1. ANTWORT VON MIR

blau=Fremdzitate
weinrot=ich
schwarz=er

 

Hi Eddie??

Danke für deine Antwort!!!
Ich bemühe mich, meine Ansicht nochmal halbwegs deutlich zu machen. Dadurch wurde es ein wenig umfangreicher, aber wir haben ja sonst nichts zu tun *grins*.

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Ich fahre dazu mal fort:  

Ich bin der Meinung, dass Creutz, Kreuzer, Eichelburg, Martin, etc. das monetäre Kernproblem richtig erkannt haben und darstellen.

Unter Kernproblem verstehe ich die These, dass sich die Geldmenge im derzeitigen Fiat-Money System unkontrolliert ausweitet und die damit im Zusammenhang stehende Schuldenlast in absehbarer Zeit nicht mehr zu handhaben sein wird.

 

Ich glaube, schon hier gibt es Meinungsdifferenzen. Nur ganz kurz dazu:
1.) Per sè möchte ich das so nicht unterschreiben. Meiner Meinung nach ist die Unterscheidung in die Art des Kreditnehmers - und damit der Schuldenlast - wichtig! Staat oder Private?
2.) Dem "derzeitigen..." kann ich mich nur bedingt anschließen. Denn "das Problem" zieht sich, mehr oder weniger, durch die gesamte Menscheitsgeschichte! Das widerspricht zwar nicht grundsätzlich deiner Aussage, ist zur Einordnung aber nicht ganz unwichtig
3.) Mal so formuliert: Sei froh, daß die Kredite/Verschuldungen (=Großteil der Geldmenge, die "spitzfindigerweise" ;-) eine GeldSUMME darstellt) weiterhin ansteigen. Nur die zusätzlichen Kredite lassen den Laden weiterlaufen!!! Allerdings (!!) unter Berücksichtigung von 1.)!
4.) Was heißt unkontroliert? Und wenn dies das Problem sein sollte, zudem das derzeitige, gab es schonmal ein kontrolliertes System?

 

Bezeichnen wir dies als kleinen gemeinsamen Nenner.
 

Bedingt!

In den anderen Thesen unterscheiden sich die Denkschulen teilweise gewaltig.
  

Allerdings!!

Dennoch: Akzeptieren wir diese These des "Kernproblems" als Tatsache, 
 

Siehe oben. So pauschal kann ich das nicht akzeptieren!

so ist das für sich schon dramatisch genug, unabhängig vom "Drumherum" aller noch so logischen oder auch fälschlichen Grundannahmen.

  

Grundsätzlich volle Zustimmung!!
Anfügen möchte ich jedoch noch, daß das "Drumherum" nicht ganz unwesentlich ist. Auch wenn es letztlich kein "entrinnen" gibt (soweit völlig d'accord), können fälschliche Grundannahmen den Umgang mit der Materie, und damit auch die Folgen, sogar noch verschlimmern.

So brillant die Ausführungen von PCM auch sein mögen, einige Thesen sind für mich nicht haltbar, zumindest stehen sie nicht in einem Kausalzusammenhang mit der Fiat-Money Situation.

  

Überraschenderweise sehe ich das anders ;-)!

 

Zu der Urzins, Erstzins, census, "Macht"- Theorie:
PCM versucht fast schon krampfhaft, alle monetären Phänomene auf eine "Schuld" zurückzuführen. 
 

Deine Meinung sei dir unbenommen. Ich für meinen Teil empfinde die Bemühungen der Widerlegungen zum Teil eher als krampfhaft. Nicht das ich sie für überflüssig halte - ganz im Gegenteil sogar -, aber ich kann mich desöfteren einfach nicht des Eindrucks erwähren, daß dies vor allem aus einem Grund passiert: Es paßt nicht ins Weltbild!! Aber das kann auch an mir liegen.

~ Selbstverständlich kann man ignorieren, daß schon vor 4000-5000 Jahren gewisse Tontafeln einen Anspruch (=auf der anderen Seite eine Schuld) auswiesen. In einer Gesellschaft, in der "Viele Menschen nun in Städten mit einer zentralen Verwaltung wohnten", wobei "Wichtige Aufgabe der Verwaltungen war es, die Umverteilung von Wirtschaftsgütern und Nahrungsmitteln zu organisieren. Hierzu wurden Schrift und Zahlen entwickelt." Schrift und Zahlen, die sich auf eben diesen Tontafeln (="Schuldschein") wiederfinden. (>>)
~ Ebenso können wir die "Formen des Wirtschaftens vor 5000 Jahren" übergehen, in der "Arbeitsteilung: sie war infolge der Agrarüberschüsse früh möglich und entwickelte sich in großer Vielfalt; insbesondere die Gliederung in Verwaltungsbeamte, Händler, viele Arten von Handwerkern (teilweise in einer Art Gilden) und Landarbeiter gesichert ist" und in der "Kredite: es gab ein ausgedehntes Kreditsystem, das offenbar sogar notwendig geworden war, um das Überleben der Gemeinwesen zu sichern (es handelte sich zumeist um Verbrauchsdarlehen, um bis zur nächsten Ernte durchzuhalten); die Zinsen waren in der Regel hoch (um 25%), und wer einen Kredit nicht mehr bedienen konnte, geriet in ernste Schwierigkeiten (Pfändung, Schuldknechtschaft); neben den Verbrauchsdarlehen wurden aber auch Kreditkäufe und -verkäufe und Vorfinanzierungen (Wechsel) durchgeführt" galten, zusätzlich außerdem noch: "...da es daher bei vielen Gütern kaum zu Preisbildungen kam und zudem die Produktion in erster Linie an der Höhe der einhebbaren Abgaben orientiert war,..." zu sehen ist. (>>)
~ Auch kann man die Tatsache, daß die allerersten bekannten Münzen überhaupt (630 v. Chr.) "einseitig mit dem Zeichen der Macht, Stier und Löwe versehen waren" (>>) als nebensächlich abtun.
~ Und das "Schon aus dem 2. Jahrtausend vor Chr. Schalen der Kausischnecken als Zahlungsmittel belegt sind, die als Belohnung für Fürsten oder als Tributzahlungen aus dem Süden dienten." (>>) kann man als unwichtig einstufen.
~ Weiterhin kann man auch die sprachliche Herkunft des Wortes Geld - nämlich aus dem gotischen (Gild) gleich Abgabe, Tribut, Zins - als unbedeutend verwerfen. Und Zins = Steuer, Abgabe (lateinisch) muß man auch nicht ernst nehmen!


Wir sehen also schon zu Beginn "Macht", "Abgaben/Tribut (=Schuld)", "Kredite+Pfändung bei Nichtbedienung" usw. Das alles - um nur eine kleine Auswahl zu nennen - kann man selbstverständlich "krampfhaft" ;-) ignorieren. Tut man das aber nicht und betrachtet dies zumindest als starke Indizien (wenn nicht als Beweise), dann muß man sich die Frage stellen, wie das alles zusammenhängt und erklärbar ist!!
Beispielsweise die Frage, wer oder was bei etwaigen Pfändungen für die Durchsetzung derselben zuständig war/ist und diese gewährleistete?? ==> Siehe folgend!!

 

Schuld mag durchaus ein Antrieb sein, den "Kapitalismus" voranzutreiben, das ist es jedoch nicht alleine.
  

Ich finde schon, daß dies einer durchaus geschlossenen Logik folgt. Im Kontext von gerade oben:

## Das fängt mit der Urschuld an, bei der du es dir selbst schuldig bist, für Nahrung, Obdach, usw. zu sorgen. Du kannst es natürlich auch sein lassen (=nicht Essen zum Termin, nämlich bei Hunger), dann jedoch zieht, wie bei jeder echten Schuld, eine Sanktion zu eben dieser Schuld. In diesem Falle eine natürliche Sanktion, nämlich der Tod. Nun ist es natürlich nichts Neues, daß das Leben meistens mit dem Tod endet :-). Aber wir können an dieser ursprünglichsten aller Schuldarten mehrere Grundsätze ablesen.
- Erstens daß eine Schuld nur dann zu einer Schuld wird, wenn eine "unangenehme" Folge (=Sanktion) bei Nichterfüllung zu befürcheten ist. Wobei das Schuld / Sanktionen Paar prinzipiell vielerlei Formen annehmen kann. Z.B.: Leben / Tod; Abendessen mit der Frau / schlechtgelaunte Frau und damit Lebenserschwernis :-); Geldschulden / Knast usw. --> Bin ich wirklich jemandem Geld schuldig, wenn derjenige es gar nicht wieder zurück haben will und demnach auch keine Sanktion fällig wird?
- Zweitens daß es vor der Schuld eine "Institution" geben muß, die dann die Sanktion durchzusetzen vermag. Beim Leben / Tod ist es sozusagen die natürliche Angst vor dem Tod, wenn nicht der Tod selbst. Fürchte ich diese Sanktion nicht, bin ich mir nichts mehr schuldig (die Schuld erlischt), und ich kann z.B. per Hungerstreik.... Aus!! Beim Abendessen ist es die Frau, die dir die Hölle heiß macht :-). Beim Geld ist es der Staat, der dich in den Knast schickt.
Woraus folgt, daß die "Institution" eine unabdingbare Voraussetzung für eine Schuld ist, weil nur sie die Sanktion durchsetzen kann!! Zudem kann nur sie die Begleichungs-/Zahlungsart festlegen!!

- Drittens daß "die Schuld" uns von Anfang an begleitet. Jeder Mensch - Suizidgefährdete mal außen vor gelassen - muß sich sein Leben lang abrackern, um diese Grund/Urschuld zu begleichen.
Soviel als Grundlage!

 

## In den Anfängen der Menschheit, rotteten sich die Menschen zusammen. Gemeinsam konnte die Urschuld schlicht leichter bewälltigt werden.
"Zu diesen Zeiten waren die kleinen Gesellschaften, die Horden genannt werden, anarchistisch aufgebaut, d.h. es gab keine feste Regelung, wie die Horden geleitet wurden.... Da diese Stämme Gesellschaften aus Jägern waren, zogen sie die meiste Zeit umher. Daher gab es keinen Besitz, weil er nur stören würde. Es gab also nur wenig Gemeinschaftsbesitz und noch weniger Privatbesitz,.."
Dann "...entstand zur Zeit der Jungsteinzeit aus Mangel an Versorgungsgütern der Ackerbau und damit die Sesshaftigkeit. Die Gesellschaften bestand aus Verwandschaftsgruppen. Es wurde eine sog. "Reproduktion der Produzenten" nötig, d.h. viele Kinder waren erwünscht, um die Eltern im Alter versorgen zu können. Auch hier hatte jede Verwandschaftsgruppe einen oder mehrere Sprecher, die aus dem Alter heraus bestimmt oder gewählt wurden. Sie waren keine Herrscher, sondern beschränkten sich auf Vermittlung und Schlichtung."

Wir befinden uns also in kleinen Stammes- bzw. Familiengesellschaften (nicht Staaten) bei denen es nur rudimentär ausgebildete Hierarchien gab (immerhin aber gab es sie schon). Wenngleich es auch hier schon Schulden gab, Schuld in Form von Verantwortung jedes Einzelnen für die gesamte Horde, die bei Fehlverhalten sanktioniert wurde: "Bei Delikten wurden oft Bußen mit allgemein festgesetzten Regeln verhängt." Dennoch: Noch sehen wir im Grunde kein Privateigentum, kein "Geld", keine Abgaben. Wenn überhaupt, wurde getauscht (nicht gehandelt). "Produziert" - auch schon arbeitsteilig - wurde für den Eigenbedarf der Sippe/Horde, der dann auch an z.B. die Alten und Kinder verteilt wurde.
So weit so gut!! !!CUT!!


Wahrscheinlich wäre das bis heute nicht viel anders. Doch dann kommt der nächste Schritt, der Übergang zum eigentlichen Staat:
"Dieser Übergang fand ca. im 2./3. Jahrtausend v. Chr. statt, zum Beispiel in Mesopotamien, Ägypten oder China. Meistens entstanden sie durch kriegerische Hirtenvölker, die auf der Suche nach Weideland friedliche Ackerbauern unterwarfen. Diese mussten dann Tributzahlungen leisten. Um dies durchzusetzen wurde nun eine feste Herrschaft mit Führungsschicht benötigt. Auch die Rechtsprechung erfolgte durch diese Instanz. Es entstanden so damals schon einige Klassengesellschaften und das Eigentum an Land ging Schritt für Schritt an einige wenige Familien über. Es wurden öffentliche Gerichte gegründet, die ohne persönliche Beziehung zu den einzelnen Parteien Recht sprachen. So entstand nun auch Strafrecht, das anfangs in jeder Kultur sehr harte Strafen verhängte, wohl um die Herrschaft zu sichern." (Quelle)
Und schon sind wir mitten drin in Macht, Abgaben (=Schuld), Sanktionen, Geld usw. Und das im 2./3. Jahrtausend v. Chr.!!! Wobei wir sehen, daß nun, zusätzlich zur Urschuld, die Abgabenschuld hinzugekommen ist, die eine sanktionsfähige Macht voraussetzt. Die Gesetze (Sanktionen) sahen z.B. so aus: "Pfändung wegen Verschuldung"; "Übergabe von Dienstpersonal in Schuldhaft"; "Haftung der Ehegatten für Schulden" (Hammurabi: 1728 v. Chr.-1686 v. Chr. >>). Schulden allenthalben!! Schulden, die erst jetzt auch im gesetzlich (=§ ...) festgelegten Zahlungsmittel (=Geld) der Macht zu leisten sind: "§ 111: Wenn eine Schankwirtin 60 Liter Bier auf Borg gegeben hat, wird sie zur Erntezeit dafür 50 Liter Gerste erhalten.";  "§ 221: Wenn ein Arzt den gebrochenen Knochen eines Mannes geheilt oder die kranke Sehne wieder gesund gemacht hat, wird der Herr der Wunde dem Arzt 5 Sekel Silber bezahlen." (Wieder Hammurabi, >>). Und selbstverständlich wurde die Abgabeschuld selbst in dieser Art beglichen. Schlimmer noch: "Eine Vernachlässigung der Feldarbeiten wurde daher als schweres Vergehen geahndet, trotz fehlender Felderträge mußte der Schuldige die volle Abgabe in Höhe des Ertrags des Nachbarfeldes leisten."

 

Wie gesehen, mußte die Schuld in Gerste oder Silber geleistet werden (anscheinend ging beides). Nun hat logischerweise aber nie jeder zum anstehenden Termin (z.B. zur Erntezeit) eine ausreichende Menge Gerste (und nur damit - da gesetzlich vorgeschrieben - kann er seine Schuld begleichen). Was also tun?

Mehrere Dinge sind denkbar:


a) Wie gezeigt, und ja auch offensichtlich geschehen, die Kreditaufnahme. An dieser Stelle kommt dann PCM's Zinserklärung aus "Der Kapitalismus..." ins Spiel, die, unter Einbeziehung allem Vorgenannten, durchaus Sinn ergibt.

 

"Daher kommt es zu einem Leih- bzw. Verschuldungsvorgang nur, wenn der Gläubiger sicher ist, daß - in der bekannten Rhythmik von guten und schlechten Ernten - die nächste Ernte wieder eine gute sein wird. Nur dann wird er etwas hergeben. Aber dann weiß er auch, daß mit der guten Ernte eine schnelle »Entwertung« aller Bestände eintreten wird, der alten und der neuen, ganz einfach weil die Menge steigt. Diesen Wertverlust muß der Schuldner kompensieren - eben durch den Zins! Und wenn, was zu erwarten ist, sehr starke Schwankungen bei den Ernten eintreten, also auf eine sehr schlechte eine sehr gute Ernte folgt, ergeben sich auch entsprechend hohe Zinsen – jene 20 bis 50 Prozent und mehr, von denen wir aus den alten Schuldurkunden wissen."

 

Das ist aber nur ein Teil! Vorgeschaltet ist nämlich noch die Abgabe selbst. Eine Schuld, die ständig da ist und jeden betrifft. Für die aber auch selbiges gilt, was gerade gesagt wurde. Nur durch diese, durch die kriegerischen Hirtenvölker in die Welt gesetzten Tributzahlungen, wird so etwas wie ein Kredit und damit auch ein Zins notwendig.

a1) Nebenbei wird hierdurch auch der Zwang zur Verschuldung des "Staates/Macht" deutlich (Vorfinanzierungsproblem!!)! Denn auch der kann nicht bis zur nächsten Ernte (=Steuertermin) warten. Er braucht sofort die Einnahmen (das Korn), sonst verhungern seine Krieger und die Führungsschichten. Warum sonst werden Beamte auch heute noch im Voraus bezahlt: (5) Die Dienstbezüge nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 und 6 werden monatlich im Voraus gezahlt.(>>). Er kann selbstverständlich auch per Zwang dafür sorgen, daß dies sofort geschieht (was auch passiert ist). Nur bedingt Machtausübung immer auch jemanden, über den Macht auszuüben ist - Untertanen. Der sorfortige Einzug der Abgaben aber gefährdet die Untertanen in ihrer Lebensgrundlage. Somit könnte das Vergnügen der Macht nur kurz währen, wenn die Untertanen der Reihe nach verhungern, unterernährt oder krank sind (auch das ist haufenweise nachweisbar). Nicht umsonst war bei Hammurabi und auch anderswo "...die Unantastbarkeit von Eigentum und Besitz Schutzgut ...Gerade die Haus- oder Familienwirtschaften und mithin ihr Besitztum die Grundlage der altbabylonischen Ökonomie und somit auch der für den König erbrachten Abgaben und Dienstleistungen." (>>). Aus eigenem Nutzen heraus also (siehe auch weiter unten) muß sich die Macht ebenfalls bei privaten Gläubigern verschulden und somit genauso Zinsen zahlen wie alle anderen auch! Dieser Eigennutz muß nicht zwangsläufig den Interessen der Untertanen entgegenwirken. Das kann durchaus - mindestens temporär - im Gleichschritt von statten gehen. Schließlich bietet die Macht ja auch was. Schutz gegen Außen, Schutz im Innern, Lebensmittelverteilung bei schlechter Ernte usw, etc. Es sollte sich nur keiner wagen, die Macht selbst herauszufordern. Ruckzuck ist Essig mit "Gleichschritt".

b) Das zweite "Ding" ist die Vermeidung von Krediten, in dem der Untertan sich mächtig ins Zeug legt, um dem Druck zum Steuertermin zu entgehen und eben doch die geforderte Anzahl an Gerste parat zu haben (oder vielleicht sogar darüber hinaus=Surpluserzielung). Z.B. versucht er seine Einnahmen an Gerste einfach zu steigern! Dafür muß er sich aber was einfallen lassen, denn sooo einfach geht das Ganz natürlich nicht! Also wird er bestrebt sein, sein Geschäft effektiver zu machen.
Wie auch immer das dann in der Vielzahl der jeweiligen Einzelfälle aussehen mag, das auslösende Moment ist die Steuerschuld, das Ergebnis ist, das die "Wirtschaft" vorangetrieben wird!!
c) Natürlich kann er sich auch einfach einschränken! Das geht aber nur temporär! Denn das setzt voraus, daß er schon im Besitz von Gerste ist. Wie aber soll ein Pflughersteller - der nun den Bauer effektiver macht - in den Besitz von Gerste kommen, wenn er nicht Pflüge verkauft?
e) Ein Mix aus allem! Sowohl in einer Einzelperon vereinigt, als auch über alle Untertanen verteil! Der prinzipielle Mechanismus bleibt dadurch jedoch unangetstet.
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Nichts davon ist Knall auf Fall und wie an der Schnur gezogen passiert. Hier mal so, dort ein bißchen anders. Alle möglichen, verschiedenen Varianten wurden "durchgespielt", zeitlich und geographisch mit "auf's und ab's".
Ich denke aber schon, das mit all dem bisher Aufgeführten sehr gut erklärt wird, das es eben doch die durch Macht in die Welt gesetzte Schuld ist, die "den Kapitalismus" vorantreibt. Auch sind die monetären Phänomene ausschließlich das Ergebnis von Macht und deren Schuld. Allein schon deshalb, weil es das Monetäre überhaupt nur gibt, weil eine Macht die Bühne betritt. Bis zu obigem !!CUT!! , dem Zeitraum vor der Macht, ist nichts von allem sichtbar! Seitdem aber hat sich, im Grunde bis heute, nichts geändert!!

 

In einer arbeitsteiligen Gesellschaft war es schon immer so, dass der  "schaffende" Anteil den "nicht-schaffenden" Anteil mitversorgen musste. Schaffend hier im Sinne von einer dinglichen Sache produzierend. Arbeit kann in dieser Gesellschaft auch aus einer Dienstleistung bestehen, sofern sie einen akzeptierten "Marktwert" besitzt und gegen Güter direkt oder indirekt getauscht werden kann.

Kinder und Alte, die nichts leisten können, fallen aus diesem Prozess heraus und werden ohne aktuelle Gegenleistung mitversorgt.

Die Notwendigkeit der Mitversorgung ergibt sich alleine aus dem Trieb zur Erhaltung der eigenen Spezies. Kinder als Investition, um später im Alter die eigene Versorgung zu sichern.

 

Siehe oben!

 

Sofern genügend Ressourcen vorhanden sind, so kann auch die "Macht" nebst seiner Struktur mitversorgt werden.

Die Abgabe, Zwangsabgabe, census, (wie auch immer) bezieht sich auf einen Teil der erwirtschafteten Güter.

Das mit der "Vorfinanzierung" der Macht  und daraus resultierenden Zwang zu Zinsen ist nicht plausibel!

Wenn der Bauer, Fischer etc. aus der laufenden "Produktion" abgibt, resultiert daraus kein zwangsläufiges Ungleichgewicht.

Es geht letztenendes lediglich um eine Verteilung der vorhandenen Ressourcen und Güter, die natürlich stetig durch "Arbeitsleistung" verfügbar gemacht werden muss. Von unabsehbaren Katastrophen einmal abgesehen, kann ein Verteilungssystem über lange Zeit stabil bleiben.

  

1.) "...kann ein Verteilungssystem über lange Zeit stabil bleiben...." Selbstverständlich!! Das hat auch nie jemand bestritten! Mehrere Jahunderte sogar! Aber du schreibst es im Grunde selbst, denn "über lange Zeit" bedeutet eben nicht "für immer". Und wenn über längere Zeit, dann so gut wie immer unter Zuhilfenahme von Armee und Armada!
"The History Of The Decline And Fall Of The Roman Empire.
The imposition of higher taxes undermined the economic stability and vitality of the Empire. Taxes were raised to pay for deficit government spending, to pay for food for all in society and to pay for government-sponsored activities of diversion, such as circuses and sports. Interestingly, as the time of the final collapse drew closer, greater emphasis was placed on sports, to divert the attention of the public from the distressing news of massive trouble within the Empire."
(>>)
2.) "Sofern genügend Ressourcen vorhanden sind, so kann auch die "Macht" nebst seiner Struktur mitversorgt werden...Wenn der Bauer, Fischer etc. aus der laufenden "Produktion" abgibt, resultiert daraus kein zwangsläufiges Ungleichgewicht."
Das Erscheinen der Macht - der kriegerischen Hirtenvölker die auf der Suche nach Weideland waren - und deren Tributforderungen traf auf eine sich ausschließlich selbst versorgende Gesellschaft, die keinen oder kaum Grund und Möglichkeit hatten, Lagerhaltung zu betreiben. Das Auftreffen der Hirten auf diese Form der Gesellschaft, ist, für die dann als Untertanen fungierenden Bauern, absolut existenzbedrohend. Umgekehrt ist die Versorgung der Macht dadurch eben nicht gesichert. Der Bauer kann nicht mal eben schnell ein neues Feld eröffnen. Und selbst wenn er es könnte, wo sollte er die Arbeitskraft hernehmen, um diese zusätzliche Arbeit leisten zu können. Soll der Bauer nicht verhungern und damit den Hirten die Einnahmen entegehen, muß diese zusätzliche Arbeitskraft von außerhalb des Machtbereiches kommen (z.B. Sklaven). Das widerum bedingt aber ein Mehr an "Soldaten" und im Falle von zusätzlichen Einwohnern (die Sklaven) auch immer mehr "Polizei". Dazu wurden u.A. auch die Bauern selbst verdonnert, wodurch die Nahrung knapp wurde, weil weniger Bauern produzieren konnten und gleichzeitig aber mehr "Soldaten" und "Polizisten" Nahrung benötigten. Selbiges gilt für einen etwaig vorgetroffenen, unterjochten Fischer! Wie soll er so mir nichts dir nichts seine Fangmenge erhöhen? Sprich, deine Einschränkungen "sofern genügend Ressourcen" und "aus der laufenden "Produktion" sind nur bedingt zulässig, weil die bestehenden Ressourcen (selbst wenn genügend vorhanden waren) nur schwierig nutzbar zu machen waren/sind. Überlege mal, ob das heutzutage wirklich anders ist???
"Bedingt zulässig" deshalb, weil es natürlich trotzdem funktioniert hat. Klar wurde und wird die Macht mitversorgt. Genauso sind immer wieder Bauern verhungert und die Macht pleite gegenagen! Bauernaufstände gabs genug! Warum?? Und ja "Die Abgabe, Zwangsabgabe, census, (wie auch immer) bezieht sich auf einen Teil der erwirtschafteten Güter". Das ändert jedoch nichts an den dadurch enstehenden, oben beschriebenen Effekten!! Fakt bleibt, daß die Zwangsabgabe eine zusätzliche Schuld darstellt, die dann und dann (Termin) abzuliefern war/ist.
3.)
"Es geht letztenendes lediglich um eine Verteilung der vorhandenen Ressourcen und Güter, die natürlich stetig durch "Arbeitsleistung" verfügbar gemacht werden muss." Sehe ich anders! Denn die plötzliche, zusätzliche Abgabenschuld erfordert auch zusätzliche Ressourcen. Hirten, die vorher durch Schafzucht selbstversorgend produzierten, können sich jetzt nicht mehr (oder wenigstens nicht mehr im nötigen, vollen Umfang) darum kümmern. Entweder jemand anders übernimmt die Zucht (wer aber soll das tun, der Fischer? der Bauer?), dann aber fehlt der Fisch des Fischers, oder dieser Teil der Versorgung fällt eben weg. Auffangen müssen das der Fischer und der Bauer. Beide müssen zusätzliche Ressourcen schaffen.

Klingt - und ist - alles ziemlich grundsätzlich und "linear", macht aber den Ablauf recht deutlich. Realitätsnäher wird es wohl so gewesen sein, das ein Teil der Hirten weiter Schafe züchtete und der andere Teil sich um die Untertanen kümmerte. Vielleicht auch beides, jeweils nur temporär. Viel anders kann es aber nicht gewesen sein, denn wenn sich alle Hirten weiter um die Schafe bemühten, warum sollte der Bauer dann Abgaben zahlen? Freiwillig??

 

Betrachten wir die "Macht" als Dienstleistung, die die Rahmenbedingung für das eigene wirtschaften erst ermöglicht, zumindest sicherer macht, so ist das für den "Schaffenden" laut obiger Definition nicht unbedingt von Nachteil.

  

Natürlich!! Genau so!! Sogar noch viel eindeutiger! Die Macht ist die unabdingbare Vorausetzung zum Wirtschaften. Nur sie kann die vereinbarten Kontrakte (ich erinnere an oben: Kredite: es gab ein ausgedehntes Kreditsystem...) absichern. Und zwar mithilfe von Sanktionen bei Nichterfüllung!! Nur sie hat die Waffe in der Hand - und das zwangsläufig vor Kontraktvereinbarung -, mit der diese Sanktionen im Falle des Falles durchzusetzen wären! Raub beispielsweise ist nichts anderes, als ein einseitig nicht erfüllter Kaufkontrakt :-)! Wer sorgt für die Sanktion??
Gleichzeitig ist genau jenes natürlich das Problem!! Wie oben schon beschrieben: Das VOR ist entscheidend. Die Macht ist vor möglichen Kontrakten existent ==> Vorfinanzierungsproblem!!
Vor der Macht nur eigenproduzierende, Familien/Stammes/Tauschgesellschaft. Während der Macht echtes "Wirtschaften", mit Eigentum-, Geld-, Kredit-, Zins-Phänomenen. Nach der Macht wieder Erstgenanntes (Beispiel Argentinien, wo sich während der Krise 'zig-fach Tauschzirkel bildeten). Allerdings etablieren sich Machstrukturen dermaßen schnell, das ein "ohne Macht" im Grunde kaum noch vorstellbar ist!

 

Voraussetzung für das Funktionieren ist allerdings, dass ein wie auch immer definierter gegenseitiger Nutzen entsteht.

Der Motor für das Wirtschaften ist also der Nutzen, nicht alleine eine Schuld, wobei natürlich die Abtragung einer Schuld einen Nutzen darstellen kann. Ergo: Die Nutzentheorie ist als Motor und Antrieb hinreichend, die Sicht aus der Schuld eher ergänzend aber keinesfalls ausschließlich.

 

Ich glaube, du bist näher bei PCM, als dir lieb ist ;-). Denn in der Tat ist es zuerst der Nutzen, nämlich der Nutzen für die Macht!! Deine "Voraussetzung...zum gegenseitigen Nutzen" ist schön und gut, und ich wollte es wäre so. Jedoch ist hier eher der Wunsch Vater des Gedankens, denn die Realität! Um klar zumachen, was ich meine, behelfe ich mir mit einem Postingszitat:

 

"Wenn man also den Kampf um Macht als primäres Ziel ansieht, dann ergibt tatsächlich einiges Sinn, was vorher nicht zusammenpasste. Es geht nicht um das größte Wohl der größten Zahl und nicht um Menschenrechte, sondern um das Erlangen und Erhalt von Machtpositionen. Passen Wohlstand und Machtstreben zusammen, ist alles prima. Widerspricht etwas dem Machtstreben, wird dagegen etwas unternommen (Homeland Security statt Social Security). Die in der amerikanischen Politik so wichtige "nationale Sicherheit" ist vor allem der Erhalt des Machtsystems und seiner Positionsinhaber, sprich des Status quo."

 

Just so ist es und war es immer!!!! Wie gesagt, ich würde dir gerne folgen. Die Geschichte der Menscheit zeitigt aber ein gänzlich anderes Bild, wie ich, so meine ich sagen zu können, auch mit obigen Beispielzitaten aus der Historie zeigen konnte (Zur Not :-) empfehle ich nochmals angehängte Lektüre "Der Staat" von Franz Oppenheimer. Für mich jedenfalls, waren da durchaus ein paar Aha-Effekte dabei!!)
Hat die Macht ihren Nutzen erkannt, geht's in dargestellter Art und Weise mit der Schuld los.

 

Die "Macht" wird immer nur dann zum Problem, wenn sie das Instrument der "Macht" ausspielt, um eine Verteilung der vorhandenen Ressourcen zum einseitigen Nutzen weniger Privilegierter, zum Nachteil der (Masse der) Schaffenden zu bewirken.

(Hat sich wohl bis heute nix dran geändert...)
  

Nun,  für "immer nur dann" scheint mir besser ein tatsächliches, unerschütterliches immer zu passen! (siehe Postingszitat)!

 

Die Definition des Nutzens ist individuell, genauso wie die Definition von Gerechtigkeit. Wer definiert die Standards?

  

Wer?? Ganz einfach!! IMMER der Gesetzgeber!! Der Gesetzgeber, der immer die Macht ist und inne hat!!

 

***

Kreutzer(?)  bezeichnet unser Fiat-Money recht treffend als Dokument für eine wirtschaftliche Transaktion, bei der für eine Leistung die entsprechende Gegenleistung noch fehlt. Diese Notwendigkeit liegt in der Tatsache begründet, dass i.d.R. die erforderliche Ware bzw. Dienstleistung nicht zur gleichen Zeit und am gleichen Ort vorhanden ist, um diese Transaktion als erfüllt abzuschließen.

***
  

Na ja, das Dokument ist wohl eher ein zinsbewehrter Schuldschein, und die Begründung "nicht am gleichen Ort und zur gleichen Zeit" geht wohl doch wieder in Richtung Tauschmittel, welches den Tausch damit Zeit- und Ortsunabhängig macht.
Oder habe ich das falsch verstanden??


PCM begründet den Zinsanspruch durch den Faktor Zeit. Alle wirtschaftlichen Aktionen laufen in der Zeit ab....
  

Ganz klar: Auch damit!! Wobei zuerst die Kreditentstehung - und erst damit auch die Zinsenstehung selbst - in etwa wie oben vorgestellt abläuft, und erst dann der Faktor Zeit (=Termin, da Schuld) die Geige spielt.

 

Die Forderung der Freigeldtheoretiker ist aus deren Sicht zwar eine logische Konsequenz, funktioniert jedoch m.E. nicht. Dennoch ist es Wert, sich damit auseinanderzusetzen. Vielleicht bedarf es lediglich einer Weiterentwicklung?

***
  

Diesbezüglich bin ich wahrlich kein ausgewiesener Kenner. Aber zwei Punkte kann ich sagen:
1.) Geld ist und war immer nur das, was die Macht dazu macht, mit allen bekannten Folgen! 
2.) Meinen Segen haben sie!! Die Feststellung unter 1.) heißt nicht notwendigerweise, daß ich nicht für privates Engagement bin. Ganz im Gegenteil sogar! Zwar wird sich an 1.) meiner Ansicht nach nichts ändern, aber die Macht kann ruhig ein wenig ins Schwitzen gebracht werden. Schaden kann das mit Sicherheit nicht!

 

Den Vergleich "Macht, Steuern, Zinsentstehung" von deiner Webseite kann man genauso zerlegen wie Kreutzers einfaches Geldmodell mit dem Mauerfischer.

 

1.) Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wenn du gerade nichts besseres zu tun hast :-), würde ich es auf einen Versuch ankommen lassen.
2.) Das genauere Eingehen auf diesen Text lag daran, daß mir das Ding mehrfach von derselben Person als Link zugeschickt wurde. Was sollte ich machen :-)?

Beide Vergleiche hinken. Solche Anekdoten eignen sich jedoch hervorragend, um einzelne Standpunkte zu veranschaulichen.

  

Siehe eins weiter oben unter 1.)!

 

Im Ernst: Deine Aufarbeitung der BuBa-Zahlen sowie deren Interpretation finde ich hervorragend. Sie sind ein wirklich wertvoller Beitrag.

Vielen Dank für die Mühe. Ich glaube, die Fangemeinschaft ist dir dafür sehr dankbar.

Mit der Zins-Macht-Theorie von PCM verrennst du dich aber, oder aber ich kapier's einfach nicht???,

  

Möglicherweise konnte ich weiterhelfen ;-)??

 

Viele andere aber anscheinend auch nicht, das muss aber nichts bedeuten!!!
 

----- !!! Bitte nicht als abfällige Beleidigung einschätzen!!!!! -----
Oder aber, sie wollen nicht! Ich habe an mir selbst feststellen müssen - es ging um Zinsanteile in den Preisen, wo ich bestimmte Fakten einfach falsch interpretiert habe - wie schwer es manchmal ist, den Knoten im Kopf zu lösen.
Und gerade dieses Thema kann zu einem gerüttelt Maß das vorhandene Weltbild durcheinander bringen. Das ist unter Umständen nur schwer zuzugeben, weil man sich dadurch gleichzeitig eingestehen müßte, bis dato falsch gelegen zu haben. Wer tut das schon gerne?
Dazu möchte ich noch sagen, daß auch ich früher eher auf der Schiene von...ich sags mal so..., Kreutzer & Co. war. Eines der ersten Stücke, das ich gelesen habe, war "Das elfte Lederstück", und ich meine auch etwas ähnliches wie Kreutzers "Einfaches Geldmodell" war ganz am Anfang dabei. Dabei gebe ich gerne zu, daß durch diese Artikel erst so richtig mein Interesse geweckt und mir bewußt wurde, daß da was nicht stimmt, im Staate Dänemark.  Doch je intensiver ich mich mit der Materie beschäftigte, umso weniger reichten mir solche Erklärungen aus. Irgendwas war da unvollständig; etwas fehlte. Ein unbestimmtes Gefühl einer Lücke, daß und die ich nicht füllen konnte. Immer waren gewisse Dinge einfach schon da oder wurden einfach irgendwie vorausgesetzt. Viele der Artikel haben zwar einen wahren Kern, haken aber viel zu spät ein. Klar kann der Zins als Problem gelten. Nur gibt es Zinsen eben nur auf aufgenommene Kredite. Kredite die auf Geld lauten. Wo kommt also das Geld her? Warum ist überhaupt ein Zins auf diesem Geld? Usw. usf. Dies ganzen Fragen blieben unbeantwortet, oder wurden zumindest, wenn sie denn überhaupt beantwortet wurde, nicht einleuchtend genug behandelt. Also habe ich weiter gesucht. Bis ich auf PCM stieß. PCM's Erklärungen nehmen eben genau diese Lücken der anderen Erklärungsversuche auseinander, oder besser, füllen sie!
Und eins kannst du mir glauben, gefallen hat mir das Ganze überhaupt nicht. Es passte damals mitnichten in mein Weltbild. Ich hatte in der Tat lange daran zu knabbern. Denn das Weltbild, daß sich daraus ergibt, ist nicht das einer grundsätzlich friedlichen Menschheit, die nur ab und an mal danebengreift. Genau das aber war meins. Ich mußte mir also eingestehn, daß die Menscheheit genau anders herum gepolt ist, nämlich grundsätzlich kriegerisch. Alles basierte und basiert auf machtpolitischen Erwähgungen.Vor 5000 Jahren genau so, wie noch heute. Nicht unbedingt und in jedem Falle im persönlichen Umkreis, sozusagen der Familien- und Stammesebene (in Anlehnung an oben). Aber im großen Bild kann ich keine Außnahme erkennen!
Das finde ich absolut unerfreulich und wiederlich, ja es geht mir sogar tierisch auf den Sa...!!! Aber es ändert nichts. Es ist wie es ist. Nur wenn man aber auch unerfreuliche Tatsachen zur Kenntnis nimmt, können - und wenn vielleicht auch nur in Ansätzen - brauchbare Lösungswege gefunden werden. Wer das "Wesen" der Macht besser versteht, der kann sich entsprechend positionieren. Viele wollen die Botschaft nur nicht hören.
Wobei zum Verständnis der Botschaft wichtig ist, daß "der Kapitalismus" weder zu  verteidigen, noch zu kritiseren ist. Er ist das Resultat eines auf Zwangsabgaben basierenden Machtsystems, und das seit Anbeginn der Menscheit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!!

Allerdings will ich auch nicht unerwähnt lassen, daß mir PCM's Folgerungen - aus seiner eigenen Theorie - zur täglichen Lebensgestaltung usw. oft genug zu pragmatisch sind. Er hat im engsten Sinne zwar häufig recht, nichtsdestotrotz bin ich diesbezüglich eindeutig idealistischer eingestellt.

Ok, das war's schon ;-)

Schöne Grüße
Michael

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Daraufhin: 2. ANTWORT VON MIR

 

 

Zuerst mal muß ich ein "kurzes Wort" zu deinem beigefügten "Link" der Kritik an "Der Kaptalismus..." von DEGUFO.DE verlieren. Es mag im Folgenden vielleicht etwas hart klingen, aber ich denke, es ist an dieser Stelle angebracht. Zudem kann und will ich natürlich nicht wieder alles von vorne aufrollen, weshalb die Antworten recht kurz ausfallen!

 

Und wie immer: Irrungen und Mißverstehen meinerseits, gehen voll und ganz auf mein Konto!! :-)

 

 

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Nach allem, was wir bis jetzt schon diskutiert haben, und vor allem, was auch schon von dir selbst, in wesentlich gehaltvollerer Form, kam (auch wenn ich z.g.T. anderer Meinung bin), fügst du solch einen Link an? Das verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht so ganz!

 

Entweder WILL der Autor nicht verstehen worum es geht (was ich durchaus für möglich halte, als Leiter der "Schule für Lebenskunst" kann er ja quasi nicht anders), oder er hat es unwillentlich tatsächlich nicht verstanden. Vielleicht auch ein Mischmasch aus beidem. Anders kann ich mir untenstehende Sätze nicht erklären.

 

Martin will den Kapitalismus, bzw. Debitismus retten, indem er ihn beschleunigt! Dies genau ist sein Denkfehler, der ihn in die gleiche Ecke verweist, in die er alle anderen Wirtschaftswissenschaftler gestellt hat: in die Ecke der Irrenden! Eine Beschleunigung des Systems bringt nämlich nichts anderes, als einen beschleunigten Zwang, neue Schuldner finden zu müssen. Solange dieses Problem nicht dahingehend gelöst wird, dass der Kapitalismus nicht mehr neue Schuldner finden muss, ist jede Beschleunigung des Kapitalismus/Debitismus nichts als eine Beschleunigung seines Untergangs!

 

Neue Schuldner sind IMMER und GRUNDSÄTZLICH von Nöten, da gibt's nichts "zu lösen". Genauso gut könnte ich verlangen, daß Problem des Essenfassens zu lösen. Geld ist nur als Schuld (mit Termin) definierbar (ansonsten nichts anderes als ein Geschenk). Und da dies so ist, bewirkt eine "Beschleunigung" selbstverständlich NICHT die Beschleunigung seines Untergangs, sondern ermöglicht und beschleunigt die Rückzahlung der Schulden, wodurch schlicht geringere Nachschuldnersummen notwendig werden, um das selbe Resultat! Und das verlängert den debitistischen Durchlauf!!

 

 

Die Banken werden in diesem Prozess immer reicher und reicher. Anfang 1991 hatte die Bundesrepublik schon über 1.000.000.000.000 DM Schulden bei den Banken.

 

1.)       Der gute Mann sollte sich mal die Bilanzen der Banken anschauen, und zwar aller Banken. Ich bezweifle einfach mal ganz frech, daß er das auch nur einmal gemacht hat.

2.)       Der Staat hat die Schulden NICHT bei den Banken, oder besser, nicht nur!! Die Frage steht im Raum, wie die ganzen PRIVATEN Fonds- und Versicherungshalter zu ihrer Rendite kommen? In beinahe jeder dieser Geldanlagen sind Staatsanleihen enthalten. Die Verbreitung der Staatsanleihen im "gemeinen" Volk ist durchaus hoch! Das ist doch das schöne, du bist – platt gesagt - Gläubiger und Schuldner in einem!

3.)       Hr. Heyer soll mir bitte erklären, was aus den ganzen schönen, reichmachenden Staatspapieren wird, wenn sich kein Nachschuldner findet. Wie oft die Dinger wertlos ausgebucht wurden (inkl. diverser Bankenpleiten), brauche ich, glaube ich, nicht zu erwähnen.

 

Selbstverständlich kann und soll man Banken kritisieren. Und auch das Konstrukt Banken/Staat-Beziehung kann und muß diskutiert werden. Aber bitte nicht so!! Demagogischer geht's kaum noch!!

 

 

Rufen wir uns in Erinnerung zurück, dass die Zinsen die Gewinnmarge der Unternehmer begrenzen, wird uns auch klar, was die Staatsschulden noch sind: Die Gewinne der Unternehmer!

Und weiter unten dann:

Zusätzlich zu den Staatsschulden, die die Steuern hochtreiben,...

 

Es werden also gleichzeitig die Gewinne und die Steuern hochgetrieben? Aha! Steuer fallen an von was? Am Ende vom Gewinn? Wo ist da unterm Strich der Gewinn für die Unternehmen?

 

 

Was heißt denn "vorfinanzieren"? Das heißt doch: Ich lasse mir eine Fabrik hinstellen, ohne selbst einen Finger dafür krumm zu machen. [...]Mit Recht wird man mir Jetzt entgegenhalten, dass die Unternehmer in der Regel mehr arbeiten, als ihre Angestellten. Das mag stimmen. Aber wenn man sich ihre Arbeit genauer anschaut, stellt man leicht fest, dass sie nicht in der Produktion, sondern in der Verwaltung arbeiten. Sie sind also die Leute, die, weil sie ihre eigenen Hände nicht schmutzig machen wollen, anderen Leuten sagen müssen, was sie tun sollen. Und dieses 'Sagen' lassen sich die Unternehmer dann bezahlen, wodurch die debitistische Geldlücke entsteht, die aus einer Tauschwirtschaft einen Kapitalismus macht.

 

Jetzt ist er ganz raus!! Das ist einfach nicht zu glauben!!! Wie schön einfach doch alles ist. Ich gehe also morgen zu meiner Bank und verschulde mich über beide Ohren. Schon bin ich morgen ein Verwalter und kann anderen Leuten sagen, was sie tun sollen. Oder doch nicht? Warum denn dann nicht?

Die einzigen, auf die dieses Profil so pauschal zutrifft sind meines Wissens Beamte J!!

 

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Das soll schon reichen! In diesem Stil ist sein ganzer Text. Bei allem nötigen Respekt und ohne Arroganz, aber so etwas kann ich als Kritik nicht für voll nehmen. Mag sein, daß Hr. Heyer in seinem Metier Kompetenz besitz, aber als Kritiker in Sachen Geld, Kapitalismus usw. scheint er mir überfordert.

 

Ich muß mich wiederholen: Er hat nicht allzuviel verstanden, ob willentlich oder ungewollt!! Jedenfalls kann ich deine Intention, mir diesen Link zu schicken, nicht Recht nachvollziehen. Um so weniger, weil deine eigene Kritik von wesentlich mehr Verständnis für die Materie zeugt, als die von Hr. Heyer.

 

Ok, genug davon! Jetzt zu deinen Antworten!!!

 

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Hallo Michael,

 

vielen Dank für die doch recht umfangreiche Mailantwort.

Zunächst möchte ich ein paar Anmerkungen machen, in ROT eingefügt.

 

[...]

Unter Kernproblem verstehe ich die These, dass sich die Geldmenge im derzeitigen Fiat-Money System unkontrolliert ausweitet und die damit im Zusammenhang stehende Schuldenlast in absehbarer Zeit nicht mehr zu handhaben sein wird.

 

Ich glaube schon hier gibt es Meinungsdifferenzen. Nur ganz kurz dazu:
1.) Per sè möchte ich das so nicht unterschreiben. Meiner Meinung nach ist die Unterscheidung in die Art des Kreditnehmers - und damit der Schuldenlast - wichtig! Staat oder Private?

 

Einem Fiat Money Kreditgeld-System ist es zunächst einmal völlig egal, ob der Staat oder Private aufschulden. Als Privater habe ich evtl. die Möglichkeit über eine Kreditaufnahme selbst zu entscheiden. Die Staatsschulden bzw. deren Zinslast werden mir als Steuerzahler indirekt aufgebürdet. Steigender Abgabenquote steht einer geringeren Investition gegenüber. Unsere Infrastruktur verfällt zusehends. Wir (soweit ich mich als Teil des Staates verstehe) leben von der Substanz. Das geht nicht lange gut...

 

Dein "zunächst" scheint mir einer der hüpfenden Punkte J zu sein. Wenn auch ganz und gar nicht der einzige!

1.) Hüpfend deshalb, weil sich die Auswirkungen der Staatsverschuldung – je nach Umfang und Zuwachshöhe –früher oder später, aber mit absoluter Sicherheit, eben doch zeigen. Du sagst es ja selbst! Egal würde ich demnach nicht dazu sagen!! Zwar sind sie unvermeidbar und immer steigend. Aber der Steigungsverlauf ist variabel.

2.) Und nicht der einzige (vielleicht sogar noch wichtiger, da 1.) erklärend), weil Staatsverschuldung so gut wie immer unproduktiv und dadurch letztlich auch unsozial ist. Öffentliche Parkbänke sind gut zum Tauben füttern, aber auf Dauer völlig unproduktiv. Selbiges gilt z.B. auch für öffentlich subventionierte Schwimmbäder. Würde mehr nach wirtschaftlichen und weniger nach politischen (="Stimmenkauf") Gesichtspunkten gehandelt, gäbe es weniger, die diese Subventionen nötig hätten, um Schwimmen gehen zu können.

Zu dieser Thematik lohnt sich durchaus ein Blick in die Jahresberichte der Rechnungshöfe.

 

 

2.) Dem "derzeitigen..." kann ich mich nur bedingt anschließen. Denn "das Problem" zieht sich, mehr oder weniger, durch die gesamte Menscheitsgeschichte! Das widerspricht zwar nicht grundsätzlich deiner Aussage, ist zur Einordnung aber nicht ganz unwichtig

 

War unser Geldsystem bis 1971 nicht wenigstens formal gedeckt? Die Abschaffung eines Ankers ermöglicht doch erst die uferlose Ausweitung der Geldmenge.

 

Wir kommen der Sache näher.

Du hast völlig recht. Nur muß unmittelbar die Feststellung folgen, daß es nur und immer der Staat/die Macht war, der diesen Anker abgeschafft hat. Im Falle der USA war es der Vietnamkrieg, der anders nicht weiter zu finanzieren gewesen wäre. Die Macht konnte also die Kosten der Machtausübung nicht mehr schultern. Der vorletzte Anker mußte weg (der letzte ist der, daß der Staat noch (!!!) nicht direkt bei der Zentralbank zuschlagen darf)!! 'Zig-Mal historisch belegt. Und die "uferlose Geldausweitung", die du wiederholt in den Ring wirfst, kommt ausschließlich durch den Staat/die Macht zustande, weil, wenn sie auch noch nicht direkt bei der ZB zulangen kann, immerhin dem "Geldangebot" kein entsprechendes "Warenangebot" gegenüber steht.

 

 

3.) Mal so formuliert: Sei froh, daß die Kredite/Verschuldungen (=Großteil der Geldmenge, die "spitzfindigerweise" ;-) eine GeldSUMME darstellt) weiterhin ansteigen. Nur die zusätzlichen Kredite lassen den Laden weiterlaufen!!! Allerdings (!!) unter Berücksichtigung von 1.)!

 

Das ändert aber nichts daran, dass irgendwann der Tag der Abrechnung kommen wird.

 

Dem habe ich nie widersprochen! Im Gegenteil sogar!

 

Wir können ja auch die Leistungen unserer Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel schon mal als Sicherheit verpfänden.

 

Wenn ich mir die Höhe der Staatsschulden + zukünftige Pensionsverpflichtungen an die Versorgungsempfänger so betrachte, wird genau dies bereits gemacht!!

 

Auf das läuft‘s doch hinaus. Die vorhandene Gütermenge reicht zur Besicherung der Geldmenge doch hinten und vorne nicht!

 

1.) Zitat von oben: "Und die "uferlose Geldausweitung", die du wiederholt in den Ring wirfst, kommt ausschließlich durch den Staat/die Macht zustande, weil, wenn sie auch noch nicht direkt bei der ZB zulangen kann, immerhin dem "Geldangebot" kein entsprechendes "Warenangebot" gegenüber steht."

2.) Ist gar nicht nötig, Kredite besichern Kredite. "Das Spiel" ist mittlerweile dermaßen pervertiert, daß man nur noch staunend zuschauen kann. Andererseits legt das den Knall weiter in die Zukunft. Wie weit? Wer weiß das schon?!?! Wenn ich das wüßte, könnte ich über's Wasser gehen und mir würde Gras aus dem Knie wachsen J.

 

 

4.)     Was heißt unkontroliert? Und wenn dies das Problem sein sollte, zudem das derzeitige, gab es schonmal ein kontrolliertes System? 

 

Entzieht sich meiner Erkenntnis, bin noch nicht solange auf dieser Welt. ***grins***

 

1.) Da bin ich aber froh!! Ansonsten hätte ich gerne dein Geheimnis gewußt :-).

2.) Vielleicht hätte ich besser fragen sollen, wie denn ein "kontrolliertes" System aussehen sollte?

 

 

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So brillant die Ausführungen von PCM [Paul C. Martin] auch sein mögen, einige Thesen sind für mich nicht haltbar, zumindest stehen sie nicht in einem Kausalzusammenhang mit der Fiat-Money Situation.

 

Überraschenderweise sehe ich das anders ;-)!


Ohne jetzt auf die Stellen einzugehen, Debitismus wäre auch unter einem Goldstandard denkbar. Debitismus steht nicht im kausalen Zusammenhang mit Fiat-Money. Fiat-Money setzt dem nur noch die Krone auf!  

 

Um es abzukürzen: Zustimmung!!

 

Zu der Urzins, Erstzins, census, "Macht"- Theorie:

PCM versucht fast schon krampfhaft, alle monetären Phänomene auf eine "Schuld" zurückzuführen.

 

Deine Meinung sei dir unbenommen. Ich für meinen Teil empfinde die Bemühungen der Widerlegungen zum Teil eher als krampfhaft. Nicht das ich sie für überflüssig halte - ganz im Gegenteil sogar -, aber ich kann mich des öfteren einfach nicht des Eindrucks erwähren, daß dies vor allem aus einem Grund passiert: Es paßt nicht ins Weltbild!! Aber das kann auch an mir liegen.

 

~ Selbstverständlich kann man ignorieren, daß schon vor 4000-5000 Jahren  [...] Das alles - um nur eine kleine Auswahl zu nennen - kann man selbstverständlich "krampfhaft" ;-) ignorieren. Tut man das aber nicht und betrachtet dies zumindest als starke Indizien (wenn nicht als Beweise), dann muß man sich die Frage stellen, wie das alles zusammenhängt und erklärbar ist!!
Beispielsweise die Frage, wer oder was bei etwaigen Pfändungen für die Durchsetzung derselben zuständig war/ist und diese gewährleistete?? ==> Siehe folgend!!

Die historischen Vergleiche sind m.E. nicht brauchbar. Früher war die Versorgung mit Nahrungsmittel ein essentielles Problem.

 

Ich glaube schon, daß die Vergleiche brauchbar sind. Es ging u.a. um die Frage ob alle monetären Phänomene auf die Schuld zurückzuführen sind. Anhand dieser historischen Gegebenheiten lassen sich die Anfänge sehr schön darstellen, und, vor allem, läßt sich daran sehen, daß sich im Grunde bis heute nichts geändert hat. Denn damals wie heute ist die Macht vor allem anderen vorhanden – muß sie vorhanden sein. Damit haben wir auf der Stelle die Abgabenschuld und das Gut in dem sie zu Zahlen ist = "Geld" und Zins. Somit auch alle monetären Phänomene.

Und was die Versorgung mit Nahrungsmittels damit zu tun hat, verstehe ich nicht.

 

Das haben wir in den industriellen Ländern heute nicht mehr. Niemand muss verhungern,

 

Immer wieder diese Einschränkungen ;-). In China, Indien, Nordkorea usw. gelten die selben Prinzipien, trotzdem verhungern dort regelmäßig Menschen. Und in den USA....

 

niemand ist deswegen zum Schuldenmachen gezwungen.

 

In der Kurz- und Fragefassung (die Abgabenschuld mal beiseite gelassen):  Essen muß jeder, auch heute noch! Wie komme ich an Essen? Ich muß es kaufen! Womit darf ich es nur kaufen? Mit Geld! Wie komme ich an Geld? (und jetzt bitte nicht mit dem "Einkommen" kommen, denn auch das muß irgendwoher stammen!). Was steht also am Anfang der Kette?

 

Einkommensunabhängige Abgaben sind bei uns eher die Ausnahme.

 

Erstens kapier ich den Zusammenhang leider nicht und zweitens darf ich diesbezüglich hierauf aufmerksam machen: http://www.miprox.de/Sonstiges/Steuerarten-und-Aufkommen-2002.html

 

Eine Pfändung über das zugestandene Existenzminimum ist nach unserem Rechtssystem nicht zulässig.

 

Das ändert nichts an der Tatsache, daß es Pfändungen und ein Rechtssystem gibt. Das wiederum setzt Macht voraus. Und wieder geht's los.... Das Existenzminimum wird von wem definiert und gesichert? Und wieder geht's los.... Ganz abgesehen von der Tatsache, daß sich auch für dieses Existenzminimum jemand verschulden muß.

 

Unsere Sozialsysteme erlauben (noch!) eine (mehr oder minder annehmbare) Existenzsicherung und Sicherstellung der elementaren Bedürfnisse.

 

Diese Thematik wäre alleine schon wochenlange Diskussionen wert. Deshalb, als kleiner, freundlicher, aber bestimmter Seitenhieb zum Sozialsystem und zur Macht und seiner Untertanen, nur mal ein paar bemerkenswerte Zitate:

 

Nach den "Teegesprächen 1950–1954“ bemerkte Adenauer am 20. Oktober 1953 zu diesem „sehr ernsten Thema“ auf die entsprechende Frage eines Journalisten: 
„Die Bevölkerungsbilanz des deutschen Volkes ist erschreckend, die Überalterung, und es kommt, wenn nichts Durchgreifendes geschieht, dazu, daß einfach die Arbeitenden die Nichtarbeitenden nicht mehr unterhalten können. Das Verhältnis wird sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte völlig umkehren.“ .....
http://www.kas.de/db_files/dokumente/7_dokument_dok_pdf_3277_1.pdf

 

[...] Kalkül gewann die Oberhand. Das westdeutsche Rentenniveau lag schon 1956 durchaus höher als in den meisten anderen Industrieländern; mehrfach hatte der Bundestag bis dahin Rentenerhöhungen beschlossen. Dennoch war der Einkommenszuwachs der Rentner geringer geblieben als jener der Beschäftigten, und die Rentner hatten keine Garantie, daß sich diese Schere nicht noch weiter öffnen würde. So klang die Idee sozialpolitisch überzeugend. Rentenerhöhungen automatisch an das Wachsturn der (Brutto-)Lohn- und Gehaltssumme bei den Arbeitnehmern zu koppeln. Kanzler Adenauer war, als geborener Taktiker, im Wahljahr für die neuartige Dynamisierung der Renten. Sein Wirtschaftsminister Erhard kämpfte vehement dagegen an. Erhard sah nämlich voraus, daß der Anteil der Rentner an der Gesamtbevölkerung immer weiter steigen würde; deshalb fürchtete er, daß die dynamisierten Renten auf Dauer nur durch hohe Staatszuschüsse an die Rentenversicherungen bezahlt werden könnten. Das ganze Modell, so seine prophetische Sorge, könne überhaupt nur in einer Wirtschaft des steten Wachstums funktionieren. Natürlich hatte Erhard recht, wie wir heute wissen; aber ebenso natürlich wurden seine Bedenken im Wahljahr nicht gehört. Das Gesetz wurde im Parlament einvernehmlich verabschiedet und rückwirkend zum Jahresanfang 1957 in Kraft gesetzt. Zum Mai desselben Jahres wurden die Renten um 65 bis 70 Prozent erhöht, im Oktober gewann Adenauer die Wahl und hatte fortan für vier Jahre die absolute Mehrheit im Bundestag.[...]

 "Die D-Mark" von Wolfram Bickerich

 

 

Keiner wird bei uns (im Moment) direkt in eine Schuld gezwungen.

 

(Gilt auch für obiges "gezwungen")

Da kann man trefflich drüber streiten. Sicherlich nicht direkt, da hast du zweifelsohne recht.

Vielleicht so: Ebenso wie es moralische, gesellschaftliche etc. Zwänge gibt, die alle kaum direkt – demnach indirekt -ausgeübt werden, so gibt es auch einen indirekten Zwang zur Verschuldung. Zwar steht niemand mit der Pistole hinter dir, aber um in unserer Gesellschaft überleben zu können, mußt du auf Teufel komm raus an das gesetzliche Zahlungsmittel kommen (Diebstahl vernachlässigend). Und das geht im Endeffekt nun mal nur über Verschuldung!! Darum dreht sich das ganze "Spiel". Politik, sowohl die des Staates, als auch die der Unternehmen und Banken (Werbung usw.), ist nichts anderes, als soviel wie möglich Andere dazu zu bewegen, sich zu Verschulden. Dein Beispiel unten paßt da ganz genau. Das Wort "Kredit" stammt nicht umsonst aus dem lateinischen Begriff "Credere" ab. Credere = Vertrauen!! Darum geht's!!

Niemand kann einen persönlich und unmittelbar dazu zwingen, aber das System zwingt einen mittelbar dazu!!

 

 

 

"Daher kommt es zu einem Leih- bzw. Verschuldungsvorgang nur, wenn der Gläubiger sicher ist, daß - in der bekannten Rhythmik von guten und schlechten Ernten - die nächste Ernte wieder eine gute sein wird. Nur dann wird er etwas hergeben. Aber dann weiß er auch, daß mit der guten Ernte eine schnelle »Entwertung« aller Bestände eintreten wird, der alten und der neuen, ganz einfach weil die Menge steigt. Diesen Wertverlust muß der Schuldner kompensieren - eben durch den Zins! Und wenn, was zu erwarten ist, sehr starke Schwankungen bei den Ernten eintreten, also auf eine sehr schlechte eine sehr gute Ernte folgt, ergeben sich auch entsprechend hohe Zinsen – jene 20 bis 50 Prozent und mehr, von denen wir aus den alten Schuldurkunden wissen."

Das ist nicht unbedingt logisch. Wenn ich Überschüsse an verderblichen Gütern erwirtschafte, die ich evtl. nicht absetzen (tauschen) kann, so bin ich auch bereit, diese notfalls auch zinslos zur Verfügung zu stellen. Bevor mir die ganze Ware verrottet (negative Verzinsung, evtl. Totalverlust) gehe ich doch lieber ein Gläubigerrisiko ohne Renditeversprechen ein...[...]

 

Sehr guter und berechtigter Einwand!!

Ich denke, wir können uns das wie folgt vorstellen, wobei wir einen verleihbaren Überschuß beim Gläubiger als Voraussetzung ansehen können. Weiterhin erinnere ich daran, daß ich auch noch dies schrieb:

"Vorgeschaltet ist nämlich noch die Abgabe selbst." (und damit die Macht)

 

· Sobald durch die Macht Geld als Abgabengut bestimmt wurde, es sodann also bereits vorhanden ist, ist die Sache, meine ich, relativ klar. Denn der Gläubiger (und nicht nur der, der Schuldner genau so) muß vor dem nächsten Steuertermin seine Gerste erst verkaufen, bevor er seine Schuld - dann in Geld - begleichen kann.

Zur Verdeutlichung, gehen wir trotzdem mal den Umweg über die Gerste, obwohl bei vorhandenem Geld die Leihvorgänge wohl eher direkt in eben diesem Geld vollzogen wurden.

 

Er – der Gläubiger - muß vor dem Leihvorgang zwei mögliche Erwartungshaltungen durchkalkulieren.

 

~ Erstens, daß die nächste Ernte schlecht ausfällt.

Dann steht ihm im Grunde nur eine Möglichkeit offen:

Er schickt den anfragenden Schuldner wieder weg, weil ihm das Risiko schlicht zu groß ist. Er verkauft seinen Überschuß selbst (im Prinzip schon die Antwort auf deine Frage) und stellt somit sicher, die Abgabe mit dem Verkaufserlös beim nächsten Termin zahlen zu können.

 

Ein denkbarer Spezialfall wäre vielleicht noch dieser:

Trotz allem geht er das Risiko ein!! Eventuell weiß er, daß sein Schuldner gerade seine Felder vergrößert hat, oder so was, und bei ihm in Zukunft sogar mehr Aussicht auf Erfolg besteht, als bei sich selbst. Da er in diesem Falle aber selbst keinen Überschuß mehr hat, und gleichzeitig seine eigene, nächste Ernte schlecht ausfallen wird (das war der Grundgedanke dieser Variante), muß er, um seine Abgabenschuld trotzdem zahlen zu können, die Rückgabe des Geliehenen mit einem Zuschlag belegen. Nur so kann er evtl. wieder auf eine Menge an Gerste kommen, die seine Lebensgrundlage + Abgabenbegleichung sichert. Dieser Zuschlag bedeutet für den Schuldner den Zins!!

 

~ Zweitens, daß die nächste Ernte gut ausfällt.

Hier hat er folgendes zu bedenken:

Da die Ernte ja nicht nur bei ihm selbst, sondern auch bei allen anderen gut ausfallen wird, bekäme er für seinen ausgeliehenen Überschuß bei Rückzahlung nicht die gleichen Preise (viel Gerste = geringere Preise), wie vor dem Leihvorgang, wenn er den Überschuß selbst und sofort verkauft hätte. Um also sicher zu stellen, daß er seine Abgabentermin (+eigene Lebensgrundlage) ohne größere Blessuren hinter sich bringen kann, muß er, um im Endeffekt den selben Betrag zu erhalten, von seinem Schuldner ein Mehr an Gerste (=Zins) abfordern.

 

 

Grundsätzlich, bei guten Kumpels, Familie und Nachbarn usw., kann es natürlich auch komplett zinslos vonstatten gehen. Da hast du durchaus recht. Tauschen, schenken, oder einfach per Handschlag leihen, alles denkbar und dagewesen. Ist die Gerste aber gleich dem Abgabengut (z.B. in der Übergansphase von Tausch/Stammeswirtschaft usw. zur. Macht/Geldwirtschaft), geht's im Grunde schon los. Denn niemand, außer einem höchst selbstlosen Samariter, würde durch solche "Leihvorgänge" seine eigene Bedienung der Urschuld (Tod) und der Abgabenschuld gefährden. Außer eben evtl. bei Freunden etc.

 

Ich gebe allerdings gerne zu, daß mir diese "Übergangszeit" auch noch Kopfzerbrechen bereitet. Vermutlich deshalb, weil ein Mischmasch aus allem Möglichen und gleichzeitig vorhanden war. Das aber im Einzelnen aufzudröseln, ist mir bis jetzt auch noch nicht so richtig gelungen. Hinweise gibt es genug, aber eben doch keine fein säuberlich geschriebene "Gebrauchsanleitung".

 

 

Voraussetzung für das Funktionieren ist allerdings, dass ein wie auch immer definierter gegenseitiger Nutzen entsteht.

Der Motor für das Wirtschaften ist also der Nutzen, nicht alleine eine Schuld, wobei natürlich die Abtragung einer Schuld einen Nutzen darstellen kann. Ergo: Die Nutzentheorie ist als Motor und Antrieb hinreichend, die Sicht aus der Schuld eher ergänzend aber keinesfalls ausschließlich.


Ich glaube, du bist näher bei PCM, als dir lieb ist ;-).

 

Ich behaupte ja auch nicht, dass ich PCM (in den wesentlichen Punkten) nicht zustimme, ich halte die Nutzentheorie der Volkswirtschaftler jedoch für vordergründiger, den Schuld-Aspekt ist eine gute Ergänzung. Das eine schließt doch das andere nicht aus, oder?

 

Grundsätzlich schon beim letzten Mal beantwortet. Die Zeitschiene ist wichtig. Den ersten Nutzen hat wer?

 

***

Kreutzer(?)  bezeichnet unser Fiat-Money recht treffend als Dokument für eine wirtschaftliche Transaktion, bei der für eine Leistung die entsprechende Gegenleistung noch fehlt. Diese Notwendigkeit liegt in der Tatsache begründet, dass i.d.R. die erforderliche Ware bzw. Dienstleistung nicht zur gleichen Zeit und am gleichen Ort vorhanden ist, um diese Transaktion als erfüllt abzuschließen.

***

 

Na ja, das Dokument ist wohl eher ein zinsbewehrter Schuldschein, und die Begründung "nicht am gleichen Ort und zur gleichen Zeit" geht wohl doch wieder in Richtung Tauschmittel, welches den Tausch damit Zeit- und Ortsunabhängig macht.
Oder habe ich das falsch verstanden??

 

Das sehe ich genauso... Aber warum muss der Schuldschein unbedingt zinsbewehrt sein? Für die Funktion des Tauschmittels muss Geld nicht zinsbewehrt sein!

Weil Geld kein Tauschmittel ist!!!!! Es ist umläufig gemachte Schulden/Kredite usw. usf. etc. pp........

 

Den Vergleich "Macht, Steuern, Zinsentstehung" von deiner Webseite kann man genauso zerlegen wie Kreutzers einfaches Geldmodell mit dem Mauerfischer.

 

1.) Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wenn du gerade nichts besseres zu tun hast :-), würde ich es auf einen Versuch ankommen lassen.

 

Sei mal zurückgestellt...ich muss mir oder dir nix beweisen. Ich will in der Sache ernsthaft weiterkommen und nicht aus Eitelkeit heraus mich auf Polemik einlassen... Vielleicht ist es auch das, was mich an PCM stört. Z.B. Friedmann und andere als Mickey-Mouse Ökonom zu bezeichnen ist maßlos arrogant.    

 

1.) Tut mir Leid, wenn das etwas flappsig rüberkam. War so nicht gemeint!!! Sollte eine ernsthafte Aufforderung sein, mir deine Version des "Loches" zu verdeutlichen. Aber eigentlich hat sich das erledigt, weil wir ja im Grunde schon mittendrin sind, in der Diskussion darüber. Noch mal sorry!!

2.) Ok, daß dich die Art seines Geschreibsels stört, kann ich nachvollziehen. In dieser Beziehung schießt er manchmal übers Ziel hinaus.

 

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2.) Das genauere Eingehen auf diesen Text [von Creutz] lag daran, daß mir das Ding mehrfach von derselben Person als Link zugeschickt wurde. Was sollte ich machen :-)?

[...]


----- !!! Bitte nicht als abfällige Beleidigung einschätzen!!!!! ----
Oder aber, sie wollen nicht! Ich habe an mir selbst feststellen müssen - es ging um Zinsanteile in den Preisen, wo ich bestimmte Fakten einfach falsch interpretiert habe - wie schwer es manchmal ist, den Knoten im Kopf zu lösen.
Und gerade dieses Thema kann zu einem gerüttelt Maß das vorhandene Weltbild durcheinander bringen. Das ist unter Umständen nur schwer zuzugeben, weil man sich dadurch gleichzeitig eingestehen müßte, bis dato falsch gelegen zu haben. Wer tut das schon gerne?

 

Ich habe versucht, persönliche Eitelkeiten abzulegen, weil sie letztlich einen selbst blockieren, sich weiterzuentwickeln. (s.o.) Na ja, manchmal fällt man dann doch darauf herein...

 

Tja nun, letztlich sind wir alle Menschen und darum halt auch irgendwie menschlich.:-)

 

 

Dazu möchte ich noch sagen, daß auch ich früher eher auf der Schiene von...ich sags mal so..., Kreutzer & Co. war. Eines der ersten Stücke, das ich gelesen habe, war "Das elfte Lederstück", und ich meine auch etwas ähnliches wie Kreutzers "Einfaches Geldmodell" war ganz am Anfang dabei. Dabei gebe ich gerne zu, daß durch diese Artikel erst so richtig mein Interesse geweckt und mir bewußt wurde, daß da was nicht stimmt, im Staate Dänemark. Doch je intensiver ich mich mit der Materie beschäftigte, umso weniger reichten mir solche Erklärungen aus. Irgendwas war da unvollständig; etwas fehlte. Ein unbestimmtes Gefühl einer Lücke, daß und die ich nicht füllen konnte. Immer waren gewisse Dinge einfach schon da oder wurden einfach irgendwie vorausgesetzt. Viele der Artikel haben zwar einen wahren Kern, haken aber viel zu spät ein.

 

Besser, als erst gar nicht einzuhaken.

Vielleicht ist das Aufbröseln der tieferen Wurzeln eher von philosophischer Bedeutung. Nicht jeder will der Sache auf den Grund gehen. Du siehst selbst, wie Zeitaufwändig das ist. Wenn nur ein Teil der mündigen Bevölkerung sich wenigstens auf Niveau à la Kreutzer & Co. befinden würden wäre das ja schon ein Fortschritt...  

 

Bin ich z.g.T. anderer Meinung. Siehe weiter unten unter "Resignation"!

 

Klar kann der Zins als Problem gelten. Nur gibt es Zinsen eben nur auf aufgenommene Kredite. Kredite die auf Geld lauten. Wo kommt also das Geld her? Warum ist überhaupt ein Zins auf diesem Geld? Usw. usf. Dies ganzen Fragen blieben unbeantwortet, oder wurden zumindest, wenn sie denn überhaupt beantwortet wurde, nicht einleuchtend genug behandelt. Also habe ich weiter gesucht. Bis ich auf PCM stieß. PCM's Erklärungen nehmen eben genau diese Lücken der anderen Erklärungsversuche auseinander, oder besser, füllen sie!

 

Findest du? PCM argumentiert nur logischer und verheddert sich nicht so leicht in Widersprüche wie viele andere.

 

Was soll ich mit Erklärungen, die sich selbst Widersprechen? Ist es nicht genau das, worauf es ankommt, das dies eben nicht der Fall ist? Alles andere macht doch irgendwie keinen Sinn, oder?

 

Ich habe eher das Gefühl, dass PCM um sein (abgegrenztes Gebiet) eine Mauer gezogen hat, und alle darin befindlichen Löcher gestopft hat. Beweisen kann ich‘s nicht, fehlt mir (noch) die Kompetenz dazu...

 

Nachvollziehbar, das "Gefühl" könnte man bekommen. Allerdings gebe ich zu bedenken, daß er sich beispielsweise bei seiner Einschätzung zu Gold, gegenüber früher (u.a. auch noch in "Der Kapitalismus..." erkennbar) um 180° gedreht hat. Da heißt nun nicht zwangsläufig, daß er nicht trotzdem wie festgemauert daherkommt. Aber zumindest spricht das, im Falle von neuen, besseren Erkenntnissen, für eine gewisse Aufnahmebereitschaft.

Abgesehen davon, die Mauer gilt es einzureißen. Nur sind viele der Gegenargument nicht stichhaltig, egal wie oft und von wem sie wiederholt werden.

 

 

Ich habe kürzlich einen Artikel über eine psychologische Studie gelesen. Der Mensch ist geneigt, immer mehr als sein „Nachbar“ zu erreichen. Es geht nicht um das Erreichen eines notwendigen und sinnvollen Standards, sondern um schlicht eine Überlegenheit gegenüber des anderen. Diese Überlegenheit muss auch nach außen zur Schau getragen werden. Oft mit sehr kostenintensiven Mitteln... Dieser Aspekt ist ebenfalls einer der Auslöser und somit Motor der ganzen Orgie. Mit dem Schuldtheorem alleine lässt sich nicht alles ableiten...(***hartnäckig***)

 

1.) Doch! (***ebenfalls hartnäckig :-)***). Denn was du da sehr treffend als "mehr erreichen als sein Nachbar.., Überlegenheit...usw." zitierst, ist letztlich nichts anderes, als das Streben nach Macht. Und das beschriebenen Spiel beginnt von vorne, inkl. Schuld und allem Pipapo!! Somit ist es nicht ein Auslöser, sondern der Auslöser!

2.) Ok, ich schränke das "doch!" ein wenig ein. Denn, wenn du so willst, steht die Frage warum dieses Streben offensichtlich in uns implementiert ist, am Beginn. Das fällt aber eher in die Bereiche Evolutionstheorie, Theologie, Philosophie und diverser, anderer '-gien' und '-ien'. Würde hier zu weit führen!

3.) Ich schränke noch weiter ein!!!! Aber nur ein kleines bißchen!!!! :-)

Es ging und geht nicht um alles, sondern um einen Erklärungsversuch des Kapitalismus und wie er entstanden ist, sich auswirkt und warum wir in ihm leben müssen!!

 

 

Und eins kannst du mir glauben, gefallen hat mir das Ganze überhaupt nicht. Es passte damals mitnichten in mein Weltbild. [...] Das finde ich absolut unerfreulich und wiederlich, ja es geht mir sogar tierisch auf den Sa...!!! Aber es ändert nichts. Es ist wie es ist. Nur wenn man aber auch unerfreuliche Tatsachen zur Kenntnis nimmt, können - und wenn vielleicht auch nur in Ansätzen - brauchbare Lösungswege gefunden werden. Wer das "Wesen" der Macht besser versteht, der kann sich entsprechend positionieren.

 

Alleine? Nicht gerade aussichtsreich...

 

Siehe weiter unten unter "Resignation"!

 

 

Viele wollen die Botschaft nur nicht hören.

 

(Ende des unmittelbaren Kommentars auf deine Mailantwort)

 

 

...Macht...

 
Ich habe deine Argumentation bezüglich der Machttheorie nochmals verinnerlicht. Du hast damit recht, dass es nicht ganz in mein Weltbild passt. Es hat in der Menschheitsgeschichte sicherlich auch andere Kulturkreise gegeben, auf die die beschriebenen Machtstrukturen nicht in dieser Weise zutreffen, und es gibt sie immer noch.

 

1.) Ganz ernsthaft gefragt, wen oder was hast du da konkret im Sinn?

2.) Es ging um die Frage, wie die Entwicklung des "Kapitalismus"und der Geldwirtschaft usw. zu erklären ist. Und der Sprung von Tausch/Stammes/Familien/Sippenorganisation hin zur "kapitalistischen" Kreditwirtschaft konnte eben nicht ohne die Macht zustande kommen.

 

Das Machttheorem reflektiert nur einen Teil unserer Welt wieder.

Deine Argumentation ist in sich logisch, desillusioniert dann in der Konsequenz jedoch völlig das Verständnis unserer Gesellschaftsform. In einer Demokratie geht per Definition die Macht vom Volke aus.

 

Papier ist geduldig!! Speziell für die BRD empfehle ich Hans Herbert von Arnim als Lektüre (gibt’s auch im Netz)!

Ich persönlich spreche lieber von einer Parteiendiktatur. Was z.B. die EU noch mit "Macht vom Volke" zu tun hat, kann ich nicht erkennen. Auch kann ich folgenden Zusatz mittlerweile in jeder Koalitionsvereinbarung finden, ob Bund oder Land:

 

Im Bundestag und in allen von ihm beschickten Gremien stimmen die Koalitionsfraktionen einheitlich ab. Das gilt auch für Fragen, die nicht Gegenstand der vereinbarten Politik sind. Wechselnde Mehrheiten sind ausgeschlossen

 

Steht im GG nicht was davon, daß Abgeordnete nur ihrem Gewissen unterworfen sind? Nun versuche mal dagegen anzugehen. Geht nicht!! Denn in diesem Falle gilt als Vorgabe für das Bundesverfassungsgericht:

Antragsteller und Antragsgegner können nur sein: der Bundespräsident, der Bundestag, der Bundesrat, die Bundesregierung und die im Grundgesetz oder in den Geschäftsordnungen des Bundestages und des Bundesrates mit eigenen Rechten ausgestatteten Teile dieser Organe.

 

"Alle Macht geht vom Volke aus und kommt nie wieder zurück." Gabriel Laub

 

 

In einer Demokratie ist Volk-> Staat -> Macht (in dieser Richtung) legitimiert und konstituiert, ergo könnten die von dir dargelegten Verhältnisse (entgegengesetzt) nicht in dieser Weise existieren

 

Wer hat legitimiert und konstituiert? Wer hat das GG zusammengebastelt?

Ganz sicher gab es schlechtere Versuche ein System auszuformen. Nur, erstens, so gut gemeint - und vielleicht sogar tatsächlich umgesetzt - diese Versuche auch sind und waren, es ist und bleibt ein auf Macht basierendes Zwangsabgabensystem.

Und zweitens können wir doch gerade im Moment sehr "schön" beobachten, wie sich die ach so demokratischen Strukturen mehr und mehr in Luft auflösen. Je enger es für die Macht wird, um so energischer "verteidigt" sie sich.

 

 

Wenn dem dennoch so ist bedeutet das, dass wir de facto keine demokratische Struktur haben.

Unsere Regierungen wären demnach lediglich eine Farce, die wahre Macht läge dann außerhalb unserer, vom Volk legitimierten Vertretung, bzw. unserer Vertretung wäre durch die Macht korrupiert.

 

Es gibt doch diesen schönen Spruch, der es ganz gut auf den Punkt bringt: "Würden Wahlen tatsächlich etwas ändern, wären sie verboten!". Folgend ein Zitat von von Arnim:

 

Bei Bundestagswahlen, den meisten Landtagswahlen und bei der Wahl der deutschen Mitglieder des Europäischen Parlaments sind die Entscheidungen, die formal in die Hand des Wählers gelegt sind, lange vor dem eigentlichen Wahltermin zum großen Teil schon getroffen. Nach dem in Deutschland vorherrschenden Wahlsystem haben die Parteien nicht nur das Monopol für die Aufstellung der Kandidaten. Sie haben die Regeln vielmehr so gestaltet, dass sie den Bürgern vielfach sogar die Wahl selbst abnehmen.
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"Bevor bei der Bundestagswahl der erste Stimmzettel in die Urne geworfen wird, stehen 60-70 Prozent der Bundestagsabgeordneten bereits fest: Wer in einem sicheren Wahlkreis oder im sicheren Teil einer Landesliste kandidiert, kann nur durch einen Erdrutsch daran gehindert werden, in den Bundestag einzuziehen." Nach Heino Kaack, Wahlkreisgeografie und Kandidatenauslese, 1969, 66, wussten gut 75 Prozent der Abgeordneten vor der Bundestagswahl 1965 bereits, dass sie dem neuen Bundestag angehören würden

 

Zusätzlich seien noch die Grünen als Beispiel genannt. Anfangs noch mit Turnschuhen im Bundestag, und ein paar Jahre später – kaum an der Spitze der Macht – stimmen sie einem völkerrechtswidrigen Krieg in Jugoslawien zu. Und so ist es doch immer. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern -von vor den Wahlen!

 

"Willst du den Charakter eines Menschen kennenlernen, so gib ihm Macht." Abraham Lincoln (1809 - 1865

 

 

Wenn wir PCM so stehen lassen, bedeutet das Resignation, eine Tatsache so hinzunehmen wie sie ist, weil sie ohnehin nicht zu ändern ist. Einen brauchbaren Lösungsweg sehe ich nicht, jedenfalls keinen, den ich öffentlich diskutieren würde.

 

 

!! RESIGNATION !!

 

1.) Nicht resignieren, sondern arrangieren!!

2.) !! NEIN !! In dieser Richtung war ich Anfangs – nachdem es bei mir zumindest zum Teil Klick gemacht hat – auch unterwegs. Mittlerweile, und hierin unterscheidet sich meine Sichtweise erheblich von PCM, sehe ich die Sache allerdings anders. Ich versuch meine Ansicht mal bildlich darzustellen.

 

Stell dir zwei horizontale, untereinanderstehende Reihen, mit zueinander versetzten Punkten vor, die in Richtung der x-Achse (=Zeitachse) ausgerichtet sind. Diese Punkte stehen für die Hoch.- bzw. Tiefpunkte der (Menscheits)Zyklen. Sprich, sie repräsentieren die Wendepunkte der zyklischen Abläufe. Nun stellen wir uns weiter vor, daß die Verbindungslinien der aufeinanderfolgenden Hoch- und Tiefpunkte für die Abläufe selbst, innerhalb der Zyklen, stehen.

 

Wir können zwar die Wendepunkte selbst nicht löschen – ihre Existenz ist ein nicht zu änderndes Faktum -, aber wir können die Verbindungslinien (=die Abläufe) in unendlich vielen Variationen zeichnen (=beeinflussen). Als gerade Verbindung, konkav oder konvex, als geschwungene Linie, als Zickzacklinie (wie ein Aktienverlauf) usw. usf..

Es geht sogar noch mehr! Innerhalb gewisser Grenzen können wir die Lage der Wendepunkte verschieben. Etwas nach hinten oder nach vorne (=Zeitebene), nach oben und unten (=das Ausmaß).

 

Will sagen, wir können zwar die Zyklen selbst nicht ausschalten, wir können aber sehr wohl deren inneren Ablauf, die Ausprägung (das Ausmaß) der Hochs und Tiefs, sowie die zeitliche Komponente verändern. Und damit haben –oder besser hätten - wir es sehr wohl in der Hand, die zwangsläufig autretenden Folgen halbwegs erträglich zu gestalten.

 

Hätten deshalb - an diesem Punkt komme ich zu deinem "Besser, als erst gar nicht einzuhaken." von oben zurück - weil dazu ein Grundwissen um die Mechanismen verbreitet bekannt sein muß. Wenn an dieser Stelle aber falsch eingehakt wird, verschieben wir dadurch die Wendepunkte unter Umständen sogar in die falschen Richtungen und machen die Sache noch schlimmer als zuvor. Und ich glaube auch nicht, daß "Vielleicht ist das Aufbröseln der tieferen Wurzeln eher von philosophischer Bedeutung" Vielmehr sehe ich ganz praktische Hintergründe. Ich kann einen Motor nur dann reparieren, wenn ich auch weiß wie er funktioniert. Ich stimme dir allerdings insofern gerne zu, als daß die wirklich ganz tiefen Wurzeln nicht notwendigerweise und von der Mehrheit aufgebröselt werden können und müssen. Es würde schon reichen, wenn die Mehrheit ein neutrales Grundwissen hätte.

 

Andererseits (nachdenklich werdend), und diese Frage stelle ich mir immer wieder und immer öfter, wenn nun tatsächlich beinahe jeder wüßte, daß wir in einem Kreditgeldstandard leben usw., würde dann überhaupt noch jemand Kredite aufnehmen? Das ist 'ne echte Zwickmühle!

 

Wie dem auch sei, momentan bemühe ich mich jedenfalls noch, deine, absolut zu Recht vorgebrachten Sachlagenbeschreibungen, zu ändern: "Nicht jeder will der Sache auf den Grund gehen."      Alleine? Nicht gerade aussichtsreich..."

Einerseits, weil, idealistisch wie ich in diesem Punkt bin, ich tatsächlich denke, daß meine "Resignationausführungen" nur zu erreichen sind, wenn mehr und mehr Menschen informiert sind. Wenn die Punkte überhaupt verschoben werden sollen, dann nur wenn genug Menschen helfen zu ziehen oder zu drücken. Andererseits wohl aus ganz egoistischen Gründen, nämlich aus Frustbewältigung ;-)!!

 

Wie gesagt, möglicherweise ist das sogar zu idealistisch gedacht, schaue ich mich in der Welt so um. Dann gilt wieder 1.) :-)

 

 

 

... der Wert von Gold...

 

Du bringst ein Beispiel von den Inka-Fischern, die Ihre Netze mit Gold beschweren und leitest dadurch ab, dass Gold nur dadurch wertvoll ist, wenn es als Geld definiert ist. Wir haben keinen Goldstandard mehr, warum ist dann Schmuckgold so teuer?

 

Würdest du diese Frage auch für grüne Bohnen stellen? Wenn nicht, warum nicht? Für einen Bettler sind grüne Bohnen ganz sicher "so teuer"!!

Was heißt "teuer"? "Teuer" in was ausgedrückt? Teuer bedeutet doch, daß es einen Preis hat. Einen Preis ausgedrückt im jeweiligen Zahlungsmittel!! Gold hat heute also einen Preis, einen Preis wie grüne Bohnen auch. Es ist eine Ware wie jede andere!

Ob es für mich einen "Wert" hat, ist eine ganz andere, nämlich eine durch und durch subjektive Sache, die von ganz persönlichen Erfahrungen und Einstellungen, von der jeweiligen Situation (für den Verdurstenden ist das wertvollste überhaupt Wasser) und vielen anderen Dingen abhängt. Treffen diese subjektiven Ansichten dann irgendwo zusammen (Markt, Börse...), entwickelt sich erst der Preis. Der Preis, den die einzelnen Teilnehmer bereit sind zu zahlen. Zu zahlen bei einem Kaufvorgang mit gesetzlichem Zahlungsmittel.

"Wertvoll" war Gold für die Inka auch!! Ohne Gold kein Fisch! Der Wert lag für die Inka aber ausschließlich in dessen Dichte und nicht im Material an sich! Was aber macht Gold für Hr. Columbus "wertvoll"? Selbstverständlich könnte das für ihn (und andere) auch eine liebe zu Goldschmuck gewesen sein. Ist er aber deshalb quer über den Atlantik gesegelt, um dort dann die Einwohner zu berauben und zu massakrieren? Ich denke, das können wir ausschließen! Was aber war es dann? Was macht buntes Papier für 82 Millionen Deutsche "wertvoll"? Es ist nicht der Stoff/das Material selbst, sondern daß in ihm Preise ausgedrückt werden. Preise mit denen Kaufen möglich ist. Kaufen mit gesetzlichem Zahlungsmittel. Gesetzliches Zahlungsmittel, in dem die Abgaben und Schulden zu bedienen sind. Darin liegt der "Wert" eines jeden Geldes. Im Falle von Columbus und seiner Majestät war eben Gold das Geld! Da es staatsweit gesetzlich bestimmt wurde, ist es eben auch für alle Staatsmitglieder wertvoll. Frage mal einen tibetanischen, gänzlich autark lebenden Mönch nach dem Wert des Goldes. Wahrscheinlich versteht er nicht mal die Frage!

Das es selten und schwierig zu finden war, macht prinzipiell keinen Unterschied. Außer dem, daß sich die Macht dadurch damals halbwegs ihres Abgaben- bzw. Geldmonopols sicher sein konnte. Es war für Ottonormaluntertan schlicht unmöglich, sich in Eigenregie das Geld zu besorgen.

 

 

Ich hinterfrage an dieser Stelle einfach diese Story. Dass sie überliefert ist bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie wahr ist. Zur Zeit der Entdeckung haben sicher einige Leute ein starkes Interesse daran gehabt, solche Gerüchte in die Welt zu setzen.

 

Damit könntest du natürlich recht haben. Beweisen kann ich diese Geschichte selbstredend nicht. Aber selbst wenn sie erstunken und erlogen wäre, würde das nichts ändern.

 

 

Danke nochmals für deine Mühe, mir deinen Standpunkt näher zu bringen. Ich glaube verstanden zu haben, was du meinst (zumindest ansatzweise). Es ist e i n e Position. Die andere Sache ist die, den eigenen A.... (und den meiner Familie) zu retten, wenn es zu einem Crash kommen sollte.

 

Wohl wahr!!!

 

Idealismus hin oder her, mit der Ignoranz der meisten meiner Mitmenschen, frei nach dem St. Florians Prinzip, ist wenig anzufangen. Da kann sich die „Macht“ ins Fäustchen lachen. ***Frust***    

 

Nochmal: Wohl wahr!!!

 

Schluss jetzt, mir reicht’s für heute...

 

Schließe mich an!! Ich hoffe dich nicht übermäßig gelangweilt zu haben!!

 

Schöne Grüße

 

Michael