz köstlich. Nach neun Jahren ist mir eine Sache klar geworden: Unwissenheit ist ein Segen. (>>)

Frei nach einem sehr guten Freund von mir: "Das Leben ist eine Idee!. Eine Idee die in unseren Köpfen sitzt!"

Ich denke, genau so ist es! In letzter Konsequenz ist es einzig und allein unser Gehirn, daß "das Leben" ist - "das Leben" macht!

     Einerseits ist das wohl ein Segen, erlaubt es uns doch, nicht nur aber auch, schlimme Ereignisse/Erfahrungen zu verarbeiten. Wie auch immer das im Einzelnen aussieht, es ermöglicht uns zunächst mal zu über- oder schlicht leben.

     Andererseits ist es ganz sicher die Geisel der Menschheit!! Denn wer es schafft, "die Idee" - die Matrix - in die Hirne der Menschen zu pflanzen, der kann sie Formen wie Knetmasse! 

      !! Bitte jeweils auf die Bilder klicken  !!


      Allein schon dieser kurze Trailer läßt einem das Blut in den Adern gefrieren! Jedenfalls bei mir!
      (Homepage zum Film)


      Das hier ist auch nicht viel besser!

Noch ein Artikel dazu: "Christliche Fanatiker auf dem Vormarsch"

Selbstverständlich stellt obiges nur eine Art "der Idee" dar - wenn auch eine überaus verbreitete und vielleicht die mächtigste. Selbstredend gibt es noch 'zig weitere, die tagtäglich unser Leben "bereichern".
Nur ein weiteres Beispiel: 

Die Psychologie der Werbung

Sie wiegt milliardenschwer, ist wandlungsfreudiger als ein Terrarium voller Chamäleons und schillernder als Hollywood. Ihre Protagonisten sind Botschafter mit der Lizenz zu nerven: die schöne Welt der Werbung. Immer wieder gehen wir ihr auf den Leim. Was macht Werbung erfolgreich und uns anfällig für sie?
[...]

Unsere Wahrnehmung ist nicht immer eindeutig: Einmal interpretieren wir das mittlere Schriftzeichen als die Zahl 13, das andere Mal als den Buchstaben B, je nach Kontext.

[...]
Was zwischen diesen beiden Schritten passiert, ist beim Konsumenten wie beim Computer im Wesentlichen vom ablaufenden Programm abhängig...

 

Komplett...

Wie gesagt wird, ein Programm - die Matrix - läuft ab! Nichts anderes!! Der/die Programmierer füllen die "Festplatten" (Kinder) oder/und wechseln später die Programme (Erwachsene). Der/die Programmierer haben's in der Hand!!!
Wir sollten unbedingt darauf achten, uns eine ordentliche "Firewall" zuzulegen, Ansonsten droht "Fernsteuerung". Besser ist's sorge zu tragen, daß wir - wenigstens halbwegs - selbst die Tastatur bedienen!!
Merke: Die laufenden Programme der Erwachsenen, sind die zukünftigen Programme der Kinder!!!

P.S.: Ich habe absolut überhaupt nichts gegen "einen Glauben" an sich. Nur wenn "ein Glauben" in, zum Beispiel, selbstaufopfernden Personen- oder Wesenskult ausartet (im Einzelfall natürlich sehr unterschiedlich auftretend und nicht immer mit eindeutigen Grenzen), dann wird's gefährlich und ist gänzlich abzulehnen. Außerdem sind mir die oft auftretenden, missionarischen Tendenzen ein Greul. Spätenstens da ist Schluß mit Lustig!

 

 # 26.09.06 # 

 

 

 • Neues vom Big Brother!!

 

 

  !! WIRTSCHAFT !!

• »
Ertragslage der deutschen Kreditinstitute + Personalaufwand « •
• »Schuldenuhr« • 

 !! POLITIK !! 

»NPD«

 

 

Ertragslage der deutschen Kreditinstitute + Personalaufwand

Da folgendes nicht ganz unerheblich für die späteren Betrachtungen ist, werfen wir zunächst mal einen Blick auf die Entwicklung der Gewinne der Kreditinstitute (Banken) in Deutschland.
Nachstehende Tabelle zeigt die Gewinne/Verluste aller Banken in Deutschland vor und nach Steuern auf:

    Gewinne/Verluste vor/nach Steuern (alle deutschen Kreditinstitute zusammen)
    [Mrd. €]

     

    1991

    1992

    1993

    1994

    1995

    1996

    1997

    1998

    1999

    2000

    2001

    2002

    2003

    2004

    2005

    VOR Steuern...
    NACH Steuern...

    13,5
    6,1

    14,0
    5,6

    17,1
    7,7

    16,8
    8,8

    19,7
    9,9

    20,0
    9,7

    20,5
    10,4

    33,7
    17,74

    21,4
    12,37

    19,3
    12,6

    14,1
    10,4

    10,9
    7,1

    1,8
    -3,7

    10,4
    4,8

    33,2
    23,5

    Quellen: >> (1991-1993 Daten aus Graphik entnommen = Circawerte) & >>

Vergleichen wir diese Zahlen mit den Verläufen der Aktienindizes (Beispiel Stoxx 50), so können wir im Großen und Ganzen recht deutlich erkennen, daß sie durchaus eine Korrelation aufweisen. Kurz gesagt: In Jahren steigender Aktien, steigende Gewinne; in Jahren stagnierender oder fallender Aktien, stagnierende oder fallende Gewinne. Eine derartige Abhängigkeit der Gewinnentwicklung der Banken ist absolut gegeben. Grundsätzlich zum selben Resultat kommt die BuBa im neuesten Monatsbericht (>>):

    Ähnlich wie im Jahr 2005 dürfte ein spürbarer Ertragszuwachs im operativen Geschäft vielmehr vom Provisionsberschuss sowie vom Handelsergebnis abhängen, deren Entwicklung in engem Zusammenhang zu der Lage an den Kapitalmärkten steht. Die im ersten Quartal gestiegenen Aktienkurse haben entsprechend der bislang vorliegenden Ergebnisse zu einem im Vorjahrsvergleich guten Ergebnisbeitrag geführt. In Anbetracht der im zweiten Quartal gestiegenen Unsicherheit an den Kapitalmärkten dürfte für das gesamte Geschäftsjahr 2006 aber ein ähnlich hoher Ertragsüberschuss wie im Jahr 2005 nur schwerlich zu erzielen sein.

Ganz abgesehen davon, daß auch ziemlich deutlich wird, daß die Jahre spätestens ab 2000 bis 2004 richtig heftig für die Bankenlandschaft in der BRD waren. Mit dem negativen "Highlight" 2003, wo sogar ein Verlust von 3,7 Mrd.€ anfiel. Allerdings natürlich von einem recht hohen Niveau kommend.

-- Kleiner, vorläufiger thematischer Schnitt --

 Die Anzahle der Beschäftigten im Bankengewerbe stellt sich wie folgt dar:

    Anzahl der Beschäftigten im Bankgewerbe

    1991

    1992

    1993

    1994

    1995

    1996

    1997

    1998

    1999

    2000

    2001

    2002

    2003

    2004

    2005

    744.800

    764.150

    773.050

    779.450

    778.250

    769.800

    768.150

    769.350

    771.650

    774.550

    769.300

    751.200

    722.000

    702.750

    693.050

    (>>)

Bis zum Aktienpeak in 2000 - mit Schwankungen - eher steigende Tendenz, ab 2000 - Beginn Crash (!!) - ging's richtig bergab.

Das eigentlich interessante kommt aber erst jetzt: "Der Personalaufwand"

    Personalaufwand aller deutschen Kreditinstitute
    [Mrd.€]

    1994

    1995

    1996

    1997

    1998

    1999

    2000

    2001

    2002

    2003

    2004

    2005

    30,17

    32,11

    32,92

    34,31

    35,84

    38,40

    42,0

    43,0

    41,6

    41,6

    41,2

    43,4

    (>>) & (>>)

Zur Abrundung des Bildes, könnt ihr euch auch noch rechts die Graphik anschauen (draufklicken, Quelle). Wir sehen, daß trotz der z.T. "exorbitant" rückläufigen Beschäftigtenzahlen, die Personalkosten kaum mitziehen - auf keinen Fall im selben Maße, und 2004/2005 sogar wieder anstiegen! Die Banken konnten durch diese Entlassungen im Grunde also nicht mal was einsparen, sondern lediglich weitere, zusätzliche Kosten aus diesem Posten verhindern!! Mehr nicht! Erstaunlich!! Wie kann das sein??

Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste der Angestellten
im Produzierenden Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe
Veränderung zum Vorjahr in %
 

 Jahr

Deutschland

Früheres Bundesgebiet

Neue Länder
und Berlin-Ost

2005

2,0

2,0

2,1

2004

2,4

2,4

2,4

2003

3,3

3,2

4,0

2002

3,9

3,7

4,0

2001

3,2

3,1

3,5

2000

3,0

2,9

2,7

1999

3,0

2,9

2,9

1998

2,5

2,4

3,0

1997

2,2

1,9

3,4

1996

-

3,3

7,3

1995

-

3,8

9,4

1994

-

2,9

11,5

1993

-

4,3

18,8

1992

-

6,0

34,1

1991

-

6,2

-

(>>) | ähnliches bei Verdi

Wieder die BuBa (>>):

    Über alle Kreditinstitute betrachtet...
    Nach wie vor gut die Hälfte der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen machten dabei die Personalkosten aus, die im Berichtszeitraum um 2,2 Mrd € auf 43,4 Mrd € stiegen... Dafür dürften neben Lohn- und Gehaltssteigerungen auch die Erhöhung der Aufwendungen für Altersversorgung durch die Änderung der Bemessungsmethode verantwortlich gewesen sein.

    Verwaltungskosten bei Kreditbanken deutlich gestiegen...
    So stiegen die Personalaufwendungen dieser Institute um 1,3 Mrd € oder 8,9% trotz fortgesetzten Personalabbaus in einer Größenordnung von 1 850 Mitarbeitern. Insbesondere bei den Großbanken dürfte dies neben der Tariferhöhung und den steigenden Aufwendungen für die Altersversorgung auf leistungsabhängige Gehaltsbestandteile zurückzuführen gewesen sein.

Nun hat die BuBa auch nicht immer recht. Deshalb sollten wir unsere Aufmerksamkeit kurz nebenstehender Tabelle zuwenden, die zwar nicht explizit nur für das Kreditgewerbe gilt, aber dennoch einen ganz guten Eindruck vermittelt - denke ich. Gleichzeitig kommen wir auch wieder zurück, zu vor obigem Schnitt, und gleichen ein paar Daten ab.
Wie wir oben feststellen konnten, ist die Abhängigkeit (Gewinnverlauf) des Finanzgewerbes, von der Aktienentwicklung recht hoch. Und trotzdem müssen wir für die Crashjahren ab 2000 Lohnzuwächse von über 3 Prozent festhalten.
Wir erinnern uns: Beschäftigte 2000 bis 2005 = -81.500; Personalaufwand 2000 bis 2005 +1,4 Mrd.€!. Man stelle sich vor, was geschehen wäre, wenn die Beschäftigtenzahlen gleich geblieben wären. Immerhin sind seit '91 einige Banken hops gegangen und einige andere waren nahe dran (Eingreifens des Garantiefonds usw.). Insgesamt können wir seit '91- laut dieser Quelle - minimum 31 Fälle zählen. Nicht das es dergleichen nicht schon immer gegeben hätte, und die Gründe dafür werden vielfältig sein, aber wir sollten es zumindest zur Kenntnis nehmen. Denn ich stelle nochmal die Frage: "Man stelle sich vor, was geschehen wäre, wenn die Beschäftigtenzahlen gleich geblieben wären."

Nicht zu vergessen beinhalten die Persanalaufwendungen selbstredend auch solche Auswüchse, wie zum Beispiel die des Herren Ackerman:

    Josef Ackermann, Deutsche Bank

    Jahr

    Gehalt [Mio.€]

    gegenüber Vorjahr

    2003
    2005

    7,721
    11,900

    +80,33
    +30,10

    (>> & >>)

Allerdings sollten wir nicht den Fehler begehen dies als generellen Maßstab anzusetzen. Ackermann ist ganz sicher das krasseste Exemplar (zumindest in der BRD). In die Gewinn/Verlust-Rechnung von oben gingen 2.169 einzelne Institute, mit 41.394 Zweigstellen, ein - fünf (!!) davon werden als Großbanken geführt (eine davon halt Ackermanns DB). Jedoch: Allein schon 1.756 kommen aus ordinären Sparkassen und Kreditgenossenschaften (Z.B. Raiffeisenbanken), mit insg. 27.264 Filialen. Nur diese Institutgruppe, die wahrlich nichts mit einem "Ackermann-Umfeld" zu tun hat, hat von 2000 bis 2005 34.750 Arbeitsplätze abgebaut!! 
Ich hatte das ja schonmal angebracht, für Ackermans Millionenzuwächse hätten durchaus einige Arbeitnehmer ihren Job behalten können. So schlimm allein diese Betrachtung ist, ist ein anderer Punkt meines Erachtens aber viel wichtiger. Betrachten wir uns nämlich nur mal die nackten Zahlen, spielt - um mal bei Ackermann zu bleiben - Ackermanns abgreifen, bei 43,4 Mrd.€ Personalkosten, 
betragsmäßig kaum eine Rolle. Sehr wohl spielt es aber eine psychologische Rolle. Eine "Rolle", die es beispielsweise Ver.di leicht macht, fünf Prozent mehr Tariflohn zu fordern - a lá: "Wenn "die Großen" abkassieren, wollen wir auch was davon haben". Dadurch wird das aber nicht richtiger! Aus zweimal falsch wird nicht einmal richtig. Nicht das ich das nicht verstehen könnte. Typen wie Ackermann wären vor 30 Jahren so nicht möglich gewesen. Aber letztlich schneiden sie sich ins eigene Fleisch, wenn sie sich an der Handlungsweise dieses Sonderbeispiels orientieren.

Was aber offensichtlich niemand kapiert - schon gar nicht die Gewerkschaften ( "Wir brauchen kräftige Gehaltssteigerungen zur Stärkung der Binnennachfrage" >>) - ist, daß es nicht die Löhne sind, die die Nachfrage steigern. Ohne an dieser Stelle wieder alles neu aufrollen zu können und zu wollen, sie sind nichts anderes als das Resultat von bereits zuvor getätigten Verschuldungsvorgängen. Wie schon 'zig-mal dargestellt, ist es die Neuverschuldung, die zusätzliche Nachfrage generiert.

Und hier komme ich zum eigentlichen Punkt des ganzen Sermons.
Natürlich gehören - sozusagen in zweiter Instanz, die erste können nur die Unternehmen sein (den Staat mal außen vor) - zur angesprochenen Neuverschuldung auch die Kredite an oder von Lohnempfängern. Die laufenden Einkommen - generiert aus vorhergehender Verschuldung - sind aber die Voraussetzung für zusätzliche Kredite dieser Gruppe. Das heißt aber auch, daß jeder Arbeitsloser mehr, nicht nur zusätzliche Kosten für den Steuerzahler darstellt, sondern, und
das ist der entscheidende Punkt, noch dazu ein potentieller Schuldner weniger ist.

Es geht nicht um die Summe der Lohnzahlungen - zumindest nicht direkt -, der relevante Faktor ist die Summe der Neuverschuldung !! Und die Summe der Neuverschuldung kann durchaus trotz einer geringeren, gesamten Lohnsumme zunehmen . Entscheidender als die Lohnsumme selbst, ist die Anzahl der Lohnempfänger ! Denn dadurch bleibt das Potential zur möglichen Neuverschuldung weitgehend erhalten. Und das selbst dann, wenn die Löhne und Gehälter temporär fallen würden. Mit 5% weniger Gehalt, um nur mal eine willkürlich gewählte Zahl zu nennen, ist es immer noch möglich, Kredite aufzunehmen - wenn auch für den Einzelnen vielleicht nicht in vorher möglicher Höhe. Diese 5% weniger Gehalt, hätte aber den Personalaufwandsposten der Banken, in den kritischen Jahren, um einige Millarden Euro geringer ausfallen lassen. Der Druck zu Entlassungen wäre ungleich kleiner gewesen und hätte, davon bin ich überzeugt, auch zu wesentlich weniger Personalabbau geführt. In der Summe wäre damit die potentielle Neuverschuldung, mindestens halbwegs, intakt geblieben.

Ein paar resümierende Gedanken dazu:

Ich bin sehr wohl dafür, daß Arbeitnehmer von guten Zahlen profitieren sollen! Im, in diesem Falle meiner Meinung nach durchaus erlaubten, Umkehrschluß aber, muß das auch heißen, daß Löhne mal Fallen können.
Der, aufgrund der regelmäßigen Tariflohnerhöhungen, entstandene Fixkostenblock, ist im Falle des Falles nur durch Entlassungen zu umgehen. Wäre es möglicherweise nicht viel sinnvoller, die
fixen Kosten - die Grund- bzw. Tariflöhne - stärker zu reduzieren und im Gegenzug gleichzeitig eine generelle Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer einzuführen? Mit allen Konsequenzen! Das hätte gleich meherer Vorteile:
Wenn's gut läuft und eh kein Problem vorhanden ist, haben alle was davon.
Wenn's nicht ganz so gut läuft, schlagen auf "Unternehmerseite" die Fixkosten nicht so stark ins Kontor, auf Arbeitnehmerseite bleibt aber trotzdem noch genügend hängen, um die laufenden Kosten zu schultern. Ja (!!), möglicherweise
weniger als bei höheren Grundlöhnen. Dafür lassen sich "Durststrecken" aber u.U. ohne Entlassungen überstehen (oder wenigstens doch mit nicht so vielen).
Und nochmal, ja (!!), wenn tatsächlich
Verluste anfallen sollten, muß, sozusagen als letzter "Notnagel", sogar eine Kürzung der Grund/Fixlöhne in Betracht gezogen werden. Warum nicht?
Um die genauen Modalitäten können sich ja die Gewerkschaften kümmern, anstatt die alljährlichen, uralten Rituale durchzuspielen.

Noch was: Könnte sein, daß obiger BuBa-Satz "...auf leistungsabhängige Gehaltsbestandteile zurückzuführen gewesen sein." schon in diese Richtung weist. Weiß ich nicht. Vielleicht gibt es ähnliches ja schon in gewisser Weise. Ich meine hier und da geht es bereits in diese Richtung. Dazu, um auch langsam mal zum Schluß zu kommen, noch zwei "Vorkommnisse", die wirklich wahr sind:

  • Anfang April diesen Jahres (am 07.04.06, in irgendeinem Dritten), habe ich in einem Bericht gesehen, daß BMW, wegen des guten Geschäftsverlaufs, an seine ARBEITER zusätzlich eineinhalb Monatsgehälter ausgeschüttet hat. Die Arbeiter profitieren also völlig zu recht am guten Geschäft. Dazu befragt wurde ein Arbeiter, der dies auch für sich bestätigte. Der selbe Arbeiter war aber gleichzeitig im Streik, um noch 5% Gehaltserhöhung durchzusetzen.
  • Neulich unterhielt ich mich mit einem Bekannten (Angestellter im öffentlichen Dienst) über diese Thematik.
    Ich mache es kurz!! Irgendwann sagte er (alles sinngemäß): "
    Es kann ja wohl nicht sein, daß die Gewinne steigen und gleichzeitig Leute entlassen werden, nur um mehr Rendite zu erzielen." Dieser Position kann man durchaus folgen. Nur (!!): Die Diskussion schritt voran und lief ein bißchen in eine andere Richtung! Keine fünf Minuten später dann dies von ihm: "Ich habe überhaupt nichts dagegen ein, zwei Stunden in der Woche länger zu Arbeiten. Es kann aber nicht sein, daß ich in einem Jahr meine letzte, altersstufenbedingte [nicht tariflohnbedingte] Gehaltserhöhung bekommen werde. Ab dann bekomme ich nichts mehr mehr !! Das kann einfach nicht sein!! Und deshalb kann ich die Streiks verstehen."

Wenn in "guten" Zeiten mehr Menschen auf etwas "verzichten" würden1, gäbe es in schlechten Zeiten weniger, die auf mehr verzichten müssen!! Ich bitte darüber nachzudenken! Der nächste "Absacker" kommt bestimmt!!!

     

    1ich betone ausdrücklich, daß ich an dieser Stelle Ackermann & Co. mit einbezogen wissen will!!

  ******************************************************************************

Schuldenuhr (Verschuldung bzw. Kreditaufnahme der öffentlichen Haushalte)

Nur so am Rande:
Ich habe mal wieder die Schuldenuhr aktualisiert!!
Ist ja nun nichts wirklich Weltbewegendes, wollte ich aber trotzdem nicht unter den Tisch fallen lassen. Denn ein kleines Detail dabei, ist möglicherweise doch ganz interessant.

Und zwar gab es in den Bundesbank-Monatsberichen bis vor kurzem immer eine Tabelle mit Daten zu der "Marktmäßige Nettokreditaufnahme der Gebietskörperschaften". Die Angaben dieser Tabelle war gerade mal zwei Monate im "Rückstand". Seit "kurzem" (ich glaube ungefähr seit Anfang 2006) gibt es diese Tabelle nicht mehr.
Weil ich dazu mehr wissen wollte, habe ich die BuBa mal angemailt (presse-information@bundesbank.de). Und das war die Antwort:

    "Im Rahmen einer Umstellung die Texttabelle "Marktmäßige Nettokreditaufnahme der Gebietskörperschaften" aus unserem Monatsbericht herausgenommen wurde. Alternativ finden Sie diese Zahlen in unserem statistischen Anhang - Monatsbericht Seite 57 * - Tabelle VIII.8 "Entwicklung der öffentlichen Verschuldung".

"Dummerweise" liegt besagte Alternativtabelle VIII.8 datenmäßig mindestens sechs Monate im Rückstand. Wir haben also keine Chance mehr, die Kreditaufnahme der öffentlichen Haushalte einigermaßen zeitnah zu verfolgen. 1 (es sei denn, ich habe eine andere Quelle übersehen?).
Jeder "Mist" wird regelmäßig aktualisiert, nur ausgerechnet die
wirklich wichtigen Zahlen zur Kreditaufnahme der öffentlichen Haushalte nicht mehr!! Was soll das? Nun müssen wir nicht hinter jeder Ecke eine Verschwörung vermuten, aber fragwürdig ist das allemal!! Was sollen wir schon mit Zahlen anfangen, die ein halbes Jahr alt sind? Interessiert das dann noch jemanden? Vielleicht so: Eventuell keine Verschwörung, aber durchaus ein "Vertuschen" der Wahrheit - der aktuellen Wahrheit!!

Kurz angehängt: Daran ändert, meiner Interpretation nach, auch die zweite Antwort der BuBa nichts, die ich, auf erneute Nachfrage, erhielt: 

    ...unsere Umstellung hat in der Tat dazu geführt, dass Zahlen zur Neuverschuldung nun nicht mehr im Text, sondern nur noch im Anhang zu finden sind.

    Die Tabelle VIII.8 im Anhang ist nicht ganz so aktuell wie die bisherige Texttabelle, dafür ist sie besser durch Primärstatistiken unterlegt und insofern zuverlässiger. Aktuelle monatliche Zahlen zur Kreditaufnahme des Bundes, der in den letzten Jahren den größten Kreditbedarf hatte, finden Sie im Monatsbericht des BMF (http://www.bundesfinanzministerium.de.).

    Grundsätzlich lässt sich die Finanzentwicklung der öffentlichen Haushalte insbesondere anhand des Defizits und der einzelnen Einnahmen- und Ausgabenkategorien einordnen. Hierüber können Sie sich nach der Umstellung des Bundesbank-Monatsberichts nun sogar noch zeitnäher informieren als zuvor. Die in den Quartalsberichten (Mai, August, November und Februar) regelmäßig noch nicht verfügbaren aktuellen Quartalsangaben zu Gemeinden und gesetzlicher Kranken- und sozialer Pflegeversicherung werden nun nämlich bereits im Monat nach ihrer Veröffentlichung im Rahmen der Kurzberichte zu öffentlichen Finanzen ausführlicher erörtert.

    Die analytischen Vorteile der Betrachtung des Defizits und der Haushaltsentwicklung hat unter anderem folgenden Hintergrund: Die Angaben zur marktmäßigen Kreditaufnahme sind häufig dadurch „verunreinigt“, dass zu Jahresbeginn noch Kredite fürs Vorjahr aufgenommen werden. Damit ist ein Rückschluss auf die Finanzierungslücke in den öffentlichen Haushalten im betrachteten Jahr anhand der Kreditaufnahme nur eingeschränkt möglich.

    Ich hoffe, diese Ausführungen erleichtern Ihnen das Verständnis für die Umstellung des Monatsberichts.

Konkrete Daten der Kreditaufnahme für alle Gebietskörperschaften kann ich nach wie vor nicht erkennen!

    1Weshalb ich die Schuldenuhr auch kaum noch regelmäßig und tatsächlich realitätsnah einstellen kann!! Mir fehlen schlicht die Daten!!

 

!! P O L I T I K !!

NPD

Schauen wir uns mal ein bißchen bei "denen" um! Das aktuelle (??) "Aktionsprogramm für ein besseres Deutschland" sollte ausreichend Auskunft geben. Alle folgende Zitate stammen hieraus, es sei denn, die Quelle ist explitzit angegeben!
Im Weiteren fokussiere ich mich weitestgehend auf den Punkt "WIRTSCHAFTSPOLITIK" ab Seite 16!! Bis auf den kurzen "Abstecher" der sofort folgt:

Den ersten Widerspruch können wir schon im Vorwort entdecken. Dort dürfen wir notieren: "Die Politik dieser Parteien [PDS bis zur CSU] unterscheidet sich nur durch die Kontonummern, auf die sie sich Steuergelder überweisen."
Nicht daß der Herr NPD-Parteivorsitzende damit unrecht hätte , nur vergaß er dabei eine Kleinigkeit zu erwähnen:

    - 1998 kassierte die NPD 587.000 Mark aus der staatliche Parteienfinanzierung. Ein Jahr später waren es bereits 1,16 Millionen Mark... ( >> )
    - Aufgrund ihrer deutlichen Stimmengewinne bei den jüngsten Wahlen kann die NPD rund 700.000 Euro aus der Parteienfinanzierung erwarten... (
    >> )

Die eigene Nase, an die man sich gelegentlich fassen sollte, ist manchmal ziemlich weit entfernt. Jedenfalls hat die NPD offensichtlich reichlich schnell von den etablierten Parteien gelernt, die sie doch eigentlich so innig kritisiert (wie oben zu lesen). Nun, "... die einzige Alternative zum Kartell der etablierten Parteien." scheint schon eben jenem Kartell - dem Kartell "dummes Gelaber" - anzugehören.

----------------------------------------------------

Also, auf zur "WIRTSCHAFTSPOLITIK" der NPD ab Seite 16!!

(ich greife nur mal ein paar Punkte heraus und halte mich bewust knapp und grundsätzlich in meinen Kommentaren, da es sonst einfach zu lang wird. Den Rest könnt ihr euch ja selbst reintun)

Ganz allgemein, aber ein ungemein wichtiger Punkt, fällt zunächst mal auf, daß auch die NPD noch nie etwas von Kreditgeldstandard, Geld = Schulden, "Zwang" zur zusätzlichen Verschuldung, Staatsschulden = Killer, usw usf etc. - eben das, was der Debitismus so treffend beschreibt - gehört hat. Aber das war wohl auch nicht zu erwarten. Dafür wird ein plakatives, völlig undifferenziertes Schlagwort nach dem anderen losgelassen. Auch hierbei unterscheidet sie sich nicht von den "Kartellparteien". Zu einem Gutteil könnte sich die NPD mit der PDS oder einem Teil der Grünen in der Tat die Hände reichen .

    Die Hauptursache der sozialen Mißstände ist die Politik der Globalisierung, die von allen im Bundestag vertretenen Parteien, von der CSU bis zur PDS, betrieben wird. Die Globalisierer zerstören die Mechanismen, die ein Staat benötigt, um eine eigenständige Wirtschaftspolitik zum Wohle des Volkes zu betreiben.

Jedes Wirtschaftssystem ist in absehbarer Zeit zum "Kollaps" verdammt. Allein schon deshalb, weil die beleihbaren "Ressourcen " nicht unendlich zur Verfügung stehen (=mögliche Kredit/Schuldkontrakte=zusätzliche Verschuldung!!). Je abgeschotteter das System ist, je früher schlägt diese Grenze zu. Das System läuft quasi in sich selbst tot = immer wieder Staatsbankrott. Der Ausweg - resultierend aus diesem Zwang -, zur zeitlichen Dehnung, war schon immer - und ist nach wie vor - eine Erweiterung (Externalisierung) des Systems. Entweder halbwegs friedlich, durch Gründung von Wirtschaftsgemeinschaften (siehe historisches Beispiel hier, heute die EU usw), in dem ich den Nachbarn kriegerisch "eingliedere", oder ein Mix aus allem Möglichen.
Ohne "Globalisierung" wär's in Deutschland - und nicht nur hier - schon längst essig (siehe hier). Die "Mechanismen, die ein Staat benötigt" wären schlicht nicht mehr vorhanden!!
Zudem fehlt unter dem Stichwort "Globalisierung" (ca. Seiten 16-18) jeglicher Hinweis, daß Globalisierung auch Exporte bedeutet, ohne die die BRD nicht lebensfähig ist und, vor allem, auch war. Denn das, was die NPD so schön plakativ anprangert, wenn sie sagt "...das [Waren] die im Ausland zu Hungerlöhnen produziert werden, problemlos auf dem deutschen Markt angeboten werden können." ist nichts anderes, als das, was die BRD schamlos die letzten Jahrzehnte (insbesondere natürlich in den 50'er bis 70'er Jahren) selbst gemacht hat, und auch heute selbstverständlich auch noch tut. "Globalisierung" ist keine Erfindung der letzten Jahre - wie suggeriert wird -, sie gab es schon immer!!!
Kritik daran ist notwendig und richtig, aber bitte nicht so überaus einseitig, platt und mit den falschen Prämissen!!

Dazu passt auch der hier:

    Verantwortung von Unternehmern gibt es nicht mehr, nur noch das Bestreben der Vorstände, möglichst hohe Profite für die Spekulanten zu erzielen, den sogenannten „Shareholder-Value“.

Na also, bitte, noch undifferenzierter geht's nicht!!! Selbstverständlich sind gewisse Fakten überaus kritikwürdig. Ich würde aber mal gerne die verehrte NPD-Wählerschaft hören, wenn ihre Lebensversicherungen nicht mehr "funzen", weil der Aktienmarkt mal wieder gen Süden geht. Solche Tatbestände in den Himmel der Allgemeingültigkeit zu heben ist zwar schön einfach, bringt aber letztlich gar nichts.

    Das Geld fließt somit ins Ausland ab und kommt dem heimischen Markt nicht zugute.

Leistungsbilanzsaldo BRD in den ersten sechs Monaten 2006: +47,5 Mrd.€. ( >>)

    Der Staat muß der Wirtschaft Rahmenrichtlinien vorgeben, Richtdaten setzen und durchsetzen, was das Gemeinwohl erfordert.

 Aha!! Das sagenumwobene "Gemeinwohl" wieder. Schönes Schlagwort, keine Frage. Und dann erfordert das "Gemeinwohl" auch noch was. Was genau mag das wohl sein? Wer gibt es vor? Offensichtlich haben sie in der Tat schnell von den "Kartell-Parteien" gelernt. Eine davon, die PDS, meint nämlich selbiges: "Bedingung dafür ist, dass der Staat seinen Einfluss auf die entscheidenden, das Gemeinwohl bestimmenden Prozesse nicht verliert und die Macht erhält, die Interessen der Allgemeinheit durchzusetzen." (>>) Rechts und Links in trauter Einigkeit. Da schau her!!

    Existieren keine staatlichen Lenkungsvorgaben, diktiert die Profitmaximierung das Geschehen – ohne Rücksicht auf den Menschen -, wie es in der heutigen BRD der Fall ist.

Du meine Güte!! Also man kann über die Bundesrepublik beileibe vieles sagen, aber das keine staatlichen Lenkungsvorgaben existieren, gehört nun ganz sicher nicht dazu (>>). Wo leben die??
Wenn die NPD den jetzigen Zustand in dieser Art und Weise beschreibt, was wird wohl erst passieren, wenn die wirklich was zu sagen haben? Ach ja, da haben wir's ja:

    Die Führung der Volkswirtschaft ist jedoch Aufgabe des Staates und unterliegt dessen letzter Verantwortung.

a) Das hätte, wie wir oben gesehen haben, auch von der PDS kommen können.
b) Sie kapieren es einfach nicht (wie alle anderen auch)!!!!. Ich zitiere zur Erläuterung: "Um es klar zu sagen: Der Sozialismus (no property) ging gegen den Kapitalismus (maximum property) nicht etwa unter, weil er „unfrei“ war, sondern weil er nicht genügend Besteuerungsbasen finden konnte, die ihrerseits die Grundlage für arbeitsteiliges und demnach auf Schuldkontrakten beruhendes Wirtschaften war." (>>)

    Multinationale Konzerne entflechten
    Die Weltwirtschaft wird zunehmend von multinationalen Mammutkonzernen geprägt. Diese haben Größen und Verflechtungen erreicht, die eine sinnvolle Kontrolle dieser Konzerne auf nationaler Ebene unmöglich machen. Zudem haben die Entscheidungsträger dieser Konzerne keinerlei Bindung zu den Ländern, in denen sie Rohstoffe fördern, produzieren oder Dienstleistungen erbringen. Die multinationale Verflechtung fördert somit Verantwortungslosigkeit und zerstört die Staaten.

Womit sie zu einem Gutteil sogar recht haben. Aber die Lösungsvorschläge sind schon ein echter Hammer.

    Die NPD fordert daher die Nationalisierung multinationaler Konzerne in zwei Stufen:
    • In der ersten Stufe werden diese Konzerne auf nationaler Basis dereguliert, von den Weisungen der Konzernzentralen emanzipiert, indem sie einer demokratischen Kontrolle auf nationaler Basis unterworfen werden.

Harmlos (!!) formuliert, bedeutet aber nichts anderes, als kalte Enteignung und Unterwerfung durch staatliche Kontrolle. Das wäre der "GAU"!! Das würde den ganze, "schönen", globalisierten Kettenbrief auf der Stelle zum Einsturz bringen.

    • In der zweiten Stufe werden sie durch die Nationalisierung ausländischen Kapitals entflochten. (!!!!)

Mein lieber Mann!!! Abgesehen von eben gemachter Feststellung (=GAU), würde die Okkupierung ausländischen Kapitals eher in Kriege münden, als in ein "besseres Deutschland".

    Die Beteiligung ausländischer Unternehmen an deutschen muß streng kontrolliert und ethischen Standards unterworfen werden. Sie darf einen gewissen Anteil nicht überschreiten und muß in sensiblen Bereichen, wie der Rüstungsindustrie, Medienwirtschaft, usw. ganz unterbleiben.

Äh, und wie ist das im umgekehrten Falle? Dörffe die datt?

    Neben einer Kontrolle der Geldflüsse von und nach Deutschland müssen die Geldflüsse, die der Spekulation dienen, besteuert werden.

"...die der Spekulation dienen...", so so. Liebe NPD'ler, ich wünsche mir auf der Stelle eine genaue Auflistung mit Unterscheidungen derjenigen Geldflüsse, die der Spekulation dienen, und derjenigen, die nicht dazu dienen. Zudem erbete ich eine konkrete Definition, was genau "Spekulation" denn ist!!

    Dem Preiswucher und der Spekulation durch Zins und Zinseszins muß Einhalt geboten werden.

a) Na also, da isser ja! Der Zins, der Böse. Weitere Fragestellungen oder Hintergründe sind anscheinend überflüssig. Entstehung des Zinses, Wirkung, staatliche Zinszahlungen oder Private, usw. usf, das alles spielt keine Rolle!
b) Auch das "der Zins" nicht auf Bäumen wächst, sondern nur auf Kredite/Schulden lauten kann, ist für die NPD völlig belanglos. Kredite/Schulden, die das Resultat eines staatlichen, abgabenbedingenden Zwangssystems sind. Eines Systems, das die NPD selbst noch ausbauen möchte! Überaus logisch .

    Ein staatlicher Wirtschafts- und Finanzbeirat hat Wege zur Belebung der Nachfrage mit Mitteln der Währungspolitik zu überprüfen und der Regierung vorzuschlagen.

Sagenhafte Ideen! Und so neu!! Als wenn wir nicht schon jetzt mit "Wirtschafts- und Finanzbeiräten" zugeschüttet werden. Und eine "Belebung der Nachfrage mit Mitteln der Währungspolitik" ist auch echt innovativ.

    Belebung der nationalen Konjunktur...
    • Für Unternehmen mit geringer Eigenkapitaldecke muß der Staat zinsgünstige Kredite zur Verfügung stellen....Ein bürokratiearmes, bankfreies Genehmigungsverfahren zur Vergabe günstiger, staatlicher Investitionskredite ist zu entwickeln...

a) Spontan kommt mir da die Frage in den Sinn, wie man mit Krediten die Eigenkapitaldecke stärken kann (was sonst soll das Ziel sein?), sind Kredite doch nichts anderes als Fremdkapital.
b) Wo bekommt der Staat die Kredite her, die er zur Verfügung stellen soll?
Aus Steuergeldern? Spitzenidee! Nur blöd, daß sie selbst den "Innerdeutschen Subventionswettbewerb stoppen" wollen. Denn Steuergelder sind das Ergebnis von vorher eingegangenen Verschuldungen anderer Teilnehmer. Die werden sich bedanken, wenn die Konkurrenten mit den eigenen, zu zahlenden Krediten hochgepeppelt (subventioniert) werden. Zudem hat uns die Geschichte ja gelehrt, wie toll das mit der staatlichen Verteilung von Steuergeldern klappt.
Oder soll sich der Staat dafür gar selbst dafür verschulden? Wo drauf würde das letztenendes hinauslaufen? Da das "Genehmigungsverfahren" auch noch "bankfrei" von statten gehen soll, gibt es nur zwei Interpretationsmöglichkeiten:
Erstens die Banken würden gezwungen werden, die Kredite zu vergeben. Na dann gute Nacht. Dagegen ist Basel II nur ein laues Lüftchen. Basel II aber scheint bei der NPD auch in Ungnade gefallen zu sein: "Die Umsetzung der europäischen Richtlinie für die Vergabe von Krediten an Kleinunternehmen und den Mittelstand (Basel II) wird die Lage noch verschlimmern."
Zweitens bliebe noch die direkte Verschuldung des Staates bei der Zentralbank, unter kompletter Umgehung der Geschäftsbanken. Nicht auszudenken!
c) Ähnliches gibt es doch schon überall auf der Welt. In der BRD wird der Part hauptsächlich durch die KfW besetzt. Wobei dieses "ähnlich" hierbei wichtig ist. Denn der "...
Bund haftet [zwar] für die von der Anstalt aufgenommenen Darlehen und begebenen Schuldverschreibungen...", aber zur "DURCHFÜHRUNG DER GESCHÄFTE" sind "(1) Bei der Gewährung von Finanzierungen Kreditinstitute oder andere Finanzierungsinstitutionen einzuschalten...". (>>). Und selbst das ist schon schlimm genug! Will sagen, daß die grundsätzliche "Idee" der NPD alles andere als neu ist, die konkrete, aktuelle Ausformung aber den Vorschlägen der NPD keinesfalls ähnelt. Die sind noch um einiges heftiger!

--------------------------- Ende ---------------------------

Betreff "Wirtschaftspolitik" der NPD: Was bleibt zu sagen?

  1. Die NPD hat genauso wenig Durchblick wie alle anderen Parteien auch und reiht sich somit nahtlos in die gleichen Reihen ein, von denen sie sich doch so sehr abheben will. Zwischendrin dachte ich schon, ich schreibe über die PDS oder so . Wenn da nicht ab und an ein "Mitteldeutschland" und dergleichen Unsinn mehr gefallen wäre, wäre ein Unterschied kaum merkbar gewesen .
  2. Die Formulierungen und Aufhänger sind durchaus geschickt gewählt. Vieles davon klingt zunächst mal logisch und unterstützenswert. Einiges würde ich sogar unterschreiben, da durchaus völlig richtig (z.B. Volksentscheide oder den Teil über die EU)! Aber erstens zeugen die Lösungsvorschläge von ungeheuerer Kenntnislosigkeit über die Zusammenhänge. Zweitens, und das ist fast noch wichtiger, sind die Argumentationen absolut undifferenziert, plakativ und nur so mit "hübschen" Schlagwörtern und Platitüden durchsetzt, die zwar einfach zu verstehen sind (und genau darum geht's natürlich!!!!), die aber wenig mit der komplexen Wirklichkeit zu tun haben. Auch hierin unterscheidet sich die NPD nicht grundsätzlich von den anderen Parteien.
  3. Auch die NPD bringt keine Antworten auf die eigentlich drängenden Fragen:
    Jeder der regieren will, muß seine Machtmittel finanzieren, das aber wäre (Konjunktiv!!) ohne Staatsverschuldung (wir gehen mal für einen Augenblick davon aus, daß dies tatsächlich prinzipiell möglich ist) nur möglich, wenn die Kreditoren deutscher Staatsschulden diese Kredite abschreiben. Diese Kreditoren sind die deutschen Sparer, also Wähler. Ob die NPD wohl in der Lage ist, den Deutschen klipp und klar zu sagen, daß alle Ersparnisse verloren sind und daß eine Genesung der deutschen Wirtschaft ohne diese Abschreibung der Kredite nicht möglich ist? Natürlich nicht, denn sie will ja gewählt werden. Also auch hier nichts neues unter der Sonne!
  4. Ein Umsetzen des NPD-Programms wäre im Grunde nichts anderes als eine Form von Sozialismus. Das werden sie zwar gar nicht gerne hören, läuft aber darauf hinaus. Wie man so einen Blödsinn wählen kann, ist mir absolut schleierhaft. Andererseits gehe ich kaum fehl in der Annahme, daß sich das Gros der NPD-Wählerschaft wohl eher nicht die Bohne für irgendwelche Zusammenhänge interessiert, sondern eben einfache Lösungen vorgesetzt bekommen will. Ob die funktionieren oder nicht, ist egal!
    1. Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergeßlichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag. [...] Das Volk ist in seiner überwiegenden Mehrheit so feminin veranlagt und eingestellt, daß weniger nüchterne Überlegung als vielmehr gefühlsmäßige Empfindung sein Denken und Handeln bestimmt. Diese Empfindung aber ist nicht kompliziert, sondern sehr einfach und geschlossen. Es gibt hierbei nicht viel Differenzierungen, sondern ein Positiv oder ein Negativ. Liebe oder Haß, Recht oder Unrecht, Wahrheit oder Lüge, niemals aber halb so und halb so oder teilweise usw.

Zum Schluß noch was Grundlegendes, daß mir gerade rein zufällig  in den Sinn kommt.
Wie wir aus Hitlers "Mein Kampf" ersehen können, spricht A.H. unter anderem von "Menschenmaterial". Gemeint ist die breite Masse, die ihm, mitgezogen durch seine Propaganda, später als eigene Anhängerschaft diente. Wie kann man aber Anhänger eines Typen - oder einer Organisation - sein, die dermaßen menschenverachtend und abfällig über einen selbst spricht? Ich meine, wie blöd muß man denn sein, wenn man jemandem "zujubelt", der einen selbst derartig verachtend behandelt? Das werde ich nie verstehen!

 

 # 17.09.06 # 

 

 

  !! WIRTSCHAFT !!

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 !! POLITIK !! 

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US-Verschuldung

" Household debt service payments and financial obligations as a percentage of disposable personal income"( der Schuldendienst der US-Konsumenten (1. Quartal 2006))

Ich hoffe ich langweile euch damit nicht, halte das aber für ungeheuer wichtig, weil darüber im "Mainstream" so gut wie nichts verlautbart wird. Dementsprechend ist für die breite Masse die Existenz derlei Manipulationen schlicht nicht vorhanden (fragt mal herum, ob beispielsweise jemand weiß, daß das BIP hedonisch gemessen wird!).
Abgesehen davon, ist ein Blick auf die aktuellen Zahlen immer gut!

Ich hatte ja schon 'zig-fach angeführt, daß es schier unmöglich ist, durch die diversen Statistikänderungen hindurch, den Überblick zu behalten. Klar ist nur eins: Auf lange Sicht werden die Daten durch die "Revisionen" durchgehend positiver, als sie zuvor waren. Allein das reicht schon für ein gerüttelt Maß an Skepsis - gelinde gesagt!

Nun gut, den Vergleich zu alten Zahlen könnt ihr bei "Bedarf"  HIER nachschauen (alles sehr verwirrend!).
Folgend die aktuellen Daten - und mehr!

AKTUELLE Veröffentlichung!!

    Household debt service payments and financial obligations as a percentage of disposable personal income; seasonally adjusted (die komplette Tabelle  HIER)

    Quarter

    DSR

    FOR


    Total

    Renter

    Homeowner


    Total

    Mortgage

    Consumer

    ...

    ...

    ...

    ...

    ...

    ...

    ...

    04q1

    13.04

    18.00

    26,06

    16,37

    9.88

    6.49

    04q2

    13.06

    17.99

    25.73

    16.44

    9.97

    6.47

    04q3

    13.25

    18.16

    25.54

    16.69

    10.16

    6.53

    04q4

    13.10

    17.90

    25.19

    16.47

    10.14

    6.33

    05q1

    13.38

    18.21

    25.01

    16.86

    10.49

    6.37

    05q2

    13.54

    18.37

    24.89

    17.08

    10.71

    6.37

    05q3

    13.79

    18.62

    24.65

    17.40

    11.00

    6.40

    05q4

    13.81

    18.59

    24.51

    17.42

    11.15

    6.26

    06q1

    13.93

    18.70

    24.33

    17.59

    11.41

    6.18

    1.) The household debt service ratio (DSR) is an estimate of the ratio of debt payments to disposable personal income. Debt payments consist of the estimated required payments on outstanding mortgage and consumer debt.
    2.) The financial obligations ratio (FOR) adds automobile lease payments, rental payments on tenant-occupied property, homeowners' insurance, and property tax payments to the debt service ratio.

 Die nächste Tabelle zeigt die Werte der letzten Veröffentlichung, die ich noch im Juni '06 genau so abgepint hatte:

    Household debt service payments and financial obligations as a percentage of disposable personal income; seasonally adjusted (die komplette Tabelle  HIER)

    Quarter

    DSR

    FOR


    Total

    Renter

    Homeowner


    Total

    Mortgage

    Consumer

    ...

    ...

    ...

    ...

    ...

    ...

    ...

    04q1

    13.11

    18.07

    30.29

    15.78

    9.81

    5.97

    04q2

    13.12

    18.05

    29.95

    15.81

    9.92

    5.90

    04q3

    13.30

    18.21

    29.77

    16.03

    10.12

    5.91

    04q4

    13.17

    17.97

    29.22

    15.87

    10.11

    5.75

    05q1

    13.46

    18.30

    29.03

    16.26

    10.46

    5.80

    05q2

    13.63

    18.46

    28.93

    16.47

    10.66

    5.81

    05q3

    13.89

    18.71

    28.68

    16.80

    10.95

    5.85

    05q4

    13.86

    18.62

    28.43

    16.77

    11.06

    5.71

    1.) The household debt service ratio (DSR) is an estimate of the ratio of debt payments to disposable personal income. Debt payments consist of the estimated required payments on outstanding mortgage and consumer debt.
    2.) The financial obligations ratio (FOR) adds automobile lease payments, rental payments on tenant-occupied property, homeowners' insurance, and property tax payments to the debt service ratio.

Wieder mal sind die jüngsten Angaben doch um einiges kleiner als die vormaligen!! Dabei handelt es sich zwar meist "nur" um Nachkommastellen, aber bei den Summen um die es geht, können die schon recht große Auswirkungen haben. Zumal ja kontinuierlich weiter gemacht wird, und das in allen Bereichen!!
Letztlich weiß ich auch nicht, wie und in welchem Maße die Revisionen genau ausgeführt werden. Das Ergebnis ist jedoch durchaus anschaulich. Dazu habe ich mal ein Bild aus Feb. 2003 "ausgegraben":

    Bild 1: aus Februar 2003

    ( >>)

    Bild 2: aktuellste Daten

Immer wieder "nett". Der Peak Ende 2001 z.B.: Im Bild aus 2003 lag der bei 13,6%, heuer liegt er bei nur 13,23%. Den Rest könnt ihr ja selbst abgleichen und, wie gesagt, weitere Gegenüberstellungen findet ihr HIER!

Wie auch immer, trotz dieser Manipulationen haben diesmal beide Kategorien (DSR & FOR) Allzeithochs erreicht (zum Vergrößern bitte draufklicken):

    DSR

     

    FOR

Als Ergänzung noch ein Chart zu den Hypothekenverpflichtungen der US-Haushalte. Auch dort ein Allzeithoch!

Da die Graphik nur bis Ende 2005 reicht, sei mir an dieser Stelle gestattet, nochmals auf die Thematik "US-Immobilien" hinzuweisen, denn die Zinsen sind nun nicht gerade am Fallen. Außerdem sollte nicht vergessen werden, daß die Zinsen sich zwar im Steigen befinden, aber langfristig immer noch einigermaßen niedrig liegen. Und trotzdem liegen alle Daten zu den Schuldendiensten bereits auf Allzeithochs - mit steigender Tendenz!

Bei letzten Mal schrieb ich...

    Ich weiß nicht wo der Kulminationspunkt liegt. Neue Allzeithochs- oder tiefs alleine sagen ja noch nichts Definitives aus. Wann geht effektiv die Luft raus? Was könnte der Auslöser sein? Usw, usf... Klar ist aber, daß es in jedem Fall ungute Entwicklungen sind und sich die Lage zumindest weiter zuspitzt!!!

...dem ich auch heute im Grunde nichts hinzufügen kann. Außer vielleicht, daß sich die "Zuspitzung" noch weiter zuspitzt . Allerdings, noch flutscht die zusätzliche Kreditaufnahme, auch und gerade die der US-Konsumenten/Verbraucher (Beispiel "Verbraucherkredite"). Freilich wird auch hier heftigst an den Veröffentlichungen gedreht, weshalb wir auch hierzu äußerste Vorsicht walten lassen müssen und eigentlich... Und da ich mich jetzt im Kreis dreh, mache ich an dieser Stelle Schluß!!

 

!! P O L I T I K !!

11.9...

"Kurz" kommentiert, auch wenn ich mich schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich intensiv damit beschäftigt habe:

Vielleicht liegt es auch nur an mir, aber in Bezug zum "Dauerbrenner" 11.9 kommt es mir so vor, als ob sich die Gilde der  "Verschwörungstheoretiker"  zusehens auf  Fragen wie, "Wurde das WTC gesprengt?", "Wurde das Pentagon überhaupt von einem Flugzeug getroffen, oder von...?" oder "Hing an irgendeiner Boing irgendein obskures Objekt dran?" und dergleichen mehr, kaprizieren.

Diese Fragen finde ich persönlich aber gar nicht so wichtig, vielleicht sogar kontraproduktiv! Ich gehe beispielsweise durchaus davon aus, daß das WTC, auch ohne Sprengungen, so einstürzen konnte, wie es das nunmal getan hat. Okay, man weiß ja nie (wer weiß schon was die nächsten Jahre noch so raus kommt), aber richtig überzeugend fand ich die Argumente in dieser Hinsicht noch nie (auch wenn ich hier und da selbst betreffende Links angab)!
Hingegend entscheidender - und Auslöser für begründete Skepsis an der offiziellen Version - sind nach meiner Auffassung andere Dinge. Dinge - sozusagen "weiche" Faktoren, wie sie auch in "Geheimsache 09/11 (Teil 1)" ausschnittsweise zu lesen sind - die weniger im Rampenlicht stehen. Zum Beispiel - zur Erinnerung - diese Geschichte mit den Übungen, die das US-Militär ausgerechnet zu dem Zeitpunkt durchführte, als die Anschläge geschahen, und die die zuständigen Überwachungsstellen komplett "erblinden" ließen!.
Ich meine, sind Daten zu zukünftig durchzuführenden Militärübungen im Voraus öffentlich zugänglich?
Wenn ja, auch Monate oder Jahre (Planungszeit) im Voraus und wie detailiert sind sie (Ziel der Übung, Beginn/Ende, Dauer, Ort, wer, Durchführungsmethoden, usw.)? Wenn nicht, woher wußten die Attentäter das?
Oder war das wirklich Zufall? Ich weiß nicht, Zufall scheint mir doch etwas weit hergeholt. Zumal ein solcher Zufall ja auch bei den Anschlägen am 07.07.2005 in London "zugegen" war.

Jedenfalls - vielleicht ja noch unbekannt - gibt es zu einer dieser Übungen einen Artikel (inkl. Zitate des Radarpersonals usw.), in dem die komplette Verwirrung (was ist echt, was ist Übung) recht anschaulich gemacht wird.

    SHHH! NO ONE NEADS TO KNOW!
    Begleitende Anmerkungen zu den im August 2006 aufgetauchten 9/11-Audioaufzeichnungen aus der NEADS-Zentrale sowie der möglicherweise weit gründlicher als bislang geglaubt gelungenen Militärübung Vigilant Guardian.
    [...] Zuletzt gestatten wir uns einige kleinere Anmerkungen zum „Übungs-Szenario“. Wie Frank Levi in diversen kenntnisreichen Artikeln dargelegt hat, ist die „Radar Coverage“ von NEADS/NORAD nicht überall gleich gut. Tatsächlich ist sie im Landesinneren teilweise lausig, und es gibt sogar zwei oder drei Areale, die man getrost als „blinde Flecken“ bezeichnen kann. American 11 meldete sich am Rand eines solchen „blinden Flecks“ ab, das heißt, der Transponder der Maschine wurde hier ausgeschaltet. American 77 und American 93 „verschwanden“ mitten in solchen Radar Holes.
    Das erklärt vielleicht, weshalb die Maschinen sich zunächst 40 Minuten von ihren Zielen entfernten, ehe sie die Transponder ausschalteten und/oder den Kurs wechselten. Die Planer des bestens koordinierten Anschlags wussten offenbar um die blinden Flecken und nutzten diese Kenntnis.

    Komplett...

Zu diesen "weichen" Faktoren und Unstimmigkeiten gehört auch folgendes.
In " Protokoll des Grauens liefert brisantes Beweismaterial - Eine Analyse des Films 'Protokoll des Grauens' von Jonathan Towers über die Anschläge vom 11. September 2001, ausgestrahlt im ZDF am 17.8.2006, 23.00 - 23.45 Uhr (Stand: 11.9.2006)" werden u.a. Bilder von Überwachunskameras und des FBI verglichen.  

    Vergleichen wir auch in diesem Fall die Bilder der Sicherheitskamera auf dem Flughafen mit denen, die das FBI mit der Behauptung in die Öffentlichkeit gebracht hat, es handele sich dabei um Personen, die die Flugzeuge entführt hätten.
     

      

    Die Person, die Nawaf Alhazmi sein soll - im Vergleich mit dem FBI-Bild

     

          

    Die Personen, die Nawaf und Salem Alhazmi sein sollen - im Vergleich mit den FBI-Bildern


    Wir erkennen: der Autor von 'Protokoll des Grauens' verfügt über besondere Fähigkeiten. Er scheint auch dann noch etwas zu erkennen, wenn der gesunde Menschenverstand längst versagt.

Selbst wenn wir die Personen/Bilder-Abgleiche austauschen, passen die Gesichter nicht zusammen. So etwas wirft meiner Ansicht nach mehr Fragen auf, als die - wie ich oben schon anmerkte - eher wenig überzeugenden "Abhandlungen" über Spregungen, Schattenwürfe, Raketen usw., die ebenfalls in diesem Bericht dargestellt sind.

Ich kann mich diesbezüglich am ehesten diesem Statement anschließen, daß ich zufällig (wirklich zufällig) gefunden habe:

    Letzte Bemerkungen zum Quatsch mit dem "zu kleinen Loch" am Pentagon. Die "Lochfrage" überlagerte jahrelang ernsthafte Forschungen zur Hauptfrage "WER WAR ES ?". Die Verschwörungstheoretiker, die sich in immer neuen Fotos und Videos aalten, setzten auf die Macht der Bilder und der daran angelegten Maßstäbe. Um die Verschwörungstheorie, ein Cruise Missile pder eine Rakete oder dgl. habe das Pentagon getroffen, zu unterfüttern, wurden Augenzeugenberichte uminterpretiert, Fakten ignoriert, simple Logik außer Acht gelassen.
    Bilder waren es, die zählten. Erst jetzt sind wir im Besitz des Bildmaterials, um zu kontern. Um es den Fotosüchtigen, die wir nun von Illusionen befreien, ganz klar zu sagen: die Tatsache, daß es das Flugzeug der American Airlines Flug 77 war, die ins Pentagon krachte, bedeutet KEINESFALLS, daß die Bushisten nicht lügen, vertuschen, infiltrieren und schuldig am 11.9. und den Kriegen sind.
    Aber nur mit wahren Vorwürfen und klarer Strategie sind die PNAC-Verbrecher von der Macht zu entfernen. Es sollte zu denken geben, wie die U.S. Administration NICHTS gegen die Verschwörungstheorien unternahm. Denn dieser Quatsch hat genützt - er lenkte ab und ließ die Energie kritischer Bush-Gegner ins Spintisieren laufen. 

Die Quelle des Zitates ist "Falsche Spuren, Teil 5". Da ich jedoch der Meining bin, daß alles lesenswert ist, verlinke ich auf den ersten Teil: "Falsche Spuren, Teil 1".
Ist freilich viel zu lesen - vor allem wenn man den vielen, enthaltenen Links auch nur zum Teil folgt -, ich finde aber, es lohnt sich!

    ***Innerhalb der Teile 1-5 funktioniert der Link zum vierten Teil nicht, darum sei er hier vorsichtshalber extra angebracht: "Falsche Spuren, Teil 4".***

Insbesondere macht die Extraerwähnung von Teil 4 auch deshalb Sinn, weil dort meinem Empfinden nach recht interessante Gedankengänge gezeigt werden. Beispielsweise der hier:

 

    Immer und immer wieder, und immer auch im Doppel der Doppeltürme. In unseren Hirnmen bildete sich eine Einheit heraus in Bezug auf den zeitlichen Ablauf als auch bezüglich des Zwecks. Aus dem Resultat eines riesigen Schutthaufens folgern wir sowohl einen zeitlichen, sachlichen als auch Intentionszusammenhang: "DAS WAR ABSICHT !". Und so richtig es ist, nicht von "terrible pilots" auszugehen, wie Bush vorgab, es anfänglich gedacht zu haben, so richtig es ist, die Flugzeugeinschläge als Terrorakt zu begreifen: was dann folgte, muß NICHT Absicht gewesen sein. Dafür gibt es keinen Beleg, keinen Beweis. Ziehen wir also einmal die Zeit und die materiellen Abläufe auseinander.

Desweiteren finden wir unter der selben Domain eine "Aufarbeitung", oder besser, eine "Abrechnung" mit  einem Spiegel-Bericht.

    Frisch gelogen zum fünften Jahrestag - sponsored by CIA

    Nach der Abhandlung brisanter Fragen der Art "Warum am 11.9. unser Kaffeeautomat streikte" oder "Wenn der 9/11-Terror bei Regen stattgefunden hätte, was dann ?" beschäftigt sich das Blättchen auch mit weniger relevanten Fragen wie:

    1. Wieso funktionierte die Flugabwehr an diesem Tag nicht?
    "Am 11. September gab es noch sieben Alarmstationen mit jeweils zwei einsatzfähigen Abfangjägern."
    Falsch. Gemeint sind Homestead, Tyndall, Langley, Otis, Portland Ore.,March, Ellington, die von der ANG (Air National Guard) dem NORAD unterstellt wurden. Was nicht heißt, daß nicht auch
    Andrewsin Washington (DCANG) im QRA ( Quick Reaction Alert) stand und weitere Abfangjäger bereit gestanden hätten.

    "..., konnten die Verantwortlichen auf zwei Alarmstationen und deshalb nur auf vier startbereite Jäger zurückgreifen."
    Falsch. Nach bisherigen offiziellen Angaben starteten aus Langley drei (3), aus Otis zwei Jäger. Selbst nach eigenen Angaben (auch in diesem Spiegel-Spezial, s.u.) waren also mehr Jäger als die offiziell zugewiesenen
    Alarmrottenvorhanden.

    Komplett... (<= "EhNaMag" = ehemaliges Nachrichtenmagazin)

Auch hier scheinen mir mehr die eigentlich vorrangigen, wirklich wichtigen Belange behandelt zu werden. Ganz abgesehen davon, daß es ein "schönes" Beispiel zu dem ach so hochgehängten, integeren, Hintergrundjournalismus in Deutschland ist.

Ich tendiere am ehesten zu der "Marjonetten-Theorie", in der die Marjonetten-"Islamisten" von den Spielern im Hintergrund, durch geschicktes Fädenziehen, unwissentlich für ihre Zwecke "mißbraucht" wurden. Basierend auf diesem prinzipiellen Hintergrund, gibt es dann viele Sachverhalte, denen bedingt zugestimmt, oder die bedingt abgelehnt werden können. Zusammenfassend schließe ich mich deshalb ungefähr Folgendem an:

    Zum Wort "bedingt": wenn ich falsche Spuren als solche bezeichne und abwegigen Stuß von mir weise, bedeutet das nicht, ein Umkehrschluß sei möglich im Sinne, ich könne exakt sagen, was wann wo wie warum passierte. Nicht-Ereignisse sind in jedem Fall nicht beweisbar. Die bushistischen Behauptungen eine nach dem anderen als Phantasie zu entlarven, die Lügen als Lügen zu charakterisieren, ist nicht identisch mit dem Anspruch, allwissend über "what really happened" zu sein.
    Deshalb ist die Formulierung "für definitiv ausgeschlossen" nur bedingt auf mich zutreffend. Natürlich kann ich keine Explosionen ausschließen. Nur ist nicht ein einziges Foto und kein Bericht beweiskräftig gewesen. Hingegen ist das sukzessive  Herunterknallen der Betondecken keine lautlose Angelegenheit, sondern deckt den Höreindruck "Explosion" voll ab. Und deshalb halte ich mich statt an Spekulationen an die simple Frage:
    wer öffnete den Luftraum für die Terrorflugzeuge ? Who did it ? Das "Who did it ?" ist in jedem Kriminalfall die Frage, die weltweit jeden Ermittler und jedes Gericht bewegt. Tatdetails mögen dann für das Strafmaß interessant sein. Im Fall WTC sind sie nicht zielführend. 
    (Aus: "Falsche Spuren, Teil 4")

Und »Zielführung« tut Not!!! Denn mit den pösen "Islamisten" als Marjonetten wurde dann auch gleich der "Kampf der Kulturen" initiiert - mittlerweile sind wir schon bei «Islamfaschismus»1...

    1Der letzte Absatz ist recht bezeichnend: Wir können den Aussagen der Herren Joffe und Hitchens uneingeschränkt zustimmen, nur das die unterstellte "Zielgruppe" eben eine andere ist, als dort suggeriert wird: Nämlich die aus Washington D.C.! Dann passt's sehr schön!
     

      - Josef Joffe: Josef Joffe ist Mitglied im Aufsichtsgremium der American Academy in Berlin, des Aspen Institute, Berlin , des Leo Baeck Institute, New York, als auch der Goldman Sachs Foundation, New York, und des Europäischen Beirats der HypoVereinsbank AG. Er ist Beirat bei Atlantik-Brücke e.V. und Mitglied der Trilateral Commission, des American Council on Germany und des International Institute for Strategic Studies. ( >>). Außerdem ist er regelmäßiger Besucher bei den Bilderberger-Treffen, so such dieses Jahr .

      - Christopher Hitchens:
      "The Genocidal Imagination of Christopher Hitchens"

... und beide "Seiten" fallen auch noch drauf rein - wie ja auch gerade, ganz aktuell, mal wieder die "Papstgeschichte" ziemlich deutlich veranschaulicht . Exemplarisch dafür nachstehendes:

Macht und Religion: Krieg im Namen des Allmächtigen


George W. Bush

[...] Der Allmächtige hat sogar eine ganze Bewegung in den USA, His Own Country, ins Leben gerufen, die der "Evangelikalen", und sie inzwischen zu einer Anhängerschaft von 80 Millionen US-Bürgern und ­Bürgerinnen anschwellen lassen, Tendenz steigend. Weltweit soll es bereits 250 Millionen Evangelikale geben. Diesen von "Gott Erleuchteten" ist Jesus in einem bestimmten Augenblick ihres Lebens leibhaftig erschienen und hat sie nach ihrem bisher sündigen Lebenslauf erweckt, zu höherer Moral geführt und somit wiedergeboren, so wie Er Bush jun. vom Alkoholiker und gescheiterten Geschäftsmann zum Präsidenten der einzigen Weltmacht auf Erden werden ließ.

Nun ist Bush wie alle Wiedergeborenen berufen, als Werkzeug des Allmächtigen die Welt politisch in Seinem Sinne zu gestalten. Denn nichts ist dringlicher, als die Prophezeiungen und Wünsche des Allmächtigen zu erfüllen, wie sie in der Bibel nachzulesen sind und wie viele der Erweckten sie in ihrer Begeisterung auswendig gelernt haben. Wortwörtlich, ohne jegliche Auslegung sollen sie nach Überzeugung und Willen dieser Wiedergeborenen in die Tat umgesetzt werden. [...]

So war des US-Präsidenten Bush "Einmarsch in den Irak nur der Beginn eines in der Bibel prophezeiten Krieges gegen den Islam und damit ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Erlösung." - "Jesus Christus lebt, weil Er von den Toten auferstanden ist", sprach im Jahr 2003 der Sohn des weltweit bekannten Massenpredigers Billy Graham, Franklin Graham, als Ehrengast beim Freitagsgottesdienst im Pentagon zu Soldaten und Zivilangestellten. Der amerikanischen Journalistin Barbara Victor erklärte er: "Die Operation Iraqi Freedom ist ein Glückstreffer für Jesus. Wir gehen dorthin, um den Irakern in Liebe unsere Hand zu reichen und sie zu erretten."

Andere Führer unter Anleitung des Allmächtigen
Als "die vielleicht einflußreichste evangelikale Organisation aller Zeiten" wird The Family bezeichnet (6), 1935 gegründet von dem norwegischen Einwanderer und Wanderprediger Abraham Vereide. "Es handelt sich um eine im Verborgenen agierende Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hatte, Männer von Macht und Einfluß zu Jesus zu führen und Diplomatie hinter den Kulissen zu betreiben." Ihre "Anziehungskraft über die Parteigrenzen hinweg" besteht bis heute.

"The Family war einer der wichtigsten Förderer der im Untergeschoß des Justizministeriums abgehaltenen Gebetsfrühstücke des damaligen Generalstaatsanwalts Ashcroft ... Diese Gebetsfrühstücke ... werden vom Kongreß gesponsert ... Alljährlich bezahlen 3000 Delegierte aus Dutzenden von Ländern jeweils 425 Dollar, um beim Frühstück dabei sein zu dürfen."

The Family sucht sich daraus "Reiche und Mächtige" zu kleineren Gebetsrunden aus, um sie in einer spirituellen Offensive auf ihre Ziele hin auszurichten, auf Vereides Vision einer neuen Weltordnung. "Als John F. Kennedy 1960 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, war die spirituelle Offensive von The Family auf jedem Kontinent vertreten, die Antarktis ausgenommen. Dort ging sie 1980 an Land und eröffnete ein Büro." (Victor) [...]

Und so kommen die evangelikalen Christen ihrem erklärten Feind, den Moslems, auffallend nahe, wenn sie wie diese im Namen des Allmächtigen mit religiösen Sondergesetzen und als Wächter über Tugend und Ordnung alle Welt - vor allem die Frauen - notfalls mit Gewalt unter ihre Kontrolle zwingen wollen. Die religiöse Rechte der USA zeigt einmütig den Willen, die Trennung von Staat und Religion aufzuheben, und sieht im Verfassungszusatz zur Gleichberechtigung einen Angriff auf die biblische Lehre, wonach die Frau "in der Gemeinde" zu schweigen habe, will Abtreibung verbieten und Homosexuellenrechte aufheben. [...]

Wechselbäder - Wechselspiele
[...]  "Es ist eine Ironie, daß die iranische Revolution dadurch, daß sie den fundamentalistischen Islam im eigenen Land an die Macht brachte, im Zuge einer Gegenreaktion das fundamentalistische Christentum in den USA stärkte", sinniert Victor, doch sollte sie nicht übersehen, daß zuvor die USA den Fundamentalismus im Iran angeheizt hatten: [...]

Mehr als alles andere zeigte diese Taktik, wie gut der Ayatollah es verstand, in seiner Kampagne gegen den Schah mit den Gefühlen der Massen zu spielen." Auch Ebadi und ihr Mann "bellten treu und brav ... Allahu akbar, bis wir heiser waren." [...] Keinen Monat dauerte es, "bis mir klar wurde, daß ich tatsächlich bereitwillig und voller Enthusiasmus an meinem eigenen Ende mitgewirkt hatte. Ich war eine Frau, und der Sieg der