» 07. Februar 2007 « 

 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Neues von der Kreditfront (Dezember '06 + Gesamtjahr 06)«

• »Verschuldung, Geld und Zins – Grundlegende Kategorien einer Wirtschaftstheorie« (>>)

• »US-Immobiliensektor - ein Boden in Sicht?« (>>)

POLITIK

 

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Neues vom black01_next.gifBig Brother!

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Neues von der Kreditfront (Dezember + Gesamtjahr '06)


 

Vorab 1: Dezember 06  ; Gesamtjahr 06 , wenn nicht sogar nur

(Kurz nochmal erwähnt: Natürlich handelt es sich naturgemäß um Daten der Vergangenheit. Eine darauf basierende "Hochrechnung" und konkrete Aussage für die Zukunft ist nur bedingt möglich. Aber es gibt uns doch einen groben Überblick über den "Stand der Dinge". Und allein der ist schon dermaßen elementar, daß es sich allemal lohnt!!)


Vorab 2:
Zu dieser ganzen Thematik nochmals ein paar erklärende Auszüge aus black01_next.gif"DAS ist unser heutiges Kredit und Kreditgeldsystem (in 59 Punkten)" :

    .....
    55. Ein Kredit- bzw. Kreditgeldsystem scheitert unausweichlich, sobald die immer neue und immer zusätzliche Kreditvergabe und Kreditnahme stockt bzw. gar abnimmt. 
    56. Wie hoch sich Kredite/Schulden bereits aufgetürmt haben, ist als solches zunächst unerheblich. 
    57. Entscheidend bleibt immer, ob diese Kredite/Schulden durch zusätzliche Kredite/Schulden am Leben erhalten werden.
    58. Kommt es wegen der bereits existenten Höhe der Kredit- bzw. Schuldensummen zu einer Stockung bzw. einem Rückgang bei der Schaffung neuer Kredit- bzw. Schuldverhältnisse, ist der kritische Punkt des gesamten Systems erreicht (sog. "Überschuldung"). 
    59. Wird die Überschuldung allgemein, stürzen sämtliche bereits existenten Kredit- bzw. Schuldverhältnisse in sich zusammen.....
     
     

Vorab 3: Für grundsätzliche Erklärungen zu diesem Thema, bitteblack01_next.gifHIER kurz reinschauen.

1.) Kredite deutscher Banken an Nichtbanken (Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Haushalte, z.T. auch Euro-Raum)

1Nichtbanken (Nicht-MFIs) (>>) =
In- und Ausländer:
• Unternehmen und Privatpersonen (einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck)
Öffentliche Haushalte (inkl. Sozialversicherungen)

BRD-Tilgung Wertpapiere in Mrd.€

 

Nov 04

81,8

0,51

Dez 04

82,8

-1,00

Jan 05

84,6

0,97

Feb 05

70,0

-0,08

März 05

68,8

0,00

April 05

44,3

2,36

Mai 05

72,7

-0,79

Juni 05

85,4

-1,11

Juli 05

68,8

0,24

Aug 05

68,3

0,14

Sep 05

69,6

0,16

Okt 05

65,5

0,31

 Nov 05

61,2

0,48

 Dez 05

88,3

-0,56

 Jan 06

72,9

1,80

 Feb 06

79,7

-0,36

 März 06

72,9

0,07

 April 06

63,1

1,34

 Mai 06

46,1

-0,21

 Juni 06

75,1

-0,82

 Juli 06

50,9

-0,03

 Aug. 06

63,8

+0,07

 Sep. 06

78,7

+0,71

 Okt. 06

55,9

+0,37

 Nov.06

59,4

+0,44

 Dez.06

77,8

-1,43

( >> ,Emissionsstatistiken Rentenmarkt)

 

 

Für den Dezember '06 müssen wir leider ein Einknicken der Neukreditvergabe bei den Nichtbanken1 konstatieren. Ein Minus von 54,71 Mrd. Euro, oder -1,43 Prozent. Recht heftig!! "Auslöser" sind beinahe zur Gänze die Buchkredite, die alleine schon um 46,6 Mrd.€ nachgaben.
Verschaffen wir uns einen Überblick. Dazu behelfsweise zur...

...Emissionsstatistik für Wertpapiere (Buba >>):
Grundsätzlich weißt die Statistik eine recht hohe Tilgung von 77,8 Mrd.€ aus (Tabelle links), womit sich ein Netto-Absatz von -15,1 Mrd.€  ergab. Im Einzelnen wie folgt:
»Die öffentliche Hand hat ihre Kapitalmarktverschuldung bei hohen Brutto-Tilgungen um 4,7 Mrd € verringert. Der Umlauf von Schuldverschreibungen des Bundes ging um 4,4 Mrd € zurück....Der Umlauf von Schuldverschreibungen der Länder ging im Ergebnis leicht um 0,2 Mrd € zurück. [...]
Die Kreditinstitute reduzierten ihre Rentenmarktverschuldung im Berichtsmonat um 9,6 Mrd €. Sie tilgten im Ergebnis vor allem Öffentliche Pfandbriefe (8,7 Mrd €) und Hypothekenpfandbriefe (3,1 Mrd €). Dagegen wurden Schuldverschreibungen von Spezialkreditinstituten und Sonstige Bankschuldverschreibungen per saldo abgesetzt (1,6 Mrd € bzw. 0,6 Mrd €).
• Wie im Vormonat reduzierten die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften auch im Dezember ihre Marktverschuldung in Industrieobligationen. Der Umlauf solcher Titel verringerte sich um 0,7 Mrd €, was vor allem auf Tilgungen von Anleihen mit Laufzeiten bis zu vier Jahren zurückzuführen ist.«

Voriges Mal (Nov '06) schrieb ich: »Allerdings, »Wie im Vormonat [=11,9 Mrd.€] entfiel der größte Teil des Mittelaufkommens auf Emissionen der öffentlichen Hand (9,1 Mrd €).«
Daraus lassen sich meiner Meinung nach drei Dinge ableiten:
Erstens, daß prinzipiell eher die niedrige Tilgung zu dem positiven Wert beigetragen hat, als die tatsächliche zusätzliche Neuverschuldung.[...]«

Nun, kaum sehen wir mal wieder eine etwas höhere Tilgungsrate, schwächelt auch schon die Neuverschuldung. Das ist zwar nicht immer so, aber durchaus in der Mehrzahl der Fälle. Meiner Meinung nach, spricht das nicht gerade für eine solide "Eigendynamik" der inländischen Neukreditaufnahme, sondern gleicht eher einem "Eiertanz" -- sozusagen.

Wie auch immer, für das Gesamtjahr (Endwert) der Nichtbanken ergibt sich somit ein Plus der Neukreditvergabe von +71,4 Mrd. Euro, oder +1,91%. Der Dezember verhagelt das bis dato noch einigermaßen positiv Bild doch recht gründlich. Zwar sind 1,91 Prozent im Vergleich zu den jüngeren Vorjahren noch halbwegs beachtlich. Langfristig hingegen, ist dieser Wert deutlich zu gering!!

Gehen wir zu den Privaten (oben ist ja teilweise auch die öffentliche Hand enthalten):
 

2.) Kredite an inländische Nichtbanken (nur Unternehmen und Privatpersonen, ohne Wertpapiere)

 

Kredite an inländische Unternehmen und Privatpersonen
(INKLUSIVE Wertpapiere, gestrichelte Linien)

1999

2265,40

+6,94

2000

2387,01

+5,37

2001

2425,99

+1,63

2002

2411,07

-0,62

2003

2409,93

-0,05

2004

2397,64

-0,51

2005

2414,80

+0,72

 Jan 06

2451,38

+1,51

 Feb 06

2453,27

+0,08

 März 06

2460,01

+0,27

 April 06

2496,11

+1,47

 Mai 06

2489,28

-0,27

 Juni 06

2466,19

-0,93

 Juli 06

2460,55

-0,23

 Aug. 06

2463,94

+0,14

 Sep. 06

2484,76

+0,84

 Okt. 06

2477,42

-0,30

 Nov. 06

2475,23

-0,09

 Dez. 06

2452,43

-0,92

Auch hier sieht's nicht viel besser aus!
Wie oben bereits deutlich wurde, die Buchkredite gingen im Dezember '06 auch bei den Unternehmen und Privatpersonen kräftig nach unten!! Eine Abnahme der Neukreditaufnahme um 25,84 Mrd. Euro, oder -1,14 Prozent!

Inklusive der Wertpapiere (nebenstehende Tabelle), müssen wir ebenfalls ein erhebliches Minus festhalten. Wir notieren einen Rückgang um -22,8 Mrd.€, oder -0,92%. Wobei die Wertpapiere selbst um 3,04 Mrd.€ zunahmen!

Das Gesamtjahr 2006 geht somit wie folgt zu Ende:
Bei den Buchkrediten ein Plus von 16,36 Mrd.€, oder +0,76%. Inklusive der Wertpapiere sieht das Bild wie folgt aus: +37,63 Mrd.€, oder +1,56%. Der Dezember haut wahrlich ins Kontor. Die Daten sind einfach nach wie vor zu mies, um einen wirklich nennenswerten, innerdeutschen "Aufschwung" zu generieren.

Das Saldo der deutschen Leistungsbilanz (der Blick zu den -- sozusagen -- ausländischen, für die BRD "ersatzweise" einspringenden, stellvertretenden Kreditnehmern) lag in den ersten elf Monaten 2006 bei +91,6 Mrd.€ (Vorjahr +84,6) (>>). Die BRD hängt weitestgehend am Tropf des Auslands. Wehe, "jemand" dreht den Hahn zu!!

Besagten "Hahn" sehen wir uns im europäischen Ausland etwas näher an:
 

3.) "Bankstatistische Gesamtrechnungen in der Europäischen Währungsunion, Konsolidierte Bilanz der Monetären Finanzinstitute (MFIs)"

Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen" (Mrd. €) (>>)

Europäischen Währungsunion, Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen"

 

Mrd. €

%

Dez 05

9 552,1

+0,88

Jan 06

9 672,5 1,26

Feb 06

9 786,5 1,18

März 06

9 912,3 1,29

April 06

10 067,7 1,57

Mai 06

10 129,8 0,62

Juni 06

10 173,9 0,44

Juli 06

10 266,5 0,91

Aug.06

10 286,5 0,19

Sep.06

10 415,2 1,25

Okt.06

10 503,3 0,85

Nov.06

10 599,7 0,92

Dez.06

10 635,6 0,34

Differenz von Dezember '06 zu November '06 = +35,9 Mrd.€, oder +0,34% (Vormonate siehe Tabelle links). Teile ich die +35,9 Mrd.€ auf die zwölf Länder der Währungunion auf, dann ergibt sich pro Land eine Zunahme von im Schnitt +2,99 Mrd.€ (ist natürlich nur ein Mittelwert und deshalb nur begrenzt aussagefähig).

Wie schon zuletzt, geht das Plus im Grunde in Gänze auf das Konto der Buchkredite (Vormonate 86, 63 und 82%). Die Aktien und sonstige Dividendenwerte gingen diesmal sogar um rund 5 Mrd.€ zurück. Ich meine, eine durchaus "gesunde" Entwicklung (Abgesehen davon, daß wir ganz allgemein und ständig immerhin über zusätzliche »Verschuldung« sprechen. Aber so ist das halt!! Es ist eben nicht Geld, "what makes the world go around, world go around...", sondern Schulden, bzw. Kredite!!).

Für das Gesamtjahr sehen wir demnach eine Steigerung der Kreditvergabe von 1083,5 Mrd. Euro, oder 11,34%. Mein lieber Mann, daß nenn ich mal "saftig" (und das trotz der deutschen Daten)! Viel "besser" kann es auch in China oder Indien nicht laufen. Wer hätte das gedacht? Ich gebe zu, ich war diesbezüglich zu skeptisch. Dazu ein Zitat:

»Unternehmerische Investitionskredite stellen die beste Schuldenform dar. Der Unternehmer kann den Verlust des verpfändeten Vermögens nur abwenden, indem er mit den vorfinanzierten Investitionsmitteln – der Verschuldung also – ein marktfähiges Produkt erstellt, welches ihm die vorfinanzierten Mittel und die darauf anfallenden Zinsen am Markt einbringt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss er, wie oben schon erwähnt, Bedürfnisse so stark kultivieren, dass Wirtschaftsakteure bereit sind, sich diese zu erfüllen. Die Investitionskredite der Unternehmer sind die Antriebsquelle von Fortschritt und Wohlstand.« (>>)

Ganz offensichtlich hat die "Kultivierung der 'Bedürfnisse'" bestens funktioniert! Und wenn zukünftig noch zusätzlich bei ein paar Milliarden Indern, Chinesen und Russen usw. "kultiviert" wird, kippt zwar irgendwann Mütterchen Erde um, aber bis dahin leben wir im kreditvergabetechnischen Paradies !

2Zwar stimmt diese Statistik nicht exakt mit obiger überein (differierende Erfassungsmethoden- und subjekte), aber eine Tendenz können wir, so meine ich, doch deutlich ablesen.

Ich schweife ab! Zurück zur Bestandsaufnahme und zum Dezember: Plus 0,34 Prozent stellt nun auch nicht gerade einen "Topwert" dar. Für den Dezember ergibt sich allerdings ein "Spezialfall": Luxemburg. Die folgende Tabelle2 gibt einen Überblick:

 

Bilanzstatistik der MFIs (Monetären Finanzinstitute): Bestandsangaben (>>)
Kredite an Ansässige im Euro-Währungsgebiet [Mrd.€]
Hier:
Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften + Private Haushalte + Sonstige Private

Land

Belgien

BRD

Griechen-
land

Spanien

Frank-
reich

Irland

Italien

Luxem-
burg

Nieder-
lande

Öster-
reich

Portugal

Finn-
land

Ø

April '06

250,3

2.348,9

144,5

1.315,7

1.501,9

287,5

1.252,2

96,0

861,4

260,3

204,4

114,5

719,8

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Zuwachs [%]

1,48

-0,12

0,62

1,45

0,67

2,57

0,79

1,15

0,96

0,77

1,52

0,96

1,07

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Zuwachs [%]

1,10

0,06

1,93

2,72

0,53

1,76

1,34

2,68

-0,18

1,07

3,52

1,21

1,48

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

Zuwachs [%]

0,47

-0,32

1,15

2,30

1,01

1,33

0,74

3,41

0,85

1,41

1,16

0,77

1,11

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

August '06

260,0

2.344,8

149,9

1.407,6

1.534,0

307,5

1.286,8

103,6

876,0

267,2

218,8

118,6

739,57

Zuwachs [%]

0,78

0,12

0,00

0,36

-0,08

1,12

-0,13

0,48

0,06

0,38

0,69

0,59

0,36

August'06

260,0

2.344,8

149,9

1.407,6

1.534,0

307,5

1.286,8

103,6

876,0

267,2

218,8

118,6

739,57

September '06

265,0

2.367,7

152,6

1.440,8

1.548,6

312,9

1.299,1

105,8

877,5

270,3

219,2

119,8

748,28

Zuwachs [%]

1,92

0,98

1,80

2,36

0,95

1,76

0,96

2,12

0,17

1,16

0,18

1,01

1,28

September '06

265,0

2.367,7

152,6

1.440,8

1.548,6

312,9

1.299,1

105,8

877,5

270,3

219,2

119,8

748,28

Oktober '06

264,6

2.361,5

153,4

1.465,6

1.571,66

319,2

1.302,0

107,0

883,6

268,4

221,0

120,6

753,21

Zuwachs [%]

-0,15

-0,26

0,52

1,72

1,49

2,01

0,22

1,13

0,70

-0,70

0,82

0,67

0,68

Oktober '06

264,6

2.361,5

153,4

1.465,6

1.571,66

319,2

1.302,0

107,0

883,6

268,4

221,0

120,6

753,21

November '06

266,1 2357,2 152,4 1496,0 1579,9 325,5 1333,0 106,9 892,3 269,3 220,6 121,8 760,08

Zuwachs [%]

0,57 -0,18 -0,65 2,07 0,53 1,97 2,38 -0,09 0,98 0,34 -0,18 1,00 0,73

November '06

266,1 2357,2 152,4 1496,0 1579,9 325,5 1333,0 106,9 892,3 269,3 220,6 121,8 760,08

Dezember '06

271,4 2.328,0 156,7 1.527,3 1.590,1 328,7 1.345,2 99,0 891,7 271,5 221,7 123,6 762,9

Zuwachs[Mrd.€]

15,30 -29,20 4,30 31,30 10,20 3,20 12,20 -7,90 -0,60 2,20 1,10 1,80 2,38

Zuwachs [%]

1,99 -1,24 2,82 2,09 0,65 0,98 0,92 -7,39 -0,07 0,82 0,50 1,48 0,30

Die graphische Umsetzung:

Die Tabelle weist für Luxemburg ein Minus von sage und schreibe 7,39 Prozent (-7,90 Mrd.€) aus. Keinen Schimmer, was dort los war, aber das ist fast nicht zu glauben. Da ich diesen Wert kaum ordentlich einordnen kann, lassen wir ihn einfach mal beiseite. Wir werden beim nächsten Mal sehen, was es damit auf sich hatte.

Ohne Luxemburg ergibt sich ein wesentlich positiveres Bild für Europa (siehe auch Graphik rechts, ex Luxemburg). Der Schnitt lag bei rund +1,1%!. Wie das im Vergleich zu dem deutschen Wert zu sehen ist, verdeutlicht die Graphik (und die Tabelle) ebenfalls. Deutschland abgehängt ... setzen ... sechs!
Ich kann nicht einschätzen, wie sich die Lage bei den europäischen "Nachbarn" darstellt, für die BRD jedoch, kann ich mir nur schwerlich vorstellen, daß dergleichen nicht eine gewisse Rolle spielen sollte: black01_next.gif»Die jüngsten Steuererhöhungen«. Nehme ich noch das Gehampel um die ach so "große Gesundheitsreform" und den üblichen, sonstigen Quatsch, der aus Berlin kommt, dann sollte es uns nicht Wunder nehmen, was die Verschuldungsbereitschaft der deutschen privaten angeht.
Nun gut, es gibt sicherlich noch weitere black01_next.gifGründe, für die heutige "Datenerfassung" soll's das aber erstmal gewesen sein!
 

 


                                Verschuldung, Geld und Zins – Grundlegende Kategorien einer Wirtschaftstheorie


KLASSE Text!!! Stellenweise nicht ganz einfach zu lesen und insgesamt immerhin 46 Seiten, aber ihr solltet ihn wirklich nicht übergehen!

An dieser Stelle möchte ich nur mal ein paar wenige Passagen zitieren und kurz kommentieren. Die ganze Arbeit solltet ihr euch trotzdem nicht entgehen lassen (Link unten).

Der Schutz des materiellen sowie immateriellen Eigentums ist also die unabdingbare Grundlage jeder demokratischen, freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Ordnung.

So ist es!!!! Das Fundament des Systems ist das Eigentum!! Das komplette System fußt auf genau dieser Tatsache!!!

Diese exekutive Gewalt [der Staat] sichert mit ihrem Machtmonopol die konstituierten Eigentumsrechte vor unrechtmäßiger Aneignung durch Dritte und darf diese Rechte auch nicht durch ihre Monopolstellung verletzen – darf also nicht enteignen. Wenn der Staat als Machtmonopolist dennoch enteignet, muss er dem Enteigneten mindestens den Marktpreis des enteigneten Vermögenswertes als Kompensation anbieten, damit eine (effiziente) Belastung und Verpfändung eben dieses Vermögenswertes in privaten Kontrakten möglich ist.

Genau das ist die Aufgabe des Staates, die »Absicherung« der Eigentumsrechte, auf der Basis, daß er »diese Rechte auch nicht durch ihre Monopolstellung verletzen darf«!! Denn dadurch »ist dieses [das Eigentum] in Form von Eigentumstiteln unumschränkt belastbar, verpfändbar und verkaufbar« und stellt somit die Grundlage für die unabdingbare Neuverschuldung dar!! Diese Feststellungen sind durchaus bemerkenswert, denken wir da an die Zwangssysteme Renten- und Krankenkassen usw. Hier kommt der Staat nicht seiner eigentlichen Aufgabe -- nämlich der Besicherung des Eigentums -- nach, sonder tritt in Gestalt des Eigentumenteigners auf!! Gleiches gilt im Grunde auch für die Zwangsabgaben namens Steuern. ==> Die unlösbare Crux: Der Staat ist zugleich Engel und Teufel in einer "Person"!! Die entscheidende Frage ist jedoch, in wie weit sich der Teufel breit macht!!

Wirtschaften dreht sich also immer um Schulden: Kern ist die Urschuld. In Eigentumswirtschaften kann in Bezug auf die Institution zur Einwerbung von Schulddeckungsmitteln – dem Markt also – nichts (administrativ) geplant, sondern nur unter Unsicherheit "spekuliert“ werden. Jeder Wirtschafter muss zur Abmilderung der Unsicherheit sein Vermögen maximieren, sofern dies mit anderen individuellen Zielvorstellungen kompatibel ist. Zur Vermögensmaximierung muss er entweder

als Bank auftreten und sein existentes Vermögen belasten,

sein existentes Vermögen verpfänden, um erhaltene Geld mit Gewinn zu investieren oder

- sein Humankapital derart interessant machen, dass er einen Dritten zur Verschuldung bewegen kann, um Arbeitslohn zu erhalten.

Der von mir gefettete Satz beschreibt im Grunde genau das, was ich black01_next.gifhier versucht habe hervorzuheben, was aber -- genauso wie die hinterlegte Aussage der Metapher "Engel-Teufel -- diverse Konsorten nie verstehen werden, oder verstehen wollen. Die "pösen" Unternehmen sind diejenigen, die in der Kette (=Kredit/Verschuldungskette) zwangsläufig das erste Glied darstellen. Sie stehen an der Spitze der Verschuldungspyramide und repräsentieren -- sozusagen -- die Initiatoren, den Beginn, des Systems (Staat mal beiseite gelassen). Erst dann, im zweiten Schritt, kann es Arbeitslohn überhaupt geben!! Er setzt bereits die Verschuldung eines Unternehmers voraus!! Das beinhaltet zwar keineswegs einen "Freibrief", zu tun und zu lassen was sie wollen. Aber dieses Faktum sollte ganz klar sein!!

Das Geld selbst stellt heute also in der Regel durch die Zentralnotenbank umlauffähig gemachte private (bspw. Wechsel) oder staatliche Schuldtitel (bspw. Staatsanleihen), nach deren Hereinnahme von bonitätsgeprüften und selbst mit Eigentum haftenden Gläubigern, dar – Vermögenswerte also. Umlauffähig sind diese Schulden deshalb, weil es in dem betreffenden Währungsgebiet keine besseren – im Sinne von besser besicherten – Schulden geben kann. Das liegt daran, dass die Zentralnotenbank selbst im Fall der Aufzehrung ihres Eigenkapitals durch den Staat immer mit Eigenkapital in Form von verbrieften zukünftigen Steuereinnahmen – Staatsschuldtiteln also – ausgestattet werden kann und historisch auch wurde.50 Die Positionen einer Zentralnotenbank als De-jure-Schuldner in (Forderungs-) Vermögenswerten und einem im betreffenden Währungsgebiet ansässigen Geld-Schuldner unterscheidet sich im Extremfall fundamental, da die Zentralnotenbank als Hausbank und meist im Eigentum des Staates befindlich immer auf das Besteuerungsmonopol des Staates „zurückgreifen kann“, um mit Eigenkapital ausgestattet zu wer-den.

50Dass diese Eigenkapitalausstattung dann im Normalfall eben nicht mehr mit Hilfe marktfähiger Staatsschuldtitel geschieht und somit die Zentralnotenbank zur Staatsbank macht, führt zu den in der Geschichte zahllos beobachtbaren Währungsreformen, wie in Deutschland 1948. Die Ursache solcher Zerrüttungen von Währungssystemen liegt aber immer schon in vorangegangenen Emissionen „zukünftiger“ Steuereinnahmen durch den Staat, die aber niemals realisiert werden und somit immer „zukünftig“ bleiben, weil die Besteuerungsgrundlage – Schulden aus privaten Kontrakten – und die abgetretenen zukünftigen Steuern in ein Missverhältnis geraten sind. Dazu im Kapitel von der Verschuldung und insbesondere im Abschnitt zur Verschuldung des Staates mehr.

Eigentlich kein zusätzlicher Kommentar nötig. Ich zitiere mich von weiter oben nur mal eben selbst: »Die entscheidende Frage ist jedoch, in wie weit sich der Teufel breit macht!!«. Hierzu sollte insbesondere der letzte Absatz (»Die Staatsschulden«) gelesen werden, auch wenn dort die Unmöglichkeit »Die Staatsschulden...müssten...bestenfalls jedoch vollständig ausgeschlossen werden.« gefordert wird!!

black01_next.gif»Verschuldung, Geld und Zins – Grundlegende Kategorien einer Wirtschaftstheorie«
 

 


                                US-Immobiliensektor - ein Boden in Sicht?



Einfach noch ein sehr interessanter Link: black01_next.gif»US-Immobiliensektor - ein Boden in Sicht?«

 

- die Ausfallsrate für Immobilienkredite hat vom Tief ist 2005 aus in 2006 rapide zugenommen; ein Ansteigen auf 3,5% wird in einem Jahr erwartet:

- die Hypothekenverschuldung der US Amerikaner beläuft sich auf 8,2 Billionen USD mit einer zweistellige, jährlichen Zuwachsrate. Gewöhnlich liegen die Kreditausfallraten niedriger in Zeiten starken Kreditwachstums, nicht so in 2006.

 


 

  POLITIK

 


                                Impf-Industrie: Ein Insider packt aus



Ein ehemaliger Impfmittelforscher enthüllt, was Pharmaindustrie und Gesundheitsbehörden uns nicht wissen lassen wollen: Dass Impfstoffe unzuverlässig, ungenügend getestet und der größte Betrug unserer Zeit ist.

 Aus Zeitgründen hier leider nur der Link: black01_next.gif»Impf-Industrie: Ein Insider packt aus«

Zusätzlich noch der Verweis zur offiziellen CDC-Seite, in der die Rede von 36.000 jährlichen Influenza-Toten ist: black01_next.gif»Key Facts about Influenza«

 

 » 28. Januar 2007 « 

 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Wissenswertes zur Rentenkass«

• »Wie Geld nicht funktioniert« (>>)

POLITIK

 

• »Die Lüge als Instrument der politischen Manipulation« (>>) • 

 • »Das Lügennetz über dem Iran« (>>) • 

• »Bilderberger« (>>) • 

SONSTIGES

 

• »Bertold Brecht: Zitate!!« (>>) • 

 

  WIRTSCHAFT


Untenstehende "Ausarbeitung" über black01_next.gifInflation und was so die "gängige" Meinung dazu ist usw, habe ich mal dauerhaft abgespeichert. Unter der Überschrift »Schulden "weginflationieren -- Wie geht das?« findet ihr es entweder direkt black01_next.gifhier, oder auf dieser black01_next.gifSeite als Link!

 

 


                                Wissenswertes zur Rentenkasse


Nicht ganz uninteressant, so meine ICH jedenfalls!
Nachstehend eine zusammengebastelte Tabelle über die Einnahmesituation der Rentenkasse von 1957 - 1970 (die vollständigen Datensätze findet ihr black01_next.gifhier; für diese Betrachtung reichen die Zahlen bis 1970 aus, hat sich seit dem nichts geändert).

 

Jahr

Aus-
gaben

Einnahmen

Ein-

nahme-

über-

schuss

Ins-

gesamt

davon

Bei-

träge

Bundes-

zuschuss

Zusätz-

liche

Bundes-

zuschüsse

Vermö-

gens-

erträge

Erstat-

tungen

Sons-

tige

Ein-

nahmen

- in Mio. Euro -

Alte Bundesländer

1957

 7 130

8 037

5 476

2 009

x

310

230

13

888

1958

 8 609

8 945

6 097

2 322

x

337

172

17

317

1959

 9 110

9 553

6 532

2 471

x

353

182

16

417

1960

 10 024

10 734

7 418

2 728

x

393

186

9

718

1961

 11 000

13 009

8 380

2 912

x

485

1 219

13

1 986

1962

 12 024

13 073

9 232

3 135

x

527

145

34

1 032

1963

 12 971

14 070

9 880

3 418

x

587

163

21

1 079

1964

 14 302

15 446

10 878

3 771

x

644

145

9

1 126

1965

 16 139

17 105

12 118

4 127

x

684

163

14

966

1966

 17 905

18 528

13 009

4 540

x

783

182

14

669

1967

 20 256

19 083

13 139

5 030

x

798

75

42

- 1 134

1968

 21 812

21 014

15 169

4 993

x

733

94

24

- 799

1969

 24 008

23 905

17 900

5 251

x

672

65

17

- 90

1970

 26 710

28 560

22 302

5 402

x

778

60

18

1 857

Das Bemerkenswerte daran, ist, daß die Einnahmen von Anfang an wesentlich geringer waren, als die Ausgaben. Rechnen wir nämlich den »Bundeszuschuss« heraus, ergeben sich nur und ausschließlich Einnahmedefizite. Die ganze Choose hat demnach von Beginn an nicht ohne zusätzliche Überweisungen von Steuergeldern der "Allgemeinheit" funktioniert.
 

Allerdings gibt es ein nicht ganz unwichtiges Detail, daß hierzu angesprochen werden muß: »Versicherungsfremde Leistungen«. Worum es geht, sei zunächst mal anhand von folgenden Ausschnitten erläutert (für 2002).

Die Lohnnebenkosten müssen runter - so der breite politische Konsens. Da lohnt sich ein Blick, wofür die Sozialversicherungen das Geld überhaupt ausgeben.
[...] Überwiegend finanzieren sich die Sozialversicherungen aus Beiträgen. Die Rentenversicherung erhält zudem einen Bundeszuschuss; bei der Bundesanstalt für Arbeit (seit 2004: Bundesagentur für Arbeit) ist der Bund verpflichtet, das Defizit auszugleichen. Unterm Strich machen die Bundeszuschüsse aber nicht wett, dass die Sozialversicherungen für Leistungen aufkommen, die eigentlich von der Allgemeinheit getragen werden müssten, also aus Steuermitteln. 83,7 Milliarden Euro blieben 2002 als versicherungsfremde Leistungen übrig - dabei geht das DIW von einer weiten Definition der "versicherungsfremden Lasten" aus. Selbst wenn man diese enger fasst, bleiben nach Berechnungen des Instituts 35,3 Milliarden Euro, die falsch - zu Lasten von Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern - finanziert sind.

[...] Den größten Brocken machen die versicherungsfremden Leistungen bei der Rentenversicherung aus. Von zehn Euro, welche die Rentenversicherung ausgibt, gehören vier eigentlich nicht zu ihren Leistungen. Der Bund zahlt zwar einen Zuschuss, aber es verbleiben immer noch 39,2 Milliarden. Den weitaus größten Teil machen Witwen- und Witwerrenten aus. Sie galten bis 1986 als versicherungseigene Leistung. Seitdem werden allerdings die Einkünfte des hinterbliebenen Ehepartners auf die Witwenrente angerechnet. Diese Rentenart sei damit "von einer Versicherungsleistung zu einer Fürsorgeleistung" geworden, die nur noch bei Bedürftigkeit gezahlt wird, sagen die Wirtschaftsforscher.

Auch die Frührenten (Altersrente vor dem 65. Lebensjahr, Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten wegen Arbeitsmarktlage) gelten als versicherungsfremd - dies umso mehr, seitdem es versicherungsmathematische Abschläge für diejenigen gibt, die vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die "normalen" EU-/BU-Renten (also nicht wegen Arbeitsmarktlage) gehören allerdings zu den Risiken, welche die Rentenversicherung abdecken soll. Rückläufig sind die Ausgaben für Kriegsfolgelasten: 1985 machten sie noch 9,5 Prozent der gesamten Rentenausgaben aus, 2002 waren es nur noch 6,7 Prozent. Auch der Anteil der Anrechnungszeiten wird weiter zurückgehen - weil die Renten auslaufen, bei denen die Ausbildungszeiten großzügig berücksichtigt wurden, und weil Neurentner ab 2005 geringere oder gar keine Anrechnungszeit-Ansprüche mehr erwerben. Rentenzuschläge (etwa für Kindererziehungsleistungen) spielen eine fast untergeordnete Rolle. Ein Teil der Zuschläge ist - ebenso wie die Vereinigungslasten - auf die politisch gewollte deutsche Einheit zurückzuführen. [...]

black01_next.gifKomplett...

Weiteren Überblick erhaltet ihr z.B. hier black01_next.gif»Fakten und Argumente: Versicherungsfremde Leistungen - sachgerecht finanzieren!« und hier black01_next.gif»Versicherungsfremde Leistungen« bei der BfA. Oder sucht eben black01_next.gifselbst!!

Nach Durchsicht kann ich persönlich folgende Punkte festhalten:

Die »versicherungsfremden Leistungen« sind größenordnungsmäßig wahrlich ein nicht zu vernachlässigender Aspekt.  Man könnte auch sagen: "Daß iss schon 'en ordentliches "Pfund"!! Und ganz egal wie man dazu steht, oder was man davon hält usw., in der "öffentlichen" Diskussion kommt dieser Sachverhalt ungerechtfertigterweise so gut wie gar nicht vor (oder ich hab's nur nicht mitbekommen??)! Ein Fehler!!

Die Definition von »versicherungsfremd«, ist zum Teil recht schwammig und wird -- wie sollte es auch anders sein -- "regelmäßig" staatlicherseits "angepasst".

• Auch scheint mir die dies betreffende "Kritik", mindestens teilweise, eher ein Verschiebebahnhof, denn eine "Lösung". In »Fakten und Argumente...« (siehe Link oben) lesen wir beispielsweise: »Zu den Anrechnungszeiten zählen u.a. Zeiten der Krankheit und Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug. Diese Zeiten sind versicherungsfremd, weil über sie Risiken abgedeckt werden, die anderen Sozialleistungsträgern - der Kranken- und der Arbeitslosenversicherung - zuzuordnen sind.« Rein formell wahrscheinlich sogar korrekt. Nur, was wären die ganz praktischen Auswirkungen, wenn diese Lasten nicht der Rentenversicherung, sondern der Kranken- und Arbeitslosenversicherung zugeschlagen werden würden? Würde "Arbeit" dadurch wirklich "billiger" (?), oder ist dies nicht vielmehr das berühmte "linke-Tasche-rechte-Tasche-Spielchen"?? Wo ist da der gesamtwirtschaftliche (positive) Effekt auszumachen??

1Aber genau dieses "darüber klar sein", stelle ich -- nach meinem Eindruck --  vielfach in Abrede.

 

2"Diese Steuererhöhung ist Gift für die Konjunktur, weil sie die Massenkaufkraft weiter schwächt, und verteilungspolitisch fragwürdig, weil besonders einkommensschwache Bevölkerungsgruppen die Zeche zahlen müssen." [...] "Es handelt sich um einen weiteren Schritt in der Verteilung von unten nach oben" (>>)

Bei allen durchaus berechtigten Einwänden, die Kritiker sollten sich bei Lösungsvorschlägen- und Diskussionen über ein paar Punkte ganz, ganz klar sein1. Meiner Ansicht nach, gibt es genau drei inform_white.gif grundsätzliche Möglichkeiten damit umzugehen:

1.) Die versicherungsfremden Leistungen könnten theoretisch komplett gestrichen werden. Der Aufschrei würde einem Vulkanausbruch gleichen und ist somit wohl kaum eine reelle Alternative.

2.) Sie verbleiben gänzlich in den Rentenkassen. Um diese damit aber per Saldo nicht zu belasten (=kostenneutral für die Rentenkassen), müßte der Bund seine Zuschüsse entsprechend hochfahren. Daraus folgen unmittelbar und zwangsläufig zwei Szenarien:
~ Erhöhung von allgemeinen Steuern, wie beispielsweise der MwSt <==> Wir erinnern uns, was diesbezüglich nicht gerade selten verlautbart wurde2.
~ Erhöhung der Staatsverschuldung. Ein Weg der immer geht , zunächst mal auch "keinem weh tut", und deshalb oft genug auch als weniger "schlimm" angesehen wird. Jedoch führt das selbstverständlich und notwendigerweise wieder zu gerade vorgenanntem Punkt: Steuererhöhungen.

3.) Die versicherungsfremden Leistungen werden völlig aus den Rentenkassen herausgenommen. Im Endeffekt das gleiche Resultat wie unter 2.).

Konkretes Beispiel für 2.) und 3.) aus 2003: »Versicherungsfremde Leistungen wie Mutterschaftsgeld werden künftig aus Steuermitteln finanziert. Zur Gegenfinanzierung wird die Tabaksteuer in drei Stufen um insgesamt einen Euro pro Zigarettenpackung erhöht.« (>>) <=> (Wagt euch bloß nicht, mit dem Rauchen aufzuhören!! )

Und nur um mal die Dimensionen zu verdeutlichen -- bei den Zahlen die da im Raume stehen (Bilb oben). »Grund dafür ist vor allem die geplante Mehrwertsteuererhöhung. Sie allein soll mit 19,4 Mrd. Euro zu Buche schlagen.« (>>) Es stehen also drei Prozenpunkte MwSt-Erhöhung (=18,75%-Erhöhung absolut gesehen) mit geplanten Mehreinnahmen von rund 20 Mrd.€, einer »insg. durch Beiträge fehlfinanzierten« Summe von 83,7 Mrd.€, gegenüber!!! Ganz egal, wie man was berechnet, noch mit einbezieht oder nicht und miteinander vergleicht, die notwendigen Steuererhöhungen, bei kompletter Übernahme durch "den Staat", wären überaus gewaltig und hätten kolossale Auswirkungern!!

Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Man kann durchaus berechtigterweise für 2.) oder 3.) plädieren (ich persönlich denke sogar, daß dies, innerhalb des vorhandenen Systems (!!), höchstwahrscheinlich der bessere Weg wäre). Jedoch müssen die dabei entstehenden Konsequenzen völlig klar sein. Und das, wie gesagt, scheint mir oft genug schlicht nicht der Fall zu sein. Auch wenn evtl. im gleichen Maße, oder zumindest annähernd, die Lohnnebenkosten sinken würden, die Folgen wären immens!!

Zu guter letzt, der für mich im Grunde wichtigste Punkt:
Kritik hin oder her, berechtigt oder nicht, eins ist sonnenklar. Wundern dürfen wir uns auf keinen Fall.
Immer wenn der Staat seine Finger im Spiel und Zugriff hat (und/oder ihn sich schafft), geht unvermeidbar der große Verschiebebahnhof los! Wenn man will oder akzeptiert -- und innerhalb dieser Prämisse bewegt sich ALLES bisher gesagte bzw. gezeigte, auch und gerade die vorgestellte Kritik -- daß der Staat für die Organisation derlei Instrumente zuständig ist, dann muß man im Endeffekt auch die ausnahmslos eintretenden "Verteilungsverluste" akzeptieren!! Hart formuliert, ist dergleichen Kritik sogar absolut unangebracht!!! Sie beanstandet nämlich genau das, was sie selbst eigentlich als Grundlage hat. Ein unzulässiger black01_next.gifZirkelschluß!
Wir müssen uns schon entscheiden was wir wollen!! Um es klar zu machen, male ich mal ein wenig schwarz-weiß:
~ Entweder heißt man gut, daß der Staat das System "arrangiert". Dann aber hat man gefälligst auch die logischen Folgen mindestens zu billigen!!
~ Oder man tritt für einen echten Systemwechsel ein (wenn's dafür nicht eh schon zu spät ist, aber egal...). Dann sieht die Kritik allerdings deutlich anders aus, ist aber nichtsdestsotrotz wenigstens glaubwürdig!!
!!! Entweder oder !!!
Im Zweifelsfall wäre doch immerhin die persönliche Wahlfreiheit einem, wie auch immer gestalteten ineffizienten, da monopolistischen, Zwangsverfahren vorzuziehen. Meine jedenfalls ich, für meinen Teil!!

Hoffe euch nicht gelangweilt zu haben !!
 

 


                                Wie Geld nicht funktioniert



Eine meiner Meinung nach durchaus gelungene Grundsatzarbeit! Wer sich neu in der Materie bewegt, sollte ihn sich durchlesen!!

Daran ändert auch nichts, daß auch hier wieder nicht auf die Rolle des Staates eingegangen wird. Zwar schreibt der Autor völlig richtig...

Die Vorraussetzung für das Funktionieren einer arbeitsteiligen Gesellschaft ist ein funktionierendes Geldsystem. Die Grundlage eines funktionierenden Geldsystems ist Eigentum.

...jedoch geht er nicht weiter auf die Fragen ein, wer das Eigentum besichert, wer die gesetzlichen Grundlagen für Kreditverträge schafft, wer bestimmt, was das Geld für das funktionierende Geldsystem überhaupt ist, usw. usf., wer also die zwingend vorauszusetzende Grundlage der genannten Grundlagen ist -- mit allen bekannten Folgen (Staatsverschuldung, Umverteilung, etc)!! Wie gesagt, trotzdem auch hier wieder ein Schrittchen zu spät "angesetzt" wird, "ab dann" ist aber alles recht empfehlenswert gut erklärt!

black01_next.gif»Wie Geld nicht funktioniert«

  

  POLITIK

 


                                Die Lüge als Instrument der politischen Manipulation



Die Lüge als Instrument der politischen Manipulation/ Die Strategie der Spannung und die Nato

[...]
Dies ist richtig. Man kann Strukturen auflösen und daneben neue aufbauen. Es ist wichtig zu erklären wie in der Strategie der Spannung die Taktik und die Manipulation funktioniert. Dies alles ist illegal.
Aber für die Staaten ist es viel leichter die Menschen zu manipulieren als ihnen zu sagen, dass man versuchen will die Hand über das Erdöl anderer zu legen. Natürlich sind nicht alle Attentate auf die Strategie der Spannung zurückzuführen. Aber es ist schwierig zu wissen welche Terroranschläge durch wirkliche Terroristen ausgeführt werden und welche durch die Geheimdienste manipuliert sind. Sogar jene die wissen dass manche Terroranschläge durch Staaten manipuliert werden um politische Feinde zu diskreditieren, können an eine psychologische Barriere gelangen. Nach jedem Anschlag haben die Menschen Angst, sie sind durcheinander. Es ist sehr schwer zu akzeptieren, dass die Strategie der Spannung, und die Strategie des False flag eine Realität sind. Es ist einfacher die Manipulation zu akzeptieren und sich zu denken: ’Seit dreissig Jahren informiere ich mich und ich habe nie von diesen kriminellen Geheimarmeen gehört. Die Muslime greifen uns an und aus diesem Grunde bekämpfen wir sie.’

Silvia Cattori: Von 2001 an hat die EU Anti-Terror Massnahmen ergriffen. Es hat sich dann gezeigt, dass diese Massnahmen der CIA erlaubte Menschen zu entführen, sie an geheime Orte zu transportieren und zu foltern. Sind die europäischen Staaten nicht ein wenig Opfer ihrer Unterwerfung der USA geworden?

Daniele Ganser: Die europäischen Staaten haben nach den Attentaten des 11. Septembers 2001 gegenüber den USA eine schwache Haltung eingenommen, wie Vasallen. Nachdem sie erklärt hatten, dass geheime Gefägnisse illegal sind, liessen sie es geschehen. Das gleiche mit den Gefangenen von Guantanamo. In Europa wurden Stimmen laut die sagten: ‚Man kann Gefangenen nicht den anwaltlichen Beistand verweigern.’ Als Frau Angela Merkel diese Frage wegen Guantanamo aufbrachte haben die USA ihr klar gemacht, dass Deutschland im Irak mitverwickelt sei, dass ihre Geheimdienste mitgeholfen hatten den Krieg vorzubereiten und deshalb zu schweigen hätte.

Silvia Cattori: In diesem Kontext, in dem es noch viele ungeklärte dunkle Stellen gibt, stellt sich die Frage welche Sicherheit kann die Nato den Völkern, die sie beschützen sollte, noch geben, wenn sie den Geheimdiensten erlaubt, die Bevölkerung zu manipulieren?
[...]

black01_next.gifKomplett...

Zwei Zitate (>>) noch, die zwar keinerlei weitere Kommentare "benötigen", um so mehr aber -- falls nicht eh schon geschehen -- die Überprüfung der eigenen Position bedingen:

»Man musste Zivilisten angreifen, Männer, Frauen, Kinder, unschuldige Menschen, unbekannte Menschen, die weit weg vom politischen Spiel waren. Der Grund dafür war einfach. Die Anschläge sollten das italienische Volk dazu bringen, den Staat um grössere Sicherheit zu bitten. Diese politische Logik liegt all den Massakern und Terroranschlägen zu Grunde, welche ohne richterliches Urteil bleiben, weil der Staat sich ja nicht selber verurteilen kann.«
Vincenzo Vinciguerra, 1990 wegen Mordes an drei Carabinieri verurteilter Rechtsextremist und Gladio-Mitglied.

»Terror eignet sich mehr als irgendeine andere militärische Strategie dazu, die Bevölkerung zu manipulieren.«
Dr. Daniele Ganser, Historiker und Gladio-Forscher (Quelle: Der Europäer, Jg. 9 / Nr. 6 / April 2005)

 


 APROPOS LÜGEN!!


                                Das Lügennetz über dem Iran


Analyse des österreichischen Autors Malte Olschewski über die manipulierte Berichterstattung über den Iran und seinen Präsidenten Ahmadinedschad (veröffentlicht auch bei 'journalismus - nachrichten von heute') - 22.1.2007

[...] Der iranische Präsident Mahmut Ahmadinejad hatte am 26.10.2005 bei einer Konferenz im Innenministerium nach westlichen Medienberichten erklärt: „Israel muss von der Landkarte ausradiert werden.“ Das Institut MEMRI (Middle East Media Research Institut) hat die Rede genau übersetzt. Dabei hörte sich das Zitat völlig anders an. Ahmadinejad hatte dabei lediglich einen Ausspruch des verstorbenen Religionsführers Ayatollah Khomeini zitiert:

„Unser verehrter Imam hat gesagt, dass das Besatzungsregime einmal aus den Seiten der Geschichte verschwinden muss.

[...] “Das ist nicht die einzige Fälschung. Es gibt kaum eine Äusserung Ahmadinejads zu Israel, die nicht verzerrt oder verfälscht worden wäre. Am 14.12.2005 erklärte er laut DPA: „Der Westen widmet sich dem Märchen vom Massaker an den Juden....“ Unabhängige Übersetzungen lauteten anders: „Einige haben im Namen des Holocausts einen Mythos geschaffen und schätzen diesen sogar höher ein als den Glauben.“

[...] Es gibt eine Reihe anderen Zitate, in denen Ahmadinejad Fragen zum Holocaust stellt, aber nirgends ist eine glatte Leugnung nachweisbar. Es mag sein, dass bei Versammlungen der Chor ertönt: „Marg bar Esrail!“ (Für Israel den Tod!) Doch ist der iranische Präsident klug genug, um nicht in solche religiös populistische Rufe einzustimmen. Aber aus seinen Reden haben die Medien eine ganze Lawine von Schlagzeilen entwickelt:

„Der Staat Israel soll dem Erdboden gleichgemacht werden! (taz)... Kriegserklärung gegen den jüdischen Staat - Irans Präsident fordert die Vernichtung Israels (Berliner Zeitung).... Mit Empörung hat die internationale Gemeinschaft auf den Aufruf des neuen iranischen Präsidenten zur Vernichtung Israels reagiert ... Irans Präsident will den jüdischen Staat von der Landkarte tilgen (Die Welt) ... Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat zur Zerstörung Israels aufgerufen (Der Spiegel) - Irans neuer Staatschef: „Israel von Landkarte radieren!“ (Focus) ... Iran schürt Nahost-Konflikt: „Israel zerstören!“ (N24) usw.usf.....[...]

 black01_next.gifKomplett...


 Nochmal apropos!! Jetzt aber apropos "ausradieren"!!!


(>>)

Tja nun, ein Volk braucht eben Lebensraum!!

Bantustans
Bantustans, so genannte Homelands, ab 1951 für die verschiedenen ethnischen Gruppen und Stämme der Bantu in Südafrika eingerichtet. (>>)

 The South African bantustans:
 

Irgendwelche Flickenteppich-Ähnlichkeiten auszumachen?? Offenbar scheint das die relevanten Personen aber auch nicht im Mindesten zu interessieren! Die haben sich durch die Bank wohlweislich einer gewissen Armbinde mit drei Punkten bedient.

Und am wichtigsten: die black01_next.gifMauer, die offiziell „Trennungsanlage“ genannt wird. In black01_next.gifAfrikaans bedeutet „Apartheid“ Trennung. (>>)

Also bitte!!! Wer wird denn hier so kleinlich sein und etwaige Paralellen auftun?? Ihr Korinthenkacker, Erbsenzähler, Klugscheißer, Schlauberger, Haarspalter, Krümelkacker, Besserwisser, Schlaumeier, Kleinkarierte, Pingelige, Pedanten....die ihr seit!

 

 

 

 


                                Bilderberger



Für die, die nicht wissen worum es sich bei "den Bilderbergern" handelt, sei nochmals ein Artikel verlinkt, der einen schönen Überblick verschafft.

black01_next.gif»Die Bilderberger -- Hinter den Kulissen der Macht«

Auch 2006 fand wieder ein solches Treffen statt. Die Teilnehmerliste ist immer wieder äußerst beeindruckend. Aus Deutschland nahmen unter anderem teil (mehr dazu black01_next.gifhier):

  • Hubert Burda, Verleger und Vorstandsvorsitzender der Hubert Burda Media
  • Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender und Vorstand Zeitungen der Axel Springer AG
  • Josef Joffe, Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit"
  • Matthias Naß, stellvertretender Chefredakteur der "Zeit"
  • Friedbert Pflüger, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung
  • Otto Schily, ehemaliger deutscher Bundesinnenminister
  • Jürgen E. Schrempp, bis 2005 Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler AG
  • Ekkehard Schulz, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp
  • Klaus Zumwinkel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG

Um den Kern des "Bilderberger-Problems" erneut zu verdeutlichen, zitiere ich aus gleicher Quelle mal den letzten Absatz:

Würde beispielsweise bekannt, daß sich Manager der Fifa, Trainer der Nationalmannschaften, bekannte Spieler, mehrere Schiedsrichter und Sportreporter einmal jährlich unter größter Geheimhaltung treffen, das Interesse an der Fußballweltmeisterschaft würde aufgrund der unweigerlich aufkommenden Vermutungen der Manipulation zweifellos deutlich abnehmen. 


US-Medienunternehmer Haim Saban umarmt Merkel am 13.02.2005 bei der Verleihung des Deutschen Medienpreises in Baden-Baden (>>)

Jeder Schluckauf, jeder Furz den irgendjemand der "oberen Zehnttausend" läßt  -- und dergleichen weltbewegende Dinge mehr --, wird tagelang breit und lang getreten. "Problembären" füllen wochenlang die hiesigen Medien. Davos (World Economy Forum) wird per Live-Schalte rübergebracht. (Nur ganz nebenbei: Bild rechts. Man kennt sich, man neckt sich. Ist DAS die Grundlage für unabhängige Politik?) Wenn sich aber die "Creme de la Creme" der weltweiten Entscheidungsträgern aus allen möglichen verschiedenen, aber entscheidenden Richtungen der Gesellschaft treffen, dann soll das keiner Erwähnung wert sein?? Das kann doch wohl nicht sein!! Wenn so etwas nicht eine rege -- ja vielleicht tatsächlich sogar eine wirklich investigative (Gott bewahre uns davor ) -- Tätigkeit der ach so objektiven Medien rechtfertigen würde, was denn dann?

Offensichtlich wird sich daran so schnell auch nichts ändern. Denn wagt es trotzdem mal jemand, betreffende Fragen zu stellen, prallen die einfach ab wie ein Flummi.  

Gordon Brown beantwortet Bilderberg-Frage (>>)

Indem er einen unterrangigen Minister die Frage abblocken lässt

Steve Watson, Infowars.net, Tuesday, January 16, 2007

Der britische Parlamentsangehörige Norman Baker hatte bereits Premierminister Tony Blair aufgefordert, Details von den Bilderberg-Konferenzen preiszugeben an denen er bisher teilgenommen hat. Jetzt forderte Baker von dem amtierenden Kanzler der Exchequer und vermutlich nächsten Premierminister Gordon Brown, Details von den Bilderberg-Konferenzen zu enthüllen, bei denen Brown anwesend war.

Bakers Anfrage wurde nun "beantwortet", allerdings nicht von Brown selbst, sondern von John Healey, dem Finanzsekretär. Die Frage und die Antwort sind nun im Protokoll des Parlaments nachzulesen:

Norman Baker: Die Frage an den Kanzler der Exchequer, in welchen Jahren seit 1997 (a) er und (b) andere Finanzminister an Treffen der Bilderberg Group teilgenommen hat.  [115142]

John Healey: Minister des Finanzsektors und Funktionäre haben als Teil der Politikentwicklung Treffen mit einer großen Bandbreite an Organisationen und Individuen im privaten und öffentlichen Sektor. Wie bei vergangenen Administrationen gibt diese Regierung nicht die Details von allen solchen Treffen preis.

Das heißt im Klartext: Die Regierung kann tun was immer sie möchte, sie kann an Treffen teilnehmen um politische Entscheidungen zu formen und umzusetzen mit jeden ungewählten Funktionären und ausländischen Businessgruppen, ohne den Bürgern irgendwas davon zu sagen.
 

  SONSTIGES


!! Überaus beeindruckend und bedenkenswert !!



 Zitate von Bertold Brecht:

Wenn das Volk eine andere Meinung als der Staat hat,
dann suche sich der Staat ein neues Volk.
(>>)
 

Für den Rest bitte black01_next.gifHIER nachschauen

Das große Karthago führte drei Kriege.
Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten.
Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
 

 

 » 14. Januar 2007 « 

 

 

Wie angekündigt, vermutlich die letzte Aktualisierung für die nächsten zwei, drei, vier Wochen!

 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Rentenkasse + Versorgungsemfänger + Beispiel Machterhaltungskosten« (>>)

• »Grundsätzliches zum Debitismus usw.« (>>)

POLITIK

 

• »Wie die USA halfen, den fundamentalistischen Islam zu entfesseln« (>>) • 

 • »Nach Exxon die Sintflut & Klimawandel« (>>) • 

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Rentenkasse + Versorgungsemfänger + Beispiel Machterhaltungskosten



Der Vollständigkeithalber sei erwähnt, daß ich die Daten der Tabellen auf die bis dato angegebenen Zahlen aktualisiert habe (bis einschließlich Okt. '06). black01_next.gifLook at this.... Das allein erschien mir doch ein wenig ärmlich. Deshalb noch ein paar Zusatzinformationen:

Offensichtlich holt auch das "Wirtschaftswunderland" China die "debitistische" Realität so langsam ein: black01_next.gif»China kämpft gegen Riesenloch in der Rentenkasse«

Wohingegen diese Realität in der BRD zur Zeit ganz gut auszusehen scheint: black01_next.gif»Rentenkasse verzeichnet im November Rekordeinnahme«

Zwar nicht ganz zur Rentenkasse passend, aber nichtsdestotrotz keinesfalls zu vergessen (irgend jemand muß ja für den Vermut in der momentanen Weinorgie sorgen ): »Die Versorgungsempfänger« (auch wenn's einigen schon zu den Ohren rauskommen sollte , hier nochmal der Link zu einer ausführlicheren Gesamtbetrachtung: black01_next.gifLink...)

Jetziges Beispiel black01_next.gif»Nachhaltige Finanzierung zukünftiger Pensionslasten im Landeshaushalt von Baden-Württemberg«

Dramatischer Anstieg der Pensionslasten bis 2030
Die Leistungen für die heute rund 86.000 Versorgungsempfänger des Landes werden in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen. Bereits heute sind für Pensionen und Beihilfen jährlich fast 3,2 Mrd € (oder monatlich ca. 3100 Euro € pro Versorgungsempfänger) im Landeshaushalt veranschlagt, darunter die Beihilfeleistungen mit 420 Mio. Euro jährlich. Diese Ausgaben werden nach der Prognose der Landesregierung bis zum Jahr 2030 auf jährlich 7,6 Mrd anwachsen.
Diese Pensionslawine gefährdet die langfristige Handlungsfähigkeit des Landes und stellt die künftigen Pensionszahlungen für heute noch im aktiven Dienst stehende Landesbeamte in Frage.
(usw., siehe Link)

Tja ja, "der Staat" und seine Machterhaltungskosten.... Er sorgt für seine Schäfchen, da gibt's nichts. Beispielsweise unsere (am Hindukusch stattfindende ) "Landesverteidigung".

Das Wehrdienstverhältnis der Berufssoldatinnen und Berufssoldaten endet in der Regel mit Eintritt in den Ruhestand (§ 44 Abs. 1 des Soldatengesetzes (SG)) nach Erreichen der allgemeinen Altersgrenze. Diese liegt zurzeit bei der Vollendung des 61. Lebensjahres. Vor Erreichen dieser allgemeinen Altersgrenze können Berufssoldatinnen und Berufssoldaten mit Ausnahme der Offiziere des Sanitätsdienstes, des Militärmusikdienstes und des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr nach Überschreiten einer besonderen Altersgrenze in den Ruhestand versetzt werden, wenn eine weitere Verwendungsmöglichkeit nicht gegeben ist (§ 44 Abs. 2, § 45 SG). Die besonderen Altersgrenze liegen - abhängig vom Dienstgrad - zwischen dem vollendeten 53. Lebensjahr (Unteroffiziere) und dem vollendeten 60. Lebensjahr (Oberste). (>> & Tabelle)

Aus gut informierten Kreisen (=Vater , selbst unfreiwillig (!!) mit 53 pensioniert worden) weiß ich, daß diese "besondere" Altersgrenze alles andere als "besonders" ist. Vielmehr stellt sie im Grunde den Regelfall dar. Begründet wird dies dann u.a. wie folgt:

Der DBwV möge sich dafür einsetzen, dass die Zeiten der Teilnahme an Auslandseinsätzen auf das jeweilige Pensionsalter von Soldaten und gleichzeitig als ruhegehaltfähige Dienstzeit gem. § 25 Abs. 2 SVG angerechnet werden, sodass sich deren Gesamtdienstzeit entsprechend verringert ohne Abflachung der Versorgungsbezüge. (auch die Unmenge an anderen Forderungen und "Empfehlungen" sind wahrlich nicht von schlechten Eltern >>)

Auch nicht schlecht! Das sollte sich mal ein Kumpel von mir zum Beispiel nehmen, der beruflich, je nach dem, insgesamt mehrere Wochen bis ein paar Monate im Jahr im Ausland unterwegs ist. Mal sehen, was sein Chef und die Rentenkasse dazu sagen würden!!!

Auch wenn es zur Zeit niemand hören mag, es gibt kein entrinnen. Die Abschlußrechnung kommt irgendwann auf den Tisch. Und irgendwann wird meiner Meinung nach nicht erst der Zeitpunkt meiner Rentenansprüche sein (in ca. 30 Jahren).

Apropos Abschlußrechnung. Dergleichen gab es selbstverständlich eine ganze Menge in der Geschichte. Einen kleinen Überblick verschafft black01_next.gif»Fallende Weltreiche und ihre Währungen«, wobei ich dazu zwei kurze Anmerkungen machen möchte. Erstens: Auf Seite drei ist die Rede von »Markkräften, die Bretton Woods zum Einsturz brachten.«. Bei den genannten Marktkräften handelt es sich meiner Ansicht nach eher um Staatskräfte. Denn erst der "Einsturz" ermöglichte es den USA, die weitere Finanzierung (Verschuldung) für den Vietnam-Krieg hochzufahren. Zweitens: Ich möchte hinweisend dazu anhalten, die letzten Abschnitte -- dort, wo es um die weitere Entwicklung von Gold und Silber geht -- zumindest kritisch zu betrachten. Denn der Autor ist »Manager Tell Gold & Silber Fonds«.

 

 


                                Grundsätzliches zum Debitismus usw.!!


Dem Vorthema angepasst und weil ich ja, wie angekündigt, berufsgeschuldet vermutlich ein paar Wochen nichts mehr von mir hören lassen werde und ich jetzt auch keine Zeit mehr habe, möchte ich nochmals ein paar "Schriftstücke" zu grundsätzlichen Aspekten loswerden. Bei diesen "Schriftstücken" handelte es sich ursprünglich um Maildokumente (alles im original Wortlaut), die ich irgendwann mal als Antwort verfasst hatte. Ist ein bißchen viel zu lesen, aber ihr habt ja laaaaaaange Zeit !

Ich bitte jedoch zu bedenken, daß es sich dabei um meine Gedankengänge, Interpretationen und Sichtweisen usw. handelt. Übt also Nachsicht und habet Verständnis !! Trotzdem, vielleicht bringt es dem Ein oder Anderen ja was, auch wenn ich hier und da möglicherweise etwas "unsauber" argumentiert haben sollte. Wie gesagt, just my 2 Cents!!!
Im Folgenden gilt: • Erwähnter Michael bin ich!   |   • In diesen Fällen: Alles weinrote ist von mir!!

black01_next.gif»KLICKKLACK 1«

black01_next.gif»KLICKKLACK 2«

Und wer das alles jetzt tatsächlich durchgearbeitet haben sollte, kann nun auch folgende Meldung "besser" einordnen:

black01_next.gif»Liberty Dollar unter Druck der US-Behörden«

 

 

  POLITIK

 


                                Teuflisches Spiel – «Devil’s Game»



 Wie die USA halfen, den fundamentalistischen Islam zu entfesseln

Einer DER zentralen Sätze für mich ist dieser: »Religion war für ihn ein simples Werkzeug zur Verfolgung machtpolitischer Interessen.« -- bedeutet, nicht NUR bezogen auf Religionen, instrumentalisieren!!! Wie wir immer wieder sehen, funktioniert daß auch nach wie vor bestens (Beispiel "Karikaturenstreit" usw.). Allenthalben -- auf allen Seiten --  wird auf die spinnengleichen Zampanos hereingefallen.

Abgesehen davon, ist der Artikel natürlich auch deshalb interessant -- mehr oder weniger bildlich gesprochen:

 ...das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land." (Siehe vollständig black01_next.gifhier)

Wobei ich mich unentwegt am fragen bin, wie das regelmäßig erneut passieren kann. Macht wird einem in letzter Konsequenz immer gegeben, niemals wird sie sich genommen. Mindestens ganz sicher auf Staatenebene. Brezel-Bush -- nur als Beispiel -- maschiert schließlich nicht selbst ein!! Ohne eine Mindestzahl von (weltweiten??) Mitläufern, Abnickern und Jasagern usw. wäre es schlicht unmöglich. Wie zum Teufel kommt diese Mindesanzahl immer wieder zustande??

Na ja, sei es wie es sei, es folgt der Link:

black01_next.gifTeuflisches Spiel – «Devil’s Game»

Offensichtlich klappt es auch diesmal wieder. Es geht bereits los: black01_next.gif»US-Soldaten stürmen iranisches Konsulat im Irak«. Aber das ist selbstverständlich nur zur Befriedung des Iraks gedacht. Ganz genau so wie die black01_next.gifUS-Truppenverstärkung im Irak. Wer diesbezüglich eher in Richtung Iran denkt, kann nicht ganz bei Sinnen sein. Spielt aber eigentlich auch keine Rolle! Denn die, wie wir ja ohne Unterlaß eingehämmert bekommen, sind ja sowieso die Bösen und hätten es eh verdient!!

Zwei weitere Links zum Thema -- mit recht deutlichem Inhalt.
• Bei black01_next.gif»Lammert in Israel« dürfen wir zur Kenntnis nehmen, daß »Viele in Israel dagegen mittlerweile auf eine militärische Lösung setzen. Dies wurde klar beim Gespräch mit Oppositionsführer Benjamin Netanjahu, der für einen Präventivschlag gegen den Iran plädierte - mit deutscher Beteiligung. Bei einer solchen Aktion sei ein Parlamentsvorbehalt, wie es ihn in Deutschland gebe, eher hinderlich, belehrte Netanjahu den Bundestagspräsidenten. Lammert gab sich zurückhaltend und erklärte, dass zur Abschaffung des Parlamentsvorbehalts eine Verfassungsänderung notwendig wäre, die nach den Erfahrungen mit dem Irak-Krieg aber keine Aussicht auf die erforderliche Mehrheit hätte.« Dreister geht's nimmer. Wir dürfen gespannt sein, wie lange sich, aufgrund der allanwesenden und kritiklosen "historischen Pflichtverantwortung" gegenüber Israel, genannter Parlamentsvorbehalt noch halten kann.
• Bei black01_next.gif»Bush steuert auf den großen Endkampf zu« können wir, ganz typisch »Die Welt«, erfahren: »Theoretisch hat die Strategie Charme, doch in der Praxis fehlen ihr zwei Voraussetzungen: positive TV-Bilder und sichtbare Verbündete in der Region.« Der Fehler liegt also nicht im grundsätzlichen Vorgehen -- nein nein, damit ist alles in Ordnung --, das Falsche daran sind nur ein paar begleitende Parameter, die nicht so richtig "laufen". Würden die noch hingebogen, dann ... ja dann würde aus dem theoretischen Charme doch glatt eine ganz praktische Glanzstrategie. Dann wäre alles in Ordnung.

Vor einem Dreivierteljahr bekam ich mal ein Mail, in dem geschrieben stand: »Auch wäre das für die Glaubwürdigkeit einiger Phamplete die Du verlinkst sehr wichtig auch mal später zu recherchieren was aus so manchem Szenario überhaupt geworden ist.« Ich weiß nicht mehr, wann u.a. ich das erste "Pamphlet" zu einem möglichen Iran-Angriff o.ä. verlinkt habe, aber es sieht zumindest im Moment so aus, als ob auch diesbezüglich mal wieder was dran zu sein scheint. Die überwiegende Mehrzahl der einschlägigen "Mainstreammedien" kommt jedenfalls -- wenn überhaupt -- immer erst aus ihren Löchern, wenn's überhaupt nicht mehr anders geht, oder/und wenn »positive TV-Bilder« gefordert sind.

»Paranoia, das heißt doch nur, die Wirklichkeit realistischer zu sehen als andere.«    (Filmzitat aus »Strange Days«)

Dem gibt's nicht hinzuzufügen, außer des mittlerweile leider schon obligatorischen  und der Hoffnung, daß das alles großer Quark ist!!

 

 


                                Nach Exxon die Sintflut & Klimawandel



Seit Jahren bemüht sich der weltgrößte Ölkonzern, die Öffentlichkeit mit millionenschweren Kampagnen über die Ursachen und Folgen des Klimawandels zu täuschen

black01_next.gif»Nach Exxon die Sintflut«

Klingt zunächst mal recht eindeutig! Ist es das aber auch wirklich??

Nicht daß ich besagten -- und sämtlich allen anderen -- Großkonzernen auch nur einen Millimeter über den Weg traue (ich tanke z.B., wenn es nur irgendwie geht, immer bei freien Tankstellen o.ä.). Aber, wie das nun mal so ist, gibt es auch hierzu durchaus differenzierte Sichtweisen. Beispielsweise hier:

black01_next.gif»Klimawandel, Apokalypse und der Staat: Eine nüchterne Betrachtung«

[...] Ein ähnlicher Mechanismus existiert bei Wissenschaftlern, die vom Staat beauftragt sind. Gerade beim Thema Klimawandel hat das Resultat einer wissenschaftlichen Untersuchung ausschlaggebende Auswirkungen auf das Handeln des Staats. Wenn herausgefunden wird, dass der Mensch keinen Einfluss auf das Klima hat, kann der Staat nichts machen. Wenn aber das Gegenteil herausgefunden wird, dann hat der Staat nach der verbreiteten Ansicht eine Handlungslegitimation. Der Staat muss zur Rettung eilen! [...]

Zum Grundthema »Klimawandel« kam vor kurzem eine Sendung im ZDF (Joachim Bublath), die ich recht gelungen fand. Und zwar deshalb, weil sie für mich mehr ausgewogen daherkam, als das meiste, was ich bis dato in der Richtung gesehen/gehört habe (was, zugegebenermaßen, noch nicht übermäßig viel ist). Als "mainstream-konträres" Beispiel können wir dort unter anderem folgendes Erfahren:

Treibhauseffekt durch Wälder?
Für die Klimaforscher hat die Natur noch andere Überraschungen parat - zum Beispiel bei den Treibhausgasen. Der Ausstoß von Kohlendioxid wird in den Klimamodellen mit Vorgängen verrechnet, die das Treibhausgas absorbieren. So etwa mindern Pflanzen durch ihr Wachstum den Kohlendioxidgehalt. Im Kyoto-Protokoll bewertet man deshalb große Waldflächen als positiv.
Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch die Pflanzen in einem anderen Licht. Zwar entziehen sie der Atmosphäre durch ihr Wachstum Kohlendioxid. Doch etwas wurde bislang völlig übersehen: Pflanzen produzieren auch das viel stärkere Treibhausgas Methan. Einige Forscher schätzen inzwischen, dass die tropischen Wälder für rund ein Drittel des gesamten globalen Methanausstoßes verantwortlich sind. Damit wandelt sich das positive Bild.

Ach so, jetzt hätte ich beinahe den Link vergessen ... black01_next.gif»Rettung für das Klima?« (inkl. mehrerer Unterpunkte, die die eigentlich interessanten Sachverhalte enthalten!!). Sollte sich lohnen, dort reinzuschauen!!

Und um die Verwirrung komplett zu machen, noch ein Forenbeitrag.

Die Daten dieser Graphik wurden mittels einer sog Eiskern-Bohrung in Vostok (Antarktis) ermittelt und 1995 von J. R. Petit et al. in einem Aufsatz mit dem Titel „Climate and atmospheric history of the past 420,000 years from the Vostok ice core, Antarctica“ in dem Wissenschafts-Magazine “Nature“ publiziert und steht im Zentrum der historischen Zusammenhänge. Die Daten (auf komplizierte Weise gewonnen – siehe Link oben) zeigen eine beinahe perfekte Korrelation zwischen atmosphärischem CO2 (oben –blau) und den Temperaturen (unten – schwarz) der vier betrachteten Eiszeitzyklen. Zur Erinnerung: Eine statistische Korrelation sagt zunächst nichts über einen Kausalzusammenhang aus; vielmehr misst ein Korrelationskoeffizient lediglich die mathematische Beziehung zwischen zwei Variablen!

Der Fall schien klar der Bösewicht – das Kohlendioxid – war festgenagelt. Genau das sagt die Graphik zwar nicht, aber das kümmerte niemanden, weil der sog. Treibhauseffekt von Kohlendioxid schon seit dem 19. Jh. bekannt war (Jean-Baptiste Fourier > Gustav Kirchhoff > John Tyndall > James Clerk Maxwell > Ludwig Boltzmann > Svante Arrhenius).

Die Sache hatte nur einen kleinen Haken: Bei genauerer Analyse der Vostok-Daten (z.B. Fischer et al., 1999 in „Science“ oder , Mundelsee, 2001) stellte sich heraus, das erst die Temperatur anstieg und dann das Kohlendioxid. Der zeitliche Abstand dieser beiden Entwicklungen betrug 1.300 (plus/minus 1.000) Jahre. Wie also konnte das Kohlendioxid ursächlich für den Temperaturanstieg dieser Jahre sein? Zusätzlich ergaben diese Untersuchungen, dass das Eisvolumen noch langsamer reagiert als das Kohlendioxid – nämlich 2.300 (plus/minus 1.300) Jahre später.
[...]

 

Hier schauen wir ab Beginn des Kambriums auf ca. 550 Mio. Jahre Erdgeschichte. Im Pleistozän (ganz rechts) beginnt die Gattung Homo ihr Unwesen und der kleine Anstieg der Temperatur ganz rechts repräsentiert (nach dem letzten Teilstrich) das sog. Holozän – grob die letzten 10.000 Jahre. Unschwer ist zu erkennen, dass wir (homo sapiens) erdgeschichtlich bisher in einer der längsten kälteren Perioden mit leicht ansteigenden Temperaturen gelebt haben von der (der oben bereits zitierte) Petit sagt: „As judged from the Vostok record, the long, stable Holocene is a unique feature of climate during the past 420 kyr, with possibly profound implications for evolution and the development of civilizations.“ (S. 435). [Übers.: Aus Sicht der Vostok Daten geurteilt ist das lange, stabile Holozän eine einzigartige Klimaphase der letzten 420.000 Jahre mit wohlmöglich weitreichenden Konsequenzen für die Evolution und die Entwicklung von Zivilisationen.]

black01_next.gifKomplett: »Hexenjagd – mal wieder«

Resümee? Hab kein's im Angebot!! Deshalb sei mir erlaubt, als Schlußwort den letzten Absatz aus dem zweiten Link zu verwenden. Ich denke, er bringt es noch am ehesten auf den Punkt:

Leider beantwortet das alles die Frage nach dem menschlichen Einfluss auf das Klima nicht. Es bleibt aber zu hoffen, dass sich die wissenschaftliche Wahrheit – wie auch immer sie lauten mag – eines Tages durchsetzten wird. Bis dahin  ist es aber bestimmt kein Fehler, wenn man nicht sinnlos Energie verbraucht.

 

 » 06. Januar 2007 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »"Neues von der Kreditfront (November '06)" + "Politikergewäsch, bei dem wir uns über gar nicht mehr wundern müssen"« •

 

!!! Wünsche allen ein schönes neues...!!!
 

  WIRTSCHAFT

 

 


                                Neues von der Kreditfront (November '06)



+ »Politikergewäsch, bei dem wir uns über gar nicht mehr wundern müssen«!!
 

Heute ausnahmsweise mal in einer ausgelagerter Datei und deshalb verlinkt:

black01_next.gif»Neues von der Kreditfront (November '06)« + »Politikergewäsch, bei dem wir uns über gar nicht mehr wundern müssen«!!

Ansonsten möchte ich nur noch an meine Aussage vom "Vortag" erinnern. Leider hat sich daran nicht geändert!

Bis dahin...schöne Grüße vom MARSCH!!

 

 

 » 21. Dezember 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Staatsschulden sind keine Privatschulden« •

• »Quarks & Co. zum Zweiten« (>>) • 

SONSTIGES

 

• »Das Ende der Verantwortung!« (>>) • 

 

 

Neues vomblack01_next.gifBig Brother!

  

 

IN EIGENER SACHE!!

Ich danke ganz, ganz herzlichst dem »anonymen, treuen Leser und Briefschreiber«!!!! Gehe ich recht in der Annahme, daß du nichts dagegen hast, wenn ich mich damit an black01_next.gifdiese hier wende? Ich setzte dein Einverständnis einfach mal voraus. Wird schon passen! Nochmals, vielen Dank!!! Ich werde mich auch zukünftig weiterhin bemühen!!

Apropos bemühen!
Für etwaig nicht beantwortete Mails (black01_next.gifmein Hirn), Dreckfuhler und Schreibrechtsfehler , beschissene Formatierungen und Formulierungen, evtl. ausgelöste Langeweile, Themenverfehlungen, Verständnis- und Erklärungsprobleme meinerseits, logische Fehler, falsche Sichtweisen, tote Links, Erdbeben und schlechtes Wetter (ach ne, Tschuldigung, das war ja die CIA ) die black01_next.gifSchlechtigkeit der Welt, usw. usf. etc...eben für all das, was ich zwar zu vermeiden versuche, sich aber irgendwie nicht vermeiden läßt, bitte ich um Verzeihung und Nachsicht!! Ich kündige hiermit schonmal an, daß dies auch zukünftig nicht ausbleiben wird . Es aber in halbwegs akzeptablen Grenzen zu halten, werde ich mich auch weiterhin bemühen!!

Ausdrücklich bedanken möchte ich mich auch noch bei allen, die mich -- gewissermaßen -- "unterstützt" haben. Sei es per Mail, durch gelegentliches vorbeischauen (ohne daß ab und an jemand mitliest, wäre daß äußerst motivationstötend), oder wie auch immer sonst!! Mercieeeeee!!!

Ich wünsche allen von ganzen Herzen frohe und friedvolle Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Dies schon jetzt, da ich mich in die "Winterpause" verabschiede. Ein bißchen Abstand gewinnen, kann nicht schaden!! Wie lange kann ich leider nicht genau sagen. Wahrscheinlich (wie sicher, weiß ich allerdings noch nicht) folgt Ende der 1.KW 2007 noch ein hiesiges "Update".
---- Danach Fische ich aktualisierungsmäßig allerdings noch mehr im Trüben. Aus beruflichen Gründen werde ich, wenn's "schlecht" läuft, eventuell erst wieder Anfang/Mitte Februar zu was kommen können. Ich will aber nicht zu viel versprechen , ich weiß es einfach noch nicht genau. Jedenfalls, falls ich bis dahin wirklich nichts von mir hören lasse, bitte nicht wundern. Ansonsten bleibt nur, immer mal vorbeizuschauen. Vielleicht klappt ja doch was. Genauer geht's von meiner Seite im Augenblick nicht! Sorry!! ----

Also, ich begebe mich ins temporäre Nichtstun . Vorher jedoch noch kurz ein aufmunternder Seelenschmeichler: 

 »Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern.«
Xhosa (Südafrika, Botswana und Lesotho) (>>)

 In diesem Sinne: schönes Leben, bis nächstes Jahr!!

P.S.:
Mehr als das, was ihr halt eben unten seht, habe ich einfach nicht mehr hinbekommen. In der Tat habe ich die Pause dringend nötig. Kennt ihr das Gefühl, daß der Kopf mit Watte verstopft zu sein scheint und irgendwie nichts mehr richtig reinpasst und gescheit verarbeitet werden kann? An diesem Punkt bin ich gerade.

 

  WIRTSCHAFT

 

 


                                Staatsschulden sind keine Privatschulden



Anmerkungen vorab:

Den Originalartikel könnt ihr black01_next.gifhier einschauen.

Ich konnte mich einfach nicht zurückhalten... Als ich den Artikel las, kam mir spontan das Wort "Volksverdummung" in den Sinn. Vielleicht ist das ein bißchen heftig gedacht, möglich. Nichtsdestotrotz sah ich mich deshalb "genötigt", ein "wenig" ausführlicher darauf einzugehen. Ursprünglich wollte ich allerdings eigentlich nur zu dem Unterpunkt »Hinzu kommt noch die Inflation« ausgiebiger schreiben, weshalb ihr diesen Punkt als Hauptpunkt ansehen könnt. Von daher black01_next.gifhier der direkte Link dort hin. Die Kommentare zum Rest sind quasi nur belangloses Beiwerk , für die Hardcore-Vielleser unter euch .

Selbstverständlich und wie immer handelt es sich um meine Meinung. Unnötig zu erwähnen, niemand muß ihr folgen!!
Wie auch immer, meine Meinung ist, daß dergleichen Texte, gelinde formuliert, eher verharmlosenden Nebelkerzen gleichen, denn ernstzunehmender Information. Aber macht euch selbst ein Bild. Ich hoffe jedenfalls, daß ich halbwegs für sinnvolle und informative "Unterhaltung" sorgen kann/konnte.

 

P.S.: Sarkasmus und oberlehrerhaftes Gebahren gehen voll zu meinen Lasten. Auch auf die Gefahr hin, hier und da daneben liegen zu können, manchmal muß es eben und trotzdem raus...

 

Staatsschulden sind keine Privatschulden

von Jochen Steffens

[...]

Schulden und Ertrag

Es geht letzten Endes darum, ob Schulden für Investitionen oder für „Nichts“ aufgenommen werden.

Knapp vorbei!! Nicht für "Nichts", aus dem "Nichts" !!

Privatschulden sind, sofern nicht ein Gegenwert (z.B. Haus) vorhanden ist, gefährlich. Wenn Sie allerdings ein Haus damit abbezahlen, das einen entsprechenden Gegenwert hat, die monatliche Belastung nicht allzusehr die finanzielle Freiheit einschränkt, sind Schulden sogar vernünftig. Sie investieren ihre ehemalige Miete zum Teil in ihr eigenes Vermögen. Ansonsten wäre die Miete weg, sinnloses Geld. Die Miete kann aber die Zinsbelastung und die normalen Kosten eines Hauses im Verhältnis zum aufgebauten Vermögen finanzieren. Also, man macht zwar Schulden, verdient (oder spart) dadurch unter dem Strich Geld. Zudem sind gesamtwirtschaftlich betrachtet keine Schulden vorhanden (Gegenwert des Hauses).

 "Vermögensbildung" auf japanisch!!

Unterschwellig vorausgesetzte "Unterstellung", daß der Gegenwert auch tatsächlich immer "entsprechend" ist und, vor allem, bleibt. Zugegebenermaßen könnte man auf diese Idde angesichts der black01_next.gifEntwicklung des letzten Jahrzehnts schon kommen, und ganz sicher gibt es "dümmere" Gründe Schulden zu machen (insofern hat er ja in gewissem Maße recht). Aber erstens zeigt die Graphik (Link Entwicklung) auch, daß dies durchaus anders sein kann (siehe zusätzlich rechts) und zweitens ist mir, genau aufgrund dessen, die gewählte Formulierung des Hr. Steffens einfach viel zu "harmlos" und eindimensional. Was aus den »"gesamtwirtschaftlich nicht vorhandenen Schulden" und seinem "Gegenwert des Hauses"« wird, wenn die gesamtwirtschaftliche Neuverschuldung mal wieder rückläufig werden sollte, wird ihm dann jede/r verschuldete/r Hausbesitzer/in schmerzlich beantworten können.

Wenn Sie jedoch Schulden machen, um sich ein teures Auto zu kaufen, damit Sie der Frau des Nachbarn imponieren können, dann beinhaltet das Auto keine „Investition“ im Sinne eines Ertrags. Das Auto wird an Wert verlieren UND Sie müssen noch Zinsen zahlen. Sie verlieren also auf zwei Seiten Geld. Solche Schulden sind absolut unnütz und auch aus diesem Grund gefährlich. Gleiches gilt für alle Schulden, die für Konsumgüter genutzt werden. Sie erhalten nichts „zurück“, Ihre Investition erwirtschaftet keinen Ertrag.

Schulden unnütz? Grundgütiger!!

Unternehmensschulden sind hin und wieder wichtig

Hin und wieder wichtig? Wie "niedlich"!!! Ich hätte in diesem Zusammenhang gerne die Frage beantwortet, ob Löhne und Gehälter auch nur hin und wieder wichtig sind. Die Unternehmen sind -- neben dem Staat, anderes Thema -- die einzig möglichen "Erstschuldner" (bei "Bedarf", Lust und Zeit bitte black01_next.gifhier nachlesen). Ein hin und wieder bei denen, würde bei allen geradewegs in den Sumpf führen.

Etwas anders sehen Schulden bei Unternehmen aus: Hier kann man Schulden auch als Investitionspotenzial sehen. Also die Möglichkeit, Ideen zu verwirklichen, zu expandieren, notwendige Schritte gegen die Konkurrenz einzuleiten oder neue Geschäftsfelder zu erschließen, um sich breiter aufzustellen. Ein Unternehmen zu führen, ohne Schulden zu machen, ist sicherlich ein ehrenhaftes Ziel, aber anders geht es einfach schneller. Natürlich ist auch hier das rechte Maß von großer Wichtigkeit.

Staatschulden sind ganz anders

Ganz anders verhält es sich jedoch mit Staatsschulden. Und hier liegt der große Unterschied, der oft in Diskussionen übersehen wird:

Recht hat er !!!

Der Private aber auch das Unternehmen „verlieren“ die Zinsen, diese sind einfach weg.

Einfach weg? Ob er zu den Unternehmen wohl auch die Banken mit knapp 700.000 black01_next.gifBeschäftigten mitzählt, die ganz genau von diesem "einfach weg" leben? Wir wissen es bis auf weiteres nicht!!

Wie kann es bei "einfach weg" dann einen black01_next.gifStatistikposten "Empfangene Zinsen" geben? Keine Frage, die Privaten und "nichtfinanziellen" Unternehmen sind insgesamt Nettozinszahler. Aber "einfach weg" ... ts ts ts, wo er doch später selbst von "Kreislauf" spricht...

Sie müssen also die Schulden so gut investieren, dass sie diesen „Verlust“ ausgleichen. Das ist jedoch beim Staat anders.

Und wieder: Recht hat er !!! Der Staat läßt die Zinsen/Schulden nämlich einfach stehen ohne dafür zu leisten -- und/oder leisten zu lassen.

Der Staat leiht sich Geld über Staatsanleihen, Bundesschatzbriefe, kommunale Schuldverschreibungen und andere Wertpapiere. Er leiht sich also quasi bei der eigenen Bevölkerung Geld und dafür erhält die eigene Bevölkerung Zinsen.

Grundsätzlich durchaus richtig!! Nur...

...ist die Wortwahl »die Bevölkerung«, zumindest in dieser Umfänglichkeit, einigermaßen irreführend. Wie viele Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger werden -- ob nun indirekt (Versicherungen, Fonds o.ä.) oder direkt sei mal dahingestellt -- etwas von staatlichen Zinszahlungen haben? Keine Frage, Staatspapiere sind sehr wohl in der "breiten" Bevölkerung "unterwegs". Wie "breit" ist »die Bevölkerung« aber? Nur so zum Nachdenken: 
»Steuerzahler und Zinsempfänger sind ein und dieselbe Person. Diese Aussage muß berichtigt werden, wenn man beachtet, daß Steuerzahler alle Bürger des Staates sind. Geld zum Verleihen haben in der Regel nur die Bessergestellten und die bekommen dann auch die Zinszahlungen des Staates. In diesem Sinne bewirkt die Staatsverschuldung eine Umverteilung von Arm zu Reich.« (>>)

...finde ich es erstaunlich, daß Herr Steffens die Zinsen der Privaten und Unternehmen »einfach weg« sieht, die des Staates aber als Einnahmen der Bevölkerung deutet. Da passt was nicht zusammen...!!

Nur der Staat ist doch eigentlich nichts anderes als die eigene Bevölkerung!

Wenn es doch nur mal so wäre (großer Seufzer)!!

Er zahlt also die Zinsen quasi an sich selbst.

Aha!! Wie hat er es dann geschafft, trotzdem 1,5 Bio. Euro Schulden (ohne zukünftige Pensionsverpflichtungen usw.) anzuhäufen? Vielleicht sollte mal jemand dem Staat bescheid geben, daß das eigentlich gar nicht sein kann!!

Das ist jedoch nicht alles: Diese Zinserträge fließen nämlich in den „normalen Kreislauf des Wirtschafts- und Steuersystems“.

Wie gesagt, selbstverständlich ganz im Gegensatz zu denen der Privaten und Unternehmen...das sind die bösen Zinsen!

Diese Zinserträge werden dann auf vielfältige Art und Weise teilweise mehrfach besteuert. Unter anderem in der letzten Konsequenz sogar auch noch einmal über den Konsum (Mehrwertsteuererhöhung) oder wenn die Zinserträge in Löhne fließen (z.B. bei den Banken) etc.

Frage: Wenn der Staat »die Zinsen quasi an sich selbst« zahlt, heißt das dann, daß er dann von den zur Zeit knapp black01_next.gif70 Mrd.€ im Jahr, auch wieder die ganzen 70 Mrd.€ durch Besteuerung zurückbekommt? Und wenn nicht, was ist dann mit dem Rest?

Eine durchaus recht zweifelhaft positive Sicht des Steuerthemas.

Jetzt (!!) also doch mit Banken! Na, dann ist das wenigstens geklärt!

Aber es geht hier nicht mal nur um die Steuern!

Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, muss der Staat Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen, so die Theorie, die zumindest in den USA funktioniert hat.

Okay, offensichtlich gibt es hier einen diametralen Unterschied in der Definition der Bedeutung des Wortes »funktioniert«! Wenn man die größte Kreditblase aller Zeiten (ich mach mal kurz auf Dramatik ) als "funktioniert" bezeichnet, so muß zugestimmt werden. Andernfalls...

Wie er das macht, ist eigentlich unerheblich (es gibt natürlich bessere und schlechtere Möglichkeiten, aber das ist ein anderes Thema). Er kann die Steuern senken oder sich einfach mehr verschulden. Beides führt letzten Endes dazu, dass mehr Geld in den Geldkreislauf (Wirtschaftskreislauf) fließt.

Richtig, »einfach« mehr verschulden, kann sich tatsächlich nur der Staat!!

Nichts von beidem (Steuern senken; mehr verschulden) führt, wie seine Formulierungen suggerieren, »zwangsläufig« zu mehr Geld im "Kreislauf" (nein, ich gehe an dieser Stelle nicht wieder auf diesen ominösen "Kreislauf" ein ). Ich weiß ja, wie er's gemeint hat, nichtsdestotrotz ist es Unsinn (auch auf die Gefahr hin, als Erbsenzähler zu gelten). Wenn die Privaten sich dazu "entschließen" die Neukreditaufnahme herunterzufahren -- warum letztlich auch immer --, kann der Staat die Steuern senken wie er will.....nix mehr "Geld" im "Kreislauf"! Klar, Steuersenkungen schaffen grundsätzlich mehr "Luft zum Atmen" und können somit natürlich u.U. die Verschuldungsbereitschafft stimulieren. Aber eben nicht »notwendigerweise«!! Zudem...

...scheint mir das Beispiel "steuersenkender Staat" geradezu abenteuerlich hypothetisch.

Mit anderen Worten, das Geld ist nicht, wie bei den Privaten „weg“, sondern es ist immer noch beim Staat,

Ja sapperlot nochmal, warum ist denn bei den Privaten andauernd das Geld weg?

Zum Teufel auch, wie kann "das Geld" gleichzeitig im »Geldkreislauf (Wirtschaftskreislauf)« und » immer noch beim Staat« sein?

zusätzlich unterstützt es auch noch die Wirtschaft, was wiederum die Steuereinnahmen erhöht.

Der ist echt gut ! Wenn es doch so wahnsinnig und auch noch zusätzlich (zusätzlich: was des Staates Geld so alles gleichzeitig vermag, schon erstaunlich) die Wirtschaft unterstütz (und das völlig ohne Nebenwirkungen, oder hab ich was überlesen?), dann drängt sich mir unwillkürlich die Frage auf, warum nicht ALLES in dieser Art und Weise finanziert wird. Laß den Staat einfach unendlich viele Schulden machen und schlicht ALLES "bezahlen", und schon ist das ganze leidige Steuereinnhameproblem auf einen Schlag gelöst!! Das da noch keiner drauf gekommen ist, kaum zu glauben. Mich dünket, black01_next.gifHerr Baron Münchhausen war hier der Vater der Gedanken!

Und das ist natürlich ein wesentlicher Unterschied, der Staatsschulden zu etwas gänzlich anderes macht, als Privatschulden.

Kein Kommentar !

Im Prinzip zahlt also der Staat keine Zinsen!

Völlig korrekt! Das -- und die aufgelaufenen Schulden -- sind nichts anderes, als noch nicht eingetriebene Steuern. Der Staat hat also eigentlich 1,5 Bio Euro zu wenig Steuern erhoben -- der Schuft!! Tja, mal sehen, wie er diese Summe zukünftig gedenkt aufzutreiben?!?!?

Auslandsschulden

Natürlich wird der geneigte Leser nun einwerfen, dass der Staat nicht nur im Inland verschuldet sei, sondern auch im Ausland. Und tatsächlich hier muss man einen Unterschied machen. Hier fließt Geld tatsächlich zunächst einmal aus der Volkswirtschaft ab. Deutschland ist aber immerhin zu knapp 60 % im Inland verschuldet und nur zu etwas über 40 % im Ausland.

Aber auch bei der Auslandsverschuldung spielen Effekte eine Rolle, die sich günstig auswirken. Deutschland hat einen Handelsüberschuss, das bedeutet, es nimmt international mehr Geld ein, als es ausgibt. Zudem kaufen natürlich auch die Länder Staatsanleihen, die hier Waren einkaufen. Also auch so fließt ein Teil zurück. Wenn man es also als Gesamtbild betrachtet, muss Deutschland sich zu einem gewissen Grad eigentlich keine Sorgen machen, Zinsen ins Ausland auszuschütten. Es ist als Exportland gut, wenn die anderen Länder genug Geld haben, um hier einzukaufen, selbst wenn sie das Geld über Zinserträge erwirtschaften würden.

Grundsätzlich scheint es mir angebracht, an dieser Stelle einfach mal einen Link zu setzen: black01_next.gif»Deflation? Selbstverständlich - nur 'Geld' durch 'Kredit' ersetzen«.

Hinzu kommt noch die Inflation

Doch auch das ist noch nicht alles. Die Verzinsung liegt zum Beispiel aktuell in der Nähe der Inflationsrate. Das bedeutet, der Staat verzinst seine Schulden auch nur zu einem geringen Bruchteil (50 %) der Zinsen, die auf dem Papier stehen. Der Rest wird durch die Geldentwertung aufgefressen.

Hmmm, wenn ich das richtig verstehe, bedeutet diese Formulierung nichts anderes, als die "abgespeckte" Version von »Über eine Inflationierung kann sich ein Staat entschulden.« (>>) oder auch »Natürlich können Sie einen Staat über die Notenpresse entschulden,...« (>>). Offensichtlich ist diesem irrigen, "legendenbildenden" Denkfehler einfach nicht beizukommen!!. Der sitzt fest, wie die berühmte Zecke am Ar.... Beides penetrant anhaftend und nicht klein zu kriegen, aber völlig überflüssig und fehl am Platze!!

Also, mal sehen! Ich versuch's nochmal!! Ich denke, das tut Not, sozusagen .

Zunächst mal zur Inflation selbst (lassen wir etwaige "Berechnungstricksereien" mal beiseite, obwohl diese natürlich Einfluß ausüben -- gerade in jüngster Zeit!)

Inflation entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie ist nicht einfach so da -- quasi als Naturgesetz. Um die Richtung zu verdeutlichen, wird's jetzt etwas kompliziert und umfangreich. Muß aber einfach mal sein!! 

 

 

(Alles inländisch BRD)

Preisindex
("Inflation")
(>>)

Verschuldung öffentliche Haushalte

Prozentualer Anteil der Verschuldung der öffentl. Haushalte am Gesamt-
schuldenzuwachs BRD

Veränderung gegenüber Vorjahr [%]

 [%]

1969 1,9 0,7 1,9
1970 3,4 6,8 17,8
1971 5,3 11,5 23,0
1972 5,5 11,2 20,3
1973 6,9 7,5 22,6
1974 7,0 14,7 48,0
1975 6,0 33,3 76,0
1976 4,3 15,7 44,1
1977 3,7 10,7 37,7
1978 2,7 12,9 39,6
1979 4,1 11,6 32,7
1980 5,4 13,2 12,7
1981 6,3 16,4 48,4
1982 5,3 12,7 52,1
1983 3,3 9,3 38,9
1984 2,4 6,8 34,8
1985 2,0 6,0 30,0
1986 -0,1 5,4 38,2
1987 0,2 6,0 48,7
1988 1,3 6,4 38,1
1989 2,8 2,9 16,9
1990 2,7 13,4 27,0
1991 3,6 11,4 34,4
1992 5,0 14,6 46,5
1993 4,5 12,0 45,0
1994 2,7 10,2 49,2
1995 1,7 20,1 65,9
1996 1,4 6,7 35,6
1997 1,9 4,4 17,8
1998 1,0 2,7 17,1
1999 0,6 2,9 17,9
2000 1,9 1,0 9,3
2001 2,0 1,0 24,4
2002 1,4 4,4 139,7
2003 1,1 6,3 100,6
2004 1,6 5,3 117,2
2005 2,0 4,1 75,74

Nach ein bißchen Rechnerei konnte ich nebenstehende Tabelle erarbeiten. Was sehen wir?

1.) Sehr hohe Inflationsraten (Spalte Preisindex, rote Zahlen, gegenüber Vorjahr) fallen häufig mit einer starken Zunahme (3. Spalte, rote Zahlen, gegenüber Vorjahr) der Verschuldung der öffentlichen Haushalte zusammen.
Berechtigterweise könnte nun die Argumentation lauten, daß dies auch durch eine gleichzeitige, starke zusätzliche Kreditaufnahme (Verschuldung) der privaten (Unternehmen usw) zustande kommen könnte. Deshalb...

2.) ...habe ich in der ganz rechten Spalte noch zusätzlich den Anteil der Zusatzverschuldung der öffentlichen Haushalte an dem Gesamtschuldenzuwachs der BRD eingetragen, wodurch die Überprüfung dieses Aspektes möglich wird.

Es wird sehr schön deutlich, daß absolut sehr hohe Inflationsraten und starke Sprünge derselben gegenüber dem Vorjahr, nur dann zustande kommen, wenn beide "Phänomene" zusammenfallen. Sprich, nur wenn sich der Staat stark zusätzlich verschuldet und diese Verschuldung einen großen Anteil der zusätzlichen Gesamtverschuldung der BRD ausmacht (die Privaten sich demnach, relativ gesehen, wenig  verschulden), ergeben sich sehr hohe Inflationsraten.1

Um an dieser Stelle nicht zu langatmig zu werden und zum eigentlich springenden Punkt zu kommen, folgt einfach mal der Schlüsselsatz, der die Sache prägnant zusammenfasst (wer ausgiebiger nachschauen will, kann dies black01_next.gifhier oder -kürzer- black01_next.gifhier tun)...

»Denn ein Schuldner, der zwar Schulden machen darf, der aber anschließend nicht zur Leistung zu zwingen ist, muß das Preisniveau inflationieren. Daher kann es in einer freien Wirtschaft immer nur eine Inflationsquelle geben: den Staat.«

 ...und dem es im Grunde nichts hinzuzufügen gibt, außer der dringenden Bitte, dies im Hinterkopf zu behalten.

Ganz interessant wird diese Feststellung u.a. bei Betrachtung der Jahre 2002-2004 in der Tabelle. In der ganz rechten Spalte (hellrote Zahlen) können wir sehen, daß die zusätzliche Kreditaufnahme der privaten in diesen Jahren negativ war (also rückläufig, unter Null), respektive der Staat der einzige war, der sich zusätzlich verschuldet hat. Und siehe da, wir können trotz der gänzlich fehlenden privaten Kreditaufnahme Inflation feststellen.

Wie gesagt, behaltet dies für die folgenden Betrachtungen bitte im Kopf!!!!

1Natürlich gibt es im "Normalfall" einen ständigen Mix aus allem Möglichen und in alle Richtungen, weshalb die Inflationsraten mal so mal so ausfallen. Nicht zu vergessen das Ausland etc... Außerdem gibt es den Fall "der Staat nimmt gar keine Schulden auf" schlicht nicht, weshalb sich Inflation immer ergibt!!. Alles in allem passt das aber schon ziemlich gut, denke ich!

 

 

 

 

 

 

 

zusätzliche Staatsverschuldung

 

 

 

 

 

 

 

 

 <<<

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vorhandene
Staatsverschuldung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 "auffressende" Inflation
=Geldentwertung

 

Und nun zu "Schulden auffressen durch Geldentwertung" (Folgende Metapher bitte nicht allzu wörtlich nehmen und/oder überkritisch hinterfragen. Es soll lediglich ein wenig als Vorstellungshilfe dienen! Vielleicht hilft's einigen, vielleicht auch nicht! Bemüht hab ich mich jedenfalls )

Stellen wir uns zunächst mal einen Behälter vor (siehe rechts!!), der zum Teil mit Wasser gefüllt ist (=vorhandene Staatsverschuldung), der unten ein Loch hat, aus dem das Wasser (=Staatsverschuldung) herausfließt (=mengenreduzierende Inflation), und zudem oben einen Zulauf besitzt, durch den ständig mehr Wasser befüllt wird (=zusätzliche Staatsverschuldung). Nun leuchtet ein, daß die Menge der unten austretende Wassermenge direkt abhängig ist, von der Wassersäule (=Wasserdruck) die darüber steht (bitte an oben erinnern).
Nun, die einzige Möglichkeit den Ausfluß der mengenreduzierenden Wassermenge durch das Loch zu erhöhen (=Erhöhung der Inflation), besteht in der Steigerung des anstehenden Wasserdrucks!! Sprich, im Bild muß die vorhandene Staatsverschuldung angehoben werden (=höhere Wassersäule = höherer Wasserdruck). Dies kann aber selbstredend und logischerweise nur durch zusätzliche Staatsverschuldung geschehen. Gesagt, gemacht...
Damit fließt nun zwar wesentlich mehr Wasser unten heraus (die Inflation liegt deutlich höher) -- Ziel erreicht!! --, gleichzeitig ist aber dummerweise eben auch die vorhandene Staatsverschuldung gestiegen!
Ihr versteht, wohin "die Reise" geht. Ich kann nicht durch einbringen von immer mehr Wasser in den Behälter, eben genau dieses selbe Wasser dazu bringen, den Behälter schneller zu verlassen!! Ein Ding der Unmöglichkeit!!

"Übersetzt" heißt das nichts anderes, als daß die Folge der Ursache unmöglich dazu herangezogen werden kann, die Ursache selbst zu bekämpfen, da es die Folge ohne die Ursache überhaupt nicht geben kann . Der Verwirrung langer Rede kurzer Sinn , übertragen auf die Inflation etc. müssen wir folgendes konstatieren:

Niemals kann die Erhöhung der Inflation (»Geldentwertung«) durch noch mehr Staatsschulden (und nur damit ginge es!!!) die Staatsschulden selbst verringern (»auffressen«). Wie zum Teufel, sollen mit mehr Schulden, Schulden abgebaut werden? Mit anderen Worten:

Vor allem die Vorstellung, daß sich der Staat durch Inflation »entschulden« könne, ist albern. Denn Inflation ist bekanntlich nur durch immer mehr und immer höhere Schulden möglich. Also müßte der Staat immer mehr Schulden machen, um (»Entschuldung durch Inflation«) schließlich immer weniger Schulden zu haben. Auf diesen Denkfehler, der immer wieder aufgetischt wird, habe ich bereits im CRASH-Buch hingewiesen. (>>)

Noch ein paar weitere, erklärende Anmerkungen dazu:

Durch eine durch zusätzliche Neukreditaufnahme generierte Inflation werden immer nur die "Altbestände", die bereits vorhandenen "Geldmittel", entwertet, keinsten Falls aber die inflationsauslösende Neuverschuldung selbst. Denn diese (die Neuverschuldung) wird ja immer im gerade aktuellen "Geldwert" aufgenommen und kann ihre inflationierende Wirkung natürlich erst "später" entfalten!! Sie kann sich nicht selbst entwerten -- quasi im Augenblick der Verschuldungsaufnahme!!
D.h., zwar werden die alten Staatsschulden gewissermaßen "entwertet", aber nur zum Preis von noch "unentwerteten" neuen Schulden, die ihrerseits erst durch neue Schulden "entwertet" werden müssen, die dann wiederum nur durch neue Schulden "entwertet" werden können, die.............usw, usf, etc. pp. ==> The sky is the limit!!

Aus der dadurch abzuleitenden, immer weiter steigenden Staatsverschuldung, folgt aber auch: Die "Inflationierung" lässt  peu a peu nach (siehe prinzipiell black01_next.gifTsatsiki-Effekt). Je mehr Kredite nur noch zur Bedienung alter genommen werden (müssen), desto geringer ist deren "reale" Wirkung. Oder anders herum: Um im Laufe der Zeit eine gleichhohe "Entwertung" hinzubekommen, müssen immer höhere "Schuldenblöcke" aufgenommen werden. Von Entschuldung kann also keine Rede sein!!

Ein zusätzlicher Aspekt sollte keinesfalls unter den Tisch gefallen lassen werden. Argumentationsketten, wie die hiesige des Hr. Steffens, gehen kommischerweise immer nur in die eine Richtung!!! Er schreibt weiter oben:
»Diese Zinserträge werden dann auf vielfältige Art und Weise teilweise mehrfach besteuert (!!)....«
In dem Wort »besteuert« liegt die logische Lücke der eindimensionalen Sichtweise. Denn seltsamerweise wird kein Wort darüber verloren, daß auch die Abgaben an den Staat, die Steuern, dem selben Wertverlust unterworfen sind, wie die angeblich "auffressbaren" Staatsschulden!!! Unter anderem dieser Umstand mündet dann in regelmäßigen Zwangsabgaben- bzw. Steuererhöhungen!! Ein Punkt, der irgendwie nie Erwähnung findet! Ich frage mich, warum wohl???

Kurz möchte ich -- so zwischendrin und als Abschluß dieses "Sachverhalts" sozusagen -- Herrn Steffens beim Wort nehmen und seine untenstehende Aussage »Vielleicht sehen Sie nun Staatschulden mit etwas anderen Augen.« absolut bejahen. Das tun wir -- oder zumindest ich!!! Nur eben nicht mit der zu Manipulationszwecken absichtlich aufgesetzten rosaroten Staatsbrille, sondern mit der, der Realität!!! 

Von dem geringen Teil der dann noch übrigbleibt erhält er, wie gesagt, noch Steuern und fördert gleichzeitig auch noch die Wirtschaft.

Dazu ist, denke ich, alles gesagt!

Nur die halbe Wahrheit

Oh Gott, lass mich ein Staat sein, damit ich Schulden machen kann, um daran reicher zu werden...

Nicht doch, laß mich Staatstitelhalter sein, um daran....

Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit,

Obacht, Gefahr droht...!!

erklärt aber, warum die Staaten alle so heiß darauf sind, Schulden zu machen. Es gibt dabei aber ein kleines Problem, auch hier ist nicht der heilige Gral zum Reichtum gefunden worden.

Puhhhhh...alles nicht so schlimm. Das Problem ist zum Glück nur ein »kleines«!!

Die Gesamtverschuldung muss im Rahmen der Ertragskraft eines Landes liegen. Steigt die Verschuldung zu schnell, oder übersteigt sie ein bestimmtes Potential des Bruttosozialprodukts, dann wird das dazu führen, dass die Gläubiger Zweifel bekommen, ob der Staat die Schulden auch „anständig“ zurückzahlen kann.

Ich wußte nicht, daß man Schulden auch "unanständig" zurückzahlen kann. Egal, vielmehr würde mich eine Antwort auf die simple Frage interessieren, wie zum Geier der deutsche Staat 1,5 Bio.€ Schulden (weiter steigend) wahr und wahrhaftig »zurückzahlen« will. Ich meine, wenn da im wahren Sinne des Wortes zurückgezahlt worden wäre, wie konnten dann überhaupt Schuldenberge entstehen? »Zurückgezahlt« wurde und wird da gar nichts, es werden lediglich die alten (inkl. Zinsen) mit neuen Schulden "bedienbar" gehalten! Und nur um dem geneigten Leser mal die Dimensionen vor Augen zu führen, sei erwähnt, daß für beides (laufende "Tilgung" + Zinszahlungen) knapp black01_next.gif196 Mrd. Euro für 2006 vom Kapitalmarkt aufgenommen werden müssen (geplant 2007:  black01_next.gif216 Mrd. Euro).
Ansonsten hat er natürlich recht, Psychologie (seine Wort Zweifel) spielt selbstverständlich eine kaum zu überschätzende Rolle.

Anständig heißt hier: Ohne zu sehr das Geld über die Druckerpresse zu entwerten (sprich, die Inflation antreiben zu müssen).

Müssen?? Nicht zu fassen!! Seine Auffassung der Materie ist doch einigermaßen "seltsam"!

Wenn die Gläubiger in Zweifel geraten, dann muss ein Staat mehr Zinsen zahlen, damit man ihm die Schulden finanziert und dann wird es gefährlich. Aus diesem Grund wurden in der EU die Defizitkriterien eingeführt.

Die reihenweise gerissen wurden und überdies zwischenzeitlich schon gründlich black01_next.gifaufgeweicht  wurden. Abgesehen davon, daß sie von vornherein oft genug nur mit black01_next.gifStatistiktricksereien eingehalten wurden! Ganz aktuell das Beispiel Österreich: black01_next.gif»Schulden-Explosion in den Ländern -- Die Bundesländer erfüllen den Stabilitätspakt mit dem Bund nicht mehr. Großteil der Länder-Schulden wird in Landesunternehmen ausgelagert und versteckt.« Aber wer wird schon das schöne Gemälde besudeln wollen!

Weiterhin schreibt er weiter unten »Würde der Staat nämlich zu sehr sparen, wie es sich so mancher wünscht, dann würde dem Kreislauf Geld entzogen. Das hätte sofort eine Wirtschaftskrise zur Folge,...«. Was denn nun? Ist die Konsequenz, der von ihm so beruhigend ins Feld geführten Defizitkriterien, nicht genau dieses »mehr sparen«? »Mehr sparen«, daß er dann aber mit Wirtschaftskrise gleichsetzt! Wenn das mal kein argumentativer Widerspruch ist!! Bitte entscheiden sie sich...

Die Zinsbelastungen fließen zurück

Aber, so lange diese Sorge unbegründet ist, sind Schulden für einen Staat nichts unbedingt Schlechtes, denn der Staat verliert das Geld im Gegensatz zu einem privaten Schuldner nicht – er verteilt es lediglich um.

Na dann ist ja alles in Ordnung !
 

Eine dieser geringfügigen "lediglichen Umverteilung" betrifft jedes Jahr so um die 250 Mrd. Euro (black01_next.gifPersonalkosten und Laufender Sachaufwand  der Gebietskörperschaften), was aber im Vergleich zu den, zum Teil darauf basierenden, mehreren Billion Euro, nur für die black01_next.gifVersorgungsempfänger von Vater Staat in den nächsten Jahrzehnten, beinahe schon ein Hauch von Nichts darstellt. Nicht zu sprechen von dem Komplex "Subventionen", der 2000 Reichstags-Lobbyistengruppen produziert hat, die in der black01_next.gif»Ständig aktualisierte Fassung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern« aufgelistet werden müssen. Und das sind nur die so auf die Schnelle in Zahlen fassbaren Facetten. Die kaum absolut meßbaren "Reibungsverluste", die durch die Umverteilungsbürokratie entstehen, wiegen beinahe noch schlimmer (Stichwort ZEIT: Kredite haben Laufzeiten!!)!

Staatsbankrotte?? Ob dieser Erklärungen, dürfte es solch -- bestimmte nur böswillig unterstellte -- Ereignisse im Grunde gar nicht gegeben haben. Das die Menscheitsgeschichte voll davon ist, ist sicherlich nur phantasievollen Historikern zuzuschreiben.

Dieser entscheidende Unterschied wird immer wieder verkannt, wenn die Boulevard-Presse Panik unter der deutschen Bevölkerung mit unglaublichen Zahlen über den Schuldenberg in Deutschland bereit hält.

Unglaublich sind die Zahlen in der Tat, umso mehr, da sie die Wirklichkeit darstellen! Selbstverständlich kann das mit "Milchmädchen-Argumentationen" versucht werden zu ignorieren und/oder lang genug schön geredet zu werden. Die Realität ändert dergleichen aber mitnichten. Zudem finde ich es immer wieder erstaunlich, daß das Aufzeigen gewisser Umstände, oft genug mit "Panikschüren" gleichgesetzt wird, anstatt dies unter dem Aspekt dringend gebotener "Aufklärung" zu verbuchen. Anscheinend ist die black01_next.gif"drei-Affen-Mentalität" aber einfach zu verführerisch...
Außerdem, so meine ich jedenfalls, ist Panik immer die Reaktion auf einen Zustand hochgradiger persönlicher Unsicherheit und/oder Gefährdung, dem keine entsprechende Lösung gegenüber steht. Wenn überhaupt, kann es eine solche Lösung aber nur geben, wenn "schonungslos" aufgeklärt wird. Das tut zunächst mal weh und macht einen in der Tat unsicher und ängstlich (ich weiß, wovon ich rede, hab das ganze Programm selbst durch), wäre (!!) aber letztlich die einzige Möglichkeit echte Panik zu verhindern. Und die wird kommen, weil die große Mehrheit der Bevölkerung, weder Mental noch "dinglich", auf einen, zumindest durchaus möglichen, Staatsbankrott* vorbereitet ist und dies auch gar nicht sein will. Der Kopf im Sand ist viel angenehmer -- zumindest solange, bis der Rest des Körpers massakriert wird! Möglicherweise wäre frühzeitiges Erkennen doch besser????
Auch wenn der Trigger gewiss aus einer anderen Ecke als der staatlichen kommen könnte, ist dies doch ein solch gewichtiger Teil der Thematik und darf deshalb unter keinen Umständen "verharmlost" werden.
Womit Herr Steffens allerdings hundertprozentig recht hat, ist der Teil mit der Boulevard-Presse ==> versammelte Unwissenheit!!

Selbst wenn 17 % des Staatshaushalts in die Zinsen abfließen, so bedeutet das unter dem Strich nicht, dass diese 17 % weg sind! Die eine Hälfte wird über die Inflation getilgt, und ein großer Teil wird wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt. Was bleibt, ist relativ wenig und auch das wird angesichts der Globalisierung zum Teil zurückfließen.

Wie gesagt, alles in Butter und Staatsbankrotte hat es nie gegeben. Aber vielleicht ist diesmal ja wirklich alles anders. Ich wäre der Letzte, der sich darüber nicht freuen würde!! Allein mir fehlt der Glaube...

Vielleicht sehen Sie nun Staatschulden mit etwas anderen Augen.

Das hoffe ich doch mal stark, sonst habe "ich mir" die jahrelange -- und auch heutige -- Arbeit ganz umsonst gemacht !!

Trotzdem, und das will ich mit diesem Artikel nicht in Abrede stellen, ist die Verschuldung in Deutschland aktuell zu hoch!

Herrjeh!! Die Verschuldung kann also doch »ZU« hoch sein! Wer hätte das gedacht -- nach all der Vorrede! Muß es dann aber -- wenigstens theoretisch -- nicht auch ein viel zu hoch geben? Und weiter, ein sehr viel zu hoch? Und noch ein Stückchen weiter, eine untragbar hohe? Ich frag' nur mal so! Nicht daß ich den Kulminationspunkt kennen würde, an dem sie "untragbar" wird. Ich meine nur, es bedürfte dringenst zumindest einer "vagen" Andeutung der Möglichkeit!

Aus diesem Grund wird auch [erstens] viel überlegt, um sie [zweitens] abzubauen.

Dazu fällt mir nur noch zweierlei ein: Zu erstens und zu zweitens !!

Aber die Dramatik, mit der zum Teil in der Boulevardpresse darüber berichtet wird, verkennt viele Aspekte.
Würde der Staat nämlich zu sehr sparen, wie es sich so mancher wünscht, dann würde dem Kreislauf Geld entzogen.

Ungefähr bis zur Nasenspitze gedacht. Ultrakurz und grundsätzlich gesagt (ich kann jetzt nicht wieder alles von Grundauf aufrollen):
In letzter Konsequenz (auch Steuern und staatliche Zinszahlungen- und Verschuldung usw. fallen darunter) kommt es ausschließlich darauf an, wie viel Neuverschuldung durch die »Privaten« generiert wird. Die kurzfristig zwar "heilversprechende" und tatsächlich auch "wirksame" Staatsverschuldung, ist dieser substantiellen Notwendigkeit langfristig (spätere Steuererhöhungen usw.) aber absolut abträglich. Im Endeffekt ist es ein "momentanes" reichrechnen, dessen zukünftige Schlußrechnung nichtsdestotrotz beglichen werden muß. Je später jedoch, desto höher und unmöglicher wird es!!

Das hätte sofort eine Wirtschaftskrise zur Folge,

So ein Schmarrn!! Aller mindestens -- so weit komme ich ihm entgegen -- in der gewählten Zwangsläufigkeit der Formulierung! Zwar werde ich nicht müde darauf hinzuweisen, daß Staatsverschuldung an sich zwingend ensteht. Jedoch führt weniger davon nicht notwendigerweise in eine Wirtschaftskrise! Entscheidend ist, was die Privaten machen!! Führt es tatsächlich zu einer Wirtschaftskrise, wenn beispielsweise black01_next.gif16 Mrd. Euro für den völlig unproduktiven Eurofighter "gespart" werden würden?
Ganz abgesehen davon, das der Staat nichts spart (siehe Vorabsatz), sondern lediglich weniger Neuverschuldung aufnimmt -- die nichtsdestoweniger nach wie vor zusätzliche Neuverschuldung darstellt!

die wiederum den Staat um die Steuereinnahmen bringen würde

Die könnte er sich, von seiner zusätzlich aufgenommenen Neuverschuldung, im Grunde genommen auch gleich selbst überweisen, oder einbehalten. Der Effekt wäre der selbe, nämlich keiner!

– ein gefährlicher Kreislauf. Auch hier geht es, wie eigentlich immer, um das rechte Maß zur rechten Zeit. Und das ist ein Thema, darüber könnte man Bücher schreiben.

Wurden schon geschrieben , man muß sie nur lesen (z.B. >>, >>, >>, >>...) -- und dazu vor allem auch noch die kuschelweiche, staatlich gewaschene Schmusedecke ablegen!

 

Ich kann die Intentionen derartiger Ausführungen ja sogar durchaus nachvollziehen (ich unterstelle mal Vorsatz, nicht Unwissenheit). Das ganze System ist mittlerweile dermaßen intensiv vom Staat durchdrungen (ein Beispiel möchte ich just nochmal verlinken: black01_next.gif»Zentralbankgeld, refinanzierungsfähige Sicherheiten und der Staat«), daß dieser Umstand unbedingt beigehalten, gerechtfertigt und vielleicht sogar zusätzlich gepusht werden will -- aus einer gewissen Sichtweise heraus sogar muß! Es gibt 'ne ganze Menge Leute, die andernfalls unmittelbar viel zu verlieren hätten (sei es Macht, Geld, Reputation, Job, oder sonst was) . Also wird versucht -- z.T. recht erfolgreich -- das Ganze so lange wie möglich fortzuführen.

Auf der anderen Seite herrscht mehr oder minder allgemeines Unwissen über die Zusammenhänge und Abläufe, so daß wohl tatsächlich oft genug nicht mal "böser" Willen dahintersteckt. Zudem, das will ich nicht in Abrede stellen, bilden ja auch wirklich häufig "gutartige" Motive die Grundlage.

Wie auch immer letztlich und egal von woher der Wind weht, Artikel, wie der des Herrn Steffens, sind freilich auf ihre Art "gefährlich". Sie decken den Mantel der Arglosigkeit über die, manchmal auch "brutale", Realität. Eine Realität, die, so unschön sie auch oftmals ist, aber erst mal wahrgenommen werden muß, um sie richtungsgebend beeinflußen zu können.

Ich mutmaße mal: Hätten China, Indien, Rußland, einige Ostblockstaaten, Irland u.e.a. sich, aus debitistischer Sicht, nicht ausgesprochen erfreulich entwickelt, würde Herrn Steffens Fazit sicherlich anders ausfallen. Diese Staaten stehen für die dringend benötigten Nachschuldner, die die zuvor aufgebaute Schuldenblase, der sogenannten "Industrieländer", bedienbar halten. Und schaffen sie es -- vor allem China und Indien ist hierbei zu nennen -- flächendeckend echtes Privateigentum einzuführen (Privateigentum, daß dann beliehen werden kann), könnte (!!) der Crash evtl. wirklich nennenswert aufgeschoben werden (Umwelt- und Bevölkerungprobleme hier mal nebangestellt).
Ich weiß, hättste, tätste, könnste ... die Lage ist momentan "rosig", Staatsschulden? Null Problemo usw. ..., all das ändert jedoch nichts an den zwangsläufigen Mechanismen (allein deshalb, weil es das Gebilde »Staat« gibt), denen auch China und Indien unterworfen sind, und die uns früher oder später einholen werden. Nichtsdestotrotz, innerhalb dieser zwingenden Mechanismen, gibt es sehr wohl Spielräume. Spielräume, die die Auswirkungen und Entwicklungen bis zu einem gewissen Grad steuerbar und dadurch letztenendes "menschenfreundlicher" (was besseres ist mir gerade nicht eingefallen) machen könnten. Wenn aber schon die grenzziehenden Zwangsmechanismen nicht richtig gesehen werden, können auch die "Steuerelemente" nicht korrekt lokalisiert werden. Artikel, wie oben behandelter, bringen uns da kein Stück weiter!!
 

 

 


                                Quarks & Co. zum Zweiten


Auch wenn dies eher mein ganz persönliches "Problem" ist, will ich euch nebenbei doch auf dem Laufenden halten. Mir jedenfalls treibt's bei sowas die Zornesröte ins Gesicht.

Es geht um die Sendung Quarks&Co., die, wie black01_next.gifweiter unten dargestellt, die Inflationszahlen des Statistischen Bundesamtes als »unanfechtbar« bezeichnen (um an dieser Stelle nicht zu ausschweifend zu werden, verzichte ich auf eine ausführliche Wiederholing ==> bitte dem Link folgen). Diesbezüglich hatte ich ja erwähnt, daß ich Quarks&Co. kontaktierte und hatte außerdem "angedroht" euch bei Antworterhalt zu informieren. Dazu muß ich allerdings noch voranstellen, daß der "Erstkontakt" bereits am 12.11.06 stattfand. Dann, nach zwischenzeitlichen zwei weiteren "Erinnerungsmails", erhielt ich also endlich am 13.12.06 -- also lächerliche vier Wochen später -- folgende "erschöpfende" Antwort:

Die wichtigsten Textstellen / Fragen / Anliegen meiner Anfrage an Quarks&Co. zum Abgleichen:
Mit Verlaub, wie können sie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes als »unanfechtbar« bezeichnen, wo sie doch durch ständige Revisionen, Methodikänderungen der Erfassung, Basisjahr- und Warenkorbänderungen, hedonischer Berechnung, uvm. stetigen "Anpassungen" unterworfen sind. Anpassungen, die in ihrer Gesamtheit zu niedrigere Zahlen führen, als sie eben ohne diese wären. [...]
Warum wird von ihnen in besagter Sendung nicht mit einem Wort auf diese Umstände eingegangen? Man kann zu den offiziellen Daten stehen wie man will, sie jedoch
»unanfechtbar« zu nennen und auf dieser begrifflichen Definitionsbasis den restlichen Artikel aufzubauen, ist, milde formuliert, als grob fahrlässig einzustufen. Sie suggerieren, daß die Datenbasis ein unumstößliches Naturgesetz ist, was sie selbstredend mitnichten ist.

vielen Dank für das Interesse an unserer Sendung!

Mit unserer Folge von Quarks & Co zur Statistik haben wir deutlich gemacht, dass es bei vielen Aufgabenstellungen vor allem auf eine saubere methodische Vorgehensweise ankommt. [] Beim Thema Inflation ging es mir als Autor nicht darum die Arbeit des Statistischen Bundesamtes zu kritisieren [Gott bewahre, wo kämen wir denn auch hin...] (der Warenkorb ist ja auch transparent und enthält wenig versteckte Annahmen), sondern zu zeigen, dass die gefühlte Inflation noch von anderen Parametern abhängt, wie z. B. der Kaufhäufigkeit.
Mit freundlichem Gruß,

Na, da sage noch einer, daß "sich-Zeit-nehmen" nicht automatisch zu höherer Qualität führt. Gut Ding will Weile haben?? Ich lach mich schlapp!! Nach vier Wochen...solch eine Antwort...solch eine wischiwaschi-kürzer-konnte-ich-mich-nicht-fassen-ohne-gar-nichts-zu-schreiben-Antwort, auf, wie ich meine, halbwegs konkrete Anfragen...nicht zu fassen . Mal ganz im Ernst, was bleibt mir da anderes übrig, als mich reichlich verarscht zu fühlen. Offensichtlich gilt das Stat. Bundesamt als "Goldenes Kalb", daß auf keinen Fall in Frage zu stellen ist!

Wie dem auch sei, unbefriedigt wie ich aufgrund dieser Antwort blieb, konnte ich quasi nicht anders, als mich sogleich nochmals bei Quarks&Co. kritisch "rückzumelden". In dieser Art und Weise lasse ich mich nicht abspeisen!! Sobald ich was höre (wahrscheinlich also Mitte Februar ) gebe ich wieder Laut!!

 

 

  SONSTIGES

Zum Abschluß des Jahres und der heutigen Aktualisierung noch ein bißchen was Nachdenkliches. Die Quelle ist der Roman »Die dunkle Seite« von Frank Schätzing -- wobei das im Grunde genommen keine Rolle spielt. Es spielt auch keine Rolle worum es in dem Roman eigentlich geht. Die Auszüge können ohne Zusammenhang für sich stehen und "sprechen". Angemerkt sei nur noch, daß es schon etwas älter ist und es sich um den ersten Golfkrieg handelt

 


                                Das Ende der Verantwortung



[...] »Offengestanden, ich hatte das meiste über den Golfkrieg schon wieder vergessen«, sagte Vera. »Die Einzelheiten zumindest.«

Halm nickte.

»Ja, das ist symptomatisch für unsere Zeit. Nachrichten unterliegen einem weitaus kürzeren Verfallsdatum als ein Becher Joghurt. Erinnern Sie sich an Bushs neue Weltordnung? Wie aufgewühlt alle waren? An die Peinlichkeit der guten Vorsätze? Aber werfen Sie einen Blick in die Runde, was geblieben ist. Nichts. Rückkehr zur Tagesordnung. Das einzige, was nachhaltig betroffen macht, ist unser Mangel an Betroffenheit. Manchmal kommt es mir vor, als säße die ganze Welt mit einer dicken Backe beim Zahnarzt und schwört, ab jetzt regelmäßig die Zähne zu putzen. Drei Tage später ist der Schmerz Vergangenheit und alle hehren Worte auch. Nicht mal aus bösem Willen. Aus Desinteresse an uns selber. Soll ich Ihnen sagen, was wir aus dem Golfkrieg gelernt haben?«

»Was?«

»Nichts. Und wir werden auch in Zukunft nichts lernen. Wir können es nicht. Wir sind derart gehetzt, Schritt zu halten mit den Segnungen des global network, daß uns keine Zeit mehr bleibt, zurückzuschauen. Es gibt Dinge, von denen man sagt, sie dürften nie wieder passieren, erinnern Sie sich? Nein, Sie erinnern sich nicht. Alles wird wieder passieren. Sollten Sie die Fehler der Vergangenheit verpaßt haben, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Sie kommen alle wieder in Mode.«

Er lächelte verschmitzt.

»Ansatzweise finden sich vielleicht doch einige Parallelen zu Ihrem Problem. Im wesentlichen verhält sich der einzelne wie das System. Unser System krankt am übermäßigen Vertrauen in die Bilder. Wir sind informationsblind. «

Informationsblind.

Wo hatte sie diesen Ausdruck schon gehört?

Bathge hatte ihn benutzt.

»Was heißt informationsblind?« fragte sie.

»Das ist ganz einfach. Wenn Sie zu viel Schnee sehen, werden Sie schneeblind, das heißt, Sie sehen überhaupt keinen mehr. Wenn Sie zuviel Infotainment konsumieren, werden Sie informationsblind. Die Zukunft wird die Grenze zwischen Realität und Virtualität auflösen, die Medien werden den Zeitbegriff verändern und eine neue Qualität von wahr und unwahr schaffen. Offen gesagt, ich finde das in höchstem Maße faszinierend und anregend. Ich bin ein großer Fan solcher Errungenschaften wie Internet und virtual reality. Wir werden lernen müssen, damit umzugehen. Aber dafür ist es unerläßlich, ein paar Dinge zu begreifen. Heute besteht die Kunst nicht mehr darin, an Information zu gelangen, sondern sich ihr zu entziehen. Den Lauf der Welt wird nicht bestimmen, wer das meiste, sondern wer das richtige weiß. Wenn wir das nicht beherzigen, werden wir verlieren.«

Er machte eine Pause.

»Die Stealth Fighter über Bagdad gehören zu den gefährlichsten Waffen der Welt. Nicht wegen ihrer Zerstörungskraft, sondern weil man sie nicht sehen kann. Sie bleiben unsichtbar, bis sie direkt über Ihnen sind. Kein Radar kann sie erfassen. Heute ist es nicht anders. Über jedem von uns kreist so ein Bomber, während wir mit leuchtenden Augen das neue Jahrtausend betreten, und entzieht sich unserem Radar. Alles sehen wir vor uns liegen in den wunderbarsten Farben, nur nicht die Wirklichkeit. Mißtrauen Sie den Bildern, Frau Gemini. Den tatsächlichen und denen im Kopf.«

»Ich glaube . . . «‚ Vera zögerte, »das tue ich.«

»Das würde mich freuen. Wir sind es gewohnt, einer abgebildeten Realität mehr Glauben zu schenken als der ungefilterten Wahrnehmung unserer Sinne. Schließen Sie einfach öfter mal die Augen.« [...]


Das Ende der Verantwortung

Echtzeit: Die unmittelbare, zeitsynchrone Übertragung von Daten. Der Golfkrieg wurde in Echtzeit übertragen. Der Zuschauer vor dem Fernsehschirm erlebte den Krieg im Augenblick seines Geschehens, wodurch der Bildschirm selbst zum Schlachtfeld wurde. Im Augenblick der Direktübertragung wurde alles Gesehene wahr, die Gefahr falscher Rückschlüsse stieg ins Unermeßliche. Nie zuvor haben Bilder auf solche Weise die Situation manipuliert, deren Bilder sie nur waren. Das Fernsehen nahm den Zu­schauer als Geisel und konfrontierte ihn mit einer Handlung, der er nicht zu folgen und die er nicht zu reflektieren vermochte. Die scheinbare Wahrheit des Bildes zog nicht zwingend nach sich, daß es auch die Wirklichkeit zeigte. Dem Betrachter blieb nur noch das Miterleben, nicht mehr die Möglichkeit der Verarbeitung via kritischer Distanz. Das Bild nahm die Wertung vorweg, ließ keinen Spielraum zur eigenen Meinungsbildung und Reaktion.

Wenn uns der Golfkrieg etwas gelehrt hat, dann, daß Überinformation und Echtzeitinformation die Grenzen zwischen Realität und Virtualität aufheben und wir weniger denn je zwischen wahr und unwahr unterscheiden können. Die Medien erschöpfen sich im Gegenwärtigen, das Aktuelle wirkt sofort, zwingt uns zu Haltungen und Reaktionen, ohne daß wir den Wahrheitsgehalt prüfen können. Mel­dungen widersprechen einander, verwirrende Vielfalt entsteht, Verläßlichkeit schwindet.

Im Augenblick, da sich die Information für ungültig er­klärt, wird auch das Handeln ungültig. Nichts mehr ist, aber alles könnte sein. Das Resultat sind Irrtümer auf dem Schlachtfeld, Irrtümer in der öffentlichen Meinung, die Unmöglichkeit der Übernahme von Verantwortung, letzten Endes ihre Ablehnung.

So war der Golfkrieg zwar spannend wie die Live-Übertragung einer Fußballweltmeisterschaft, aber er zeigte uns auch die Ohnmacht des einzelnen im Zeitalter der Medienüberflutung. Wir sind zu Sklaven der Bilder geworden, die wir schufen. Wir überlassen den Maschinen und Moni­toren das Terrain. Sie sind einfach schneller. Der erste Tarnkrieg der Geschichte in Echtzeit ist zugleich der erste totale Tarnkrieg der Medienberichterstattung geworden. Millionen Fernsehzuschauer liefen über zu einer verfälschten Darstellung. Freund und Feind wurden gleichermaßen überlistet. Gegen die Virtualität gibt es nur Verlierer. Das gute alte Fernsehen weicht also dem Multimedia-Terminal, passives Empfangen von Daten der Selektion und Steuerung. Der Schritt von der Television zur Teleaktion ist so gut wie vollbracht. Über Meßfühler und Sensoren wer­den wir handlungsfähig und weltweit präsent, ohne uns de facto von der Stelle rühren zu müssen. Das Blldtelefon mutet da fast schon archaisch an. Demgegenüber erleben wir uns in kybernetischen Anzügen. Jeder Quadratmillimeter unserer Haut wird sende- und empfangsbereit. Ob es Realität oder Virtualität ist, die wir in unserer Multimediaburg erleben, spielt am Ende keine Rolle. So oder so können wir Menschen über gewaltige Distanzen berühren, Sex mit ihnen haben, sie schlagen und vielleicht sogar umbringen. So oder so erhalten wir keine Sicherheit über unsere Kommunikationspartner. Im Zweifel haben wir sexuellen Verkehr mit einem Mann, der eine Frau ist. Umgekehrt senden auch wir nur Daten, mit denen wir gefallen oder nicht gefallen, ganz wie es uns beliebt Aktion wird zur Teleaktion, Reaktion zur Telereaktion. Wir bewegen uns als Abbild in einem Abbild, besser gesagt, in einer potentiellen Welt von unzähligen. Potentiell, wie gesagt, und entsprechend unverbindlich.

Alles hier vollzieht sich mit Hochgeschwindigkeit. Wir haben Sex, gehen gemeinsam auf Partys und unternehmen ausgedehnte Reisen, während wir selber unerkannt und weitgehend regungslos an hermetisch abgeriegelten Orten sitzen und unsere eigenen Aktivitäten verfolgen. Wir gehen immer seltener nach draußen, wo der krasse Gegensatz herrscht, Verarmung und Verrohung. Wir reduzieren uns auf Funktions- und Steuerungseinheiten. Das Empfinden und Erleben übernehmen die Sensoren, die Be­schreibung der Welt die Programme. Das Zauberwort heißt Distanz.

Zeit spielt in diesem Universum keine Rolle mehr. Die Zeit als Faktor des Nachdenkens, der Selbstverinnerlichung, des allmählichen Einsehens, als Schlüssel zum besseren Verständnis hat in der virtuellen Gesellschaft ausgespielt. Sind die Programme, in denen wir uns bewe­gen, lernfähig, werden sie sich vorerst anpassen, um da­durch unterschwellig die Souveränität des Programmierers zu untergraben und ihn in neue Voraussetzungen zu zwingen. Es ist wie beim Zauberlehrling. Die Geister, die wir riefen, sie wachsen uns über den Kopf. Wir sind nicht länger Herr der Lage. Programme, die sich evolutionieren und schneller dazu­lernen, als Menschen reagieren können, handeln und schaffen neue Voraussetzungen. In aller Unschuld über­nimmt das Programm die Rolle des Entscheiders. Ähnliches passierte im Golfkrieg. Die intelligente Munition, die sich unvorhersehbaren Situationen anpassen konnte, degradierte ab einem gewissen Punkt Feind und Freund gleichermaßen zu Statisten. Der Roboter übernahm die Verantwortung, er konnte alles besser.

So geht die Virtualität ihren eigenen Weg, reißt uns mit und enthebt uns der Möglichkeit totaler Kontrolle. Der Krieg gerät zum Videospiel, das Schicksal der Opfer unterliegt dem Zufallsgenerator, das gewünschte Resultat erzielt, wer am besten spielt, und Schmerzensschreie werden zu bunten Symbolen digitalisiert, an deren Ende vielleicht ein Freispiel wartet. Das Fehlen des realen Schreckens, obgleich er ja irgendwo stattfinden muß, merzt jedes Empfinden für Brutalität und Grausamkeit aus. immer sinnloser werden unsere Taten anmuten, aber sie werden nur die konsequente Antwort auf die Sinnlosigkeit einer Welt sein, in der uns die virtuelle Distanz vor jedem echten Kontakt schützen soll und wir uns nicht mehr als Menschen, sondern als Menschendaten begreifen, als Wirklichkeitsaus­schnitte, Zeitpunkte und Statistiken.

 

 » 12. Dezember 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »THE VALLEY OF THE SHADOW OF DEBT« •

• »BANK LENDING SURVEY« (>>) • 

• »BRD: Arten und Gläubiger der öffentlichen Verschuldung« (>>)

• »MwSt-Erhöhung - Die "Tricks" der Hersteller« (>>)

POLITIK

 

• »Der "Fall" Litwinenko« (>>) • 

 

 

 

  WIRTSCHAFT

 


                                THE VALLEY OF THE SHADOW OF DEBT



Zunächst mal ein paar Auszüge über die US-Kreditkartenindustrie (vollständigblack01_next.gifhier), die z.g.T. auch im eigentlichen Artikel enthalten sind.

Credit Card Industry Facts and Personal Debt Statistics

Credit Card Industry

The first widely accepted plastic charge card was issued in 1958 by American Express.  The first general use credit card that allowed balances to be paid over time was the BankAmericard (which later changed its name to Visa in 1977), issued in 1959

 There were 1.3 billion credit cards in circulation in the U.S. in 2004

 The credit card industry mailed over 6 billion credit card offers in 2005, an average of 6 offers per household per month

 The credit card industry took in $43 billion in fee income from late payment, over-limit and balance transfer fees in 2004, up from $39 billion in 2003

 Credit card late fee penalties totaled over $11 billion in 2005

 In 2005, 85% of consumers surveyed considered rewards cards their primary card in wallet

American Consumers

The number of U.S households receiving a credit card offer each month increased to 71% in 2004, up from 69% in 2003

 Total American consumer debt reached $2.2 trillion in 2005

 Total American household consumer debt averaged $11,840 in 2005

 Total American consumer debt increased 41% between 1998 and 2004

 The average amount financed for new car purchases was just over $26,000 in 2005

 Average household credit card debt has increased 167% between 1990 and 2004

 The average balance per open credit card was $4,617 in 2004

 The average American had over seven payment cards in their wallet including credit card, retail store cards and bank debit cards in 2004

 The average interest rate paid on credit cards was approximately 14.54% in 2005

 In 2004 the Consumer debt to net worth ratio was 21%, the highest rate in 55 years

 The average household had $30,000 in unused credit lines in 2004

Na da sehe ich noch "Spielraum" nach oben! Wenn der durchschnittliche Haushalt noch $30.000 an nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien zur Verfügung stehen hat, dann scheint die Choose immer noch nicht komplett "ausgereizt" zu sein. Jedenfalls nicht "im Durchschnitt". In vielen der Einzelfälle wird angesichts der dargestellten Zahlen und - vor allem -- Steigerungsraten nicht mehr viel gehen. Es kommt jetzt drauf an, in wie weit der Rest noch "mobilisiert" werden kann!

 A typical credit card purchase [Einkauf] is 12-18% more than if cash was used (as of 2004)

 2.39 million U.S. households filed for bankruptcy in 2005, a 12.8% increase over 2004

 The average credit card balance in 2005 would require over 13 years to pay off if only making minimum payments of 4% at an average interest rate of 14%

 30 million Americans, (40% of homeowners) refinanced their mortgages during the 3 years (prior to Q3 2005), with over half applying the proceeds to eliminate credit card debt

Dazu nochmal ein Zitat ausblack01_next.gif»Can the economy survive the housing bust?«...

[...] Another big concern is what happens if consumers can't keep using their homes as cash machines. By Gordon's estimate, U.S. homeowners pulled more than $450 billion in equity out of their homes last year and are on pace for a similar bonanza in 2006.
But with home values falling, homeowners may lose that source of ready spending money. Should cash-out refinancings fall back to 2001 levels, he estimates, it would drain $300 billion from the economy - which would have roughly the same impact as a $60 jump in the price of a barrel of oil.

...und abermals der Verweis zur kurzen, grundsätzlichen Erklärung und Daten zum "Cash-out refinanzieren":black01_next.gifhier undblack01_next.gifhier (ab Seite 31)!!

 Among middle class households, the average amount of credit card debt paid off with home equity loans was $12,000 (Q3 2005).

 Seven out of 10 low and middle income households reported using their credit cards as a financial safety net, i.e. to pay for car repairs, rent or housing repairs and medical expenses, rather than relying on savings in 2005

Students

 In 2004, 76% of undergraduate college students had at least one credit card in their name with an average of outstanding balance of $2,169

 In 2004, the average college student graduated with $16,500 in student loans, up 74% since 1997

Seniors

 In 2004, the average debt for Americans 65 and older was $4,000, up 89% in the past decade

 In 2004, the average personal wealth of a 50 year old American was less than $40,000 including home equity

"Beeindruckend"!! "Den Debitismus" haben die US-Konsumenten jedenfalls anscheinend verstanden . Doch zurück zum eigentlichen Artikel »THE VALLEY OF THE SHADOW OF DEBT«

Second only to the weapons industry in profitability, the debt industry has replaced America’s manufacturing base. Today, Phillips tells us, 44% of all corporate profits come from the financial sector, whereas only 10% come from the manufacturing sector.

So so, die Waffenindustrie also...?!?! Es lebe die ach so "freie Marktwirtschaft". Nicht das sich "Joe Sixpack" (als Vertreter der privaten) nicht auch ein paar Feuerwaffen gönnen würde, doch die machtinnehaltenden -- sprich staatlichen -- Vertreter schlagen da in ganz anderen Größenordnungen zu: »Die Träger der US-amerikanischen Nimitz-Klasse, die von zwei Atomreaktoren und vier Dampfturbinen angetrieben werden, haben bis zu 6.300 Mann Besatzung und kosten 5 Milliarden US-Dollar; die monatlichen Betriebskosten eines Flugzeugträgers dieser Größe betragen ca. 13 Mio. Dollar (ohne Personalkosten).« (>>) Und demnächst besitzt der amerikanische Steuerzahler, nebst anderer netten black01_next.gif"Spielzeugen",black01_next.gifzehn Stück dieser Monster! Die Dinger sind keine Folge der "freien Marktwirtschaft" oder des inform_white.gif "Raubtierkapitalismus", sondern des Machterhalts- und Ausdehnung!! Und den/die gibt es nicht umsonst...

Also this week, the New York Times reported that gains in income are being offset by rises in property taxes nationwide, leading New Jersey Governor, Jon Corzine to comment: “It is all too clear to everyone: The property tax burden is simply overwhelming [erdrücken] our citizens and their economic well-being."

Dazu passt, in gewisser Weise, eine Textpassage, über die ich "gestolpert" bin, und deren inhaltliche Aussage zumindest in Erwägung gezogen werden sollte. Ausblack01_next.gif»K.W.F.-Reihe: Der Weg in Armut und selbstverschuldete Knechtschaft«:

Unabhängig von allen ökonomischen Überlegungen offenbart die Behauptung, der Staat wäre nicht konkursfähig und daher seien Staatsanleihen ein todsicheres Investment, die freiheitsfeindliche Logik einer derartigen Anleihe. Übersetzt bedeutet dies ja nichts anderes, als daß der Staat zur Tilgung seiner Schulden, ein Anrecht auf das gesamte Vermögen seiner Bürger und damit auch auf die Person selbst habe. Mit einer freien Gesellschaft sind Staatsanleihen daher beim besten Willen nicht kompatibel.

Nicht daß sich daran jemals etwas ändern wird (es sei denn "wir" schaffen die Institution Staat ab), aber wenigstens nachdenkenderweise zur Kenntnis sollte es genommen werden!

 “Today’s family has no margin of error; there’s no leeway to cut back if one earner’s hours are cut or if the other gets sick….The modern American family is walking a high wire without a net.
...and she repeatedly underscores the reality that an overwhelming majority of bankruptcies are caused by health emergencies among families and individuals who have no health insurance.

Und wir beschweren uns über die hiesigen Verhältnisse. Geradezu paradisich haben wir's hier .

Als Resümee setzt die Autorin folgenden, vielsagenden Absatz...

I haven’t had one for years and have survived quite well. In fact, the other day, when I paid for a purchase with little green pieces of paper with pictures of dead presidents on them, a store clerk remarked, “We don’t see much of those anymore.” I can only wonder what her employer will tell her when some of us show up with silver and gold coins to pay for our purchases because all other forms of payment have become null and void.

...dem ich im Grunde nichts hinzufügen will!

 black01_next.gifKomplett »The Valley of...«



 


                                BANK LENDING SURVEY



Umfrage zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) im Euroraum, die von den nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets zusammen mit der Europäischen Zentralbank (EZB) durchgeführt wird. Ergebnisse für Deutschland

 

Ich persönlich finde das ganz interessant. Nur war die Handhabung derblack01_next.gifOriginaltabellen bisher sowohl unkonfortabel, als auch unübersichtlich. Weil Bilder mehr sagen, als tausend Worte, habe ich die wichtigsten Fragen -- respektive Antworten --  mal graphisch umgesetzt. Natürlich trotzdem nicht ohne kurze Eigenkommentare .

Das Ergebnis sieht so, wie beispielhaft in den beiden Bildern rechts dargestellt, aus.

Und damit ihr nicht denkt, ich würde mich mit fremden Federn schmücken, gebe ich der Vollständighalber der Wahrheit die Ehre und gebe zu, daß mir die Idee hierzu nicht selbst kam. "Angestossen" wurde ich durch die Seiteblack01_next.gif»Die Wachstumswette 2007«, in der zwei entsprechende Graphiken zu sehen sind.

Die Umsetzung des Autors mit Bildern fand ich wirklich gut. Allerdings kann ich seinen Ausführungen und Interpretationen nur bedingt folgen. Beispielsweise spricht er, bezogen auf die Graphik der Frage 1 rechts,  von »Die Finanzierungsbedingungen sind fabelhaft.«. Wenn wir uns aber vergegenwärtigen, daß im Januar 2003 der Wert bei +56 (=sehr stark verschärft) lag, dann liegt die Annahme nahe, daß selbiger Wert (oder wenigstens ähnliches), zumindest theoretisch auch für die Gegenrichtung möglich wäre (sprich -56 = sehr stark gelockert). Ich denke, erst dann (oder ähnlichem) könnten wir ernsthaft von fabelhaften Finanzierungsbedingungen sprechen.
Und erst  diese unsägliche, einfach nicht auszurottende, "Nettogeld"-Vorstellung  ... »Erst mit einer solchen angemessenen Lohnerhöhung gewinnt der Aufschwung an Breite, erst dann wird er tatsächlich selbsttragend.«

Den Rest zum "BLS" könnt ihr ja selbst lesen und, vor allem, sehen:

black01_next.gif»Bank Lending Survey«

Bank-Lending-Survey_Frage4.gif

Bank-Lending-Survey_Frage13.gif

 

  
 


                                BRD: Arten und Gläubiger der öffentlichen Verschuldung



Ich habe mal die diesbezüglichen Datenblack01_next.gifaktualisiert. Nichts sonderlich aufsehenerregendes, aber mußte mal gemacht werden.
Allerdings noch eins hierzu (Gläubiger) -- nur so zur Info --, als vielleicht doch ganz interessante Ergänzung. Nämlich die etwas langfristigere Darstellung der wichtigsten Posten. Von daher interessant, weil dieblack01_next.gifQuelle zeigt, daß der Anteil der ausländischen Gläubiger (rote Linie) stetig größer wird!! Anders gesagt, die deutschen öffentlichen Haushalte verschulden sich seit geraumer Zeit mehr und mehr im Ausland, mit einem Anteil von mittlerweile rd. 45-46%!
 


     

 


                                MwSt-Erhöhung - Die "Tricks" der Hersteller


Nichts wirklich überraschendes oder weltbewegendes, aber doch eine Erwähnung wert!! Und zwar geht es darum, wie die Hersteller die MwSt-Erhöhung "umgehen". Nämlich mitnichten durch Preiserhöhungen, sondern durch viel "subtilere" Methoden!! Ein paar Beispiele:

1.) Ein recht bezeichnendes Beispiel aus eigener Erfahrung: Soya-Drinks, die ich mir dann und wann mal genehmige. Im konkreten Fall handelt es sich um den Hersteller Alpro. Vor kurzem ist mir aufgefallen, daß die Zutatenlisteblack01_next.gifaktuell folgendes ausweist: »...geschälte Sojabohnen (6,4%)...«. Ich weiß nicht genau wann das geändert wurde (nach meinem Kaufverhalten zu schließen, muß es schätzungsweise irgendwann innerhalb der letzten 3-4 Monate passiert sein), aber vor noch nicht allzu langer Zeit hieß es da noch »...geschälte Sojabohnen (7,2 %)...«, wie dieseblack01_next.gifSeite mit Datenbasis 18.06.2004 beweist. Der Preis ist meines Wissens der gleiche geblieben.

2.)    Kleine Packung, großer Preis - Heimliche Preissteigerungen vor Mehrwertsteuererhöhung

Die anstehende Mehrwertsteuererhöhung am 1. Januar 2007 von 16% auf 19% verleitet immer mehr Unternehmen, auf die Dummheit der willigen Käufer zu spekulieren. Um die Preiserhöhung durch die höhere Mehrwertsteuer an die Kunden weiterzugeben, ohne dass diesen das auffallen würde, bedient man sich eines alten Tricks, den die Tabakindustrie seit Jahren anwendet. Warum das Produkt teurer machen, wenn man stattdessen auch die Verpackungsgröße reduzieren kann? Dabei wird dann oft auch gleich eine Preissenkung suggeriert, da der absolute Preis des Produkts tatsächlich sinkt (jedoch unterproportional).

black01_next.gifKomplett...

3.) Ich scheine ein bißchen spät dran zu sein, mit dem Thema , wie mir soeben auffällt. Nun gut, was soll's, zu spät, jetzt lass ich's stehen. Und diesen Link setzt ich auch noch (inkl. konkreter Beispiele): black01_next.gif»Preiserhöhungen durch Mogelpackungen: Kleinere Menge zum gleichen Preis!«

4.) Zu guter Letzt noch ein black01_next.gifMusterbeispiel, wie uns Unternehmensberatungen sehen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß ich eher als Melkvieh, denn als ernstzunehmender »Kunde« fungiere.

„Angesichts der Renditesituation in den meisten Branchen und der ohnehin vom Kunden erwarteten Preisanhebung stellt sich die Frage des ‚Ob’ überhaupt nicht, es geht lediglich um das ,Wie’ und das ‚Wann’“, so die Berater von Simon - Kucher. Sie empfehlen, die Preisanhebung auf das dritte Quartal vorziehen, denn ab 1. Januar 2007 seien die Verbraucher hoch sensibilisiert.

Empfohlen wird unter anderem: 

4. Denken Sie auch „out-of-the-box“. Beziehen Sie zum Beispiel geänderte Packungsgrößen und Bundlingstrategien in Ihre Überlegungen mit ein.

Siehe oben!!

5. Informieren Sie den Wettbewerb durch Pressenotizen, Interviews etc. über Ihre grundsätzlichen Absichten (so genanntes „Signalling“), und führen Sie die gesamte Branche in die richtige Richtung. Wer nicht aktiv führt, darf sich später nicht darüber beklagen, wenn einzelne Unternehmen abweichen und die Branche sukzessive in einen Preiskrieg ziehen.

Der ist allerdings nicht schlecht!! Wo kämen wir denn aber auch hin, wenn jeder macht was er will und das Ganze tatsächlich in Wettbewerb münden würde. Pfui Deibel, dergleichen muß schon im Keim erstickt werden.... Besonders erbost einen dann noch, wenn mehr und mehr der Vieh"hirten" geringfügig abheben (black01_next.gif»§ 007 : Die Lizenz zum Betrügen«) und gerade mal zum geregelten Sinkflug gebeten werden, anstatt eine verdiente Bruchlandung hinzulegen.
 

 

  POLITIK

 


                                Der Fall Litwinenko


Anmerkung: Ich maße mir weiß Gott nicht an, in diesem Fall "den Überblick" zu besitzen. Zu versuchen auf dem etwas mehr hintergründigen Laufenden zu bleiben, kann jedoch nicht schaden. Wobei ich "Rußland" keinesfalls einen "Persil-Schein" ausstellen will. Andererseits finde ich folgende Auszüge und deren Fragestellungen, Schlußfolgerungen und Informationsgehalte, wesentlich sinniger und plausibler als den "übliche" Kram. Nun ja, entscheidet selbst... (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Die Quellen findet ihrblack01_next.gifunten aufgelistet und können/sollten selbstverständlich auch in Gänze zur Durchsicht dienen!

ALEXANDER GOLDFARB
Als Freund Litvinenkos und Direktor der von Boris Beresowski gegründeten International Foudation for Civil Liberties bildete Alexander Goldfarb das persönliche Bindeglied zwischen den beiden prominenten Russen im Londoner Exil. Beresowski rief die Stiftung bereits kurz nach seiner Ankunft in der britischen Hauptstadt ins Leben. Goldfarb ist US-Bürger. Während der dreiwöchigen Agonie Litvinenkos stand sein Freund Goldfarb ständig im Rampenlicht, weil er die letzten Nachrichten des Sterbenden an die Öffentlichkeit weitergab.
ACHMED SAKAJEW
Der tschetschenische Unabhängigkeitskämpfer Achmed Sakajew, der 2000 nach einer Verletzung im Tschetschenienkrieg seine Heimat verließ, kam 2002 ebenfalls nach Großbritannien ins Exil. Als ihm in einem Gerichtsverfahren die Ausweisung drohte, wurde er von der Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave unterstützt. Das Auslieferungsbegehren wurde mit der Begründung zurückgewiesen, dass Sakajew möglicherweise von Folter bedroht sei. Sakajew knüpfte in London Kontakte zu anderen exilierten Persönlichkeiten. Litvinenko soll er einmal als "Bruder" bezeichnet haben. (1)

L. [Litwinenko] floh im Jahr 2000 aus Russland, als dort der Stern der russischen Oligarchen, einer besonders üblen Untermenge der globalen Heuschrecken, zu sinken begann. A. Goldfarb von der in Russland vielfältig tätigen "Bürgerrechtsstiftung" des US-Milliardärs Soros organisierte seine Flucht. [...] L. ging nach London, wohin die reichsten kriminellen Oligarchen wie Beresowski und Abramowitsch schon geflohen waren oder nachfolgten und erhielt dort Asyl. England hat seit Elisabeth I. eine lange Tradition in der liberalen Beherbergung von Freibeutern und Piraten. Andere Oligarchen (z.B. Gussinski) zog es von Moskau dagegen direkt nach Israel. [...] Normalerweise essen und trinken Agenten aus gutem Grund nichts bei ihren Meetings. L. hat wohl einen Moment nicht aufgepasst und schon war ihm das radioaktive Metall, von dem eine winzige, nicht sichtbare Menge genügt, verabreicht. Die Dosis war so hoch, dass er nach gut drei Wochen starb, ausgerechnet einen Tag, bevor Putin mit der EU über eine Verlängerung des russisch-europäischen Handelsabkommens verhandelte, wogegen Polen ein Veto eingelegt hatte. [...] Die europäische Heuschreckenpresse, so berichtet der SPIEGEL, z.B. „The Times“ und „La Repubblica“ stürzt sich mit Getöse auf den bösen Putin, den „Kumpel aller Sportler“ (Politkovskaja) und macht ihn direkt oder indirekt für den „Polonium-Mord“ an Alexander Litwinenko verantwortlich. [...] Nach gestrigen Rundfunk-Berichten sollte es in London Spuren von Radioaktivität in Litwinenkos Wohnhaus (das zufällig Beresowski gehört), im Hoteltreff und in der Sushi-Bar geben. Heute ist vom Wohnhaus nicht mehr die Rede (Der Standard). Dafür insinuieren britische Sicherheitsleute, es sei staatlich-professionell gearbeitet worden. Wenn der hochgiftige Stoff gleich an zwei Plätzen locker verstreut wurde, haben die Attentäter eher nicht „staatlich-professionell“ gearbeitet. So, wie das britische Gesundheitswesen, das es bei dieser Vorgeschichte versäumte, bei den ersten Anzeichen des Haarausfalls L.s Urinprobe sofort ins Nuklearlabor zum Aufspüren radioaktiver Stoffe zu schicken.
Es ist zudem höchst unwahrscheinlich, dass ein Profi-Geheimdienst mit einem radioaktiven Stoff arbeitet, der eine so lange Halbwertszeit (138 Tage) hat und noch Wochen nach dem Anschlag im Körper nachweisbar ist. Da gibt es in der Szene Alternativen. Besonders ungeschickt hätte sich der FSB angestellt, wenn er Polonium so dosierte, dass seine tödliche Wirkung bei einem früheren Angestellten und jetzt britischen Staatsbürger genau zu dem Zeitpunkt einsetzt, wo sich – absehbar - die EU und Russland wegen Polen streiten werden. So dämlich, das sieht Die Presse richtig, sind Putins Leute nicht. (2)

Vielleicht weist die Spur des Polonium 210 in London jetzt den Weg zu den Mördern Litwinenkos. Denn Polonium 210-Spuren wurden nicht nur in der Itsu Bar, im Millennium-Hotel und in Litwinenkos Wohnhaus gefunden. (Litwinenko wohnte in einer Beresowski-Liegenschaft direkt gegenüber dem tschetschenischen Terroristen Sarkajew.)
Im Büro Beresowski wurden jetzt ebenfalls Polonium 210-Spuren entdeckt (Guardian). Wir wollen natürlich niemanden vorverurteilen, aber die Liste der Verbrechen, die der ermordete Journalist P. Khlebnikow dem „Oligarchen“ Beresowski in seinem Buch „Der Pate des Kreml“ zur Last legte, ist lang. Hony soit qui mal y pense! [„Schande über den, der schlecht darüber denkt“ (>>)]
Das ganze erinnert daran, dass die Ermordung des Journalisten Paul Khlebnikow noch immer ungeklärt ist, einem Beresowski-Kritiker, der erschossen wurde, als er sich wie Anna Politkovskaja zu sehr für die unsauberen Geschäfte der „Oligarchen“ in Tschetschenien interessierte. Geldwäsche und das Verschieben geklauter Güterzüge, kilometerlang gefüllt mit wertvollsten Rohstoffen, waren zwei ihrer „Spezialitäten“. [...] Am 13.05.05 berichtete Mosnews über die Verhaftung von zwei Tschetschenen, die der Ermordung Khlebnikows verdächtigt wurden: [...] Zuletzt berichtete Mosnews am 15. Februar dieses Jahres, dass der Prozess vor einem Moskauer Strafgericht gegen Dukuzov und Vashaev wegen eines allfälligen Richterwechsels neu aufgerollt wird. Das Ende des Prozesses ist offen.
Nicht mehr offen ist das Ende des Tschetschenien-Krieges, den Terroristen wie Bassajew oder Zakajev (Sarkajew), die auf der Gehaltsliste der Oligarchen standen oder noch stehen, gegen Russland geführt haben. Anders als Bush im Irak und in Afghanistan hat Putin seinen "Krieg gegen den Terror" in Tschetschenien vorerst gewonnen.
Natürlich schreibt niemand in den westlichen Medien darüber. Aber auf der Website von Tomasz Konicz findet sich am 29. August 2006 unter der Überschrift „Alchanow, der Optimist“ das Eingeständnis der Niederlage des Terroristen Zakajev (Sarkajew), „dass ein militärischer Sieg der Separatisten nicht mehr möglich ist“. Konicz zitiert dort den Präsidenten Tschetscheniens, der den Konflikt schon Anfang Juni über „Echo Moskau“ für beendet erklärte, auch wenn es noch „Probleme“ gäbe.
Der Sieg Putins in seinem „Terrorkrieg“ gegen tschetschenische Separatisten erklärt, warum es jetzt für den nach England geflohenen „Oligarchen“ Beresowski und seine Freunde eng wird. Russland kann sich nun darauf konzentrieren, mit dem Lumpengesindel der Finanziers der Separatisten abzurechnen. Nach Beslan, Theater Nordost, Sprengstoffanschlägen auf Moskauer Wohnblocks und die Moskauer U-Bahn, nach der Sprengung von zwei Passagiermaschinen durch tschetschenische Selbstmordattentäterinnen sind für Putin noch ein paar Rechnungen offen. Die Oligarchen und die sie beschützenden „Angloamerikaner“ können sich warm anziehen. (3)

Die Darstellung, nach der Rußlands Präsident Wladimir Putin den Mord an Alexander Litwinenko in London "angeordnet" hat, ist so durchsichtig, daß sich inzwischen selbst einige britische Medien wie z.B. der Daily Telegraph fragen, ob Litwinenko nicht vielleicht "geopfert" wurde, um Putin zu schaden. Relevant für den Fall sind die folgenden Fakten:

1. Der Zeitpunkt: Der Litwinenko-Fall eskalierte unmittelbar nachdem Rußland und Großbritannien ein Auslieferungsabkommen schlossen, das es ermöglichen wird, den russischen Oligarchen Boris Beresowskij und den tschetschenischen Rebellenführer Achmed Sakajew an Rußland auszuliefern. Die Nachricht vom Tod Litwinenkos wurde am 23. November bekannt - genau während des EU-Rußland-Gipfeltreffens in Helsinki, an dem Putin teilnahm. Dadurch erhielt der Fall das größtmögliche Echo.

2. Sämtliche Freunde Litwinenkos stehen in Beresowskijs Sold. Litwinenkos Freund und Nachbar Sakajew brachte ihn ins Krankenhaus, nachdem sich Symptome einer Vergiftung zeigten. Beide lebten in Häusern, die ihnen Beresowskij zur Verfügung gestellt hat. Litwinenko wurde im Krankenhaus von dem russischen Filmproduzenten Andrej Nekrassow besucht, der derzeit zusammen mit David Satter vom Hudson Institute einen Dokumentarfilm über Rußland dreht. Litwinenkos PR-Manager war Lord Timothy Bell, der ebenfalls von Beresowskij bezahlt wird. Bell war auch PR-Mann für Lady Thatcher, als sie Premierministerin war, sowie für Lord MacAlpine, als dieser vor mehreren Jahren als Gastgeber der tschetschenischen Rebellenregierung fungierte.

3. Alle Erklärungen und Interviews, die Litwinenko von seinem Sterbebett aus gab und in denen er Putin für seinen Tod verantwortlich machte, wurden von Alex Goldfarb veröffentlicht, einem Russen, der auch Direktor von Beresowskijs New Yorker Internationaler Stiftung für Bürgerliche Freiheiten ist. Zuvor war Goldfarb für eine der Stiftungen von George Soros tätig.

4. Eine äußerst dubiose Rolle in dem Fall spielte Mario Scaramella, ein zweifelhafter Italiener, der Litwinenko in einem Londoner Restaurant traf und Scotland Yard sagte, er habe Litwinenko darüber informiert, daß er - neben Scaramella selbst und Beresowskij - auf derselben Todesliste stehe wie die ermordete russische Journalistin Politkowskaja. Gegenüber Scotland Yard erklärte Scaramella, daß Putin ein Team des Geheimdienstes FSB mit dieser Mordliste entsandt habe. Scaramella nannte den früheren FSB-Beamten Jewgenij Limarew, der in Paris und Venedig lebt, als Quelle seiner Informationen. Limarew dementierte Scaramellas Bericht jedoch sofort in einem Interview mit der Tageszeitung La Repubblica.

5. Dieser Scaramella ist Teil eines privaten Geheimdienstnetzwerks, das sich rühmt, mit US-Vizepräsident Cheney in Verbindung zu stehen. Scaramella arbeitet für das in Washington ansässige Präventionsprogramm gegen Umweltkriminalität (EPP), das Limarew zufolge "institutionelle Unterstützung im Militärgeheimdienst" hat. Limarew berichtet, Scaramella habe ihm gesagt, sie könnten sich "auf Dick Cheneys Team im Weißen Haus verlassen." Über das EPP gab Scaramella an Limarew und Litwinenko gefälschte Dossiers gegen italienische Kriegsgegner weiter, die dem "Mythrochin"-Untersuchungsausschuß des italienischen Parlaments zugeleitet werden sollten. Scaramella ist Berater des Vorsitzenden dieses Ausschusses Paolo Guzzanti.

6. Quellen in Rußlands Regierung und Medien verweisen auf Beresowskij als möglichen Verantwortlichen für den Mord. "Wenn man die Frage stellt, wer von all dem am meisten profitieren könnte, kann die Antwort nur Beresowskij lauten", zitierte die Sunday Times am 26. November eine Quelle im Kreml. Komsomolskaja Prawda schrieb: "Sein Tod ist im Interesse derer, die die Beziehungen zwischen Rußland und dem Westen vergiften wollen."

7. Bei einer Pressekonferenz in Helsinki erwähnte Putin zum dritten mal öffentlich den Mord an dem Journalisten Paul Klebnikow, der ein Schwiegersohn von John Train und ein enger Verbündeter Beresowskij ist. In Bezug auf den Politkowskaja-Mord sagte Putin: "Wir müssen auch über andere Morde dieser Art nachdenken. Auch ein anderer Journalist, der Amerikaner Paul Klebnikow, wurde ermordet. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet und der Fall vor Gericht gebracht. Leider wurden die Angeklagten von der Jury freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren wieder aufgenommen. Aber wir dürfen auch die politischen Verbrechen in anderen Ländern nicht vergessen, zu denen politische Morde in anderen europäischen Ländern gehören." (4)

Die Indizien, findet La Repubblica, sind erdrückend: „Ein radioaktiver Stoff. Das ist etwas, was man nicht in der Apotheke kauft und auch nicht in der Küche selbst fabriziert. Eine sehr seltene, äußerst schwer zu beschaffene Substanz.“ Hier irrt „La Repubblica“. Polonium ist ubiquitär, das heißt es kommt als Zerfallsprodukt von Radium in äußerst geringen Mengen überall in der Natur vor (Siehe die tabellarische Zusammenstellung der Radionuklide in Umweltüberwachung, Medizin und Technik (PDF, 785KB) des Hessischen Umweltministeriums). Aus einer Tonne Uranerz kann man 0,0001 Gramm (100 Mikrogramm) Polonium gewinnen. Ein mühsames Geschäft.
Man kann es sich bestimmt leichter unter der Hand in Sellafield, der nicht zu weit von London gelegenen englischen Wiederaufbereitungsanlage, beschaffen. Oder man baut es bei den Diensten aus Apparaten aus, die die statische Aufladung an der Oberseite von Fotos beseitigen. (Wird Amateuren nicht empfohlen, Vorsicht Lebensgefahr!) Zu aufwendig ist wohl auch die Herstellung aus Bismuth mittels Neutronenbeschuss, wozu man ein millionenschweres Nuklear-Labor braucht.
Die einfachste Möglichkeit, an Polonium zu gelangen, gibt es in den USA über das Internet. Dort kann man sich von „United Nuclear“ eine Probe Polonium fürs Privatlabor schicken lassen und mit PayPal bezahlen. (2)

Das alles klärt natürlich nicht die Frage: Wer waren die wirklichen Mörder?
Es gibt die Hypothese, dass Auftraggeber des Mordes an Litwinenko sein Schutzherr Beresowski gewesen sei, der sich in den letzten Jahren dadurch hervorgetan hat, dass er nicht nur aufständische Tschetschenen, sondern auch die „Orangene Revolution“ in Kiew im November/Dezember 2004, den Umsturzversuch in Weißrussland im Frühjahr 2006, auch die „Rosenrevolution“ in Georgien mit vielfachen Millionen-Dollar-Beträgen finanziert und auch sonst unterstützt hat. Gegen Beresowski läuft ein Auslieferungsverfahren der russischen Gerichtsorgane (auch in der Ukraine wird er angeklagt, z. B. von Krawtschuk, ehemaliger Präsident der Ukraine). Er habe versucht, wie die „Iswestija“ schreibt, eine drohende Abschiebung zu verhindern, indem er ein Umfeld für verstärkte Propaganda gegen Russland schafft. Möglich ist aber auch, dass ihm Litwinenko, der schon krank war, eine willkommene Gelegenheit bot, daraus einen großen polirischen Mordfall zu konstruieren. Oder war Litwinenko seinen Londoner Schutzherren verdächtig oder arbeitete er gar gegen Sakajew? (5)

Tatsache ist, dass Litwinenko nach seiner Erkrankung am 2.11. sofort von der PR-Firma “Chime Communications” betreut wurde. Deren Chef ist wiederum ein Vertrauter Beresowskis. “Chime Communications” sorgte für das weltweit verbreitete Foto des sterbenden Geheimdienstmannes. Des weiteres gab Litwinenko, als es unweigerlich zu Ende ging, eine Erklärung ab, in der er in pathetischen Worten Putin der Tat bezichtigte. Die PR-Firma besorgte die öffentlichen Auftritte des Vorsitzenden der Beresowki-Stiftung, Alexander Goldfarb, der die Tat ebenfalls Putin anlastete. Der Vater Litwinenkos, Walter, tat das gleiche. Der ebenfalls von Beresowksi ausgehaltene Tschetschene Ahmed Zakayew bereicherte den Fall mit der Nachricht, dass der russische FSB die Wirksamkeit des Poloniums an tschetschenischen Gefangenen erprobt hätte. Beresowksi hatte auch den anerkannten Toxikologen John Henry als Berater bei der Feststellung der verabreichten Substanz beiziehen lassen. Doch hat sich Henry sofort wieder aus der Untersuchung zurückgezogen. [...]
Doch gibt es unterhalb der Regierungsebene etwa im Geheimdienst Gruppen oder Personen, die mit Litwinenko alte Rechnungen zu begleichen haben. Dass sie Zugang zu frisch produziertem Polonium haben, ist eher unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass sie eine derartig komplizierte und gefährliche Verschwörung aufziehen, wo doch zur Ausschaltung Litwinenkos ein Schuss aus dem Hinterhalt genügt hätte. (6)

Wie gesagt, ich habe keinen blassen Schimmer was da  wirklich wie vorgefallen ist. Aber für mich eine, wenn nicht DIE, entscheidende Frage, stellt black01_next.gifBröckers recht anschaulich:

Dass der Fall des vergifteten Ex-Spions Litwinenko eher eine Anti-Putin Propaganda-Aktion ist, als ein Rachemord des Kremlchefs an seinen Kritikern, - diese Vermutung siehe Einträge vom 23. und 24. November – war nicht so falsch. Denn so dämlich, sich mit einer derart exotischen und publicity-trächtigen Methode seine Gegner vom Hals zu schaffen, kann Putin einfach nicht sein. Zudem: Wenn Litwinenko irgendetwas zu enthüllen gehabt hätte und zum Schweigen gebracht werden mußte, dann doch auf keinen Fall mit einer Methode, die ihm noch erlaubt, zwei Wochen lang mit der Presse zu reden.

Last but not least, möchte ich euer Augenmerk noch auf diesen Artikel lenken: black01_next.gif»Russland im Zangengriff: Morde an Litvinenko und Politovskaya: cui bono?«. Damit bleibt zwar nach wie vor alles reichlich verwirrend und primär spekulativ. Aber das dergleichen "Verbindungen" (das gilt für alle hier gezeigten) als rein zufällig zu werten sind, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Da werden wieder ganz große Räder gedreht, uns kleinen Rädchen bleibt dagegen erneut nichts anderes übrig, als uns nicht allzu sehr verar... zu lassen. Ich persönlich vertraue da, in Anbetracht der Erfahrungen der letzten Jahre, lieber weitestgehend auf die subversiven Medienangebote, als auf die etablierten (auch wenn "dort" natürlich nicht alle und/oder alles per sè Müll ist).

Bestätigt in dieser Auffassung hat mich persönlich (!!) mal wieder die Sendung »Sabine Christiansen: Die Russen kommen« in der ARD am Sonntag. Immer wenn's versprach spannend zu werde, kam der Schwenk zu oberflächlichen Allgemeinplatitüden. Wobei mir ganz besonders hardcore-dauerschmalzgrinser-Volker Bouffier (Innenminister Hessen, CDU) überaus unangenehm aufgefallen ist. Dessen "normales"black01_next.gif"Schaffen und Wirken" erinnert schon, im totalen Gegensatz zu seinem "schwiegersohngelächel", eher an einen Bullterrier, als an einen Volksvertreter. Bei Fr. Christiansen war's auch nicht viel besser. Mehrfach ritt er auf dem Fall Ukraine herum: »"Es ist gefährlich, wenn sich ein Land Energie mäßig abhängig macht. Das gibt Druckpotential." [...]  „Energie ist die Achillesverse Deutschlands. Die Beispiele Georgien und Ukraine stimmen bedenklich.“« (>>)

Das "die Geschichte" mit der Ukraine (temporärer Stop der Gaslieferungen durch Russland) aber ganz gewiss nicht so schön einfach und einseitig ist, wie von Hr. Bouffier schlagwortartig vorgebracht, ficht den Mann (und auch Fr. Christiansen) offensichlich nicht im Geringsten an. Neben der politischen Großwetterlage (siehe ja auch oben) gibt es speziell hierzu durchaus zwei Seiten der Medaille!! Ein paar beispielhafte Satzfetzen aus black01_next.gif»DER RUSSISCH-UKRAINISCHE ERDGASKONFLIKT« (wirklich lesenswert!!) will ich diesbezüglich mal zeigen, den Rest müßt ihr bei Interesse eben selbst anschauen und/oder recherchieren.

Mit dem Ende der Sowjetunion begann Russland, von der Ukraine eine „normale“ Bezahlung der Energielieferungen zu verlangen. Bereits seit 1992 muss die Ukraine in US-Dollar bezahlen. Die Preise wurden schrittweise erhöht, bis sie 1995 Weltmarktniveau erreichten.

Tja, Unabhängigkeit bedeutet eben auch, für die "Wohnkosten" auf einmal selbst aufzukommen.

Die Ukraine kam ihren daraus resultierenden Zahlungsverpflichtungen nicht nach und sah sich deshalb erheblichem russischem Druck ausgesetzt. [...] Zu diesem Zeitpunkt beliefen sich die ukrainischen Schulden für russische Energielieferungen bereits auf 600 Mio. US-Dollar. [...] Trotz der hohen Schulden war die Ukraine russischem Druck nicht hilflos ausgeliefert. Im Gegenteil, Russland musste einsehen, dass eine Eintreibung der ausstehenden Zahlungen nur begrenzt möglich ist. [...] Dies erlaubt es der Ukraine zum einen, Engpässe durch illegale Entnahmen zu entschärfen. Zum anderen kann die Ukraine erhebliche Transitgebühren verlangen. [...] Anfang 2000 hatte die Ukraine offiziell geliefertes Erdgas für etwa 1,4 Mrd. US-Dollar nicht bezahlt. Gazprom verlangte zusätzlich noch einmal etwa 700 Mio. US-Dollar an Zinsen, Strafen und Entschädigungszahlungen für Gasdiebstähle.[...] Diese Pattsituation führte Mitte der 1990er Jahre zu einem Kompromiss. Es wurde vereinbart, dass die Ukraine über die Hälfte ihrer Erdgasimporte als Transitgebühr erhalten sollte. Zusätzlich wurden die russischen Leasinggebühren für Militärbasen der Schwarzmeerflotte auf der Krim zur Tilgung ukrainischer Gasschulden verwandt.

Besagte Leasinggebühren wurden in dem »Abkommen “Über den Aufenthalt der Schwarzmeerflotte auf dem Territorium der Ukraine” zwischen Russland und der Ukraine 1997 geschlossen und sieht die Stationierung der Flotte bis 2017 vor.« Am 14.02.2006 jedoch: »Ukrainische Staatsvertreter bestätigen ihre ablehnende Haltung gegenüber der derzeitigen Nutzung von Objekten auf der Krim durch die russische Schwarzmeerflotte. Ein Vertreter der Stadtverwaltung von Sewastopol regt an, die russischen Pachtzahlungen von derzeit 97 Mio. US-Dollar auf 200 Mio. US-Dollar erhöht werden sollte.«

1Ein schwer zu toppendes Beispiel ist ein black01_next.gifArtikel aus der "Welt", der zu besagter Sendung in kaum zu steigernder Einseitig- und Dümmlichkeit Stellung nimmt. Kein Wort über Bouffier's inkompetenter und/oder gewollter Parteiischkeit. Statt dessen wird auf unterstem Niveau denunziert und lieber auf Fr. Krone-Schmalz' » Micky-Maus-Frisur« eingegangen, als sich um tatsächliche Aufklärung zu bemühen!

Keine Silbe von alledem vernahm ich von Ankläger Bouffier!  
Was will ich damit sagen? Ich drücke es mal mit den Worten von Gabriele Krone-Schmalz aus, die ebenfalls in der Sendung war. Sinngemäß sagte sie in etwas dies: »...meine Güte, jetzt muß ich schon die Verteidigung von Gazprom übernehmen.« Punkt!!
Durch die absolut einseitigen Berichterstattungen1 in den üblichen Massenmedien, wird man, um überhaupt ein paar Hintergründe und Gegenpositionen darstellen zu können, oft genug beinahe dazu gezwungen, dies mit einer hier und da -- gewissermaßen -- ebenso einseitigen Position zu tun (oder zumindest kann durchaus der Eindruck entstehen).

Wie dem auch sei, vorläufig schließe ich mich einer dieser, möglicherweise "einseitigen" , Gegenpositionen an, die im Falle Litwinenko lautet:

[...] Das von A. Goldfarb professionell vermarktete „Martyrium“ Litwinenkos kommt den russophoben Neocons gerade recht, um von ihrer desaströsen Niederlage im Irak und Afghanistan abzulenken und die in zahlreichen James Bond – Filmen geschürten Vorurteile gegen das angeblich kalte, böse Russland aufzufrischen, dessen Wiedererstarken den geopolitischen Interessen der US-Regierung diametral zuwiderläuft.
Ausgerechnet von Mario Scaramella, dem zwielichtigen Wassertrinker im Sushi-Restaurant und „man in the middle of the mafia“ erhofft sich der Spiegel mehr Klarheit. Eine echte Lachnummer. Da sollte sich der Spiegel doch gleich offen der Kreml-Theorie der Bild-Zeitung anschließen.
Tatsächlich illustriert der Strahlenmord höchst anschaulich, wie menschenverachtend die Oligarchenbande beim Zusammenraffen ihrer Dollarmilliarden in Jelzins Russland ans Werk ging und mit welchen Methoden sie beim Zusammenbruch der Sowjetunion das aus dem russischen Volksvermögen gestohlene Gut unter dem Schutz Tony Blairs in London selbst heute noch verteidigen kann. (>>)

 

 

 

Quellen:

(1) »Litvinenko bewegte sich in illustren Umfeld«
(2)
»Kleine Richtigstellung zu Polonium 210«
(3)
»Polonium 210-Spur führt zu Beresowskis Londoner Büro«
(4)
»Strategie der Spannung: Fakten zum Mord an Alexander Litwinenko«
(5)
»Politische Analyse zum Litwinenko-Mord«
(6)
»Ein strahlender Mord«

 

 » 05. Dezember 2006 « 

 

  WIRTSCHAFT

 

• »Neues von der Kreditfront (Oktober '06)« •

• »Verschuldungssituation der deutschen Haushalte« (>>) • 

Neues vomblack01_next.gifBig Brother!

 

  WIRTSCHAFT

 


                                Neues von der Kreditfront (Oktober '06)


Vorab 1:  

Vorab 2: Zu dieser ganzen Thematik nochmals ein paar erklärende Auszüge aus black01_next.gif"DAS ist unser heutiges Kredit und Kreditgeldsystem (in 59 Punkten)" :

    .....
    55. Ein Kredit- bzw. Kreditgeldsystem scheitert unausweichlich, sobald die immer neue und immer zusätzliche Kreditvergabe und Kreditnahme stockt bzw. gar abnimmt. 
    56. Wie hoch sich Kredite/Schulden bereits aufgetürmt haben, ist als solches zunächst unerheblich. 
    57. Entscheidend bleibt immer, ob diese Kredite/Schulden durch zusätzliche Kredite/Schulden am Leben erhalten werden.
    58. Kommt es wegen der bereits existenten Höhe der Kredit- bzw. Schuldensummen zu einer Stockung bzw. einem Rückgang bei der Schaffung neuer Kredit- bzw. Schuldverhältnisse, ist der kritische Punkt des gesamten Systems erreicht (sog. "Überschuldung"). 
    59. Wird die Überschuldung allgemein, stürzen sämtliche bereits existenten Kredit- bzw. Schuldverhältnisse in sich zusammen.....
     
     

Vorab 3: Für grundsätzliche Erklärungen zu diesem Thema, bitteblack01_next.gifHIER kurz reinschauen.

 

1.) Kredite deutscher Banken an Nichtbanken (Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Haushalte, z.T. auch Euro-Raum)

1Nichtbanken (Nicht-MFIs) (>>) =
In- und Ausländer:
• Unternehmen und Privatpersonen (einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck)
Öffentliche Haushalte (inkl. Sozialversicherungen)

BRD-Tilgung Wertpapiere in Mrd.€

 

Nov 04

81,8

0,51

Dez 04

82,8

-1,00

Jan 05

84,6

0,97

Feb 05

70,0

-0,08

März 05

68,8

0,00

April 05

44,3

2,36

Mai 05

72,7

-0,79

Juni 05

85,4

-1,11

Juli 05

68,8

0,24

Aug 05

68,3

0,14

Sep 05

69,6

0,16

Okt 05

65,5

0,31

 Nov 05

61,2

0,48

 Dez 05

88,3

-0,56

 Jan 06

72,9

1,80

 Feb 06

79,7

-0,36

 März 06

72,9

0,07

 April 06

63,1

1,34

 Mai 06

46,1

-0,21

 Juni 06

75,1

-0,82

 Juli 06

50,9

-0,03

 Aug. 06

63,8

+0,07

 Sep. 06

78,7

+0,71

 Okt. 06

55,9

+0,37

( >> ,Emissionsstatistiken Rentenmarkt)

 

 

Für den Oktober können wir erneut ein Anziehen der Neukreditvergabe bei den Nichtbanken1 feststellen -- wenn auch nur ein eher schwaches. Ein Plus von 14,05 Mrd. Euro, oder 0,37 Prozent. Rund ein Drittel des Zuwachses können wir den Buchkrediten zuschreiben, ca. zwei Drittel den Wertpapieren. Und hier liegt auch schon der Hund begraben, weshalb ich, trotz der hiesigen, positiven Werte, ein klein wenig den black01_next.gifPartyschreck spielen muß. Wir blicken als "Hilfsstatistik" zu der...

...Emissionsstatistik für Wertpapiere (Buba >>):
Grundsätzlich weißt die Statistik eine recht niedrige Tilgung von 55,9 Mrd.€ aus (Tabelle links), womit sich ein Netto-Absatz von +20,7 Mrd.€  ergibt. Allerdings,
»Der größte Teil des Mittelaufkommens entfiel auf Emissionen der öffentlichen Hand (11,9 Mrd €), nachdem im Vormonat die Tilgungen den gleichzeitigen Brutto-Absatz um 2,3 Mrd € übertroffen hatten. Vor allem der Bund weitete im Oktober den Umlauf eigener Papiere kräftig aus (11,4 Mrd €).« Da es hier um die »Nichtbanken« geht, will ich zwar nebenbei erwähnen, daß »Die Kreditinstitute ihre Marktverschuldung im Oktober um netto 9,0 Mrd € ausgeweitet (September: 4,4 Mrd €) haben«, der eigentliche Punkt ist aber der, daß das dargestellte Plus von 0,37 Prozent nur durch die starke Neuverschuldung der öffentlichen Hand zustande gekommen ist (siehe dazu bitte im Folgenden unter 2.), »Unternehmen und Privatpersonen«). Das freut zwar die jetzt neuen Staatspapierhalter und zukünftigen Steuerempfänger, ist ansonsten aber eher kein Grund zur Jubelei.

Egal, für das Gesamtjahr ergibt sich somit für den Moment ein Plus der Neukreditvergabe von 109,2 Mrd. Euro, oder +3,00%. In der Tat wird sich das am Ende des Jahres wohl als  wirklich sichtbarer Zacken nach oben in der Graphik  erkennen lassen. Bei Aktien würde man vielleicht von einer "technischen Reaktion", auf den Absturz von 1999 bis 2002, reden. Oder ist es wahrhaftig mehr??

Wie besprochen, oben ist auch die öffentliche Hand teilweise enthalten, schauen wir also direkt bei den "Unternehmen und Privatpersonen" vorbei. 

 

2.) Kredite an inländische Nichtbanken (nur Unternehmen und Privatpersonen, ohne Wertpapiere)

 

Kredite an inländische Unternehmen und Privatpersonen
(INKLUSIVE Wertpapiere, gestrichelte Linien)

1999

2265,40

+6,94

2000

2387,01

+5,37

2001

2425,99

+1,63

2002

2411,07

-0,62

2003

2409,93

-0,05

2004

2397,64

-0,51

2005

2414,80

+0,72

 Jan 06

2451,38

+1,51

 Feb 06

2453,27

+0,08

 März 06

2460,01

+0,27

 April 06

2496,11

+1,47

 Mai 06

2489,28

-0,27

 Juni 06

2466,19

-0,93

 Juli 06

2460,55

-0,23

 Aug. 06

2463,94

+0,14

 Sep. 06

2484,76

+0,84

 Okt. 06

2477,42

-0,30

Wie oben bereits angedeutet, nur die Buchkredite betrachtend, ging es im Oktober '06 bei den Unternehmen und Privatpersonen "mittelkräftig" nach unten!! Eine Abnahme der Neukreditaufnahme um 8,45 Mrd. Euro, oder -0,37 Prozent!

Auch inklusive der Wertpapiere (nebenstehende Tabelle), konnte der Oktober mitnichten glänzen. Wir notieren einen Rückgang um 7,34 Mrd.€, oder +0,30%. Einleitend gezeigter ist also durchaus berechtigt!!

Für das Gesamtjahr liegen wir demnach bei den Buchkrediten -- bis jetzt -- bei einem Plus von 46,1 Mrd.€, oder +2,07%. Inklusive der Wertpapiere sieht das Bild wie folgt aus: +62,62 Mrd.€, oder +2,59%. Trotz des diesmonatigen Abschlags -- den wir einfach mal unter "Ausrutscher" abbuchen --, ein nach wie vor halbwegs brauchbarer Wert. Kein Vergleich zu den historischen Zuwächsen, aber immerhin, die Nulllinie ist erst mal ein Stück weit entfernt. Das kann sich zwar blitzartig wieder ändern, für den Augenblick sollten wir aber damit zufrieden sein.

Das Saldo der deutschen Leistungsbilanz (der Blick zu den -- sozusagen -- ausländischen, für die BRD "ersatzweise" einspringenden, stellvertredenden Kreditnehmern) lag in den ersten neun Monaten 2006 bei +67,2 Mrd.€ (Vorjahr 72,1) (>>). Zusammen mit der erst jüngst auch wieder in Deutschland nennenswert anziehenden Neuverschuldung, ergibt dies wohl den vielzitierten "Aufschwung".

Apropos "Ausländer": die sind nach wie vor wirklich nicht zu bremsen. Den europäischen Teil schauen wir uns näher an.
 

3.) "Bankstatistische Gesamtrechnungen in der Europäischen Währungsunion, Konsolidierte Bilanz der Monetären Finanzinstitute (MFIs)"

Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen" (Mrd. €) (>>)

Europäischen Währungsunion, Kredite an "Unternehmen und Privatpersonen"

 

Mrd. €

%

Dez 05

9555,7

+0,88

Jan 06

9661,2

+1,10

Feb 06

9778,5

+1,21

März 06

9909,0

+1,33

April 06

10060,5

+1,52

Mai 06

10124,9

+1,00

Juni 06

10173,0

+0,47

Juli 06

10262,5

+0,88

Aug.06

10274,0

+0,11

Sep.06

10402,8

+1,25

Okt.06

10495,0

+0,89

Differenz von September '06 auf Oktober '06 = +92,2 Mrd.€, oder +0,89% (Vormonate siehe Tabelle links). Teile ich die +92,2 Mrd.€ auf die zwölf Länder der Währungunion auf, dann ergibt sich pro Land eine Zunahme von im Schnitt +7,68 Mrd.€ (ist natürlich nur ein Mittelwert und deshalb nur begrenzt aussagefähig).

Rund 63 Prozent (Vormonat 82%) der zusätzlichen Kreditvergabe wurde durch die Buchkredite generiert, weitere knapp 18 Mrd. Euro (immerhin rd. 20% vom Gesamtzuwachs; Schnitt seit Sept. '04 = 8,66%) durch die Aktien und sonstige Dividendenwerte. Gegenüber dem Vormonat entspricht das (Aktien und sonstige Dividendenwerte) einem Zuwachs von eher durchschnittlichen 2,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr allerdings, steht dies für eine Steigerung um 16,1%, was den höchsten Wert seit März 2001 darstellt (>>). Muß alles absolut nichts bedeuten, fand ich aber wenigstens mal erwähnenswert. Zumindest zeigt es, daß sich Aktien... und -- vor allem -- Kredite darauf (820,1 Mrd.€), nicht gerade in gesellschaftlicher Ächtung befinden. Mehr vermutlich aber auch nicht!

 Nach einem Monat, in dem die sich die Kreditvergabedaten der BRD ausnahmsweise mal in die durchgängig positiven Zahlen der europäischen "Nachbarn" einreihen konnten, gilt für diesen Monat wieder "Bussines as usual". D.h., die Privaten in Deutschland liegen wieder weit unter dem Euro-Durchschnitt. "Schön" deutlich wird dies im folgenden:

Nachstehend eine Tabelle, die die länderspezifische Entwicklung der EU zeigt. Zwar stimmt diese Statistik nicht exakt mit obiger überein (differierende Erfassungsmethoden- und subjekte), aber eine Tendenz können wir, so meine ich, doch deutlich ablesen.

Bilanzstatistik der MFIs (Monetären Finanzinstitute): Bestandsangaben (>>)
Kredite an Ansässige im Euro-Währungsgebiet [Mrd.€]
Hier:
Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften + Private Haushalte + Sonstige Private

Land

Belgien

BRD

Griechen-
land

Spanien

Frank-
reich

Irland

Italien

Luxem-
burg

Nieder-
lande

Öster-
reich

Portugal

Finn-
land

Ø

April '06

250,3

2.348,9

144,5

1.315,7

1.501,9

287,5

1.252,2

96,0

861,4

260,3

204,4

114,5

719,8

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Zuwachs [%]

1,48

-0,12

0,62

1,45

0,67

2,57

0,79

1,15

0,96

0,77

1,52

0,96

1,07

Mai '06

254,0

2.346,0

145,4

1.334,8

1.512,0

294,9

1.262,1

97,1

869,7

262,3

207,5

115,6

725,12

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Zuwachs [%]

1,10

0,06

1,93

2,72

0,53

1,76

1,34

2,68

-0,18

1,07

3,52

1,21

1,48

Juni '06

256,8

2.347,5

148,2

1.371,1

1.520,0

300,1

1.279,0

99,7

868,1

265,1

214,8

117,0

732,28

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

Zuwachs [%]

0,47

-0,32

1,15

2,30

1,01

1,33

0,74

3,41

0,85

1,41

1,16

0,77

1,11

Juli '06

258,0

2.342,0

149,9

1.402,6

1.535,3

304,1

1.288,5

103,1

875,5

266,2

217,3

117,9

738,37

August '06

260,0

2.344,8

149,9

1.407,6

1.534,0

307,5

1.286,8

103,6

876,0

267,2

218,8

118,6

739,57

Zuwachs [%]

0,78

0,12

0,00

0,36

-0,08

1,12

-0,13

0,48

0,06

0,38

0,69

0,59

0,36

August'06

260,0

2.344,8

149,9

1.407,6

1.534,0

307,5

1.286,8

103,6

876,0

267,2

218,8

118,6

739,57

September '06

265,0

2.367,7

152,6

1.440,8

1.548,6

312,9

1.299,1

105,8

877,5

270,3

219,2

119,8

748,28

Zuwachs [%]

1,92

0,98

1,80

2,36

0,95

1,76

0,96

2,12

0,17

1,16

0,18

1,01

1,28

September '06

265,0

2.367,7

152,6

1.440,8

1.548,6

312,9

1.299,1

105,8

877,5

270,3

219,2

119,8

748,28

Oktober '06

264,6

2.361,5

153,4

1.465,6

1.571,66

319,2

1.302,0

107,0

883,6

268,4

221,0

120,6

753,21

Zuwachs[Mrd.€]

-0,40

-6,20

0,80

24,80

23,00

6,30

2,90

1,20

6,10

-1,90

1,80

0,80

4,93

Zuwachs [%]

-0,15

-0,26

0,52

1,72

1,49

2,01

0,22

1,13

0,70

-0,70

0,82

0,67

0,68

Die graphische Umsetzung:

Die Graphik macht's deutlich. Die deutschen Privaten wurden von ihren EU-Pendants -- die sich verschuldungstechnisch weiterhin kaum zurück halten können; nebenbei, daß dies grundsätzlich auch anders sein kann, zeigt dieses black01_next.gifBildchen -- wieder weit abgehängt. Einzig Belgien und Österreich können für »diesmal« den deutschen die Hand reichen.

Eine Diskussion darüber, woran genau dies nun liegen mag, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Nehmen wir die Fakten also einfach mal so zur Kenntnis, wie sie nun mal sind.

Unabhängig davon, folgt zur Info noch ein "kurzer" Blick auf die...

 


                                ...Verschuldungssituation der deutschen Haushalte


(Quelle: black01_next.gif»Schulden-Kompass 2006«)

Leider muß ich, zum Verständnis der untenstehenden Graphiken, ein paar allgemeine, erklärende Informationen voranstellen und auch den Graphiken selbst hinzufügen. Dadurch wird das Ganze wiedermal etwas umfangreich (SORRY!!, aber ich kann's nicht ändern ), aber andernfalls können wir die Daten nicht richtig einordnen und kein Mensch weiß, wovon eigentlich die Rede ist.

Berechnung (Messung) von relativer Überschuldung. Berechnung der Existenzminima:
Der große Unterschied zwischen den gesetzlich zugestandenen Lebenshaltungskosten nach dem Sozialhilfegesetz bzw. der Pfändungsordnung wird im Folgenden aufgezeigt.

Existenzminimum: Pfändungsfreigrenze

Die Pfändungsfreigrenze für eine alleinstehende Person beträgt nach der derzeit gültigen Pfändungstabelle (Stand: 1. Juli 2005) 989,99 Euro pro Monat. Sie erhöht sich mit der Anzahl der gesetzlich zu unterhaltenden Personen:

1359,99 Euro bei 1 zu unterhaltenden Person

1569,99 Euro bei 2 zu unterhaltenden Personen

1769,99 Euro bei 3 zu unterhaltenden Personen

1979,99 Euro bei 4 zu unterhaltenden Personen

usw.

Weiterhin sind zweckgebundene Sozialleistungen (Erziehungsgeld, Kindergeld, Pflegegeld, Leistungen der Sozialhilfe, Wohngeld etc.) unpfändbar.

Existenzminimum: Sozialhilfegrenze bzw. ALG II

Regelsätze für die Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU) nach SGB XII (Stand 1. Juli 2005):
Rechnerischer Durchschnitt für Deutschland:

Haushaltsvorstand/Alleinstehender 340 Euro

Haushaltsangehörige bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres 204 Euro

Haushaltsangehörige ab Vollendung des 14. Lebensjahres 272 Euro

Die Hilfe zum Lebensunterhalt für einen Haushalt errechnet sich aus den haushaltsspezifischen Regelsätzen einschließlich einmaliger Leistungen und Warmmiete (ohne Strom).

Notwendige Berechnung relativer Überschuldung auf der Basis bei der Existenzminima:
Wie angeführt ergibt sich die Notwendigkeit der Berechnung relativer Überschuldung auf der Basis beider Existenzminima unter anderem daraus, dass Haushalte freiwillig ihre Lebenshaltungskosten unter das Niveau der Pfändungsfreigrenze auf das bedarfsgewichtete Sozialhilfeniveau reduzieren können, um eine gewünschte Anschaffung tätigen zu können. In der Folge erhält man eine geringere Anzahl an überschuldeten Haushalten, wenn das Existenzminimum auf den Sozialhilferichtsätzen basiert, als wenn das Existenzminimum mittels der Pfändungsfreigrenzen festgelegt wird. Daraus ergibt sich eine Ober- und Untergrenze der von relativer Überschuldung betroffenen Privathaushalte.

 • Zur Berechnung der Untergrenze relativer Überschuldung werden die Lebenshaltungskosten der Haushalte nach den Sozialhilferichtsätzen bemessen (vgl. hierzu die Ausführungen in Kap. 2).
• Zur Berechnung der Obergrenze relativer Überschuldung werden die Lebenshaltungskosten der Haushalte nach den Pfändungsfreigrenzen bemessen (vgl. hierzu die Ausführungen in Kap. 2).
Überschuldungsgefährdung: Die Differenz von Nettoeinnahmen und Ausgaben (inkl. Verpflichtungen aus Krediten) des Haushalts ist positiv und kleiner 50 Euro.

 

Okay, hin zu den eigentlichen Daten:

 

 

Anteil relativ überschuldeter Privathaushalte mit Konsumentenkrediten an allen Haushalten
 

Ich weise nochmals explizit darauf hin, daß wir uns zunächst mal lediglich im Bereich der Konsumentenkredite bewegen!

 

 

 

In der statistischen Repräsentation von relativer Überschuldung privater Haushalte wird neben der Anzahl überschuldeter Haushalte häufig auch deren Anteil an allen Privathaushalten ausgewiesen. Dieser relationale Indikator gibt das Ausmaß privater Überschuldung als Prozentsatz aller Privathaushalte wieder und stellt eine wichtige Ergänzung zur diskutierten Entwicklung relativer Überschuldung in absoluten Zahlen dar.

Der Anteil überschuldeter Haushalte (!! ich erinnere: nach obigen Einkommensgrenzdefinitionen, hier Sozialhilfe!!) an allen überhaupt vorhandenen Haushalten betrug z.B. 2004 3,3 Prozent und ging in 2005 auf gerade mal 2,5 Prozent zurück.

Nimmt man die Sozialhilfe als Existenzminimum an, sieht es demnach gar nicht mal so schlimm aus, zusätzlich mit zuletzt deutlicher "Beruhigung".

 

 

 

Setzt man für selbige Kategorie jedoch die Pfändungsfreigrenze als Grenzwert -- was, wenn wir uns die obigen Eurowerte noch mal ins Gedächtnis rufen (989,99€, 1359,99€ usw.),  meiner Meinung nach als wesentlich realistischer anzusehen ist --, sieht das schon ganz anders, nämlich kritischer, aus. Allerdings zeigt sich für 2005 auch hier eine durchaus kräftiger Rückgang.
Ganz allgemein, aber insbesondere für hier, wären längerfristige Datensätze zur Einordnung wirklich hilfreich.

Anteil relativ überschuldeter Privathaushalte mit Konsumentenkrediten an allen Haushalten
 

Immer noch nur Konsumentenkredite!!

 

 

»Unter der Überschuldungsquote von Privathaushalten mit Konsumentenkrediten ist der Anteil relativ überschuldeter Privathaushalte mit Konsumentenkrediten an allen Haushalten mit Konsumentenkrediten zu verstehen. Da Überschuldung eine Verschuldung voraussetzt, ist es nahe liegend, die Quote zu berechnen, das heißt unter den verschuldeten Privathaushalten jenen Anteil zu erfassen, der seine Zahlungsverpflichtungen längerfristig nicht mehr erfüllen kann.«

1Nach Angaben des Sozioökonomischen Panels (SOEP) stieg der Anteil der Privathaushalte mit Konsumentenkrediten (ohne Dispositionskredite) von ca. 21 % in 2002 auf etwas weniger als 23 % in 2004 und nahm 2005 wieder ab auf weniger als ein Fünftel der Haushalte.

Kurz gesagt, von allen Haushalten, die überhaupt einen Konsumentenkredit aufgenommen haben (=verschuldet sind)1, werden diejenigen davon angezeigt, die überschuldet sind.

Und das finde ich dann doch schon etwas besorgniserregend. Zwar scheint der absolute Anteil der überschuldeten Haushalte zu sinken, oder wenigstens vorerst gestoppt. Aber von denjenigen, die nach wie vor verschuldet sind, steigt die Quote derer, die damit in Zahlungsschwierigkeiten kommen, an -- sprich, definitionsgemäß (Sozialhilfe) überschuldet oder gefährdet sind.

 

 

Besonders mit der Pfändungsfreigrenze -- wie gesagt, für mich der realistischere Wert -- sehen wir recht üble Zahlen. Rund ein Drittel aller mit Konsumentenkrediten verschuldeten deutschen Haushalte, »...kann seine Zahlungsverpflichtungen längerfristig nicht mehr erfüllen.«

Kurzer Einschub:
»Die Anzahl und das Gesamtvolumen der Raten- bzw. Konsumentenkredite erreichten Ende des Jahres 2004 ihren bisherigen Höchststand. Das Gesamtvolumen der Raten- bzw. Konsumentenkredite betrug Ende des 4. Quartals 2004 ca. 237 Mrd. Euro (Jahresdurchschnitt 2004: rd. 233 Mrd. Euro) und lag damit über dem bereits hohen Jahresdurchschnitt des Jahres 2003 von rd. 230 Mrd. Euro. Dies waren deutliche Zunahmen des Raten- bzw. Konsumentenkreditvolumens gegenüber dem Durchschnittsniveau der Jahre 2000 bis 2002 von 221,55 Mrd. Euro. 2005 stagnierte das Konsumentenkreditvolumen gegenüber 2004 und es setzte eine abnehmende Tendenz ein, die sich auch im ersten Halbjahr 2006 auf einen Halbjahresdurchschnitt des Konsumentenkreditvolumens von 230,6 Mrd. Euro fortgesetzt hatte.«

Demnach repräsentiert allein besagtes Drittel mit "Schwierigkeiten" einen monetären Gegenwert von in etwa 77 - 80 Mrd. Euro, die u.U. abzuschreiben sind. Okay, es kann wohl ruhigen Gewissens davon ausgegangen werden, daß dies, für sich genommen, die deutsche Wirtschaft nicht zum kippen bringen wird (schließlich ist ja auch noch Luft bis zur Sozialhilfe). Aber als eines der vielen "angeschlagenen" Bausteinchen, ist das schon eine nennenswerte "Hausnummer". Zumal der nächste Punkt nicht gerade entwarnend wirkt!

 

Messung der Überschuldungsintensität relativ überschuldeter Privathaushalte mit Konsumentenkrediten
 

Hab ich's schon erwähnt , nach wie vor nur Konsumentenkredite!

 

 

Als relativ überschuldet mit hoher Überschuldungsintensität werden jene Haushalte angesehen, die Gradienten aufweisen, der kleiner null oder größer 10 ist (Grad < 0 oder Grad > 10). Das heißt, der Haushalt hat kein Geld zur Verfügung, um die Zahlungsverpflichtungen aus Krediten zu finanzieren, bzw. ist nach Abzug der Lebenshaltungskosten der verbleibende Einkommensrest des Haushaltsnettoeinkommens so gering, dass nur ein Zehntel der Zahlungsverpflichtungen aus Krediten gedeckt ist. Die Abbildung zeigt die Quote der Privathaushalte mit hoher Überschuldungsintensität. Dargestellt wird also jener Anteil, den die Privathaushalte mit hoher Überschuldungsintensität an allen verschuldeten Privathaushalten mit Konsumentenkrediten einnehmen, deren Lebenshaltungskosten auf Sozialhilferichtsätzen basieren.

Die Situation der verschuldeten Haushalte ist also beileibe nicht als entspannt einzustufen. Immerhin 7,2% (2005) aller verschuldeter Haushalte »..hat kein Geld zur Verfügung, um die Zahlungsverpflichtungen aus Krediten zu finanzieren, bzw. ist nach Abzug der Lebenshaltungskosten der verbleibende Einkommensrest des Haushaltsnettoeinkommens so gering, dass nur ein Zehntel der Zahlungsverpflichtungen aus Krediten gedeckt ist.« Und das, es sei ausdrücklich angemerkt, mit der Sozialhilfe als "Grenzeinkommen". Die Pfändungsfreigrenze ansetzend, würde das mutmaßlich richtig "grausig" aussehen.
Seltsam, seltsam, daß diese Darstellung nicht aufgeführt ist. Warum nur?

Und damit komme ich zum nächsten Aspekt; nämlich dem, weshalb ich die ganze seit so penetrant daraufhin gewiesen habe, daß es sich bis hierher lediglich um die Konsumentenkredite handelte!!

 

Überschuldung von Privathaushalten mit Konsumenten- und/oder Hypothekarkrediten

Wie ich unter anderem auch black01_next.gifbeim letzten Mal gezeigt habe, besteht der beiweitem größte Teil der Verschuldung der "privaten Deutschen", nicht aus Konsumentenkrediten, sondern aus "Krediten für den Wohnungsbau" -- Hypothekarkrediten!!

Bevor ich weiter rede, noch schnell die Anzahl der überschuldetet Haushalte inkl. Hypothekarkrediten in Textform.

Um eine bundesweite Gesamtzahl relativer überschuldeter Privathaushalte zu erhalten, wurde die relative Überschuldung auf Basis von Konsumenten- und Hypothekarkrediten untersucht. Demnach verlief diese Zahl bis zum Jahr 2002 auf gleichbleibendem Niveau von etwa 2,5 Millionen Haushalten. In den Folgejahren nahm die Anzahl der von relativer Überschuldung betroffenen Haushalte zu und lag im Jahr 2005 wie bereits im Jahr zuvor bei rd. 3,0 Millionen Haushalten.

!! UND JETZT KÜMMT ES !!

Im Rahmen dieser Darstellung werden nur die Untergrenzen des Ausmaßes betrachten.[...] In der Folge erhält man eine geringere Anzahl an überschuldeten Haushalten, wenn das Existenzminimum auf den Sozialhilferichtsätzen basiert...

Na da schau her!! Inklusive der Hypothekarkredite -- also inkl. des mit großem Abstand größtem Verschuldungspostens -- wird auf die Darstellung mithilfe Pfändungsfreigrenze als Einkommensgrenze urplötzlich verzichtet!
Und nicht nur das!! Sämtliche Betrachtungen, die so überaus ausführlich für die Konsumentenkredite aufgeführt sind (eben u.a. die Ausschnitte oben), fehlen gänzlich unter Einbeziehung der Hypothekarkredite.

Als hierfür einzig "brauchbare" Begründung im Schulden.Kompass, taugt dieses Zitat:

Im Gegensatz zu Konsumentenkrediten nehmen Hypothekarkredite bei der Vermögensbildung (Wohneigentum) eine zentrale Rolle ein und folglich ist das in der Hypothekentilgung enthaltene Sparen zur Schaffung von Wohneigentum in diesem Zusammenhang hervorzuheben.

 "Vermögensbildung" auf japanisch!!

So kann man es natürlich auch sehen. Wenn ich mir für meinen Konsumentenkredit ein Auto kaufe, eine Stereoanlage, oder gar etwas Güldenes etc., was ist das denn dann? Ist das keine Vermögensbildung? Wenn nicht, warum kann dann eBay so ausgesprochen gut existieren? Warum gibt es einen black01_next.gif»Zentralverband des deutschen Pfandkreditgewerbes«?
Alles kann und wird zu "Geld" gemacht, um das "Einkommen" zu erhöhen. Natürlich wird an die Behausung zu allerletzt gegangen -- erst dann, wenn alles andere ausgereizt ist. Langt aber trotz der Maßnahmen das Einkommen (zur Schuldentilgung) nicht aus, ist auch die »...Vermögensbildung (Wohneigentum)...« black01_next.gifan der Reihe.

Schulden sind Schulden! Und ob ein Haushalt nun eben wegen des Haushalts in Schwierigkeiten kommt, oder weil er sich unbedingt ein black01_next.gif»Auto auf Pump« leisten muß, spielt keine Rolle. Für mich jedenfalls, ist das diesbezügliche Vorgehen des Schulden-Kompass' eine beabsichtigte -- weil beschönigende -- Darstellung der Verhältnisse.
 

Beschönigend deshalb, weil selbst mit der Sozialhilfe als "Einkommensgrenzwert" schon recht deutlich wird, um was für Größenordnungen es sich handelt.

Kurz sei zwischenbemerkt, daß wir hier -- im Gegensatz zu oben -- für 2005 keinen Rückgang erkennen können. Lediglich ein Stop der Zuwächse ist zu verzeichnen.

Zudem beschönigend, weil der Schulden-Kompass die »Kredite für den Wohnungsbau«