» 08. November 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Neues von der Kreditfront (September '06) -- inkl. ein bißchen was zur USA« •

 

Neues vomblack01_next.gifBig Brother!

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Neues von der Kreditfront (September '06) -- inkl. ein bißchen was zur USA


Vorab 1:  

Vorab 2: Zu dieser ganzen Thematik nochmals ein paar erklärende Auszüge aus black01_next.gif"DAS ist unser heutiges Kredit und Kreditgeldsystem (in 59 Punkten)" :

    .....
    55. Ein Kredit- bzw. Kreditgeldsystem scheitert unausweichlich, sobald die immer neue und immer zusätzliche Kreditvergabe und Kreditnahme stockt bzw. gar abnimmt. 
    56. Wie hoch sich Kredite/Schulden bereits aufgetürmt haben, ist als solches zunächst unerheblich. 
    57. Entscheidend bleibt immer, ob diese Kredite/Schulden durch zusätzliche Kredite/Schulden am Leben erhalten werden.
    58. Kommt es wegen der bereits existenten Höhe der Kredit- bzw. Schuldensummen zu einer Stockung bzw. einem Rückgang bei der Schaffung neuer Kredit- bzw. Schuldverhältnisse, ist der kritische Punkt des gesamten Systems erreicht (sog. "Überschuldung"). 
    59. Wird die Überschuldung allgemein, stürzen sämtliche bereits existenten Kredit- bzw. Schuldverhältnisse in sich zusammen.....
     
     

Vorab 3: Für grundsätzliche Erklärungen zu diesem Thema, bitteblack01_next.gifHIER kurz reinschauen.

 

1.) Kredite deutscher Banken an Nichtbanken (Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Haushalte, z.T. auch Euro-Raum)

1Nichtbanken (Nicht-MFIs) (>>) =
In- und Ausländer:
• Unternehmen und Privatpersonen (einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck)
Öffentliche Haushalte (inkl. Sozialversicherungen)

BRD-Tilgung Wertpapiere in Mrd.€

 

Nov 04

81,8

0,51

Dez 04

82,8

-1,00

Jan 05

84,6

0,97

Feb 05

70,0

-0,08

März 05

68,8

0,00

April 05

44,3

2,36

Mai 05

72,7

-0,79

Juni 05

85,4

-1,11

Juli 05

68,8

0,24

Aug 05

68,3

0,14

Sep 05

69,6

0,16

Okt 05

65,5

0,31

 Nov 05

61,2

0,48

 Dez 05

88,3

-0,56

 Jan 06

72,9

1,80

 Feb 06

79,7

-0,36

 März 06

72,9

0,07

 April 06

63,1

1,34

 Mai 06

46,1

-0,21

 Juni 06

75,1

-0,82

 Juli 06

50,9

-0,03

 Aug. 06

63,8

+0,07

 Sep. 06

78,7

+0,71

( >> ,Emissionsstatistiken Rentenmarkt)

 

 

Für den September können wir ein deutliches Anziehen der Neukreditvergabe bei den Nichtbanken1 festhalten. Ein sattes Plus von 26,72 Mrd. Euro, oder 0,71 Prozent. Nach vier Monaten mit nur geringfügigen, oder gar negativen Steigerungen, tatsächlich mal wieder ein Anstieg, der den Namen auch verdient! Zu etwas mehr als zwei Drittel geht der Zuwachs auf das Konto der Buchkredite, das fehlende Drittel fällt den Wertpapieren zu.

Emissionsstatistik für Wertpapiere (Buba >>):
Die Statistik eine Tilgung von 78,7 Mrd.€ aus (Tabelle links). Der Netto-Absatz resultierte dabei mit +5,1 Mrd.€  in einem eher niedrigen, aber immerhin positiven Bereich.
»Die größte Emittentengruppe im September waren die Kreditinstitute, welche Schuldverschreibungen für netto 4,4 Mrd € absetzten. [...] Die öffentliche Hand hat ihre Kapitalmarktverschuldung bei wiederum hohen Brutto-Tilgungen um 2,3 Mrd € verringert. [...] Die nicht-finanziellen Kapitalgesellschaften setzten per saldo Industrieobligationen für 3,0 Mrd € ab,...«

Für das Gesamtjahr ergibt sich somit für den Moment ein Plus von 95,15 Mrd.€, oder +2,57%.
Ich mag es kaum aussprechen , aber durch die Zahlen des September gleitet das Jahr 2006 langsam in einen durchaus annehmbaren Bereich hinüber. Noch immer ist der langfristige Vergleich nicht sonderlich erquicklich, aber ehrlich gesagt, habe ich jahresanfänglich beiweitem nicht mal mit derlei Ergebnissen gerechnet! Es gibt schlimmere Überraschungen!! Was auch immer schlußendlich der "Auslöser" sein sollte (MwSt-Erhöhung 2007 z.B.?), das Bild hat sich -- aus Sicht der Neukreditvergabe und für den Augenblick -- in der Tat nennenswert aufgehellt.

Da oben auch die öffentliche Hand teilweise enthalten ist, schauen wir direkt bei den "Unternehmen und Privatpersonen" vorbei. 

 

2.) Kredite an inländische Nichtbanken (nur Unternehmen und Privatpersonen, ohne Wertpapiere)

 

Kredite an inländische Unternehmen und Privatpersonen
(INKLUSIVE Wertpapiere, gestrichelte Linien)

1999

2265,40

+6,94

2000

2387,01

+5,37

2001

2425,99

+1,63

2002

2411,07

-0,62

2003

2409,93

-0,05

2004

2397,64

-0,51

2005

2414,80

+0,72

 Jan 06

2451,38

+1,51

 Feb 06

2453,27

+0,08

 März 06

2460,01

+0,27

 April 06

2496,11

+1,47

 Mai 06

2489,28

-0,27

 Juni 06

2466,19

-0,93

 Juli 06

2460,55

-0,23

 Aug. 06

2463,94

+0,14

 Sep. 06

2484,76

+0,84

Nur die Buchkredite betrachtend, ging es im September '06 bei den Unternehmen und Privatpersonen ebenfalls kräftig nach oben!! Eine Zunahme der Neukreditaufnahme um 17,6 Mrd. Euro, oder +0,78 Prozent!

Inklusive der Wertpapiere (nebenstehende Tabelle), konnte der September mit einer noch etwas besseren Steigerung von 20,82 Mrd.€, oder +0,84% aufwaten.
Obige Einschätzung findet sich bestätigt. Sieht ganz gut aus!

Für das Gesamtjahr liegen wir demnach bei den Buchkrediten bis jetzt bei einem Plus von 54,6 Mrd.€, oder +2,45%. Inklusive der Wertpapiere sieht das Bild wie folgt aus: +69,96 Mrd.€, oder +2,89%.

Das Saldo der deutschen Leistungsbilanz lag in den ersten acht Monaten 2006 bei +57,7 Mrd.€. (>>). Rechnen wir diese "Transfers" noch zu den dargestellten Kreditdaten hinzu, ergibt sich ein geradezu schlaraffenlandähnlicher black01_next.gifZustand, der es dem Bund doch wirklich ermöglicht »statt 38,2 Milliarden nur noch 30 Milliarden Euro neue Schulden aufzunehmen.« (>>). Quasi ein Nichts, bin ich versucht zu sagen .

Wie dem auch sei, gegenwärtig und abgesehen von den grundsätzlichen Mechanismen, können wir -- zumindest gemessen an den jüngeren Vorjahren -- eine einigermaßen passable Entwicklung attestieren. Wir werden es wohl oder übel miterleben, wie lange noch!

3.) "Bankstatistische Gesamtrechnungen in der Europäischen Währungsunion, Konsolidierte Bilanz der Monetären Finanzinstitute (MFIs)"

Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen" 2005/2006 (Mrd. €) (>>)

FRANCE
black01_next.gifHousehold Credit Repayment Incidents

 
Number of people
Number of incidents
Number of work-out measures
1991
633 686
756 176
96 278
1992
1 073 942
1 424 261
167 702
1993
1 346 106
1 901 972
214 256
1994
1 273 245
1 806 955
227 015
1995
1 198 318
1 679 190
227 331
1996
1 180 162
1 534 827
286 225
1997
1 184 447
1 368 216
376 782
1998
1 215 230
1 320 180
421 611
1999
1 376 520
1 562 683
434 580
2000
1 658 649
2 043 353
479 612
2001
1 829 648
2 359 760
518 198
2002
1 914 421
2 552 419
532 853
2003
2 057 390
2 769 547
567 184
2004
2 199 801
2 929 123
646 847
2005
2 273 294
2 961 853
717 860

Europäischen Währungsunion, Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen"

 

Mrd. €

%

Dez 05

9555,7

+0,88

Jan 06

9661,2

+1,10

Feb 06

9778,5

+1,21

März 06

9909,0

+1,33

April 06

10060,5

+1,52

Mai 06

10124,9

+1,00

Juni 06

10173,0

+0,47

Juli 06

10262,5

+0,88

Aug.06

10274,0

+0,11

Sep.06

10402,8

+1,25

Differenz von August '06 auf September '06 = +128,8 Mrd.€, oder +1,25% (Vormonat, siehe Tabelle links). Teile ich die +128,8 Mrd.€ auf die zwölf Länder der Währungunion auf, dann ergibt sich pro Land eine Zunahme von im Schnitt +10,73 Mrd.€ (ist natürlich nur ein Mittelwert und deshalb nur begrenzt aussagefähig).

Rund 82 Prozent der zusätzlichen Kreditvergabe wurde durch die Buchkredite generiert, weitere 15 Mrd. Euro durch die Aktien und sonstige Dividendenwerte. Spricht meines Erachtens für eine "normale, gesunde" Verschuldung.

Nach wie vor ein "schickes" Wachstum und im Großen und Ganzen reiht sich die BRD für diesmal recht akkurat in diese Daten ein.

So positiv wir das Kreditwachstum auch ansehen müssen, so negativ folgenreich ist es mitunter. Diesmaliges Beispiel ist Frankreich (Tabelle rechts), wo die »Personal Debt Problems« der Haushalte ebenfalls kräftig zulegen.
Ohne Detailierteres gefunden zu haben, heißt es black01_next.gifhier zusätzlich noch: »During 2005 households continued to acquire debt whilst accumulating financial assets, bringing debt to its highest ever level. Non-financial organisations have set a three-year period for debt clearance and doubled their new utilisations net of bank credits.« 
Für mich schwerlich einzuschätzen, in wie weit das wirklich als besorgniserregend zu betrachten ist, hingegen umgekehrt eine längerfristig gegenteilige -- oder wenigstens überwiegend gleichbleibende -- Entwicklung sicherlich eher als "Entwarnung" zu deuten wäre. Folgenlos wird dergleichen jedenfalls kaum bleiben können!

Schauen wir uns noch die Kreditvergabedaten etwas differenzierter an:  

Nachstehend eine Tabelle, die die länderspezifische Entwicklung der EU zeigt. Zwar stimmt diese Statistik nicht exakt mit obiger überein (differierende Erfassungsmethoden- und subjekte), aber eine Tendenz können wir, so meine ich, doch deutlich ablesen.

Bilanzstatistik der MFIs (Monetären Finanzinstitute): Bestandsangaben (>>)
Kredite an Ansässige im Euro-Währungsgebiet [Mrd.€]
Hier:
Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften + Private Haushalte + Sonstige Private

Land

Belgien

BRD

Griechen-
land

Spanien

Frank-
reich

Irland

Italien

Luxem-
burg

Nieder-
lande

Öster-
reich

Portugal

Finn-
land

Ø

April '06

250,3

2.348,9

144,5

1.315,7

1.501,9

287,5

1.252,2

96,0

861,4

260,3

204,4

114,5

719,8

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Zuwachs [%]

1,48

-0,12

0,62

1,45

0,67

2,57

0,79

1,15

0,96

0,77

1,52

0,96

1,07

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Zuwachs [%]

1,10

0,06

1,93

2,72

0,53

1,76

1,34

2,68

-0,18

1,07

3,52

1,21

1,48

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

Zuwachs [%]

0,47

-0,32

1,15

2,30

1,01

1,33

0,74

3,41

0,85

1,41

1,16

0,77

1,11

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

August '06

260,0

2.344,8

149,9

1.407,6

1.534,0

307,5

1.286,8

103,6

876,0

267,2

218,8

118,6

739,57

Zuwachs [%]

0,78

0,12

0,00

0,36

-0,08

1,12

-0,13

0,48

0,06

0,38

0,69

0,59

0,36

August'06

260,0

2.344,8

149,9

1.407,6

1.534,0

307,5

1.286,8

103,6

876,0

267,2

218,8

118,6

739,57

September '06

265,0

2.367,7

152,6

1.440,8

1.548,6

312,9

1.299,1

105,8

877,5

270,3

219,2

119,8

748,28

Zuwachs[Mrd.€]

5,00

22,90

2,70

33,20

14,60

5,40

12,30

2,20

1,50

3,10

0,40

0,40

8,71

Zuwachs [%]

1,92

0,98

1,80

2,36

0,95

1,76

0,96

2,12

0,17

1,16

0,18

1,01

1,28

Die graphische Umsetzung:

Alles in allem und wie schon gesagt, im Allgemeinen durchaus positiv und ausnahmsweise auch mal im "BRD-Besonderen". DAS ist der Aufschwung, der hierzulande in aller Munde ist. Wie die Graphik aber verdeutlicht, lag Deutschland in vergangener Zeit regelmäßig weit unterhalb des EU-Durchschnitts, der seinerseits meist weit über Null lag.

Hoffen wir, daß sich die BRD auch zukünftig dem Schnitt annähern kann und nicht umgekehrt, und daß dieser gleichzeitig ungefähr da bleibt, wo er ist. Andernfalls müssen wir weiterhin darauf zählen, daß diesen "Job" stellvertretend andere für uns übernehmen.

Andere, wie die...

USA

...zum Beispiel. Betrachten wir uns also mal wieder kurz Fragmente des Geschehens auf der anderen Seite des Teiches.

black01_next.gifDebt Outstanding by Sector

 Datenveröffentlichung vom 19.10.06

Jahr

Summe [Bill. $]
Zuwachs1 [%]

1997

21.154,0

+6,98

1998

23.266,7

+9,99

1999

25.309,7

+8,78

2000

27.028,1

+6,79

2001

29.266,5

+8,28

2002

31.724,1

+8,40

2003

34.611,6

+9,10

2004

37.695,2

+8,91

2005

40.032,1

+8,85

Q1-2006

41.962,1

+2,27

Q2-2006

42.760,4

+1,90

1Jahresangaben gegenüber Vorjahr, Quartalsangaben gegenüber Vorquartal

Zunächst mal das "ganz große Bild", die Entwicklung der Gesamtverschuldung von "Corporate America" (Revisionen und dergleichen mehr mal unberücksichtigt). Die Tabelle links zeigt die Daten, welche wir wohl ohne Übertreibung als "fulminant" bezeichnen können.

Um die Sache ein klein wenig aufzusplitten und zu erweitern, folgend einige Ergänzungen:

• Die allseits bekannte US-staatliche black01_next.gif»Dept to the Penny-Statistik« und deren rasendes Wachstum, könnte beispielsweise durch nachstehendes Zitat aus black01_next.gif»Sanfte Landung oder Rezession« "erweitert" werden: »Diese 7,9 Billionen Staatsschulden umfassen lediglich den Haushalt der Bundesregierung. Die anderen öffentlichen Haushalte sitzen auch noch auf 1,7 Billionen Dollar Schulden. Und die staatlichen Zahlungsverpflichtungen für die beiden Sozialsysteme "Social Security" und "Medicare" werden mit 7 Bio. bzw. mit 37 Bio. Dollar angesetzt. Insgesamt ergibt sich daraus ein Schuldenberg von 53,6 Bio. Dollar. Doch aus diese Berechung ist noch nicht komplett. Beispielsweise berücksichtigt sie nicht die Pensionszusagen der Staatsbediensteten.«
Ohne weitere Worte!!

• Des weiteren ist eine Sichtung der privaten Schuldner -- hier der black01_next.gif»Consumer Credit« -- nicht ganz uninteressant. Auch dort sind die Steigerungsraten in der Tat nach wie vor "beeindruckend". Zwar gab es Anfang 2006 einen größeren Rückgang, der aber seit dem wieder mehr als "wett gemacht" wurde (im Bedarfsfall black01_next.gifHIER -- Graphik -- nachzushauen) .

Kurz und gut (soweit ich das beurteilen kann): Weiterhin steigt die Neuverschuldung in den USA mit Raten, wie sie bei uns -- grob gesagt -- nur bis Ende der siebziger Jahre vorkamen. Oben angesprochener, "stellvertretend" für die BRD erledigter  "JOB", wird beispielsweise von der USA demnach zufriedenstellenden erledigt. Man stelle sich vor, daß es tatsächlich einen nennenswerten Einbruch der zusätzlichen Kreditvergabe gäbe -- das ganze schöne, positive Milliarden-Ausfuhrsaldo (Jan/Jul '06 = +16,4 Mrd.€, 2005 = rd. +28 Mrd.€ >>) würde sich in Wohlgefallen auflösen. Nicht auszudenken!!

Wie dem auch sei, das "Schwungrad" (Neu)Verschuldung ist ständig potentiellen "Beschleunigungsbremsen" ausgesetzt. An dieser Stelle schauen wir uns deshalb mal wieder eine mögliche "Bremse" an.
 

"Household debt service payments and financial obligations as a percentage of disposable personal income" (der Schuldendienst der US-Konsumenten/Haushalte (2. Quartal 2006)

Im Grunde geben die Graphiken (>>) ja schon ausreichend Auskunft.

DSR

Kurz sei angerissen, daß die übliche Datenrevision der black01_next.gif»Household Debt Service and Financial Obligations Ratios« die aktuellen Werte diesmal recht kräftig nach OBEN korrigiert hat (wer hätte das gedacht und wer soll daß noch irgendwie nachvollziehen können). Als Beispiel nur kurz der Vergleich des Vorquartals:

Aktuelle Veröffentlichung (12.10.06):

Quarter

DSR

FOR


Total

Renter

Homeowner


Total

Mortgage

Consumer

06q1 14.31 19.15 25.19 17.96 11.47 6.49

 

Vormalige Veröffentlichung:

06q1

13.93

18.70

24.33

17.59

11.41

6.18


1.) The household debt service ratio (DSR) is an estimate of the ratio of debt payments to disposable personal income. Debt payments consist of the estimated required payments on outstanding mortgage and consumer debt

 

FOR

2.) The financial obligations ratio (FOR) adds automobile lease payments, rental payments on tenant-occupied property, homeowners' insurance, and property tax payments to the debt service ratio.

Beides auf Allzeithoch! Ein immer größer werdender Anteil des Einkommens geht direkt in den Schuldendienst, des durch vorangegangene Verschuldung vorgezogenen Konsums! Nun bedeutet dies nicht unmittelbar und notwendigerweise den "Untergang des Abendlandes". Jedoch zeigt es, daß die Haushalte, durch die bereits vorhandene Verschuldung, immer weiter "in die Ecke" getrieben werden. Überspitzt formuliert: Wer schon bis unters Dach verschuldet ist, fällt dadurch irgendwann als zukünftiger Neuschuldner aus -- wenn nicht in Gänze, so doch zumindest im bisher vorhandenen Maße.

Nehmen wir nun noch den negativen black01_next.gifSparbetrag und die ebenso negative black01_next.gifSparrate der Haushalte hinzu, ergibt sich hieraus zumindest ein Bild, daß das Risikopotential -- vorsichtig umschrieben -- nicht gerade verringert. Im übertragenen Sinne, läuft angesprochenes "Schwungrad" seiner Höchstdrehzahl zu, ab der dann keine Beschleunigung mehr, sondern lediglich ein "Auslaufen" eintritt.
Der vermalledeite, verflixte Punkt dabei ist, eben diese "Drehzahlwende" irgendwie im Voraus erkennen zu können. Dazu können Daten und Graphiken Hinweise etc. liefern, aber leider keine definitive Aussage. Schlußendlich wird es wohl schlicht unmöglich sein. Gleichwohl scheint meiner Meinung nach eins dennoch klar zu sein: wir liegen ungleich näher an der "Drehzahlwende", als an einer weiteren, langfristigen Beschleunigung. Auf der Hut sein, sollte die Grundeinstellung sein! Ich trau dem "Frieden" nicht !

Auch wenn hier bereits mehrfach auf den US-Immobilienmarkt eingangen wurde (inkl. des folgenden Charts), will ich -- weil ungeheuer wichtig -- trotzdem ein weiteres Mal einen Bericht vorstellen.

black01_next.gifCan the economy survive the housing bust?

Tucked away in the briefcase of Liz Ann Sonders, chief investment strategist at Charles Schwab & Co., is a chart so scary she's hesitant to show it to investors. It plots the National Association of Home Builders' Housing Market index - a monthly measure of builder confidence - against the Standard & Poor's 500 stock market index, with a one-year lag.

It turns out that the mood of builders is a terrific stock market bellwether: The correlation between current builder confidence and future stock market returns over the past ten years is downright unnerving.

right_black.gifright_black.gif [...] Another big concern is what happens if consumers can't keep using their homes as cash machines. By Gordon's estimate, U.S. homeowners pulled more than $450 billion in equity out of their homes last year and are on pace for a similar bonanza in 2006.

But with home values falling, homeowners may lose that source of ready spending money. Should cash-out refinancings fall back to 2001 levels, he estimates, it would drain $300 billion from the economy - which would have roughly the same impact as a $60 jump in the price of a barrel of oil.

Kurzes, grundsätzliches (Erklärung und Daten) zum "Cash-out refinanzieren" findet ihr black01_next.gifHIER und black01_next.gifHIER (ab Seite 31)!!

And that doesn't include the added bite when homeowners who took out adjustable-rate mortgages a couple of years ago face rate resets that raise their payments.

It's hard to overstate the damage of losing so much potential buying power. Merrill Lynch economist David Rosenberg has argued that cash-out refis were the only reason the economy weathered the gas-price hikes this year and last. Gordon is so worried about the disappearance of cash-out refi money that he's predicting a recession in 2007 or 2008. [...]

Ohne zu wissen, wie genau -- und ob in der Höhe richtig -- die dargestellten Zahlen zustande kommen, die Dimensionen sind in jedem Fall beeindruckend. Kurz gesagt: sackt der Immobilienmarkt ab (plus evtl. weiter steigende Zinsen und/oder gerade deshalb), fällt erstens ein Teil der Beleihungsbasis für neue, "normale" Kredite weg und, zweitens, sinkt das "Cash-out Volumen" der Refinanzierungen. Beides wäre (??) in der Tat als bedrohlich zu bewerten und absolute "Schwungradbremsen".

 

 Mehr war nicht zu holen! Auch bei mir wirkt der Aufschwung . Deshalb zu guter Letzt nur noch ein bißchen was zum Schmunzeln:

black01_next.gif»Lords of the Logistics«

 

 » 29. Oktober 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Der Markt für öffentliche Anleihen: aktuelle Entwicklungen und strukturelle Veränderungen« •

• »"Gold und die Militärische Abenteuer des Bushkriegers" + "Eskalation mit Ansage: Nordkorea und die US-Ziele in Ostasien"« (>>) • 

• »Military spending in 2005« (>>)

POLITIK

 

• »!!Wirtschaftsinstitute!! Unabhängig??« (>>) • 

 • »Öffentliche Petition zur GENTECHNIK« (>>) • 

 

! HUMORIGES !

Kurzes neues vomblack01_next.gif Big Brother!

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Der Markt für öffentliche Anleihen:...


...aktuelle Entwicklungen und strukturelle Veränderungen

Zur Info -- nur mit Kurzkommentaren meinerseits -- ein paar Passagen aus dem neuesten black01_next.gifBuBa-Monatsbericht (10/06), die ich für Wert empfand, zitiert zu werden.

Der Markt für Staatsanleihen stellt international gesehen ein wichtiges Segment des Rentenmarkts dar. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) entfallen knapp 39% der umlaufenden fest- und variabel verzinslichen Schuldverschreibungen in den sieben größten Industrieländern (G7) auf öffentliche Emittenten. Lediglich Anleihen von Finanzinstituten sind vom Betrag her noch bedeutender.[...]

Sapperlot!! Wohl denen, die an den 39% teilhaben können. Bei, im deutschen Falle der letzten Jahre, ca. black01_next.gif65 - 70 Mrd. € Zinsen per Anno gibt's da 'ne Menge zu holen.

Betrachtet man die jüngere Entwicklung, so zeigt sich, dass der Umlauf von Staatsanleihen der G7-Länder in den letzten Jahren – vor allem seit 2001 – in einem Umfeld insgesamt lebhaft wachsender Rentenmärkte besonders stark zugenommen hat. Zum Jahresende 2005 betrug er 17 780 Mrd US-$; er war damit um 64% oder fast 7 000 Mrd US-$ höher als Ende 1998. Das durchschnittliche jährliche Wachstum der ausstehenden öffentlichen Schuldtitel hat sich damit gegenüber den Jahren 1994 bis 1998 auf 7½% mehr als verdoppelt.[...]

Herrje, und da wird immer gejammert, daß die Wachstumsraten zu gering wären. Kommt nur drauf an, was man betrachtet. Zudem kein Wunder, daß die Aktienmärkte wie's Lottchen laufen. Nur blöd, das "Aktienkörbe" nicht im Berechnungskorb zur Inflation enthalten sind, wo die doch unablässig "teurer" werden.

Für die Marktentwicklung in Deutschland ergibt sich im Wesentlichen ein ähnliches Bild. [...]

Wer hätte das gedacht ??

Die Verschuldungsdynamik Deutschlands spiegelt sich auch in einer lebhaften Primärmarktaktivität wider. So lag der Brutto-Absatz öffentlicher Anleihen 2005 bei 273 Mrd €; er war damit mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 1998. Dabei haben neben den hohen Defiziten der öffentlichen Haushalte auch gestiegene Tilgungsverpflichtungen den Finanzierungsbedarf der öffentlichen Hand beträchtlich erhöht.[...]

273 Mrd.€? Nur in der BRD und in einem Jahr! Mein lieber Mann, daß muß ein Markt erst mal verdauen. Wenn daß mal kein heftiger Eingriff seitens des Staates ist, dann weiß ich auch nicht.

Die Bedeutung öffentlicher Anleihen – insbesondere von Bundesanleihen – für das Marktgeschehen geht aber weit über diese quantitativen Kennziffern hinaus. So hat sich auf der Grundlage der Renditen von Bundesanleihen eine Benchmark-Zinsstruktur etabliert. Damit wurde ein Maßstab für die Bewertung anderer Vermögenswerte geschaffen, der sich im In- und Ausland durchgesetzt hat. Vor diesem Hintergrund haben Entwicklungen am Markt für deutsche Staatsanleihen einen großen Einfluss auf die europäischen Finanzmärkte.[...]

Aha, danke für die Bestätigung. Bundesanleihen -- die Verschuldung des Staates -- sind also die Benchmark, der Maßstab, das Fundament, die Richtschnur, die Peilmarke, die Norm, der Richtwert, der Standard für alles andere!! Sollten wir im Oberstübchen behalten!!

Zudem hat das Wachstum verwandter Märkte das Halten von Staatsanleihen attraktiver gemacht und insofern auch die Marktentwicklung begünstigt. Dies gilt beispielsweise für die Verwendung von öffentlichen Anleihen als Sicherheiten bei Offenmarktgeschäften und ihre Veräußerbarkeit auf entwickelten Repomärkten. Diese bieten den Inhabern von Anleihen kostengünstige und flexible Kreditmöglichkeiten, indem öffentliche Anleihen dort bei gleichzeitiger Rückkaufsvereinbarung befristet veräußert werden können.[...]

    Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Zentralnotenbank zugelassen sind
    [Mill. €]

     

    Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen

    Wechsel

    Deutsche Bank (>>)

    56.122

    310

    Dresdner Bank (>>)

    23

    132

    Bayerische Hypo- und Vereinsbank (>>)

    22

    151

    Commerzbank (>>)

    2.761

    402

    DZ Bank (>>)

    92

    -

    Landesbank Baden-Württemberg (>>)

    -

    64

    Bayerische Landesbank (>>)

    259

    0,48

    KFW (>>)

    2.623*

    14.187**

    West LB (>>)

    2.636

    0,16

    Eurohypo AG (>>)

    19.650*

    6.515**

    Summe [Mill€]:

    84.188

    21.762

    Verteilung:

    79,46%

    20,54%

!!! Wichtiger Punkt !!!

Diesbezüglich hatte ich vor einem halben Jahr mal eine kleine Ausarbeitung gemacht, die da hieß:

 »Zentralbankgeld, refinanzierungsfähige Sicherheiten und der Staat«

An dieser Stelle nur mal die dort enthaltene Tabelle (rechts). Ihr solltet in der Tat einen kurzen Blick dort rein werfen!!!
Konntet ihr euch tatsächlich nicht zurückhalten, wird möglicherweise noch nachstehende Meldung non Interesse sein: black01_next.gif»Ratingagenturen stufen Italien herab«

Seit Anfang 1999 wurden im Ergebnis gut 90% des Netto-Absatzes öffentlicher Schuldverschreibungen (Anleihen und Geldmarktpapiere) von Anlegern aus dem Ausland übernommen. In den Jahren 1990 bis 1998 waren es knapp zwei Drittel gewesen.[...]

Sehr interessant!! Daß war mir jetzt auch neu. Leider steht im BuBa-Monatsbericht nichts näheres darüber, wer genau "das Ausland" ist und wie die Verteilung im Einzelnen aussieht. Es steht zu vermuten, daß das Gros nach Europa und USA geht. Jedenfalls wenn wir aufgrund der black01_next.gifBietergruppe Bundesemissionen Rückschlüsse ziehen dürfen. Wie auch immer, "nett" zu sehen, daß dieser Teil (Zinsen) unser aller Steuergelder, ins Ausland "verschoben" wird. "Entwicklungshilfe" mal ganz anders!! Andererseits würde ohne diese "Investitionen" des Ausland, hierzulande wahrscheinlich nicht mehr allzu viel laufen.

Zeitweise haben Bundesanleihen in der Vergangenheit für internationale Marktteilnehmer auch eine Rolle als „sicherer Hafen“ für Wertpapieranlagen gespielt. Diese Funktion kommt den Staatsanleihen der wichtigsten Industrieländer in Phasen großer Unsicherheit aufgrund ihrer Eigenschaft als „quasi ausfallfreie“ Wertpapiere zu. [...]

Ich meine mich erinnern zu können, daß der "sichere Hafen" hier und da überflutet wurde. Seisdrum, bis dahin übernimmt der Staat "die Leichtigkeit des Seins", indem er die Risiken einfach auf """sich""" überträgt. Und da dies auch jeder weiß, entwickelt(e) sich, wie bei jeder x-beliebigen anderen Versicherung auch, eine "Vollkaskomentalität". Alles wird guuut...!!!

 
Angesichts der ungeheueren Wichtigkeit der Staatsverschuldung für den "freien Markt", die wir soeben feststellen durften -- und allem, was ich ansonsten beständig versuche zu erläutern (auch immer wieder mir selbst) --, entbehren folgende Aussagen nicht einer gewissen Ironie! Wer sich hinreissen ließe, könnte auch auf die Idee kommen, es geradezu lächerlich zu nennen.

"Der Staat muss endlich einmal Überschüsse erwirtschaften und seine Schulden tilgen, damit wir aufhören, die Interessen unserer Kinder mit den Füßen zu treten." (>>)

Und das nicht von irgendwem!! Nein, nein!! Der ifo-Chef Hans-Werner Sinn höchstpersönlich, konnte sich da nicht zurückhalten. Nicht zu Glauben!!! Genauso gut könnte ich fordern, Vulkanausbrüche zu verbieten. Okay, okay, genug der Ironie, immerhin ist der Mann nur Wirtschaftswissenschaftler . Richtig ernst wird die Sache aber, wenn dergleichen auch bei kompetenteren Gesellschaftsmitgliedern um sich greift: den Bundestagsparteien. Im vorliegenden, konkreten und aktuellen Falle, bei der FDP-Fraktion. Die fordern völlig unverblümt -- in einem black01_next.gifBundestagsantrag -- doch glatt...

II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der

    – eine umfassende Reform des nationalen Haushaltsrechts zum Zweck einer wirkungsvollen Begrenzung der Staatsverschuldung und
    – einen engeren Investitionsbegriff, eine Konkretisierung und Verschärfung der Ausnahmeregelung des Artikels 115 GG sowie die Einführung sanktionsbewehrter Verschuldungsgrenzen

zum Inhalt hat.

...was zwar nicht vollends Hr. Sinns Anliegen entspricht, aber immerhin grob in die gleiche Richtung läuft -- wenn auch freilich in abgeschwächter Form. Wir können gespannt sein, wie die FDP die praktische Umsetzung gestaltet will. Wer zum Geier wählt denn eine Partei,...

...die den Rentnern und Pensionären heftige Kürzungen zumuten muß/wird,
...die den Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes die Gehälter zusammenschnurrt,
...die den Wehretat kürzt (EADS wird sich freuen),
...die die ganzen liebgewonnen Subventionen streicht (AMD? Und tschüss!! Atom- und Windmühlenstrom verteuern? Bei den schon jetzt kaum zu bezahlenden Priesen? Never!),
...die die Bargeldversorgung verteuert und somit den Banken in die Parade fährt,
...die die öffentlichen Schwimmbäder verteuert,
...die ganz allgemein den "Vermögensstand" der Bevölkerung reduzieren will,
...die die gesamte staatliche "Fürsorge" heftigst reduzieren wird,
...die...............................etc. etc. etc.

1Stimmenkauf:
Offenbar sehe nicht nur ich das so:
In Massendemokratien wird das Geld vor allem benötigt, um Wählerstimmen durch Wohltaten regelrecht zu kaufen. Wechselwähler werden durch Wahlgeschenke angelockt, während wichtige Wählergruppen durch lieb gewonnene Zuwendungen aus dem Staatshaushalt bei der Stange gehalten werden. Das ist die Logik moderner Massendemokratien, die deshalb allesamt zu ausgeprägten Wohlfahrtsstaaten umgebaut wurden
.(»Sanfte Landung oder Rezession«)
Ich möchte dringend noch hinzufügen, daß zu jedem Käufer auch ein Verkäufer gehört: die Wähler selbst!!

So etwas wird nicht gern gesehen, wie die vergangenen Jahrzehnte bewiesen haben. Im Übrigen unter gütiger Mithilfe der FDP selbst! Demokratie bedeutet Stimmenkauf1. Stimmenkauf ohne Staatsverschuldung?? Undenkbar! Wir werden also aller Wahrscheinlichkeit nach niemals beurteilen dürfen, wie Westerwelle & Co., im Falle der Regierungsbeteiligung, ihren eigenen Antrag in die Tat umsetzen. DAS wäre doch wirklich mal eine interesasante Studie!!!

P.S.: Verzeiht meinen da und dort auftretenden Sarkasmus. Oder ist es Galgenhumor? Egal!! Jedenfalls ist jetzt dieses komische, magengeschwürfördende Druckgefühl in der Magengegend beinahe verschwunden. <== Die kleinen Freuden des "kleinen Mannes"

 

 


                                Gold und die Militärische Abenteuer des Bushkriegers


Nebst der leider traurigen Inhalte, ist der Artikel einfach wundervoll "locker" geschrieben und somit allemal den Aufwand wert, gelesen zu werden! Ich will aber auch voranstellen, daß ich mir bei seinen Schlußfolgerungen Gold betreffend, nicht ganz so sicher bin, wie der Autor selbst (kurzes Beispiel sofort unten). Wie dem auch sei, erstens kann sich dazu jeder seine eigene Meinung bilden, zweitens soll das durchaus nicht heißen, daß nicht "die ein oder andere" Münze vielleicht doch Sinn macht. Man weiß ja nie !!

black01_next.gifHier lang zum Artikel...

right_black.gif Kurzes Beispiel! Er schreibt folgendes:

Sollte es aber wirklich ernst werden, dürften Öl schnell in die Nähe des von Bin Laden geforderten Preisminimums von 144 $ je Fass geraten. Gehen aber Ölpreise in die ballistische Umlaufbahn und kommt es zum offenen Konflikt, fällt der Dollar, stossen die Asiaten Dollarberge ab und schwillt die Finanzierung des Feldzuges mit Güterzügen voll frisch gedruckter Dollarscheinchen ruckartig an, erfahren die Edelmetallkurse eine Jungfernfahrt in einer Saturn-Rakete. Die gefürchtete Trilogie: Steigendes Öl mit Rationierungen, wachsende Schuldenberge und fallender Dollar nebst aussteigenden Asiaten liebt niemand mehr als das Geschwisterpaar Gold und Silber. Käme eine wirklich ernste Krisensituation hinzu, in der die 1,5 Milliarden Muslime langsam ungehalten oder gar bösartig werden und auch Russland und China Partei ergriffen, dann fiele ein Unzenpreis von 1.500 $ oder mehr für Gold rasch in die Schnäppchenkategorie. 45 $ oder mehr für Silber entsprächen dann dem günstigen Erwerb eines kostenlosen Tellerchens in einer Suppenküche der staatlichen Wohlfahrt.

 

»Güterzüge voll frisch gedruckter Dollarscheine« bedeuten nichts anderes als eine exorbitant (?) hohe Inflation. Da Gold, wie er ja selbst schreibt, in Dollar ausgepreist wird, wären selbst angesprochene Höhen von 1.500$ und mehr kein echter, realer Gewinn -- bei einem Dollar, der dann nur noch einen Bruchteil seines jetzigen Selbst  "Wert" wäre. Zur bildlichen Verdeutlichung sei der inflationbereinigte Goldpreis gezeigt (Bild rechts, zum Vergleich black01_next.gifhier der "normale" Goldpreis). 
Natürlich heißt daß jetzt wiederum nicht, daß dies zwangsläufig in einem Schuß in den Ofen münden muß (wie ja auch die Graphik zeigt, z.B. 1980, 1981), doch es relativiert derlei "unumstößliche, standfeste" Aussagen eben doch auf ein konjuktives »könnte« -- schon gar bei ganzen »Güterzügen« voll...!

Nichtsdestotrotz, ein Augenschmeichler ist so ein güldenes Etwas allemal und/oder mindestens .








 
 

 

Wo obiger Link nun mal schon bei Nordkorea war, möchte ich, obwohl daß eigentlich in die Kategorie »POLITIK« gehört, an dieser Stelle daran anknüpfen und auf einen weiteren Bericht hinweisen!


                                Eskalation mit Ansage: Nordkorea...


...und die US-Ziele in Ostasien

 

Vor allem aber erklärt sich hieraus nicht, weshalb Nordkorea gezielt suggeriert wurde, ein Angriff stehe kurz bevor, obwohl allen US-Offiziellen klar war, dass die hierfür notwendigen Kapazitäten im Irak und Afghanistan gebunden waren - zumal der Iran ohnehin das offensichtlich präferierte Ziel darstellt. Denn gerade mit dem militärischen Säbelrasseln, das bspws. durch OPLAN 5030 auch substanziell untermauert wurde, drängte man Pjöngjang förmlich zur Beschleunigung seines Atomprogramm: "Ende Mai 2003 hatte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die Ausarbeitung einer neue Strategie für einen Konflikt mit Nord Korea in Auftrag gegeben: 'Operational Plan 5030'. [...] Durch nicht angekündigte, grenznahe US-Manöver soll Nord Korea immer wieder in Alarmzustand gesetzt werden, in der Hoffnung, auf diese Weise wichtige nachrichtendienstliche Erkenntnisse über die Lage der Kommunikationsknotenpunkte, der militärischen Kommandozentralen und deren Zusammenspiel im Ernstfall zu bekommen. 'Einige der Sachen, die von Fargo (Admiral Fargo, US-Oberkommandierender für den Pazifik) verlangt werden, sind – wie soll ich das sagen – ziemlich provokant', beurteilt ein US-Regierungsbeamter den Plan."[12] Es war absolut vorhersehbar, dass Nordkorea hierauf mit eine Beschleunigung seines Atomwaffenprogramms reagieren würde. Handelte es sich also bei der US-amerikanischen Nordkorea-Politik um politstrategischen Dilettantismus großen Stils oder verfolgen die USA andere, nicht ganz so offensichtliche, aber weniger widersprüchliche und in sich logische Ziele?

black01_next.gifLinks längs...

Und was bekommen unsere Kinder von all dem zu hören? NICHTS!! Nein, nein, unsere Kinder werden "politisch korrekt" mit Infos gefüttert. Das klingt dann schon beinahe "rührend", wenn das ZDF in der Kindersendung »logo!« black01_next.giferklärt, was da in Nordkorea los ist:

Das Land Nordkorea ist vor etwa 13 Jahren vom Atomwaffensperrvertrag zurück getreten. Die Politiker haben damals also einfach gesagt, dass die Regeln aus diesem Vertrag für sie ab sofort nicht mehr gelten. [...]
Nordkorea will mehr Macht: Auch der Herrscher in Nordkorea, Kim Jong Il Bild links), hätte gerne mehr Macht. Wahrscheinlich behauptet er deshalb, dass er Atomwaffen hat. Die anderen Ländern sollen Angst vor ihm haben, damit sie sich nicht in seine Politik einmischen und er in Nordkorea machen kann, was er will.
Mit seinen Behauptungen bringt der koreanische Herrscher sein Land in eine schwierige Situation. Viele Länder, vor allem die USA, sind wütend und besorgt über die nordkoreanischen Atomwaffenpläne. Es könnte sein, dass Nordkorea deshalb bald ganz alleine da steht. Das wäre sehr schlimm, weil es den Menschen in Nordkorea sehr schlecht geht. Sie sind sehr arm, haben nicht genug zu Essen und können ohne die Hilfe aus anderen Ländern kaum überleben.

 Tja ja, so einfach ist das alles. Und schon ist der  BILD -Nachwuchs gesichert!!

Und weil wir gerade beim Thema Waffen sind (auch das gehört eigentlich nach unten zu »POLITIK«, ist alles ein bißchen durcheinander heute ), ein kleiner Ausschnitt eines Tabellchen zur Verdeutlichung der Dimensionen (aus black01_next.gifHigh Military Expenditure in Some Places):

Military spending in 2005 ($ Billions, and percent of total)
 

Country

Dollars (billions)

% of total

Rank

United States

 

 420,7

 43%

1

China

 62,5

 

 6%

2

Russia

 61,9

 

 6%

3

United Kingdom

51,1

 

 5%

4

Japan

44,7

 

 4%

5

France

41,6

 

 4%

6

Germany

30,2

 

 3%

7

Was könnte die "Friedensnation" USA mit 420,7 Mrd.$ (für 2006 sind sogar 441,6 Mrd.$ geplant) sonst so alles anfangen? Was könnten die Länder dieser Welt mit ingesamt 950 Mrd.$ sonst so alles anfangen? Wenn Staatsverschuldung schon sein muß, warum zum Teufel dann ausgerechnet für so einen Schei.. und in diesen Ausmaßen? Bruchteile davon umgeleitet, und die "Notwendigkeit" derlei überdimensionierter Militärausgaben würde sich von selbst in Luft auflösen!!

Franz Oppenheimer hat schon recht, wenn er in seinem, meiner Meinung nach, Standardwerk über Staatenenstehung, black01_next.gif»Der Staat«, schreibt:

Das ist »das Gesetz, nach dem er angetreten«, und das ist der Staat geblieben. Er ist seiner Entstehung nach ganz und seinem Wesen nach auf seinen ersten Daseinsstufen fast ganz eine gesellschaftliche Einrichtung, die von einer siegreichen Menschengruppe einer besiegten Menschengruppe aufgezwungen wurde mit dem einzigen Zwecke, die Herrschaft der ersten über die letzte zu regeln und gegen innere Aufstände und äußere Angriffe zu sichern. Und die Herrschaft hatte keinerlei andere Endabsicht als die ökonomische Ausbeutung der Besiegten durch die Sieger.

Bis heute hat sich daran nichts geändert!! Und trotzdem scheint "der Staat" im Allgemeinen als der einzig mögliche Problemlöser angesehen zu werden -- von Probleme, die er selbst verursacht hat! Aber auch das heutige Weltimperium wird untergehen! Und daß gewiss nicht aufgrund einer militärischen Niederlage, sondern....>>.....und das nächste wartet schon irgendwo!!

 

  POLITIK

 


                                !! Wirtschaftsinstitute !! Unabhängig ??


Ist mir zufällig "über den Weg gelaufen", und ich fand es interessant genug, ein paar Worte darüber zu verlieren. Es geht um die Wirtschaftsinstitute, die ja unablässig in den Medien auftauchen und alle nach eigenem Dafürhalten unabhängig, überparteiich, gemeinnützig usw. bla bla bla sind.

Fangen wir mit dem black01_next.gif»ifo« an  (jawoll ja, das mit dem black01_next.gifGeschäftsklimaindex).
In dessen Verwaltungsrat sitzen -- unter anderem -- zwei Herren namens Prof. Dr. Wilhelm Simson und Dr. Dr. h.c. Albrecht Schmidt. Das wäre kaum der Rede wert, wenn nicht ersterer, unter black01_next.gifvielen anderer, Mitglied des Aufsichtsrats der E.ON AG und letzterer, ebenfalls neben black01_next.gifunzähligen anderen Mitgliedschaften, Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo- und Vereinsbank wäre.

Und tatsächlich, es »IST« auch kaum der Rede wert!!! Jedenfalls nicht beim ifo selbst. Denn gerade genannte Einzelheiten können wir leider nicht auf der normalen Homepage-Standartseite black01_next.gif»Verwaltungsrat« des ifo erkennen. Bei allen anderen Personen sind dessen sonstige Tätigkeiten aufgeführt, nur ausgerechnet bei diesen Beiden fehlt dies!! Um das "herauszufinden", muß man schon den black01_next.gifGeschäftsbericht bemühen. Eine merkwürdig passende "Schlammperei"!

Aber auch die restlichen Verwaltungsratsmitglieder finde ich erwähnenswert. Oder genauer, deren Tätigkeiten. Der ganze Rat ist gespickt mit Ministerialdirektoren der verschiedensten Ministerien und außerdem noch mit dem Direktoriumsmitglied der europäischen Zentralbank Prof. Dr. Jürgen Stark (Staatssekretär a.D.). Es wird noch besser!!
Im black01_next.gifKuratorium -- »Es unterstützt den Vorstand bei der Erfüllung seiner Aufgaben« -- treiben sich "Vertreter" der Linde AG, EADS, Allianz, BDA, BMW, diverser Banken und dergleichen mehr herum. Des weiteren finden wir dort haufenweise Bundes- bzw. Landtagsmitglieder, Staatssekretäre, Ministerialdirektoren, Verbandsvertreter und ich weiß nicht was noch. Beinahe jede/r davon durchaus bekannt und Mitglied in diversen, anderen "Institutionen". Beispielhaft möchte ich zwei Namen herausgreifen:

  1. Marie Bernard-Meunier (zu der dort  im Übrigen keine weitere Angaben zu sehen sind).
    Bei black01_next.gifwikipedia finden wir u.A. Beziehungen (=Vorstand) zur kanadischen Seite der black01_next.gifAtlantik-Brücke e.V und zur Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) aufgelistet, zu der ich mich ja schonmal kurz ausgelassen habe (siehe black01_next.gifhier).
  2. Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Weidenfeld (black01_next.gifListe sonstiger Gremien und Funktionen)
    Bloß ein kurzes Zitat: »Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Weidenfeld, Herrscher über die „unabhängige Denkfabrik“ CAP (Centrum für angewandte Politikforschung, München), ist in den Augen politischer Entscheider der Orientierungsgeber schlechthin. Als „Vordenker und graue Eminenz“ kooperiert er eng mit der Bertelsmann Stiftung, die sein Institut mit „Forschungsaufträgen“, sprich Geld, ausstattet.« (>>)
    Das CAP wiederum »verleiht das C·A·P Fellowships für langjährige und herausragende Partner.« (>>) Einer dieser herausragenden Partner ist/war Lord Weidenfeld, über den ich mich ja schonmal im Zusammenhang mit dem Karikaturen-Streit black01_next.gifgeäußert habe. Was für ein "Früchtchen"!! Solltet ihr wirklich einen Blick hinwerfen!!!

Da brat mir doch einer 'nen Storch -- das sind also die Persönlichkeiten, die »den Vorstand bei der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützen«!!

Und nicht das ihr auf den Trichter kommt, daß das bei den anderen Wirtschaftsinstituten entscheidenend unterschiedlich wäre, folgend eine inform_white.gif Kurzabhandlung der wichtigsten "Namen" bei ein paar weiteren WI.

  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW-Berlin)
    black01_next.gifKuratorium: Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Stock, Vorstandsmitglied Schering AG; Wolfgang Roth, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank Luxemburg (der sitzt außerdem auch im Kuratorium des ifo); Dr. Thilo Sarrazin, Senator für Finanzen, Berlin; ...'zig Staatssekretäre und Verbansbosse usw. usf...
    Zudem "lohnt" sich ein Blick in die black01_next.gifMitgliederversammlung.
  • Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) (Gesellschafter des ZEW ist das Land Baden-Württemberg)
    black01_next.gifAufsichtsrat: Vorsitzender: Gerhard Stratthaus MdL, Finanzminister des Landes Baden-Württemberg; Stellvertretender Vorsitzender: Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Strube, Vorsitzender des Aufsichtsrats BASF Aktiengesellschaft
    black01_next.gifWissenschaftlicher Beirat: Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Berlin; Dr. h.c. Eggert Voscherau, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Arbeitsdirektor der BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen; ..'zig Staatssekretäre und Verbansbosse usw. usf...; black01_next.gifFörderkreis
  • Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA)
    black01_next.gifKuratorium: Prof. Dr. Rolf Eggert, Präsident der Deutschen Bundesbank, Hauptverwaltung Hamburg; Dr. Albert Peters, Ministerialdirektor im Bundesministerium der Finanzen, Berlin
    black01_next.gifGesellschaft der Freunde und Förderer des HWWA: Vorstand: Dr. Doris André, ehem. Mitglied des Vorstands der BAT Cigarettenfabriken GmbH, Hamburg; Kuratorium: Dr. Dieter Ahrens, Rechtsanwalt, ehem. Deutsche Shell AG, Hamburg; Dr. Eckart van Hooven Deutsche Bank AG, Hamburg; ..'zig Staatssekretäre und Verbansbosse usw. usf...

1Korruption: Im November 2001 meldete die E.ON AG beim Bundeskartellamt die Übernahme einer Mehrheit der Ruhrgas AG, Essen, an. Nach der Ablehnung durch das Kartellamt erteilte Staatssekretär Alfred Tacke im Auftrag des damaligen Bundeswirtschaftsministers Werner Müller eine Ministererlaubnis. Kurz danach wechselte Alfred Tacke zur Steag, einer 37%-igen Tochter von E.ON und Werner Müller als Chef zur RAG, die mit E.ON eng verbunden ist.(>>)

Nochmal kurz zurück zu Prof. Dr. Wilhelm Simson (E.ON) und dem ifo!! Jener Herr ist erst seit 2001 dortiges Mitglied des Verwaltungsrates (dafür müßt ihr die black01_next.gifJahresberichte wälzen). Nun ergab es sich, daß 2001/2002 die Fusion E.ON/Ruhrgas anstand, zu der, abgesehen von der Korruption1, schon vorher durchaus berechtigte Bedenken angemeldet wurden. Beispiel: »Diese Fusion würde den ohnehin stattfindenden Prozess der Re-Monopolisierung im Energiemarkt massiv verstärken und sich negativ auf Verbrauchpreise für Strom und Gas auswirken.« (>>). Und was macht das ifo -- rein zufällig (??) -- am 09.07.02 unter der Überschrift »Durch die Fusion von Eon und Ruhrgas entsteht eine geschlossene Lieferkette in der Gasbranche. Die deutschen Verbraucher werden von niedrigeren Preisen profitieren« daraus??

Die Verbraucherschutzverbände sehen dies anders und haben bereits Klage gegen die Entscheidung angekündigt. Sie wissen aber nicht, was sie tun, denn sie unterstellen, dass der Zusammenschluss zu höheren Preisen und insofern zu einer Übervorteilung der Verbraucher führen wird. Abgesehen davon, dass der Zusammenschluss schon aus den erwähnten Gründen mehr Investitionen in die Gasversorgung, höhere Absatzmengen und trendmäßig niedrigere Preise bringen wird, übersehen die Verbraucherschutzverbände einen grundlegenden Unterschied zwischen vertikalen und horizontalen Unternehmenszusammenschlüssen. Während letztere in der Tat regelmäßig zu oligopolistischen Preiserhöhungen zu Lasten der Verbraucher führen, haben vertikale Zusammenschlüsse genauso regelmäßig die gegenteilige Implikation. [...] Die Verbraucherverbände sollte sich noch einmal genau überlegen, was sie tun. Big Business ist für sie nicht immer ein Nachteil. (>>)

Da wird -- neben dem höchst arroganten Hinstellen der Verbraucherschützer als Vollidioten -- mit viel pseudowissenschaftlichem Blabla die Sache völlig kritiklos schlicht schön geredet. Man könnte grad meinen, Herr Simson hätte den Artikel selbst geschrieben, wenn als Autor nicht explizit Hans-Werner Sinn (ifo-Vorstand) persönlich genannt wäre.

Mehrerlei ist zu bemerken und/oder zu verurteilen

right_black.gif Zunächst mal schon die bloße Tatsache, daß sich in den angehängten, zum alltäglichen Betrieb wichtigen Gremien, der  "unabhängigen" Wirtschaftsinstituten, überhaupt allerlei "Persönlichkeiten" tummeln, die allein ob ihrer Positionen wohl kaum als wirklich unabhängig bezeichnet werden können. Ganz egal, wer genau diese Personen letztlich sind, allein der Fakt, »daß« sie dort vorzufinden sind, ist schon für sich genommen äußerst bedenklich!!

right_black.gif Auffällig ist, daß die überwiegende Mehrzahl der "privaten" (=nichtstaatlichen) Mitglieder dieser Gremien, von Seiten diverser, wichtiger »Unternehmen« und/oder »Unternehmensverbänden« stammen. Theoretisch könnten es ja auch einfach irgendwelche "stinknormalen" Profs und Doktores sein. Sind es aber nicht!! Warum??

right_black.gif Das die Institute durchgängig und durchaus intensiv mit staatlichen Vertretern durchsetzt sind, finde ich ganz genau so fragwürdig!! Immerhin sind das genau die Institute, auf die Politiker gerne Bezug nehmen, wenn mal wieder was ansteht.

right_black.gifright_black.gif Vorgenannte Punkte ergeben -- leider -- wieder mal die "üblichen", undurchsichtigen Verquickungen von eigentlich staatlichen und privaten Entscheidungsträgern (und da sind wirklich ein paar "Hausnummern" dabei). Diesmal unter dem Deckmäntelchen "unabhängiger und gemeinnütziger" Wirtschaftsinstitute.

Keine Frage, es ist sinnvoll, wenn nicht sogar geboten, z.B. bei staatlichen Entscheidungsfindungen Rat bei ausgewiesenen Fachleuten einzuholen. Wenn also bei staatlichen Institutionen z.B. unabhängige Wirtschafswissenschaftler und Firmenbosse am Tisch sitzen, ist dies nicht per se zu kritisieren. Wenn umgekehrt aber staatliche Institutionen und Firmenbosse an den Tischen von unabhängigen Wirtschaftswissenschaftlern und deren Instituten sitzen, ist das zu kritisieren. Was zum Teufel hat ein Herr Simson von E.ON, oder ein Herr Dr. Thilo Sarrazin, Senator für Finanzen, Berlin, in den Kuratorien solcher Einrichtungen zu suchen?? -- zumal viele dieser "Durchlauchten" ihre Tentakeln gleichzeitig auch noch in einer Vielzahl, z.T. durchaus recht einschlägiger, anderer Institutionen drin haben.

Ich meine, wenn meinethalben Microsoft Institut für Wirtschaft auf der Tür steht, dann weiß sofort jeder das richtig einzuschätzen. Wenn aber unabhängig und gemeinnützig an der Tür steht, und erstens die Auftraggeber auch noch selbst mit am Tisch sitzen, und dann, zweitens, auch noch einer dieser Auftraggebergruppe, nämlich der Gesetzgeber, der sich oft genug nach den Richtlinien und Vorgaben dieser Institute richtet, zusammen mit einer ausgewählten Gruppe am Tisch sitzt, die diesen Gesetzen folge leisten soll -- den Unternehmen --, was ist dann davon zu halten?? Wissen wir, was die da aushecken?? Rechenschaft??
Das Allermindeste was zu sagen wäre, drückt ein Volksstamm im Süden der BRD recht nett aus: "Das hat ein Gschmäkle!!" (andere würde sich möglicherweise etwas heftiger ausdrücken, verständlicherweise!!).

Zu guter letzt, sei ergänzend noch ein zum Thema passender Artikel angefügt: black01_next.gif»Die Strippenzieher«

P.S.: Freilich sollten wir nicht zwangsläufig in den "Umkehrschluß" verfallen, nämlich das nun alles Verschwörung und/oder grober Unfug oder Schwachsinn ist, was an Informationen und Stellungnahmen aus diesen Häusern kommt. Ich glaube schon, daß dies nicht so ist. Trotzdem ist es wichtig darüber Bescheid zu wissen, wer da evtl. so alles seine Griffel mit drin hat!!

  
 


                                Öffentliche Petition /  


   Gentechnische Behandlung von Lebens- und Genussmitteln: Kennzeichnung sowie Strafmaß

Anbetracht des Berichtes, den ich beim Vorletztenmal vorstellte und den ich gleich unten nochmals verlinke, mag es den ein oder anderen interessieren, daß bzgl. »Auszeichnung von Gentechnik behandelter Waren« eine öffentliche Petition eingereicht wurde.

right_black.gif Der angesprochene Berichtblack01_next.gif»"Terminator-Technologie" -- Gentechnisches Verfahren gefährdet weltweite Ernährungssicherheit«

right_black.gif Petition einsehbar (inkl. Unterzeichnungsformular)black01_next.gifHIER!
 

 

  HUMORIGES

 
NEW EVENING CLASSES FOR MEN!!!

ALL ARE WELCOME
OPEN TO MEN ONLY
Note: due to the complexity and level of difficulty,
each course will accept a maximum of eight participants

The course covers two days, and topics covered in this course include:

DAY ONE

HOW TO FILL ICE CUBE TRAYS
Step by step guide with slide presentation

TOILET ROLLS- DO THEY GROW ON THE HOLDERS?
Roundtable discussion

DIFFERENCES BETWEEN LAUNDRY BASKET & FLOOR
Practicing with hamper (Pictures and graphics)

DISHES & SILVERWARE; DO THEY LEVITATE/FLY TO KITCHEN SINK OR DISHWASHER BY THEMSELVES?
Debate among a panel of experts.

LOSS OF VIRILITY
Losing the remote control to your significant other - Help line and support groups

LEARNING HOW TO FIND THINGS
Starting with looking in the right place instead of turning the house upside down while screaming - Open forum


DAY TWO

EMPTY MILK CARTONS; DO THEY BELONG IN THE FRIDGE OR THE BIN?
Group discussion and role play

HEALTH WATCH; BRINGING HER FLOWERS IS NOT HARMFUL TO YOUR HEALTH
PowerPoint presentation

REAL MEN ASK FOR DIRECTIONS WHEN LOST
Real life testimonial from the only man who ever did

IS IT GENETICALLY IMPOSSIBLE TO SIT QUIETLY AS SHE PARALLEL PARKS?
Driving simulation

LIVING WITH ADULTS; BASIC DIFFERENCES BETWEEN YOUR MOTHER AND YOUR PARTNER
Online class and role playing

HOW TO BE THE IDEAL SHOPPING COMPANION
Relaxation exercises, meditation and breathing techniques

REMEMBERING IMPORTANT DATES & CALLING WHEN YOU'RE GOING TO BE LATE
Bring your calendar or PDA to class

GETTING OVER IT; LEARNING HOW TO LIVE WITH BEING WRONG ALL THE TIME
Individual counselors

 

 » 21. Oktober 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Was versteht man unter Globalisierung? / www.anti-globalisierung.de/« •

 

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Was versteht man unter Globalisierung? / www.anti-globalisierung.de/


Kurze Anmerkung zu Beginn:
Warum der ganze Sermon im Folgenden?? Nun, ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß derartige Seiten und Artikel etc. im Netz spriessen, wie Unkraut im Garten. Grundsätzlich ja keine schlechte Entwicklung, wenn sich die Leute Gedanken machen. Allerdings scheint mir allzu oft der vielzitierte "fahrende Zug, auf den 'sie' aufspringen", die Intention zu sein. Schließlich kann man damit eventuell auch gutes Geld verdienen. Beispielsweise in dem Bücher angeboten werden. Und wenn ich mir vergegenwertige, daß die BILD nach wie vor millionenfach über den Tresen geht, scheint es mir angebracht hier und da mal etwas genauer hinzuschauen.

In diesem Fall geht es um die Seiten black01_next.gif http://www.anti-globalisierung.de/, eines gewissen Herren mit Namen Manfred J. Müller, bei der eine Unterseite (black01_next.gif http://www.anti-globalisierung.de/globalisierung.html) mit bohrenden Fragen aufwatet, um die Politiker und Medien einen weiten Bogen schlagen!!.  Warum bloß? (Was ich im Übrigen überhaupt nicht finde. Tagtäglich wird sich darüber ausgelassen. Meist nicht sondelrich zielführend, aber das ist ein anderes Thema)

An jenen Fragen, die so schön plakativ, groß und fett dargestellt sind, bin ich zunächst mal hängen geblieben, weshalb sie auch erstmal das Thema sind (inform_white.gif >>). Mehr dann im Nachgang!!

 

Bohrende Fragen, um die...

 

1.

Wie kann es sein, dass vor der Globalisierung (vor 1980) die Reallöhne im Durchschnitt um 5 % pro Jahr stiegen, seit Beginn der eigentlichen Globalisierung (Abbau der Zollgrenzen) die Reallöhne sinken?

right_black.gif Damit wir auch wissen, wovon in der  ersten "bohrenden Frage" überhaupt die Rede ist, zunächst mal die nicht ganz unerhebliche Frage: Was genau sind die »Reallöhne«?
Wie wir bei Gesamtmetall (Graphik rechts) schön anschaulich verdeutlicht bekommen, ergeben sich die Reallöhne wie folgt:

    Bruttolöhne - Abzüge = Nettolöhne (=Nominallöhne) ==>  Nettolöhne - Inflation = Reallöhne

Ich bitte darum, diese Definition vorläufig nur mal im Gedächtnis zu behalten. Ich komme gleich darauf zurück! Vorher wollen wir uns die angegebenen Zahlen zu Gemüte führen. Behauptet wird: Reallöhne bis 1980 = Steigerung um 5% / Jahr, ab inform_white.gif 1980 sinkende Reallöhne! Nun gut, schauen wir diesbezüglich mal nach: 

    Deutschland [Durchschnitt in %] (>>)

     

    1961-70

    1971-80

    1981-90

    1991-00

    2000-05

    Nominallöhne

    +8,6

    +8,3

    +3,6

    +4,1

    --

    Reallöhne

    +4,6

    +2,9

    +0,8

    +1,4

    +0,31

    1Als Beispiel die Entwicklung des "Reallohnindex  der Arbeiter im Produzierenden Gewerbe" (>>)

Weder das Eine (=Steigerung bis 1980 im Durchschnitt von 5%), noch das Andere (=sinkende Reallöhne seit 1980) können die Daten der Tabelle bestätigen. Ich habe natürlich keinen blassen Dunst, welche Quellen der Frage zu Grunde liegen, aber nach allem was ich selbst eruieren konnte (z.B. auch noch black01_next.gif hier), ist daß jedenfalls mindestens mit absoluter Vorsicht zu genießen, wenn nicht sogar schlicht falsch (als kleine, zusätzliche Info zeigt hier ein Bild die Reallohnentwicklung der Schweiz von 1891-1995)! Die argumentative Einordnung (Seriös?? etc) überlasse ich euch!!

right_black.gif Aber selbst wenn wir für einen Augenblick die Zahlen des Hr. Müller als korrekt ansehen (wie gesagt, wer weiß was für Quellen vorlagen usw.), kommen wir -- oder besser er -- in die Bredouille. Denn wie wir oben gesehen haben, spielen  -- durch Subtrahierung -- bei der Reallohnberechnung zwei Komonenten eine wichtige Rolle: Erstens die »Abzüge« vom Bruttolohn, um auf die Nettolöhne zu kommen!! Zweitens die »Inflation«, um von den Nettolöhnen auf die Reallöhne zu kommen!!
Für beides ist aber der Staat (die Rentenkasse etc. können wir schlußendlich auch als staatlich ansehen) die maßgebliche Einflußgröße (zur Inflation abermals ein erklärender Link zu weiter unten!!!).

Sprich, in dieser Art der Argumentation (=das Abheben auf die sinkenden Reallöhne) liegt -- zwar wohl eher ungewollt, ändert jedoch nichts -- eine ganz klare Kritik an der Verschuldung des Staates, am Sozialsystem (Renten, Kranken- und Arbeitlosenkassen etc.) und im Endeffekt am Staat an sich. Er ist es, der durch seine Abgaben und seine Verschuldung (=Inflation | und damit wiederum steigende Abgaben) für -- ich erinnere, wir unterstellen dies immer noch -- sinkende Reallöhne sorgt!! **Zu den sonstigen Lohnkomponenten (Tarif, Bruttolöhne etc.)solltet ihr euch black01_next.gif hier umtun. Ich denke, die können wir getrost abhaken! Stetig am steigen...**

Eine solche Kritik -- mal ganz abgesehen von den "dubiosen" Daten -- ist ja nun alles andere als illegitim. Ganz im Gegenteil sogar, sie ist vom Grundsatz her mehr als angebracht. Nur, sie wird hier eigentlich gar nicht ausgesprochen!!! Reihenweise (auch im black01_next.gifHauptteil der Seite) können wir Sätze wie "Die inform_white.gif Euro-Hochlohnländer sitzen jetzt in der Kostenfalle und versuchen mit panikartigem Sozialabbau einen Staatsbankrott zu verhindern." zur Kenntnis nehmen, jedoch kein Wort darüber, wie und wodurch die "Hochlöhne" zu Stande kamen und kommen. Sie werden einfach als der Maßstab angesehen, an dem sich alle und alles anderen zu orientieren haben. Zudem sei an dieser Stelle die ketzerische Frage erlaubt, warum denn Löhne überhaupt unablässig steigen müssen?? Gibt es dafür irgendeinen natürlichen Zwangsmechanismus, oder gar ein natürliches Recht??

Ich denke, die erste "bohrende Frage" ist, vorsichtig ausgedrückt, schon äußerst löchrig gestellt und die Beantwortung derselben hat weniger mit der Globalisierung zu tun, als vielmehr mit der Tatsache der Existenz des Staates und dessen Folgen.

 

2.

Wie kann es sein, dass wir vor der Globalisierung und vor der EU in der BRD meistens eine Vollbeschäftigung hatten, es danach aber zur unüberwindbaren Massenarbeitslosigkeit kam?

Diesbetreffende Gründe sind reichlich gesät. Ich versuche mich halbwegs kurz zu fassen und nur mal die wichtigsten zu nennen.

right_black.gif Die Kurzfassung:
Vor allem korrupte, machtgeile Politiker; dann noch Firmen- und Gewerkschaftsbosse mit den selben Attributen; eine Bevölkerung, die sich immer wieder mit den Versprechen -- und der dahinterstehenden, schönen, einfachen und süßen  Welt der Staatsverschuldung -- der korrupten und machtgeilen Politikern usw. kaufen ließ und läßt.

right_black.gif Die Langfassung:
Zur Verdeutlichung der Kurzfassung, sollte sich -- exemplarisch -- die Durchsicht einiger Auszügen aus black01_next.gif "Die D-Mark", von Wolfram Bickerich unbedingt lohnen!! Wobei auf die Zeitachse geachtet werden sollte, in denen sich diese Passagen abspielen und was dann bis heute daraus geworden ist. Wider besseren Wissens, wird seit jahrzehnten Schindluder getrieben. Auch und gerade beim "Klops" Wiedervereinigung, zu der es black01_next.gif hier von Roland Leuschel ein kurzes, aber interessantes Detail zu "bewundern" gibt! »Sie« zeitigt nach meiner Einschätzung ungleich höhere Auswirkungen, als die Globalisierung. Vor allem, weil sie völlig falsch "bewältigt" wurde!

right_black.gif Der "normale", "debitistische" Durchlauf (!!), der mit obigen Voraussetzungen durchaus nochmals beschleunigt wird.

Das Resultat all dieser Faktoren, ist, die von mir unaufhörlich präsentierte Entwicklung der Neukreditvergabe (»Neues von der Kreditfront«, sieheblack01_next.gif Vortag), die seit dem "Witschaftswunder" tendenziell im Fallen begriffen ist. Und DAS ist dann der "Zwangstrigger", sowohl für eine steigende Arbeitslosigkeit, als auch für eine Expansion nach "draußen" (=Globalisierung etc.)

Eine derartige simple  "Schuldzuweisungsfragestellung" muß dringend ergänzt werden. Da ich mich ja nun schon öfter über ähnliches ausgelassen habe, sollten an dieser Stelle nur mal zwei Links ausreichend sein:

    1.) Erklärungen zur Globalisierungskritik des NPD-"Aktionsprogramms" black01_next.gif weiter unten (vor allem direkt der erste Punkt!!)
    2.) Ein black01_next.gif Erklärungsversuch zur Kreditvergabe und deren Abfolge (wer (!!) ist der erste in der Kette usw.)

Die "bohrende Frage" zwei scheint mir doch etwas sehr vereinfachend gestrickt. Das mag zur Pointierung der Sachverhalte -- als Blickfang -- manchmal sogar durchaus angebracht sein, aber dann sollten die Ausarbeitungen dazu wenigstens derlei Hintergründe mit einbeziehen. Auch wenn der gute Mann letztlich sein Buch verkaufen will, etwas mehr müßten die Seiten schon hergeben! Das gleicht dem BILD-Niveau! Weiter im Text:

 

3.

Wie kann es sein, dass nicht eine einzige der vielen Gesetzesänderungen und neoliberalen Reformen seit 1980 wirklich gegriffen hat?

Laut eigener Aussage des Autors definiert sich "neoliberal" wie folgt: »Neoliberal steht als Abwendung von der sozialen Marktwirtschaft. Der Staat gibt dem Kapitalismus wieder die Zügel in die Hand, er betreibt und propagiert Lohn- und Sozialabbau.« (>>). Damit gehen wir die Frage an!

right_black.gif Allein schon die Begrifflichkeit "soziale Marktwirtschaft", zu der der Autor die "neoliberale Abwendung" sieht, ist ein überaus schwammiges Schlagwort. Wer definiert da was? Was ist sozial und was nicht? So etwas klingt immer gut, ist aber ungeheuer schwer zu definieren. Das aber mehr am Rande!

right_black.gif Können wir tatsächlich überhaupt noch von einer »Markt«wirtschaft reden, wenn die Staatsquote aktuell knapp inform_white.gif 50% beträgt? -- also knapp 50% ALLER Ausgaben in der BRD über den Staat laufen? Eine echte, freie Preisfindung findet mit 50% der Gelder gar nicht statt -- was hat das noch mit »Markt«, oder Markt»wirtschaft« zu tun? Das betreffend, kann auch und gerade das aktuelle Palaver über die Gesundheitsreform nicht für bessere Laune sorgen. Auch das unsägliche Gehampel im Zusammenhang mit
black01_next.gif Glücksspielen, ist wahrlich kaum noch zu inform_white.gif überbieten. Im Übrigen lag die Staatsquote, in den vom Autor  so geschätzten vorachtziger-Jahren, weit darunter (>>). Womit der Schreiber, meines Erachtens, allerdings wirklich Recht hat, ist die Formulierung der "Der Staat gibt...". ==> a) Geben kann man nur etwas, was man vorher auch selbst in der Hand hat. Und der Staat hat es vermehrt seit 1975 in der Hand (>>). Ein Fakt, der zu der Argumentation des Schreibers im Widerspruch steht. b) Wie gesagt, geben setzt vorheriges nehmen voraus. Gemeinhin wird so etwas als Umverteilung beschrieben. Bei einem Apparat der Größe des Staates, kann das aber nicht ohne grobe "Reibungsverluste" und black01_next.gif Ungerechtigkeiten von Statten gehen. Schon gar nicht aus der jetzigen Verschuldungszwangssituation heraus, die fehlerhafte Notentscheidungen geradezu provoziert. Insofern hat der Autor natürlich nicht gänzlich unrecht, nur scheint mir der Auslöser zum Gutteil ein anderer, als er unterstellt!

right_black.gif Die "Abwendung" -- durch die Gesetzesänderungen und neoliberalen Reformen -- sehen so aus:

    Das Sozialbudget der BRD (Sozialleistungen insgesamt) (>>)

     

    1960-1979

    1980-1990

    1991-2005

    1} Durchschnittliches, jährliches Wachstum [%]1

    10,37

    4,49

    3,60

    2} Quote in % des BIP (Durchschnitt der Jahre)

    25,65

    29,11

    30,92

     1in 60% der einzelnen Jahre lag dieses Wachstum über dem des BIP -- zum Teil sogar recht weit darüber!!

In Spalte 1} kann keine Rede von Sozialabbau sein. Allenfalls handelt es sich um ein Abschwächung (die nichtsdestotrotz immer noch positive Werte aufweist) der exorbitanten Steigerungen der Jahrzehnte zuvor (ich erinnere nochmal an Bickerich's black01_next.gif "Die D-Mark"). Spalte 2} bläst ins selbe Horn. Der Anteil am BIP steigt sogar noch.
Was allerdings auch klar ist, ist die Tatsache, daß sich diese Mittel auf immer mehr Empfänger verteilen, und so dem Einzelnen folglich immer weniger zur Verfügung steht. Wobei die "Begünstigten" nicht ausschließlich Arbeitslose, Immigranten, Behinderte; Rentner oder Sozialhilfeempfänger usw. sind. Denn hierunter fällt natürlich auch das überaus große Problem -- ein ausschließlich selbst erzeugtes Problem -- der »Versorgungsempfänger« des Staates (siehe abermals black01_next.gif weiter unten).

right_black.gif Setzen wir genannte "neoliberale Reformen" als gegeben voraus, dann frage ich mich, ob nicht genau diese Reformen möglicherweise noch Schlimmeres verhindert haben? Eine zumindest berechtigte Frage, wie ich meine, denn man könnte sie auch als Korrektur vorher gemachter Übertreibungen ansehen.

right_black.gif Meines Wissens hat der Staat bei der "normalen", eigentlichen Lohnfindung der Arbeiter gar kein Mitspracherecht, das ist ausschließlich Sache der Tarifpartner. Was anderes sind selbstredend "seinen" Beamten und Angestellten. Haben die nicht neulich Lohnerhöhungen durchgesetzt? Ansonsten guckst du z.B. Tabelleblack01_next.gif Dienstbezüge der Bundesbeamten.

 

4.

Wie kann es sein, dass der immense technische Fortschritt seit 1980 nicht mehr zur Verbesserung des Lebensstandards beitrug?

Dazu einige Fakten aus meiner frühesten Kindheit. Zeitraum: Ende der sechziger bis MItte der siebziger Jahre. Gebiet: Hunsrück.

Familie: Zwei Erwachsenen, zwei Kinder.
Verdienst des Vaters zu dieser Zeit: schätzungsweise in etwa Durchschnitt.
Behausung: Mietwohnung, drei Zimmer, Küche, Bad. Beheizt mit einem zentralen Kohleofen, um den herum im Prinzip die Zimmer lagen.
Wohnbedingungen: ~Bis zu meinem sechsten Lebensjahr (dann Umzug) haben sich mein Bruder (der war da zehn) und ich ein Zimmer geteilt. ~Durch den Kohleofen waren regelmäßige Gänge -- zum Kohle schaufeln -- in den dunklen Kokskeller völlig normal. Und daß das Scheißding genau so regelmäßig nicht richtig feuerte, war auch normal . Und wenn doch, dann des öfteren unter heftiger Entwicklung von Rauchschwaden, die sich dann vollständig in der Wohnung verteilt haben. Zudem waren Mülltonnen mit der Aufschrift "Bitte keine heiße Asche einfüllen" und zusätzlich Mülltonnen für eben diese heiße Asche Standard (Das war's allerdings an Mülltonnen. War noch schön überschaubar damals ). ~Transportmittel für die komplette vierköpfige Familie war jahrelang ein Käfer. Bis wir dann, nach dem Umzug, auf den überaus "üppigen" Golf I "aufgerüstet" haben. Kindersitze und Knautschzone waren nicht existent. ~Telefon? Fehlanzeige! ~Urlaub? Balkonien! ~Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Ihr wißt was ich meine!

Und wie sieht das diesbezüglich heute bei einer Durchschnittsfamilie aus?
Ich jedenfalls, weiß die Vorzüge einer Zentralheizung durchaus zu schätzen und möchte sie nicht mehr missen.

Allerdings -- das nur als Beipiel -- konnten wir damals noch auf der Straße und im Feld spielen. Heute ist die Straße die Hauptzufahrt zu einem Neubaugebiet. Ein Neubaugebiet, daß just auf dem Feld errichtet wurde, wo wir früher die Gegend unsicher gemacht haben. Das aber hat meiner Meinung nach direkt wenig bis nichts mit der Globalisierung zu tun, sondern zunächst mal mit dem "höher-schneller-weiter-Zwang" (Bedienung der Schulden) des laufenden Kreditgeldzyklus der ohne Globalisierung auch vorhanden wäre und dem Gegenteil von Bickerich's Beschreibung der "Anfänge" (wobei sich die Sehnsucht nach Konsum mitnichten geändert hat).

Es war eine Mischung aus glücklichen Umständen und Fleiß. Aufbäumen und Sehnsucht nach Konsum, Konsenswillen der Tarifpartner und Verzichtbereitschaft der Bürger. Natürlich hätten übertriebene Lohnforderungen der Gewerkschaft den Erfolg gefährden können; es gab keinen Aufschrei benachteiligter Gruppen, kein Verlangen nach Privilegien.

Ein weiteres Mal ist die Frage um die "Politiker und Medien einen weiten Bogen schlagen" erstens mehr eine Feststellung, und zweitens, noch dazu, in dieser eindeutigen Bestimmtheit schlicht nicht beleg- und haltbar!

 

5.

Wie kann es sein, dass die etwa 70prozentige Produktivitätssteigerung seit 1980 für die Bevölkerung unseres Landes keine positiven Auswirkungen hatte?

right_black.gif Eine Quelle wäre nicht schlecht (gilt im Übrigen für die gesamten Seiten). Sonderlich vertrauenserweckend sind solche Behauptungen ohne Datengrundlage nicht gerade!!

right_black.gif Umgekehrt wird ein Schuh draus!! Die Frage müßte vielmehr lauten, warum stetige Produktivitätssteigerungen überhaupt von Nöten sind? Selbstverständlich kann man das platt auf die Globalisierung schieben. Möglicherweise hat es aber auch damit zu tun, daß der Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste im Produzierenden Gewerbe für Arbeiter (>>) von 1950 bis 2005 im Durchschnitt um +5,6% pro Jahr angestiegen ist. Von 1980 bis 2005 beträgt der gleiche Wert immer noch +3,2 Prozent! Und selbst in den Krisenjahren seit 1999 (bis 2005) liegen wir immer noch bei +2,0% pro Jahr.

right_black.gif Keine positiven Auswirkungen? Ja wer sagt das denn? Zumindest für die, die noch Arbeit haben, können wir durchaus von positiven Auswirkungen sprechen, denn die müssen immer weniger arbeiten. Von 1980 bis 2005 ist das Arbeitsvolumen je Erwerbstätigen um rd. 22%, von 1750 auf 1437 Stunden pro Jahr, gefallen (>> & Graphik). Ist das etwa nichts?

right_black.gif Außerdem zweifel ich die unterschwellig suggerierte Aussage an, daß die Sache vor 1980 wesentlich anders --besser -- war. Die Produktivität hat sich von 1950 - 1980 ver' 5½ 'facht (>>), im gleichen Zeitraum stieg die Arbeitslosenquote in etwa um das Vierfache (>>). Und noch am Rande und nur zur Info: Ab 1971 wurde black01_next.gifBretton-Woods von Seiten der USA gecancelt. Ölkrisen 1973 und 1979/80!!

Zusammenfassend frage ich mich, was genau Hr. Müller eigentlich meint. Ich nehme aber an, dafür müssten wir das angepriesene Buch lesen.

 

6.

Falls es in Deutschland am 1. 1. 2005 immer noch über vier Millionen Arbeitslose gibt, wenn der Staat bis dato die Verschuldung nicht in den Griff bekommt und wenn die Reallöhne auch weiterhin nicht steigen - darf dann der Wähler vielleicht hoffen, dass endlich einmal über den Nutzen der EU, über den Euro, die Globalisierung und die Folgen des grenzenlosen Freihandels nachgedacht wird? Oder stehen diese Themen erst bei sechs oder acht Millionen Arbeitslosen und völligem Staatsbankrott an?

Dieser Fragestellung kann ich freilich voll und ganz zustimmen!! Vielleicht mit der kleinen Einschränkung, daß der Wähler nicht darauf hoffen darf, daß »irgendwer« nachdenkt, sondern daß der Wähler anfangen sollte, »selbst« nachzudenken!!
 

Ergänzende und allgemeine bzw. prinzipielle Bemerkungen

Um nicht Mißverstanden zu werden (!!!)...: Ich will gar nicht alle Aussagen und Folgerungen usw. dieser Homepage als unsinnig hinstellen. Einige Sachverhalte und Beschreibungen etc. würde ich durchaus unterschreiben, mit vielem gehe ich konform. Genau so wenig will ich so tun, als ob "die Globalisierung" keine Auswirkungen hätte, oder daß da nicht auch Sauereien durchgezogen werden (siehe z.B. Stiglitz, "Die Schatten der Globalisierung"). Aber regelmäßig fallen bei mir bei solchen Seiten grundsätzliche Dinge auf, die zu kritisieren sind und die immer und immer wieder auftauchen. Diese Seiten sind eben ein bezeichnendes Beispiel dafür!!

right_black.gif Schutzzölle / Dumping: Geradezu manisch hebt Hr. Müller als Lösung für die Globalisierungsprobleme auf Schutzzölle ab. Die Artikel sind gespickt mit Sätzen wie »In einer völlig ungerechten Welt kann ein Staat bzw. eine Marktwirtschaft ohne einen Schutz vor irrationalen Billigimporten nicht auskommen.«, oder auch »Die Bevölkerungen des Westens werden also wie gehabt mit vagen Hoffnungen geködert und hingehalten. Und alles nur, weil es zu dem einen grundsätzlichen Eingeständnis nicht langt: Dass nämlich das globale Dumpingsystem [Löhne] nur durch Zölle, Mehrwertsteuern oder ähnlichem aufgebrochen werden kann.«

Mal abgesehen davon, daß ein »globales« "Dumping"system ein inform_white.gif Widerspruch in sich darstellt, stellt sich mir die Frage, was wohl mit "Dumping" gemeint sein kann. Denn Dumping bezeichnet den »Verkauf von Waren im Ausland unter Herstellungskosten« (>>). Wie das aber auf Lohnhöhen übertragbar sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Löhne können (zu) hoch oder (zu) niedrig, berechtigt oder unberechtigt etc. sein, sie können aber nicht unter...ja unter was eigentlich?...dafür gibt es einfach keine sinnvolle Definition, die das Wort "Dumping" rechtfertigen würde.
Okay, das klingt wie Wortklauberei und ich weiß natürlich wie es gemeint ist. Aber Löhne können niemals an sich -- also absolut gesehen -- zu hoch oder zu niedrig sein, sondern immer nur im Verhältnis. Und damit wird "Dumping" in diesem Zusammenhang zu einem vielleicht aufmerksamkeitserregenden, aber irreführenden Schlagwort. Denn welche Seite des Verhältnis ist die "richtige"? Welche ist die Konstante, an der nicht gerüttelt werden "darf"? Warum sollte das zwangsläufig "seine/unsere" sein? Was haben niedrige Löhne automatisch mit "Dumping" zu tun?

Hr. Müller schreibt: »Gleicher Lohn in aller Welt; Der Kampf gegen das internationale Lohndumping; Warum soll jemand, der in Polen eine Waschmaschine zusammenbaut, nur ein Zehntel von dem verdienen wie sein Kollege in Deutschland?«
Gute Frage! Laßt also den deutschen Kollegen nur noch ein Zehntel verdienen und schon sind die Verhältnisse gleich!!

Ich frage: Warum sollte sich die Unternehmerschaft um das Zehnfache für einen deutschen Arbeitnehmer verschulden, wenn er selbiges auch für ein Zehntel haben kann?

Das ist nämlich das Problem, was immer und immer wieder nicht realisiert wird und in beinahe jeder Problemanalyse und jedem Lösungsansatz einfach nicht berücksichtigt wird!! Wir leben in einem Kreditgeldstandard, in dem ALLES mittels Verschuldung vorfinanziert werden muß! (Und nochmal, ich bitte black01_next.gif hier meine diesbezüglichen Erklärungsversuche nachzulesen). Löhne müssen durch vorangegangene »NEU«verschuldung überhaupt erst realisierbar gemacht werden. Jede Diskussion bei uns, über die einschlägigen Themen, wäre (!!) überflüssig, wenn es einen Zauberstab gäbe, der eine grenzenlose, zusätzliche Verschuldung bewirken könnte. Einen solchen gibt es aber nicht, und trotzdem müßte die vorgeschlagene Lohnanhebung in den "Billiglohnländern" unmittelbar mit einer zusätzlichen Kreditaufnahme in gleicher Höhe einhergehen. Das ist meiner Meinung nach schlicht unmöglich.

Unser Problem -- Hr. Müller beschreibt es so: »Eine Volkswirtschaft ohne einen intakten Binnenmarkt kann nicht existieren.« -- sind im Ursprung nicht irgendwelche Länder mit niedrigerem Lohnniveau, sondern (ohne jetzt näher auf das Warum einzugehen) in etwa zunächst mal, daß wir eine Investions- und Kaufzurückhaltung haben (=keine, oder nur zu geringe zusätzliche Verschuldung), weil diejenigen, die schon alles haben, nichts mehr wollen und diejenigen, die noch was wollen, sich nicht weiter verschulden können. Und da dies so ist, die laufende Verschuldung aber nichtsdestotrotz weiterhin bedient werden muß, bleibt nichts übrig, als sich woanders umzuschauen!
Womit wir auch schon beim nächsten Punkt des Hr. Müller sind.

Seine "Hauptlösung" Schutzzölle -- »In einer völlig ungerechten Welt kann ein Staat bzw. eine Marktwirtschaft ohne einen Schutz vor irrationalen Billigimporten nicht auskommen.« -- fallen prinzipiell in den selben Problembereich.

Ich hole erstmal etwas aus (aus Platzgründen ohne dabei näher auf die Rolle des Staates einzugehen), und gebe auf's Neue meine Überlegungen zum black01_next.gif NPD-Aktionsprogramm wieder:

Jedes Wirtschaftssystem [auch China und Indien usw.] ist in absehbarer Zeit zum "Kollaps" verdammt. Allein schon deshalb, weil die beleihbaren "Ressourcen" nicht unendlich zur Verfügung stehen (= mögliche Kredit / Schuldkontrakte = zusätzliche Verschuldung!!).

"Absehbare Zeit" bedeutet natürlich nicht sofort und kann sich, je nach Ausbildung des Staates, durchaus hinziehen. Deshalb kann im Frühstadium eine Art Protektionismus (z.B. auch Zölle) unter Umständen tatsächlich erst mal von gewissem Nutzen sein. Weshalb Hr. Müller's Einwurf »Einige Entwicklungsländer haben längst den Zoll als Wunderwaffe entdeckt und unterstützen den Aufbau einer eigenen Industrie durch rigorose Abschottung.« nicht notwendigerweise ins Leere läuft. Das kann gut sein!! Aber es geht weiter:

Je abgeschotteter das System ist, je früher schlägt diese Grenze zu. (Ich ergänze:..auf DAUER ist...)

Vor diesem Problem steht früher oder später jedes Wirtschaftssystem (beispielsweise auch ein einzelner Staat).
Kurz gesagt: Für Kredite braucht's Sicherheiten! Irgendwann sind aber alle möglichen Sicherheiten bereits beliehen. Was nun? Es kann noch "gestretcht" werden.
~ Anstatt 50% Beleihungswert, gelten dann 100%. Will sagen, daß z.B. Immobilien nicht mehr nur zur Hälfte finanziert werden, sondern eben hundertprozentig (wie in den USA und ich glaube auch bei uns mittlerweile usus).
~ Als Sicherheiten werden mehr und mehr Staatsanleihen herangezogen. Der Staat ist ja immer solvent . Auch das passiert in den Industrieländern bereits ohne Unterlaß! Was, ganz nebenbei, auch bedeutet, daß der Staat sein Neuverschuldung gar nicht mehr herunterfahren kann, da ansonsten die Basis für weitere Kredite wegbricht.
~ Dergleichen mehr!!

Schlußendlich geht aber auch das nicht bis ins Unendliche! Zusätzliche Schulden und/oder Schuldner sind einfach nicht mehr in Sicht. Dann...

Das System läuft quasi in sich selbst tot = immer wieder Staatsbankrott.

Es müssen um jeden Preis neue Schuldner gefunden werden, damit die alten Kredittürme weiterhin bedient werden können.

Der Ausweg -- resultierend aus diesem Zwang --, zur zeitlichen Dehnung, war schon immer -- und ist nach wie vor -- eine Erweiterung (Externalisierung) des Systems. Entweder halbwegs friedlich, durch Gründung von Wirtschaftsgemeinschaften (siehe historisches Beispiel black01_next.gif hier, heute die EU usw), in dem ich den Nachbarn kriegerisch "eingliedere", oder ein Mix aus allem Möglichen.

Und ob uns das nun passt oder nicht, die dringend benötigten frischen Schuldner bzw. Schulden können nun entweder -- vereinfacht gesagt -- von inform_white.gif außerhalb  ins Land geholt werden, oder, je nach Einschätzung, geht "man" eben selbst ins Ausland! Beides funktioniert unter Beibehaltung von etwaig vorhandenen Schutzzöllen aber wesentlich schwieriger, oder gar nicht.

~ Zölle können also bis zu einem gewissen "Punkt" -- nämlich bis zu dem  inform_white.gif "Punkt", zu dem noch ausreichend »eigene« Schuldner / Schulden aktiviert werden können1 -- unter Umständen die gewünschte Wirkung zeigen. Niemals aber auf Dauer.
Die sogenannten Industrienationen haben diesen "Punkt" leider entweder schon überschritten, oder sind nahe dran.
Jedenfalls werden schon seit längerem alle Register gezogen (siehe z.B. "Stretching" oben) um noch den letzten "Rest" rauszukitzeln. Ohne neue "Subjekte" aber, wird es nicht gehen ~

1wichtig ist noch kurz zu erwähnen (wie sollte es anders sein), daß sich als »eigener« Schuldner unablässig der Staat zeigt. Erstens wird dadurch das Problem aber nur vertagt, und schlägt dafür später um so heftiger zu. Zweitens wird durch dieses "leichte Geld" nach und nach der eigentliche kapitalistische Druck weggenommen. Klingt zunächst mal gut, hat aber unschöne Auswirkungen und Verwerfungen. Es ist eben viel angenehmer sein Geld mit Staatsanleihen zu verdienen, als mit Menschen und Maschinen. Warum also investieren (=sich selbst verschulden)? Ansonsten habe ich mich dazu (Umverteilungsproblem, Inflation etc.) ausgiebig ausgelassen! Deshalb nur noch ein kurzes Zitat:
»Sobald der STAAT auf den Plan tritt, verändert sich das Bild schlagartig. Zunächst perpetuierte der Staat die natürlicherweise immer nur vorübergehenden Monopole durch Interventionen aller Art (Patente bis Schutzzölle). Damit war der freie Kapitalismus bereits erledigt und als dann noch Staatsnachfrage in großem Stil dazu kam (Rüstung!) waren die entsprechenden Unternehmer durch diese Marktverwerfungen (kein Privatmann kauft sich ein Schlachtschiff) im Vorteil. So wurden z.B. die Krupps zu den reichsten Deutschen, ähnliches gilt für Boden (schatz)-Monopole, wie das der oberschlesischen Magnaten oder im Ruhrgebiet. Heute wird das per OPEC z.B. gleich sozusagen staatsdirekt erledigt.« (
>>)

Zudem, um damit zum Ausgangspunkt zurück zu kommen, »jede« Erhöhung von Steuern, Zöllen, Preisen oder Löhnen etc. usw. erhöht auch die nötige, zusätzliche Neuverschuldung. Und sei es auch nur »Eine behutsame Einführung des Anti-Dumping-Zolls...«.

An diesen prinzipiellen Mechanismen läßt sich einfach nichts inform_white.gif ändern, wir sollten uns darauf einstellen!! Wobei allerdings gesagt werden muß, das selbst die komplette Welt nicht mehr als ein Wirtschaftssystem darstellt, für welches, im großen Maßstab, alle genannten Mechanismen ganz genau so gelten. Nur der Zeitfaktor ist die offene Variable!!

 !! Soweit zum Grundsätzlichen !!

 Hr. Müller schreibt:

Im ersten Moment klingt es recht einleuchtend: "Der Dritten Welt kann nur durch weiteren Zollabbau geholfen werden"! Hintergrund dieser Empfehlung ist die Behauptung, der Westen behindere die Wareneinfuhr aus Entwicklungsländern durch Zollbarrieren und Einfuhrbeschränkungen, während er im Gegenzug die armen Länder mit westlichen Produkten überschwemmt. Eine derartige Argumentation ist an Hinterlist kaum zu überbieten. Denn natürlich verhält es sich ganz anders. Der allgemeine Zollabbau soll geadelt werden, und deshalb bedient man sich solcher Schauermärchen. Die Einfuhrzölle für Dritte-Welt-Produkte sind extrem niedrig, daran scheitert es bestimmt nicht.

Wie ich eben zu den Löhnen schrieb, "extrem niedrig" für sich genommen ist völlig nichtssagend. Ein Sinn ergibt sich erst, wenn ich einen Bezug habe und das Verhältnis betrachten kann. Und, mit Verlaub, diesbezüglich vertraue ich eher Quellen wie beispielsweise black01_next.gif OXFAM. Exemplarisch ein Auszug aus black01_next.gif »Oxfam warnt vor Rückfall der Industrieländer in Protektionismus«:

Insbesondere die EU und die USA versuchen in einer protektionistischen Gegenoffensive, den durch das Auslaufen des MFA bedingten Machtverlust auszugleichen, indem sie hohe und diskriminierende Zölle auf Textilimporte erheben. Zum Beispiel zahlt Kambodscha für seine Exporte in die USA - hauptsächlich Bekleidungsgüter - Zölle in Höhe von 152 Millionen US Dollar. Norwegen dagegen zahlt nur 24 Millionen US Dollar, obwohl sein Exportvolumen in die USA fünfmal größer ist als das Kambodschas. Außerdem missbrauchen die EU und die USA die so genannten Herkunftsregeln und Anti-Dumpingmaßnahmen, um konkurrierende Importe aus Entwicklungsländern abzuwehren.

Einen noch, aus black01_next.gif »MARKTÖFFNUNG MIT DER BRECHSTANGE«:

Entwicklungsländer stehen seit langem unter dem Druck internationaler Finanzinstitutionen und großer Agrarexporteure wie den USA, ihre Märkte für Reis und andere Grundnahrungsmittel zu öffnen. Seit den frühen 1980er Jahren zwingen der IWF und die Weltbank Entwicklungsländer, als Bedingung für die Vergabe von Krediten, ihre Agrarmärkte zu deregulieren und zu liberalisieren. In der Zeit von 1990 bis 2000 haben die Entwicklungsländer ihre angewandten Einfuhrzölle von durchschnittlich 30% auf 18% reduziert. So setzte der IWF 1995 Haiti unter Druck, seine Importzölle für Reis von 35% auf 3% zu senken; dies hatte zur Folge, dass die Importe von 1994 bis 2003 um mehr als 150% anstiegen. Heute kommen drei von vier Reismahlzeiten, die in Haiti gegessen werden, aus den USA. Das sind gute Nachrichten für „Riceland Foods“ in Arkansas, die größte Reismühle der Welt. Ricelands Gewinne stiegen von 2002 bis 2003 schlagartig um 123 Mio. US$, was größtenteils dem 50-prozentigen Exportanstieg, hauptsächlich nach Haiti und Kuba, zu verdanken war.  

Nun, diesbezüglich scheinen mir Hr. Müllers Thesen nicht stichhaltig. DA sehe ich DAS Problem, die "westlichen" Länder gehen einseitig vor!! Hätten wir -- rein hypothetisch -- wirklich vollkommen freie Märkte ohne Zölle, könnten große Teile der "Entwicklungsländer", in bestimmten Bereichen, ohne weiteres konkurrieren und abhängig machende "Entwicklungshilfe" usw. wäre kaum noch nötig. Das aber scheint mir mitnichten das Ziel, von WTO, GATT und wie sie alle heißen, zu sein. Läuft die Choose aber mal in die andere Richtung, wird sofort von "Dumping" gesprochen.  

Ganz aktuelles Beispiel:

Vietnam befürchtet den Verlust zehntausender Jobs wegen der Schuh-Strafzölle durch die EU. Europas größter Schuhhändler Deichmann sagt einen Preisanstieg voraus. Nach der Verhängung von EU-Strafzöllen gegen Schuhe aus Vietnam fürchtet das Land den Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen. Es sei bereits sicher, dass zwischen 60.000 und 70.000 Jobs in der Branche verloren gehen würden...
black01_next.gif Komplett...

Zweierlei dazu: Erstens gibt es so etwa wie einen "Anti-Dumping-Zoll" in der EU schon längst (siehe unter black01_next.gif www.zoll.de). Zweitens halte ich den enthaltenen Satz »China ist verärgert / Peking droht der EU mit Vergeltungsmaßnahmen« für wichtig, weil das die typische Reaktion in solchen Fällen ist. "Wie du mir, so ich dir". Und zumindest laut dieser Quelle (black01_next.gif Mises.de), sollte dergleichen nach meiner Interpretation besser verhindert werden.

Im Juni 1930 wurde der Hawley-Smoot Tariff Act verabschiedet, mit dem die höchsten Einfuhrzölle in der Geschichte der USA in Kraft traten. Die anderen Staaten erhöhten daraufhin ebenfalls die Zölle und brachen damit dem Welthandel endgültig das Genick.

All das bis hierhin gezeigte, rechtfertigt allerdings trotzdem, in keinster Weise schreiende Ungerechtigkeiten wie z.B. black01_next.gif »Gefahren bei der Schiffsabwrackung / Verschrottung von Hochseeschiffen - Ein globales Umwelt- und Gesundheitsproblem«. Schei..egal in was für einem System wir leben, derartiges ist zu ächten und es ist dagegen vorzugehen. Nur führen da Zölle oder vergleichbares meiner Meinung nach nicht zum Ziel. Solange die eigenen Regierungen und die restliche Bevölkerung dieser Länder (u.A. Indien) nicht mitspielen, bringt das alles nichts. Zumal auch in diesem Zusammenhang annähernd ein "debitistischer" Aspekt durchaus eine Rolle spielt. Früher konnten sich diese Arbeiter zum größten Teil selbst versorgen, nämlich als Landbevölkerung. Heute, mitten im Umbruch vom "Agrar- zum Industriestaat", müssen sie auf Teufel komm raus zusehen wie sie sich "Geld" besorgen!!

    Ihrem Auftrag [der indischen Regierung] entsprechend hat die im Jahr 2002 gebildete Kelkar- Kommission weitreichende Steuerreformen vorgeschlagen. Diese zielten insbesondere darauf ab, das Steueraufkommen zu erweitern, Steuerbefreiungen abzuschaffen, die Besteuerung im Handelsbereich zu rationalisieren und landesweit eine Mehrwertsteuer einzuführen.

Ohne Kohle geht also urplötzlich nichts mehr (wer noch kann und dabei ist sollte black01_next.gif hier in die Details hineinschauen)! Wenn jetzt Zölle und/oder Ähnliches eingerichtet würden -- egal wie das im Detail aussehen soll -- ändert sich an diesem "Tatbestand" nichts. Anstatt Schiffswracks zu demontieren, müßten sie dann unter vergeichbaren Bedingungen Hochhäuser bauen, oder was weiß ich sonst noch. Ohne eingreifen der Regierungen vor Ort, ist da wenig zu machen.

Ansonsten denke ich, daß die inform_white.gif Konsumenten, mehr Macht haben, als wir vermutlich denken. Der Konsument hat mit seiner Kaufentscheidung durchaus MACHT über die Konzerne. Wenn keiner den diverstesten "Billigmüll" kauft, dann können sie den Billigmüll nicht verkaufen, und gehen ein. Nicht das dies vollumfänglich möglich wäre (wer kann schon noch überprüfen, wo die Einzelteile eines PC herkommen und, vor allem, unter welchen Umständen sie hergestellt wurden), aber es wäre weit mehr möglich, als momentan. Die Prioritäten müssen sich verschieben!

right_black.gif Kaufkraft, Geld etc.: Wieder zurück zu black01_next.gif http://www.anti-globalisierung.de/. Nochmal ein wenig was zur "monetären" Seite. Dort steht geschrieben: 

Im Übrigen glaube ich nicht, dass das Hauptproblem der Globalisierung im Finanzsystem zu suchen ist. Entscheidend für das Aufbrechen des weltweiten Dumpingsystems scheint mir, wie bereits angedeutet, die Zähmung des ungezügelten Freihandels.

Okay, möglicherweis ist das Hauptproblem der Globalisierung nicht das Finanzsystem, aber es ist ganz sicher die Hauptursache für Globalisierung!! Zumindest sehe ich das so. Und wer die Hintergründe dazu (Schuldgeld usw usf) übergeht, kommt meines Erachtens zu falschen Schlußfolgerungen. Deutlicher als im nächsten Zitat läßt sich das kaum noch zeigen.

Man muss sich nur einmal vergegenwärtigen, dass auch die Chinesen gerne einen westlichen Lebensstandard hätten. China wäre auf seinen Export als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme also gar nicht angewiesen, wenn im eigenen Lande genug Kaufkraft vorhanden wäre. Würde der chinesische Arbeitnehmer einen durchschnittlichen Monatsverdienst von 1000 Euro erhalten, so würde er das Geld auch weitgehend ausgeben, also wieder in Umlauf bringen. Das heißt: Nur durch die künstliche Verknappung des inländischen Geldes - dadurch, dass Produktionskraft und inländische Kaufkraft sich nicht im Gleichklang befinden, sind die Chinesen im Übermaß auf den Export angewiesen. Um ein Land mit genügend Geldmitteln bzw. Kaufkraft auszustatten, bedarf es aber keiner Globalisierung.

Da ist es wieder, das Nettogeld, daß nur ausgegeben werden und dann nur wieder in Umlauf gebracht werden muß -- und schon ist alles gut! Und künstlich verknappt ist es auch noch. Na dann...! Wenn es »künstlich« verknappt ist (von wem oder was wohl?), sollte es doch auch kein Problem sein, es »künstlich« zu vermehren!! Was hält irgendeine Regierung (vor allem die, der armen Länder) der Welt davon ab, genau das zu tun? Die sind vielleicht arm, aber bestimmt nicht blöd!! Warum also drücken sie nicht jedem Arbeiter 1000 Euro in die Hand -- oder wahlweise werden die Unternehmen dazu gezwungen --, wenn damit die Probleme gelöst werden könnten?

Um es mal bewußt hart zu formulieren: Es ist doch immer wieder das Gleiche, ein totales und gänzliches Unwissen um das reale "Geldwesen" und allem was damit zu tun hat.

Drum sei mal ganz saublöd gefragt. Wenn gilt (womit er ja zunächst mal vollkommen unrecht hat), »Um ein Land mit genügend Geldmitteln bzw. Kaufkraft auszustatten, bedarf es aber keiner Globalisierung.«, dann würde ich doch zu gerne mal hören, was es ansonsten bedarf?????!!! Und so jemand schreibt Bücher, die auch noch mit fünf Sternenblack01_next.gif bewertet werden.

 right_black.gif Quellen: Immer wieder taucht das Datum 1980 als markanter "Wendepunkt" auf. Abgeblich weil...  »Der Beginn der Globalisierung lässt sich natürlich nicht genau definieren, weil es sich dabei um einen schleichenden Prozess handelt. Maßgebliche Weichenstellungen erfolgten bereits Anfang der 70iger Jahre, andere erst 10 oder 20 Jahre später. Das Jahr 1980 gilt als Durchschnittswert und ist als Wendepunkt anerkannt.« Nun, das mag vielleicht ja sogar so sein (obwohl ich mich in der Tat frage, wie bei einer solchen Thematik ein "Durchschnittswert" gebildet werden kann). Woher weiß ich das aber? Was ich sehe, ist eine durch nichts belegte Behauptung, die ganz und gar ohne Quellenangabe daher kommt (und auch nach eigenen Recherchen nicht zu verifizieren ist) . Gleiches gilt für die kompletten black01_next.gif Seiten. Unentwegt wird etwas in den Raum gestellt, ohne irgendwelche Belege zu benennen. Ein paar Links zu etwaigen Artikeln oder sonstwas sollten schon sein. Denn ich gehe zwar mit vielem konform, aber anderes halte ich schlicht für falsch. Leider kann ich das aufgrund fehlender Angaben nicht überprüfen. Offensichtlich scheint das auch für das vorgestellte Buch zu gelten, wie eine black01_next.gif Rezension uns mitteilt (dieBewertung). Allein schon dieser Umstand, disqualifiziert den Autor und seine Bücher beinahe vollständig! So geht das einfach nicht!! Das ist selbstverständlich allgemeingültig. Immer ganz vorsichtig, wenn dergleichen auffällt!!

right_black.gif Fleiß: Zum Schluß kommt noch ein ziemlicher Hammer, der allerdings wirklich nicht zu verallgemeinern, sondern tatsächlich "Hr.Müller-spezifisch" ist. So inkonsequent er mit Quellenangaben vorgeht, so wenig er auch über die monetären Hintergründe bescheid zu wissen scheint, so fleißig ist er, wenn es um die Veröffentlichung seiner Thesen geht.

Ich konnte es kaum Glauben, aber im Laufe meiner "Recherchen" bin ich über sage und schreibe ACHT verschiedene Domains gestolpert, die Hr. Müller betreibt!!

http://www.kapitalismuskritiker.de  |  http://www.antinationalismus.de/  |  http://www.anti-globalisierung.de/
http://www.neo-liberalismus.de  |  http://www.sozialdumping.de/  |  http://www.eu-gegner.de
http://www.globalisierungsdebatte.de/  |  http://www.protektionismus.de/

Kurze Schußbemerkungen

Ich meine schon, daß die besprochenen Seiten ins Bild passen. Globalisierungskritik -- und alles was so dazu gehört -- ist en vogue und es läßt sich ordentlich Geld damit verdienen; oder gar, wie im Falle der NPD, ein Gutteill eines politischen Programmes stützt sich darauf. Mit "der Globalisierung" läßt sich eben wunderbar einfach ein "Schuldiger" ausmachen. So einfach ist es aber leider nicht. Im Gegenteil, die Sache ist teuflisch vertrackt.

Und was mir besonders unangenehm aufstößt, ist die Tatsache, daß dabei fast nirgends die...wie soll ich's nennen?...die "monetären" Aspekte (ihr versteht was ich meine) halbwegs korrekt beleuchtet werden. Wobei ich auch noch betonen will, daß man, im Falle daß dies doch mal so ist, durchaus zu anderen Schlußfolgerungen als ich kommen kann. Das ist okay und überhaupt kein Problem. Aber wenn die fundamentalen Grundlagen schon verfälscht sind, dann läßt sich dies möglicherweise gut verkaufen (nicht nur im Sinne von "Geldmachen"), bringt aber ansonsten letztendlich recht wenig.

Genaues hinschauen ist also angesagt.

P.S.: Wie heißt es in Neusprech? Just my 2 Cents!!

 

 » 08. Oktober 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Neues von der Kreditfront (August '06)« •

• »Rätsel Geldschöpfung« >> • 

 

 Ergänzt am 14. Oktober 2006

 • »Rätsel Geldschöpfung« (>>) • 

 • »Alternate CPI Measeures« (>>) • 

 

Ergänzt am 14. Oktober 2006

• »"Stop Termnator Technologie" (Betreff Saatgut!)« • 

 • »"Im Auge des Zyklon" (über Korruption)« (>>) • 

 • »Wie der Wohlfahrtsstaat Schweden korrumpiert hat« (>>) • 

Kurzes neues vomblack01_next.gif Big Brother!

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Neues von der Kreditfront (August '06)


Vorab 1:  

Vorab 2: Zu dieser ganzen Thematik nochmals ein paar erklärende Auszüge aus black01_next.gif "DAS ist unser heutiges Kredit und Kreditgeldsystem (in 59 Punkten)" :

    .....
    55. Ein Kredit- bzw. Kreditgeldsystem scheitert unausweichlich, sobald die immer neue und immer zusätzliche Kreditvergabe und Kreditnahme stockt bzw. gar abnimmt. 
    56. Wie hoch sich Kredite/Schulden bereits aufgetürmt haben, ist als solches zunächst unerheblich. 
    57. Entscheidend bleibt immer, ob diese Kredite/Schulden durch zusätzliche Kredite/Schulden am Leben erhalten werden.
    58. Kommt es wegen der bereits existenten Höhe der Kredit- bzw. Schuldensummen zu einer Stockung bzw. einem Rückgang bei der Schaffung neuer Kredit- bzw. Schuldverhältnisse, ist der kritische Punkt des gesamten Systems erreicht (sog. "Überschuldung"). 
    59. Wird die Überschuldung allgemein, stürzen sämtliche bereits existenten Kredit- bzw. Schuldverhältnisse in sich zusammen.....
     
     

Vorab 3: Für grundsätzliche Erklärungen zu diesem Thema, bitteblack01_next.gif HIER kurz reinschauen.

 

1.) Kredite deutscher Banken an Nichtbanken (Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Haushalte, z.T. auch Euro-Raum)

BRD-Tilgung Wertpapiere in Mrd.€

 

Nov 04

81,8

0,51

Dez 04

82,8

-1,00

Jan 05

84,6

0,97

Feb 05

70,0

-0,08

März 05

68,8

0,00

April 05

44,3

2,36

Mai 05

72,7

-0,79

Juni 05

85,4

-1,11

Juli 05

68,8

0,24

Aug 05

68,3

0,14

Sep 05

69,6

0,16

Okt 05

65,5

0,31

 Nov 05

61,2

0,48

 Dez 05

88,3

-0,56

 Jan 06

72,9

1,80

 Feb 06

79,7

-0,36

 März 06

72,9